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Orientierungslosigkeit und Studienwahl. Eine methodische Untersuchung

Titre: Orientierungslosigkeit und Studienwahl. Eine methodische Untersuchung

Dossier / Travail , 2016 , 22 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Stefan Rose (Auteur)

Sociologie - Travail, Education, Organisation
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Immerhin um die 80 % der jungen Abiturienten planen ein Studium. So studieren insgesamt 1.729.565 Menschen an den 107 deutschen Universitäten und es werden immer mehr. Seit 1990 ist die Zahl der Studenten um fast 60 % gestiegen. Immerhin 844 von ihnen haben sich dafür entschlossen, an der Universität Siegen Sozialwissenschaften zu studieren. Leider sind keine Zahlen für das Studienfach Bildung und Soziale Arbeit zu finden. Die Studienwahl ist ein wichtiger Abschnitt im Leben vieler junger Menschen. Es ist spannend, ihre Geschichte zu hören, warum sie studieren wollen, gleichzeitig ist es vom wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Interesse her interessant, zu wissen, nach welchen Kriterien die Jugendlichen ihr Studienfach auswählen. Viele Fragen und Theorien hängen mit diesem Thema zusammen. So belegt eine Studie des Deutschen Studentenwerks, dass vor allem Akademikerfamilien ihre Kinder an die Hochschulen schicken, so stammen 77 % aller Studenten aus diesen Haushalten. Die Studienwahl könnte auch den Prozessen der sozialen Ungleichheit unterworfen sein, wie es Pierre Bourdieu in seinem Werk „Die feinen Unterschied“ beschreibt.

In dieser Arbeit soll es um die Motivation der Studenten gehen, Sozialwissenschaften oder Soziale Arbeit zu studieren. Befragt wurden vier Personen, jeweils zwei aus jedem Studiengang. Die Befragung sollte als narratives Interview geführt werden. Bei der Auswertung folge ich den Ausarbeitungen von Ralf Bohnsack in seinem Werk „Rekonstruktive Sozialforschung“. Den theoretischen Rahmen bildet die Arbeit „Die Konstruktion der sozialen Wirklichkeit"“von Peter L. Berger und Thomas Luckmann, denn Studienwahl ist als Teil der Alltagswelt auch den Prozessen der sozialen Konstruktion unterworfen. Wie bedeutend dabei das Thema Sinnsuche ist, versuche ich, mit Martin Heidegger und Niklas Luhmann zu verdeutlichen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sinnsuche

3. Prozesse der Entstehung von Alltagswelt

4. Interviews

4.1. Narratives Interview

4.2.1 Interview I Michael

4.2.2. Formulierende Interpretation

4.2.3 Reflektierende Interpretation

4.2.4. Zusammenfassung

4.3.1 Interview II Andreas

4.3.2 Formulierende Interpretation

4.3.3. Reflektierende Interpretation

4.3.4. Zusammenfassung Interview II

4.4. Typenbildung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Motivation von Studierenden der Fachrichtungen Sozialwissenschaften und Soziale Arbeit bei ihrer Studienwahl. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie individuelle Lebensentwürfe und die soziale Konstruktion von Wirklichkeit im Prozess der Studienentscheidung zusammenwirken, insbesondere im Hinblick auf auftretende Orientierungslosigkeit nach dem Abitur.

  • Soziale Konstruktion der Wirklichkeit (Berger & Luckmann)
  • Prozesse der Sinnsuche im menschlichen Leben
  • Habitualisierung und Entstehung von Alltagswelt
  • Rekonstruktive Sozialforschung mittels narrativer Interviews
  • Vergleich von Bildungsbiografien aus verschiedenen sozialen Herkunftsmilieus

Auszug aus dem Buch

4.2.3 Reflektierende Interpretation

Über seine 'Schulkarriere' berichtet M auf zwei unterschiedliche Weisen. Zum einen erzählt M von seinen Freunden, seinen sportlichen Leistungen und seinen guten Erinnerungen an seine Schulzeit und seine Mitschüler. Seine Hüfterkrankung hat ihn nie zurückgehalten, er musste kein Schuljahr wiederholen und konnte auch am Sportunterricht teilnehmen. Zum anderen erzählt er von seiner Entscheidung das Gymnasium zu besuchen und das Abitur zu machen, sowie von seinen Leistungen. Dabei scheint M ein guter Schüler gewesen zu sein, allerdings beschreibt er sich selber als etwas faul. Er hat angenommen, dass seine Eltern von ihm erwarten, würden das Abitur zu machen, auch wenn er nie in diese Richtung gedrängt wurde, er beschreibt es als 'Stille Übereinkunft'.

Nach dem Abitur arbeitet M kurz in einem nicht genau genannten Betrieb und verbringt danach einen 2,5-monatigen Urlaub in Griechenland. Was er nach dem Abitur machen möchte, weiß er noch nicht genau, Interessen hatte er viele, aber keine konkreten Berufs- oder Zukunftsvorstellungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die allgemeine Sinnsuche im Leben und leitet zum spezifischen Problem der Studienwahl nach dem Abitur sowie zur Relevanz soziologischer Betrachtungen über.

2. Sinnsuche: Dieses Kapitel erläutert theoretische Ansätze zur Sinnstiftung, insbesondere nach Berger und Luckmann, Heidegger und Luhmann, um das Verständnis von Alltagswelt und individueller Lebensführung zu fundieren.

3. Prozesse der Entstehung von Alltagswelt: Hier wird dargelegt, wie durch Habitualisierung, Institutionalisierung und Rollenbildung eine geordnete Alltagswelt geschaffen wird, die das Individuum von der Bürde ständiger Entscheidungen entlastet.

4. Interviews: In diesem Hauptteil wird der Forschungsaufbau und die methodische Umsetzung mittels narrativer Interviews mit vier Studierenden beschrieben und kritisch reflektiert.

4.1. Narratives Interview: Dieser Abschnitt widmet sich den theoretischen Grundlagen der narrativen Befragung nach Bohnsack und der Bedeutung von Erfahrung in den Sozialwissenschaften.

4.2.1 Interview I Michael: Vorstellung des Biografieverlaufs und des soziokulturellen Hintergrunds des ersten Probanden Michael.

4.2.2. Formulierende Interpretation: Detaillierte thematische Strukturierung der Aussagen von Michael in Bezug auf seine Biografie und Studienfachwahl.

4.2.3 Reflektierende Interpretation: Tiefenhermeneutische Analyse der Erzählungen Michaels, insbesondere im Hinblick auf seine Wahrnehmung von Schulzeit und Studium.

4.2.4. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zum Interview mit Michael, insbesondere zur Bedeutung seiner familiären Prägung.

4.3.1 Interview II Andreas: Vorstellung des Biografieverlaufs und des sozialen Hintergrunds des zweiten Probanden Andreas.

4.3.2 Formulierende Interpretation: Thematische Gliederung des Interviews mit Andreas, unterteilt in Studienverlauf, Elternhaus und Zukunftsvorstellungen.

4.3.3. Reflektierende Interpretation: Analyse der Motive von Andreas, insbesondere seiner marxistischen Weltanschauung und dem Wunsch, Lehrer-Vorbilder zu übertreffen.

4.3.4. Zusammenfassung Interview II: Zusammenfassende Betrachtung der zentralen Motive und der individuellen Studienmotivation von Andreas.

4.4. Typenbildung: Vergleich der beiden Probanden zur Identifikation biografischer Typen und übergreifender Muster in der Bewältigung von Orientierungslosigkeit nach dem Abitur.

Schlüsselwörter

Studienwahl, Sinnsuche, Alltagswelt, Soziale Konstruktion, Narrative Interviews, Habitus, Bildungsbiografie, Sozialwissenschaften, Soziale Arbeit, Orientierungslosigkeit, Fremdverstehen, Rekonstruktive Sozialforschung, Biografieforschung, Kontingenzproblem, Akademikerkind

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Studierende der Sozialwissenschaften und der Sozialen Arbeit zu ihrer Fächerwahl gelangen und welche Rolle dabei die soziale Konstruktion von Wirklichkeit und individuelle Sinnsuche spielen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit verknüpft biografieanalytische Forschung mit soziologischen Theorien über die Alltagswelt, die Rolle der Familie bei der Studienwahl und den Umgang mit Entscheidungssituationen nach dem Abitur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, mittels narrativer Interviews die individuellen Motivlagen der Probanden freizulegen und zu verstehen, wie sie ihre Lebensentscheidungen, insbesondere den Übergang zum Studium, vor sich selbst und in ihrem sozialen Kontext begründen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin wendet Ansätze der rekonstruktiven Sozialforschung nach Ralf Bohnsack an, insbesondere das narrative Interview sowie die formulierende und reflektierende Interpretation von Interviewtexten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zur Entstehung von Alltagswelt und Sinnsuche sowie die konkrete Auswertung und Analyse von vier Interviews mit Studierenden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär mit Begriffen wie Studienwahl, Biografieforschung, soziale Konstruktion von Wirklichkeit, Habitus und Orientierungslosigkeit beschreiben.

Wie unterscheidet sich der Umgang der beiden Probanden mit ihrer Studienwahl?

Michael aus dem Akademikerhaushalt agiert im Rahmen einer 'stillen Übereinkunft' mit seinem Elternhaus, während Andreas aus dem Arbeiterhaushalt seine Wahl stärker durch eine explizite marxistische Ideologie und die bewusste Abgrenzung von der kapitalistischen Erwerbsarbeit begründet.

Welchen Einfluss hat die soziale Herkunft laut der Analyse?

Die Herkunft beeinflusst, wie sicher sich die Studierenden bei ihren Entscheidungen fühlen und wie sie ihre 'Bürde der Entscheidung' abmildern: Das Akademikerkind wirkt freier, während das Kind aus dem Arbeiterhaushalt stärker auf klare Zielvorgaben oder eine explizite Weltanschauung angewiesen scheint.

Warum wird das narrative Interview als Methode kritisch hinterfragt?

Die Autorin reflektiert kritisch, dass die Interviewer teilweise dieselben Horizonte wie die Probanden teilen, was die notwendige Distanz zur Erkennung der 'Unterschiede zum Relevanzsystem' erschwert.

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Résumé des informations

Titre
Orientierungslosigkeit und Studienwahl. Eine methodische Untersuchung
Université
University of Siegen
Cours
Methoden der Sozialwissenschaften
Note
1,3
Auteur
Stefan Rose (Auteur)
Année de publication
2016
Pages
22
N° de catalogue
V376937
ISBN (ebook)
9783668548398
ISBN (Livre)
9783668548404
Langue
allemand
mots-clé
Soziologie Sozialwissenschaften Qualitative Methoden
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Stefan Rose (Auteur), 2016, Orientierungslosigkeit und Studienwahl. Eine methodische Untersuchung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376937
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Extrait de  22  pages
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