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Die Potsdamer Garnisonkirche im Politikunterricht. Außerschulischer Lernort, Kristallisationspunkt außerschulischen Lernens und Erinnerungsort

Title: Die Potsdamer Garnisonkirche im Politikunterricht. Außerschulischer Lernort, Kristallisationspunkt außerschulischen Lernens und Erinnerungsort

Term Paper , 2015 , 17 Pages

Autor:in: Steffen Brumme (Author)

Didactics - History
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Diese Arbeit beginnt mit einem kursorischen Überblick über den erziehungswissenschaftlichen und fachdidaktischen Diskurs über das Lernen an außerschulischen (politischen) Lernorten. Anschließend werden die Funktionen der Garnisonkirche im Rahmen von außerschulischen Lernen problematisiert. Danach werden die didaktischen Potentiale der Garnisonkirche für historisch-politisches Lernen aufgezeigt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Anknüpfungspunkte für historisch-politische Bildung

2.1. Die Garnisonkirche – steinerne Verschmelzung von Religion, Politik und Militär

2.2. Der „Tag von Potsdam“ – Geschichtspolitik und Propaganda

2.3. Henning von Tresckow – Die Garnisonkirche und der militärische Widerstand

2.4. Die Debatte um den Wiederaufbau – Ein Stadt im Streit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die Eignung der Potsdamer Garnisonkirche als außerschulischen Lernort im Politikunterricht. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Gebäude trotz seiner Zerstörung im Jahr 1968 als Kristallisationspunkt für historisch-politisches Lernen, Erinnerungskultur und aktuelle gesellschaftliche Debatten fungieren kann, um Schülerinnen und Schülern einen handlungs- und problemlösungsorientierten Zugang zu komplexen politischen Themen zu ermöglichen.

  • Methodische Grundlagen außerschulischen Lernens in der politischen Bildung
  • Die Garnisonkirche als historischer Ort und Symbol der preußisch-deutschen Geschichte
  • Analyse von Geschichtspolitik und Propaganda am Beispiel des „Tages von Potsdam“
  • Der militärische Widerstand und die ambivalente Rolle der Garnisonkirche
  • Didaktische Potenziale der aktuellen Wiederaufbau-Debatte für den Politikunterricht

Auszug aus dem Buch

Die Garnisonkirche – steinerne Verschmelzung von Religion, Politik und Militär

Die Architektur und Nutzung der Potsdamer Garnisonkirche bieten ein hohes Maß an Lernchancen für die politische Bildung. Anhand dieser können sich Schülerinnen und Schüler die politischen Machtverhältnisse und soziale Strukturen der preußischen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts erschließen.

Die Hof- und Garnisonkirche wurde als ‚immediate Militärstiftung‘ gegründet und fiel daher nicht wie üblich unter die Kontrolle eines landeskirchlichen Kollegiums, sondern unterstand der direkten Verfügung von König Friedrich Wilhelm I. und seinen Nachfolgern. Das Herrschaftsverständnis des „Soldatenkönigs“ kommt in diesem Bau in doppelter Hinsicht zum Vorschein. Zum einen kann man darin die verstärkte Zentralisierung und Konzentration der Herrschaft auf die Person des Monarchen sowie eine Umwertung des Rangverhältnisses zwischen Zivilem und Militärischem zugunsten des Zweiten ablesen. Anhand der Entwicklung der Gemeinde, die 1811 mit etwa 12000 Gemeindemitglieder größer als alle anderen Potsdamer Gemeinden zusammengenommen war, lässt sich die enorme Vergrößerung des preußischen Heeres sowie deren Auswirkung auf die Garnisonstadt Potsdam nachvollziehen.

Darüber hinaus zeigen die rigide Kirchenordnung und die hohen Erwartungen des Königs an die Militärprediger hinsichtlich der Moral und Ordnung der Truppen eine Instrumentalisierung der Religion für die Interessen des preußischen Staates. Diese Indienstnahme der Religion fand sich in der architektonischen Innen- und Außengestaltung der Kirche wieder. Von außen war die Kirche geschmückt mit steinernen Rüstungen, Kanonen und Trommeln. Die Marmorkanzel im Inneren war mit allerlei militärischen Zutaten drapiert: Ritterrüstungen, Fahnen und Waffen. Der Weg zum Gottesdienst führte die Besucher an mythologischen Figuren wie Mars, Herkules und dem Feuergott Vulkan vorbei, die allesamt als Sinnbilder für Kriegs- und Soldatentugenden standen. Die Spitze des Kirchenturmes schmückte eine Wetterfahne, die u.a. aus dem Namenszug des Erbauers „FWR“ und dem preußischen Adler bestand. In einem fächerverbindenden Unterricht kann in Zusammenarbeit mit dem Kunstunterricht mithilfe der Methode der Architekturikonographie ein Verständnis für den Zusammenhang von Architektur und gesellschaftlichen Strukturen, kulturellen Sinnbezügen und politischen Machtverhältnissen aufgebaut bzw. vertieft werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung begründet das Desiderat nach mehr Lebensweltbezug im Politikunterricht und führt die Garnisonkirche als exemplarischen außerschulischen Lernort ein.

2. Anknüpfungspunkte für historisch-politische Bildung: Dieses Kapitel erläutert theoretische und praktische Ansätze, wie die Geschichte der Kirche für historisch-politisches Lernen genutzt werden kann.

2.1. Die Garnisonkirche – steinerne Verschmelzung von Religion, Politik und Militär: Das Kapitel analysiert die Architektur der Kirche als Instrument preußischer Machtpolitik und deren didaktisches Potenzial.

2.2. Der „Tag von Potsdam“ – Geschichtspolitik und Propaganda: Hier wird der Staatsakt von 1933 als Fallbeispiel für die Inszenierung von Geschichte und die Entlarvung historischer Mythen untersucht.

2.3. Henning von Tresckow – Die Garnisonkirche und der militärische Widerstand: Die Analyse der Biografie von Tresckow dient der Auseinandersetzung mit dem ambivalenten Charakter des militärischen Widerstands im Nationalsozialismus.

2.4. Die Debatte um den Wiederaufbau – Ein Stadt im Streit: Dieses Kapitel betrachtet die aktuelle, kontroverse Wiederaufbaudebatte als Chance für politisches Lernen über Pluralismus und Beteiligungsprozesse.

Schlüsselwörter

Garnisonkirche, Politische Bildung, Außerschulischer Lernort, Preußen, Geschichtspolitik, Tag von Potsdam, Propaganda, Nationalsozialismus, Militärischer Widerstand, Henning von Tresckow, Wiederaufbau, Erinnerungskultur, Partizipation, Politikunterricht, Historisches Lernen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die didaktischen Möglichkeiten, die die Potsdamer Garnisonkirche für den Politikunterricht bietet, insbesondere im Hinblick auf ihre verschiedenen Funktionen als historischer Ort, Erinnerungsort und aktueller Diskursraum.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Arbeit verknüpft politikdidaktische Theorie mit historischer Analyse, schwerpunktmäßig zu Themen wie preußischer Geschichte, nationalsozialistischer Propaganda, militärischem Widerstand und aktuellen stadtpolitischen Debatten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrerinnen und Lehrer die Garnisonkirche als außerschulischen Lernort nutzen können, um bei Schülerinnen und Schülern ein tieferes Verständnis für politisch relevante Prozesse und eine verbesserte politische Urteilsfähigkeit zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine fachdidaktische Diskursanalyse, die durch die Methode der Architekturikonographie ergänzt wird, um politische Machtstrukturen und deren Symbolik zu erschließen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden vier zentrale Anknüpfungspunkte analysiert: die architektonische Verschmelzung von Religion und Militär, die Propaganda am „Tag von Potsdam“, die ambivalente Haltung von Henning von Tresckow und die aktuelle Debatte um den Wiederaufbau der Kirche.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind neben der Garnisonkirche selbst: politische Bildung, Geschichtspolitik, Erinnerungskultur, außerschulische Lernorte und die Förderung politischer Urteilsfähigkeit.

Inwiefern beeinflusst der bauliche Zustand der Kirche das pädagogische Konzept?

Da die Kirche seit 1968 nicht mehr existiert, ist ein klassischer Vor-Ort-Besuch im Sinne einer authentischen Aura nicht möglich; stattdessen fungiert der Ort als Erinnerungsraum, was didaktisch die Auseinandersetzung mit Rekonstruktion und historischer Erinnerung verstärkt.

Warum spielt die Person Henning von Tresckow eine so zentrale Rolle für die Analyse?

Tresckow dient als Fallbeispiel, um Schülern den oft widersprüchlichen Weg von einem Mitläufer des Nationalsozialismus zum entschlossenen Widerstandskämpfer innerhalb der preußischen Eliten zu verdeutlichen.

Welche unterschiedlichen Akteure werden bei der Wiederaufbaudebatte beleuchtet?

Die Arbeit stellt insbesondere die Perspektive der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel bzw. der Stiftung Garnisonkirche der kritischen Position der Bürgerinitiative „Für ein Potsdam ohne Garnisonkirche“ gegenüber.

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Details

Title
Die Potsdamer Garnisonkirche im Politikunterricht. Außerschulischer Lernort, Kristallisationspunkt außerschulischen Lernens und Erinnerungsort
Author
Steffen Brumme (Author)
Publication Year
2015
Pages
17
Catalog Number
V377666
ISBN (eBook)
9783668562721
ISBN (Book)
9783668562738
Language
German
Tags
potsdamer garnisonkirche politikunterricht außerschulischer lernort kristallisationspunkt lernens erinnerungsort
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Steffen Brumme (Author), 2015, Die Potsdamer Garnisonkirche im Politikunterricht. Außerschulischer Lernort, Kristallisationspunkt außerschulischen Lernens und Erinnerungsort, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377666
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