Diese Bachelorarbeit beschäftigt sich mit folgenden Forschungsfragen: Welche Auswirkungen hat die verhaltensorientierte Finanzmarkttheorie auf Investmententscheidungen und welche Bedeutung hat sie in der Praxis?
Zur Bearbeitung dieser Fragen wird die Erklärung der Behavioral-Finance-Theorie, das Aufzeigen unterschiedliche Modelle und die Bedeutung dieser in der Praxis zum Ziel gesetzt. Durch die Erarbeitung der wichtigsten Verzerrungen oder Anomalien und ihren spezifischen Eigenschaften wird ein Gesamtbild der Auswirkungen dieser auf Entscheidungen entwickelt. Aufgrund dieses Gerüstes können dann die verschiedensten Modelle näher erörtert und die Theorien bestätigt werden. Im letzten Schritt wird dann die Bedeutung von Behavioral Finance in der Praxis behandelt. Behavioral Finance Funds werden vorgestellt, ebenso wie deren Entwicklung in der Vergangenheit, um deren Performance im Vergleich zur klassischen Finanzmarkttheorie zu erkennen.
Die klassische Finanzmarkttheorie geht von einem Homo Oeconomicus aus, dem rational denkenden und gewinnmaximierenden Menschen. Jedoch wird dieser bereits seit den frühen 2000ern stark in Frage gestellt und kann als nicht mehr wirklich gültig betrachtet werden. Grund dafür ist das Auftreten von Verzerrungen in den Entscheidungsfindungen der Anleger und Anlegerinnen am Kapitalmarkt, die nicht mehr rational erklärbar sind. Sie werden von Gefühlen und persönlichen Beweggründen geleitet, wodurch sie in der Informationsverarbeitung und der daraus folgenden Entscheidung getäuscht werden. Die Behavioral-Finance-Theorie oder verhaltensorientierte Finanzmarkttheorie möchte nun genau dieses Problem erörtern und Modelle für praktische Entscheidungen der Investoren und Investorinnen finden. Die bekanntesten Modelle sind die Prospect Theory und die Behavioral Portfolio Theory. Sie entwickelten anhand unterschiedlichster Heuristiken, welche in dieser Bachelorarbeit näher erläutert werden, Entscheidungsmodelle, die bei der Informationsaufnahme und –verarbeitung angewendet werden können. Heuristiken sind Verzerrungen im rationalen Handeln, so werden beispielsweise Entscheidungen durch Gefühle und Stimmungen beeinflusst.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Ausgangssituation und Problemstellung
- Zielsetzung und Fragestellungen
- Methodische Vorgehensweise
- Aufbau der Arbeit
- Neoklassische Kapitalmarkttheorie
- Grundlagen
- Homo Oeconomicus
- Verhaltensorientierte Finanzmarkttheorie
- Grundlagen
- Heuristiken
- Heuristiken während der Informationswahrnehmung
- Verfügbarkeitsheuristik
- Selektive Wahrnehmung
- Darstellungseffekt
- Herdenverhalten
- Heuristiken während der Informationsverarbeitung
- Verankerung
- Repräsentativität
- Ambiguitätsaversion
- Mentale Buchführung
- Selbstüberschätzung
- Heuristiken während der Investitionsentscheidung
- Selektive Entscheidung
- Selbstattribution
- Besitztumseffekt
- Dispositionseffekt
- Reueaversion
- Modelle der verhaltensorientierten Finanzmarkttheorie
- Prospect Theory
- Investor-Sentiment-Modell
- Investor-Psychology-Modell
- Hong/Stein-Modell
- Behavioral Portfolio Theory
- Auswirkungen der verhaltensorientierten Finanzmarkttheorie in der Praxis
- Auswirkungen
- Behavioral Finance Funds
- Die Kritik an der klassischen Finanzmarkttheorie und die Einführung der verhaltensorientierten Finanzmarkttheorie
- Die Rolle von Heuristiken und psychologischen Verzerrungen bei der Informationswahrnehmung, -verarbeitung und -entscheidung
- Die Vorstellung relevanter Modelle der verhaltensorientierten Finanzmarkttheorie wie der Prospect Theory und der Behavioral Portfolio Theory
- Die Analyse der Auswirkungen der verhaltensorientierten Finanzmarkttheorie auf die Praxis, insbesondere auf die Entwicklung von Behavioral Finance Funds
- Die Bedeutung der verhaltensorientierten Finanzmarkttheorie im Kontext der jüngsten Finanzkrise
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Bachelorarbeit befasst sich mit den Auswirkungen der verhaltensorientierten Finanzmarkttheorie auf Investmententscheidungen am Kapitalmarkt. Sie untersucht die Grenzen der klassischen Finanzmarkttheorie, die auf dem Modell des Homo Oeconomicus basiert, und beleuchtet die Rolle von psychologischen Faktoren und Heuristiken bei Anlageentscheidungen.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Ausgangssituation und die Problemstellung der Arbeit dar. Sie beleuchtet die Kritik an der klassischen Finanzmarkttheorie und die wachsende Bedeutung der verhaltensorientierten Finanzmarkttheorie.
Kapitel 2 behandelt die neoklassische Kapitalmarkttheorie, ihre Grundprinzipien und das Modell des Homo Oeconomicus.
Kapitel 3 beschäftigt sich mit der verhaltensorientierten Finanzmarkttheorie. Es werden die Grundlagen der Theorie erläutert und verschiedene Heuristiken vorgestellt, die zu Verzerrungen in den Anlageentscheidungen führen.
Kapitel 4 stellt wichtige Modelle der verhaltensorientierten Finanzmarkttheorie vor, darunter die Prospect Theory, das Investor-Sentiment-Modell, das Investor-Psychology-Modell, das Hong/Stein-Modell und die Behavioral Portfolio Theory.
Kapitel 5 untersucht die Auswirkungen der verhaltensorientierten Finanzmarkttheorie auf die Praxis, insbesondere auf die Entwicklung von Behavioral Finance Funds.
Schlüsselwörter
Verhaltensorientierte Finanzmarkttheorie, Behavioral Finance, Homo Oeconomicus, Heuristiken, Prospect Theory, Behavioral Portfolio Theory, Investor-Sentiment, Investor-Psychology, Finanzkrise, Behavioral Finance Funds.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die verhaltensorientierte Finanzmarkttheorie (Behavioral Finance)?
Behavioral Finance untersucht, wie psychologische Faktoren und irrationale Verhaltensweisen die Entscheidungen von Anlegern und somit die Kapitalmärkte beeinflussen.
Wie unterscheidet sich der realen Anleger vom „Homo Oeconomicus“?
Während der Homo Oeconomicus rein rational und gewinnmaximierend handelt, werden reale Anleger oft von Emotionen, Vorurteilen und Heuristiken geleitet.
Was besagt die Prospect Theory?
Die Prospect Theory erklärt, dass Menschen Verluste stärker gewichten als Gewinne und Entscheidungen basierend auf relativen Veränderungen statt absoluten Endzuständen treffen.
Was sind Heuristiken bei Investmententscheidungen?
Heuristiken sind mentale Abkürzungen oder Faustregeln (z. B. Verfügbarkeitsheuristik oder Herdenverhalten), die zu systematischen Fehlentscheidungen führen können.
Was versteht man unter dem Dispositionseffekt?
Dies ist die Tendenz von Anlegern, gewinnbringende Aktien zu früh zu verkaufen und verlustbringende Aktien zu lange im Portfolio zu behalten.
- Quote paper
- Christian Pany (Author), 2015, Die Auswirkungen der verhaltensorientierten Finanzmarkttheorie auf Investmententscheidungen am Kapitalmarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377423