In dieser Arbeit sollen die Namen von Fußballklubs in Deutschland und Frankreich untersucht werden. Ziel ist es, die Namen aus Deutschland und Frankreich gegenüberzustellen und sowohl innersprachliche als auch außersprachliche Unterschiede herauszuarbeiten.
Im ersten Teil wird die historische Entwicklung des Fußballs in beiden Ländern eingeführt, gefolgt von der Vereinsstruktur in Deutschland und Frankreich. Des Weiteren werden verschiedene ökonomische Strategien zur Positionierung des Klubnamens als Markenname thematisiert. Die zentrale sprachwissenschaftliche Analyse der Klubnamen stützt sich zu großen Teilen auf den Theorien zu Markennamen von Platen und auf die von Stellmacher erarbeiteten Kriterien zur Bildung von Vereinsnamen.
Die Analyse in dieser Arbeit verdeutlicht, dass ein englischer Einfluss auf deutsche und französische Fußballklubnamen existiert. Die Vereinsnamen weisen Referenzen zu ihren geographischen Wurzeln auf und schaffen so eine Atmosphäre von großer Identifikation für Bewohner der entsprechenden Gebiete.
Zwischen den beiden Ländern lässt sich ein breites Spektrum an Unterschieden innerhalb der Vereinsnamen herausarbeiten. Besonders auffällig ist die Tatsache, dass deutsche Vereinsnamen sehr häufig das Gründungsjahr in Ihrem Namen tragen. Französische Namen hingegen sind häufiger durch regionale Bezüge charakterisiert.
Inhaltsverzeichnis
3. EINLEITUNG
4. ENTSTEHUNGSGESCHICHTE DES PROFESSIONELLEN FUßBALLS
4.1. Deutschland
4.2. Frankreich
5. FUßBALLVEREINE ALS WIRTSCHAFTSUNTERNEHMEN
5.1. Fußballklubnamen als Marken
5.2. Bedeutung des Fußballklubnamens für den Markennamen
5.3. Konzeption einer Marke rund um den Klubnamen
6. FORSCHUNGSÜBERBLICK
6.1. Stellmacher (2009)
6.2. Hesse-Lichtenberger (2003)
6.3. Coates (2008)
6.4. Alexa (2009)
7. KORPUSANALYSE
7.1. Korpuskompilation: Auswahlkriterien und Vorgehensweise
7.2. Unterschiede und Modi der ausgewählten Ligen
7.3. Analysemethode und Analysekriterien
7.4. Forschungsfragen
7.5. Analyse und Ergebnisse
7.5.1. Makrostrukturelle Analyse
7.5.2. Morphologische Analyse
7.5.3. Funktionale Klassifikation
7.5.4. Semantische Klassifikation
7.6. Problematiken der Korpusanalyse
8. SYSTEMATISIERUNG DER ERGEBNISSE DER ANALYSE
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine kontrastiv-linguistische Analyse der Fußballklubnamen in Deutschland und Frankreich durchzuführen. Im Fokus steht dabei die Untersuchung der interkulturellen Unterschiede im Hinblick auf die Makrostruktur, Morphologie, funktionale Ebene sowie Semantik der Vereinsnamen, unter Berücksichtigung der Rolle des Vereinsnamens als Marke.
- Interkulturelle onomastische Untersuchung von Vereinsnamen.
- Analyse der Vereinsnamen als Regional- und Markenidentität.
- Kontrastiver Vergleich zwischen Deutschland und Frankreich.
- Untersuchung der Auswirkungen von Markenpositionierung auf Vereinsnamen.
- Erforschung des Einflusses britischer Wurzeln auf die Namensgebung.
Auszug aus dem Buch
4. ENTSTEHUNGSGESCHICHTE DES PROFESSIONELLEN FUßBALLS
Fußball – ein Spiel, das seit Jahrhunderten die Menschen anzieht und begeistert. Kaum ein Volk oder eine Kultur dieser Welt kennt das Spiel mit dem runden Ball nicht. Bereits die Mayas sollen vor mehr als 1000 Jahren eine Art des Fußballspiels praktiziert haben (vgl. König 2002: 8). Doch nicht ohne Grund wird England als Herkunftsland des Fußballs bezeichnet. Dort finden sich bereits aus dem 11. Jahrhundert Überlieferungen, im Jahr 1314 verbot Londons Bürgermeister gar das Spiel, nachdem es zu Aufruhr in der Stadt gekommen sein soll (vgl. ebd.). Das war nicht verwunderlich, so war der Fußball in seinen Anfängen ein sehr wildes Spiel, das bevorzugt von Bauern und Gesellen gespielt wurde. Teils größere Verletzungen mangels ordentlicher Spielplätze, Regeln und Ausrüstung blieben dabei nicht aus. Doch bereits zu dieser Zeit übte der „Derbycharakter der Begegnungen“ (König 2002: 8) seinen besonderen Reiz aus. Die Spieler und Zuschauer identifizierten sich stark mit ihrer Mannschaft.
Während der Fußball zwischenzeitlich einige Durststrecken durchlief, stieg seine Popularität im 19. Jahrhundert wieder. Waren es früher hauptsächlich untere Bildungsschichten, fand das Ballspiel im neuen Jahrhundert Einzug in obere Gesellschaftsschichten (vgl. König 2002: 8). Die ersten Public Schools nahmen die Sportart auf und entwickelten eigene Regelwerke. Um eine strikte Trennung zum ebenfalls populären Rugby zu schaffen, wurde 1863 in London die Football Association (FA) gegründet (vgl. König 2002: 9). Das dabei verabschiedete Regelwerk war das erste einheitliche seiner Art und wird bis heute in Grundzügen zugrunde gelegt. Damit verbunden war schließlich auch die Institutionalisierung und Verbreitung des Fußballspiels über die Grenzen des britischen Mutterlandes hinaus. Fußball wurde zum Arbeitersport Nummer eins (vgl. Friedmann 2014: 7). Die Zuschauerzahlen stiegen ebenfalls rasant an. Waren es 1872 noch 2.000 Zuschauer beim Finale des FA-Cups, sahen bereits 1901 111.000 Zuschauer das gleiche Finale im Stadion von Crystal Palace (vgl. König 2002: 9).
Zusammenfassung der Kapitel
3. EINLEITUNG: Einführung in die Popularität des Fußballs, die Relevanz des Vereinsnamens als Identifikationsmerkmal und die Zielsetzung einer kontrastiven onomastischen Untersuchung.
4. ENTSTEHUNGSGESCHICHTE DES PROFESSIONELLEN FUßBALLS: Historischer Überblick über die Entwicklung des Fußballs vom wilden Spiel zum organisierten Sport, mit Fokus auf die länderspezifische Entwicklung in Deutschland und Frankreich.
5. FUßBALLVEREINE ALS WIRTSCHAFTSUNTERNEHMEN: Untersuchung der ökonomischen Dimension von Fußballvereinen, insbesondere der Markenführung und der Bedeutung des Vereinsnamens als zentraler Bestandteil der Unternehmensidentität.
6. FORSCHUNGSÜBERBLICK: Darstellung bestehender Literatur und wissenschaftlicher Arbeiten zur Namensforschung bei Sportvereinen, unter anderem durch Stellmacher, Hesse-Lichtenberger, Coates und Alexa.
7. KORPUSANALYSE: Methodische Erläuterung der Korpuszusammensetzung, der Analysekriterien und Durchführung der kontrastiven Untersuchung von Vereinsnamen in Deutschland und Frankreich.
8. SYSTEMATISIERUNG DER ERGEBNISSE DER ANALYSE: Zusammenfassung und Rekapitulation der wichtigsten Erkenntnisse aus der durchgeführten Korpusanalyse im Hinblick auf die Forschungsfragen.
Schlüsselwörter
Fußball, Vereinsname, Onomastik, Syllogonomastik, Markenführung, Deutschland, Frankreich, Kontrastive Linguistik, Sportmarketing, Vereinsidentität, Korpusanalyse, Namensforschung, Regionalmarke, Profifußball, Vereinsstruktur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der kontrastiven linguistischen Analyse von Fußballvereinsnamen in Deutschland und Frankreich, wobei insbesondere die onomastischen Merkmale und die Rolle dieser Namen als Marken untersucht werden.
Welche thematischen Schwerpunkte werden behandelt?
Neben der historischen Entstehungsgeschichte des Fußballs in beiden Ländern werden Aspekte wie Markenbildung, die soziologische Bedeutung von Vereinsnamen und die strukturelle Zusammensetzung der Namen beleuchtet.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht länderspezifische Unterschiede bei der Namensgebung von Fußballklubs sowie die Frage, ob sich der britische Ursprung des Fußballs in den Namen widerspiegelt und wie Vereinsnamen als Marken fungieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine kontrastive Korpusanalyse durchgeführt, die auf onomastischen Kriterien der Produktnamenforschung und den Differenzierungskriterien von Dieter Stellmacher basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert die offiziellen sowie die öffentlich kommunizierten Namen unterteilt in makrostrukturelle, morphologische, funktionale und semantische Gesichtspunkte.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind onomastische Forschung, Markenpositionierung, interkultureller Vergleich, Vereinsidentität und der neu geprägte Fachterminus Syllogonomastik.
Wie unterscheiden sich deutsche und französische Vereinsnamen laut der Studie?
Deutsche Vereine nutzen häufiger Gründungsjahre und Ordnungszahlen zur Identitätsstiftung, während französische Vereine stärker durch regionale Bezüge und informelle Funktionen geprägt sind.
Welchen Einfluss hat das "50+1"-Reglement in Deutschland auf die Namensgebung?
Die Regelung verhindert in der Regel die Integration von Firmennamen in den Vereinsnamen, was die Markenführung im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbranchen einschränkt.
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- Nils Fabisch (Author), 2017, Linguistische Analyse der Namen von Fußballklubs in Deutschland und Frankreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376478