Metaphorik der englischen Börsensprache

Eine korpusgestützte Analyse zur kognitiven Metapherntheorie von Lakoff und Johnson


Examensarbeit, 2008
136 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Vorwort
1.1 Metaphernverständnis im Wandel
1.2 Life metaphors - who lives by them?

2 Zielsetzung und Aufbau dieser Arbeit

3 Die Metapher, bevor sie unser Leben bestimmte
3.1 Substitutions-/Vergleichstheorie
3.2 Interaktionstheorie
3.2.1 Die Fundamente der Theorie bei I.A. Richards
3.2.2 Ausbau durch Max Black
3.3 Vorläufer einer kognitiven Theorie

4 Die kognitive Theorie nach Lakoff und Johnson
4.1 Philosophische und psychologische Grundlagen
4.1.1 Objektivismus
4.1.2 Erfahrungsrealismus
4.1.2.1 Grundlagen
4.1.2.2 Der Gestaltbegriff
4.1.2.3 Der Begriff der image schemata von Mark Johnson
4.1.2.4 Der Begriff Idealized Cognitive Model (ICM) von George Lakoff
4.2 Die kognitive Charakterisierung der Metapher
4.3 Highlighting and Hiding
4.4 Das Invarianzprinzip
4.5 Unidirektionalität
4.6 Entailment relations und zwischenmetaphorische Kohärenz
4.7 Typologie
4.7.1 Strukturmetaphern
4.7.2 Orientierungsmetaphern
4.7.3 Ontologische Metaphern
4.7.4 Kritische Würdigung dieser Typologie
4.8 Metapherneuschöpfungen
4.9 Lebensmetaphern

5 Methodologische Überlegungen zur Korpusanalyse
5.1 Zum der Untersuchung zugrunde gelegten Verständnis der konventionellen Metapher
5.2 Zum Korpus
5.3 Zur Untersuchung

6 Korpusanalyse
6.1 Die Orientierungsmetapher der vertikalen Bewegung
6.2 Die Personifizierung
6.3 Der Ursprungsbereich des Kampfes
6.4 Die ontologische Behältermetaphorik
6.5 Der Ursprungsbereich des Sportes

7 Sind Börsenmetaphern Lebensmetaphern? - Der Vergleich mit den Ergebnissen von Axel Hübler
7.1 Die Kriterien der Kohärenz, Konventionalität und fundamentalen Erfahrung
7.2 Das Kriterium des handlungsstrukturierenden Potentials

8 Zusammenfassung

9 Anhang 1: Anzahl der unterschiedlichen Realisierungsarten jeder konzeptuellen Metapher
10 Anhang 2: Durchschnittliche Häufigkeit jeder Realisierungsart der einzelnen konzeptuellen Metaphern
11 Anhang 3: Welche Wortarten realisieren die verschiedenen konzeptuellen Metaphern?
12 Anhang 4: Beispielspiegel zu Anhang
13 Anhang 5: Kombinationen der Personifizierung - Beispielspiegel
14 Anhang 6: Suchergebnisse des BNC für blue chip und blue chips
15 Anhang 7: Das Korpus

16 Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: ICM (in Anlehnung an L/J 1980b, 205)

Abbildung 2: Folk models (in Anlehnung an L/J 1980b, 205)

Abbildung 3: Tote Metaphern (in Anlehnung an Searle 1979, 122)

Abbildung 4: Häufigkeitsverteilung konventioneller Metaphern nach deren source domains

1 Vorwort

1980 wurde eine Theorie präsentiert, die die Rolle, die der Metapher in unserer Sprache zugeschrieben wird, grundlegend veränderte. Die Kernaussage dieser von George Lakoff und Mark Johnson erarbeiteten Position besagt, dass Metaphern ihren Ursprung in unserem Denken haben und dieses somit großteils metaphorisch strukturiert ist. Mit dieser Feststellung kommt der Metapher freilich eine ungleich wichtigere Bedeutung zu, als nur die eines oberflächlichen Stilmittels: Sie ist wichtiger Bestandteil alltäglicher Kommunikation. Aus dieser Alltäglichkeit erwächst das wichtigste Postulat der kognitiven Metapherntheorie von Lakoff und Johnson. Es behauptet, dass Metaphern nicht nur unsere Sprache, sondern ebenso unser Denken und deshalb auch unser Handeln beeinflussen.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Metaphern genau unter diesen Vorzeichen. Ihr Ziel ist es, das eben vorgestellte Postulat empirisch zu überprüfen. Hierfür wird die kognitive Theorie auf authentisches Sprachmaterial angewandt, welches exemplarisch einem Teilbereich der Alltagssprache entnommen wurde: der Börsensprache. Anhand der Analyse des zusammengetragenen Textkorpus aus diesem Bereich wird beurteilt werden, ob die Metaphern der englischen Börsensprache wirklich das sind, was Lakoff und Johnson mit dem Titel ihres revolutionären Buches von 1980 behaupten: Metaphors We Live By ‚Metaphern, nach denen wir leben’.

1.1 Metaphernverständnis im Wandel

Begonnen werden soll vorab mit einer simpel scheinenden Frage: Was ist eigentlich eine Metapher?

Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, liegt es nahe, zunächst einmal das Oxford English Dictionary (OED) zu konsultieren: “A figure of speech in which a name or descriptive word or phrase is transferred to an object or action different from, but analogous to, that to which it is literally applicable” (s.v.). Auf den ersten Blick scheint hier eine treffende Definition angeboten zu werden, die auch weitgehend dem allgemeinen, ‚landläufigen’ Verständnis einer Metapher entspricht. Wendet man sich in einem zweiten Schritt den verschiedenen Theorien zu, die sich mit Metaphern beschäftigen, sind zwei Dinge besonders auffallend: Zum Einen haben sich seit der Antike ausnehmend viele Personen, darunter einige der größten Denker der Geschichte1, immer wieder mit dem Phänomen der Metapher beschäftigt. Die zweite Auffälligkeit besteht darin, wie unterschiedlich die Ergebnisse und Theoriemodelle sind, zu denen diese Beschäftigung geführt hat2 (vgl. hierzu Baldauf 1997, 13). Diese beiden Tatsachen lassen denjenigen, der Antwort auf die eingangs gestellte Frage sucht, erahnen, dass diese schwieriger zu finden sein wird, als zunächst angenommen. Die Vielfalt und die große Anzahl von Beiträgen zu dem Thema erschweren eine genaue Begriffsbestimmung in der Tat erheblich (Baldauf 1997, 13) und machen eine kurze, prägnante Definition, wie sie das OED in seinem Dreizeiler versucht, geradezu unmöglich.

Ein wichtiger Grund, warum sich der Begriff der Metapher als so schwer greifbar erweist, ist der, dass die Forschung lange Zeit von einem falschen bzw. unvollständigen Verständnis der Metapher dominiert wurde (vgl. Frieling 1996, 23). Von der Antike bis in das Jahr 19363 wurde die Metapher fast ausschließlich als rein sprachliches Phänomen betrachtet, das mit der menschlichen Kognition nichts zu tun hat. Auch die oben zitierte Definition aus dem OED spiegelt diese Perspektive wieder: Die Metapher wird als „figure of speech“ (s.v.) bezeichnet. Der Ursprung dieser Auffassung liegt bei Aristoteles, nach welchem die Metapher die „Übertragung eines Wortes“ (Aristoteles, 1982, Poetik, 1457a) ist. Eine metaphorische Äußerung wurde von ihm als im Grunde überflüssige Verzierung der gewöhnlichen, wörtlichen Sprache angesehen. Die Metapher war ein Stilmittel der Poeten und Redner, ein Kunstgriff, und wurde daher lange Zeit nicht als Teil alltäglicher Kommunikation erkannt. Im 20. Jahrhundert wurde die Metapher im Zuge des Neo-Positivismus gar als Gefahr für die Präzision und Ausdrucksfähigkeit einer Sprache gesehen, da sie eine klare Bedeutungsvermittlung erschwere (vgl. zu diesem Absatz Frieling 1996, 23-24). In diesem traditionellen Verständnis erhält die Metapher somit immer „den Status einer sprachlichen Anomalie oder Normabweichung“ (Baldauf 1997, 14), die, das sei hier nochmals angemerkt, nur auf linguistischer Ebene existiert. Die Forschung konzentrierte sich vor dem Hintergrund dieser als unumstößlich geltenden Annahme nahezu immer auf die rein sprachlichen Merkmale der Metapher und übersah dabei, dass diese in jedem Fall vor der Kognition des Sprechers zu sehen sind (vgl. hierzu Lakoff 1993, 202-203). So wurde Forschung lange mit Hilfe unzureichender Prämissen betrieben, was zur Folge hatte, dass die daraus entstandenen Theorien den Begriff nie völlig fassen konnten.

Ein tief greifender Paradigmenwechsel in der Forschung trug maßgeblich dazu bei, das eben skizzierte klassische Verständnis zu relativieren und der Metapher ihren Platz im Sprechen und Denken des Menschen zuzuweisen. Die Rede ist von der sog. „kognitiven Wende“ (Schwarz 1992, 12), die in den frühen 1960er Jahren im Bereich der Psychologie die Abkehr von behavioristischen Verhaltensmustern hin zur Erforschung von Kognitionsprozessen eingeläutet hat (Baldauf 1997, 30): Wie der Mensch denkt, rückte in den Fokus der Betrachtung. Was in der Psychologie begann, setzte sich auch in anderen Wissenschaftsdisziplinen fort und begründete schließlich Mitte der 1970er Jahre den Bereich der Kognitionswissenschaft (Baldauf 1997, 29). Das Ziel dieser inzwischen gereiften Disziplin ist, kurz gesagt, zu erklären, wie unser ‚Geist’ arbeitet. Hierfür ist eine stark interdisziplinär angelegte Forschung nötig. Neben Ergebnissen aus der Psychologie, Anthropologie und den Neurowissenschaften sind Erkenntnisse aus der Linguistik unerlässlich, um das gesteckte Ziel zu erreichen (Frieling 1996, 19). Dieser sprachwissenschaftliche Teil der Ergebnisse kommt vornehmlich aus der kognitiven Linguistik, die sich als Subdisziplin der Kognitionswissenschaft versteht (Baldauf 1997, 29) und somit die Verbindung von Sprache und mentalen Strukturen zu ihrem Untersuchungsgegenstand gemacht hat.

Genau dieser kognitiven Linguistik ist die wohl bedeutendste moderne Metapherntheorie zuzuordnen, die das klassische Verständnis in all ihren Annahmen negiert: Die kognitive Theorie, die 1980 von Lakoff und Johnson aufgestellt wurde. Alle vorangegangenen Ansätze beschäftigten sich fast ausschließlich mit poetischen bzw. eindeutig erkennbar aus der sprachlichen Umgebung hervortretenden Metaphern, da ja von einem Phänomen ausgegangen worden war, das nur auf sprachlicher Ebene vorhanden ist (Baldauf 1997, 15). Dass es Metaphern gibt, die Menschen im Alltag benutzen, und zwar während diese sich perfekt in den Sprachfluss einpassen und somit nicht mehr auf Anhieb als Metaphern zu erkennen sind, wurde nicht beachtet. Die Existenz solcher konventionellen Metaphern4 ist allerdings von höchster Bedeutung, da sie impliziert, was Lakoff und Johnson als erste laut ausgesprochen haben: „[M]etaphor is not just a matter of language, that is, of mere words. We shall argue that, on the contrary, human thought processes are largely metaphorical.“ (L/J 1980a, 6). Genauer gesagt: Unser Denken, d.h. die mentalen Konzepte5, in denen wir unsere Umwelt begreifen, sind zu einem großen Teil metaphorisch organisiert. Die Metapher dient uns sozusagen als kognitives Werkzeug, um schwer zu fassende Begriffe mit Hilfe einfacherer und besser bekannter Konzepte zu erfassen (vgl. L/J 1980a, 105). Wie Lakoff und Johnson es formulieren: „The essence of metaphor is understanding and experiencing one kind of thing in terms of another.“ (1980a, 5). Metaphorisches Verstehen vollzieht sich durch das mapping, also die ‚Übertragung’, von Eigenschaften einer source domain ‚Ursprungsbereich’ auf die target domain ‚Zielbereich’ (Lakoff 1993, 206-207). Diese Organisationsstruktur manifestiert sich durch konventionelle Metaphern in unserer Sprache6. Ein Beispiel mag dies verdeutlichen: Nach Lakoff und Johnson gibt es eine konzeptuelle Metapher TIME IS MONEY7 (1980a, 7-9). Das abstrakte, schwer fassbare Konzept der Zeit wird mit Hilfe des konkreteren Konzeptes ‚Geld’ verstanden. Es kommt zu sprachlichen Äußerungen wie You ’ re wasting my time oder How do you spend your time these days? (aus L/J 1980a, 7-8). Wie man bei genauer Betrachtung erkennt, werden hier eindeutig Metaphern verwendet. Diese werden in der alltäglichen Kommunikationssituation allerdings nicht mehr als solche wahrgenommen. Man benutzt sie ganz selbstverständlich.

Die genauen Zusammenhänge der Theorie werden im vierten Kapitel dieser Arbeit detailliert behandelt. Ich möchte an dieser Stelle aber dennoch auf eine Implikation des gerade dargelegten Grundgerüsts der kognitiven Theorie eingehen, da diese für die vorliegende Arbeit von großer Bedeutung ist.

Der Umstand, dass unser mentales System großteils metaphorisch strukturiert ist, hat zur Folge, dass wir konventionelle Metaphern nicht einfach ‚benutzen’ und dann wieder vergessen können. Wir denken in diesen Metaphern und das bedeutet, dass sie einen nicht zu unterschätzenden Einfluss darauf haben, wie wir unsere Umwelt sehen und was wir in ihr als wahr erkennen: „We live our lives on the basis of inferences we derive via metaphor.“ (L/J 2003, 273). Metaphern sind aber nie ein genaues Abbild der Wirklichkeit, sondern betonen einige der realen Aspekte, während sie andere eher verdecken (L/J 1980a, 10-13). So kann eine Metapher bis zu einem gewissen Grad die Bedeutung eines Konzeptes wie z.B. ‚ time ’ beeinflussen. In TIME IS MONEY wird die Eigenschaft der Knappheit des Geldes auf die Zeit übertragen. Würde uns jemand, dem die TIME IS MONEY Metapher unbekannt ist, fragen, ob Zeit eine knappe Ressource ist, würden wir das sicher bejahen. Die Tatsache, dass Zeit nicht knapp sein kann, da sie nicht materiell vorhanden, sondern ein Abstraktum ist, wird dabei vernachlässigt. Diese Antwort gründet sich, wie wir gesehen haben, auf eine Metapher. Was

wir also in unserem täglichen Leben als wahr empfinden, hängt von unseren metaphorischen Konzepten ab. Metaphern sind „a principal vehicle of understanding“ (L/J 1980a, 160). Da wir Entscheidungen auf der Basis dessen treffen, was wir als wahr erachten, beeinflussen konzeptuelle Metaphern also nicht nur maßgeblich, was wir denken, sondern auch was wir tun (L/J 1980a, 159-160). Aus dieser Erkenntnis ist ein sehr treffender Begriff für diese konzeptuellen Metaphern entstanden: Lebensmetapher bzw. „life metaphor“ (Hübler 1989, 13).

1.2 Life metaphors - who lives by them?

Axel Hübler hat sich in seiner Untersuchung On metaphors related to the stock market: Who lives by them? aus dem Jahr 1989 mit dem Begriff der Lebensmetapher beschäftigt. Mit Hilfe eines völlig anderen methodologischen Ansatzes, als dem, den Lakoff und Johnson gewählt haben, hat er untersucht, ob deren Theorie für authentisches Sprachmaterial Gültigkeit hat. Dabei geht es ihm nicht darum, zu beweisen, dass es konventionelle Metaphern gibt, sondern darum, zu überprüfen, ob sie die von Lakoff und Johnson behaupteten Eigenschaften besitzen, sprich: Metaphern sind, die unser Denken und Handeln beeinflussen können (Hübler 1989, 1- 2).

Zu diesem Zweck führt Hübler eine Korpusanalyse durch und entwickelt aus dem gewonnenen Material seine Ergebnisse. Diese Herangehensweise ist gerade vor dem Hintergrund der Tatsache, dass Metaphors We Live By bedauerlicherweise aus einer durchgehend intuitiven Perspektive geschrieben ist, besonders wichtig. Es finden sich bei Lakoff und Johnson keinerlei Angaben über die Herkunft des Sprachmaterials, aus dem ihre Schlussfolgerungen gezogen werden. Daraus lässt sich schließen, dass sie sich in dieser Hinsicht lediglich auf ihr eigenes, subjektives Sprachgefühl verlassen. Diese Vorgehensweise ist zu Recht häufig kritisiert worden (vgl. hierzu etwa Jäkel 1997, 144-145 und Baldauf 1997, 93), weshalb es für Beiträge, die sich mit konzeptuellen Metaphern beschäftigen umso wichtiger ist, auf eine sorgfältig ausgewertete Datengrundlage gestellt zu werden.

Zu Beginn seines Aufsatzes charakterisiert Hübler die Metaphern, die laut kognitiver Metapherntheorie „a central role in defining our everyday reality“ (Hübler 1989, 1) spielen mit vier Eigenschaften, die sich mit wichtigen Basiserkenntnissen von Lakoff und Johnson decken:

a) Sie sind kohärent, d.h. sie weisen Verbindungselemente auf. Diese Schnittstellen zeigen sich auch in ihren sprachlichen Realisierungen. Mit diesem Kriterium und dessen Relevanz für die vorliegende Arbeit werden wir uns in Kapitel 4.6 noch genauer beschäftigen.

b) Sie sind konventionell, d.h. sie zeigen sich wiederholt in unserer Alltagssprache.

c) Sie haben ihren Ursprung in fundamentalen Erfahrungen unseres Lebens. Diese Erfahrungen können je nach Kulturkreis differieren und somit sind konzeptuelle Metaphern einem kulturellen Relativismus unterworfen.

d) Sie strukturieren zumindest teilweise menschliches Handeln, Denken und Sprechen in oder über deren Zielbereiche (vgl. Hübler 1989, 1).8

Diese Eigenschaften werden als Kriterien gesehen, die die untersuchten Metaphern alle erfüllen müssen, um als Lebensmetaphern zu gelten (Hübler 1989, 2). Mit Hilfe des gesammelten, empirischen Materials wird dies überprüft.

Das Textkorpus von Hübler umfasst 45 Börsenberichte9 aus namhaften Zeitschriften (Financial Times und Time Magazine) (Hübler 1989, 2), die sich alle auf ein bestimmtes Ereignis, nämlich den großen Crash von 1987, beziehen. Die darin vorkommenden Metaphern wurden nach ihren Ursprungsbereichen geordnet und in seinem Beitrag konzentriert sich Hübler schließlich auf diejenigen, deren source domains am häufigsten in dem Korpus zu finden waren: ‚Naturkatastrophen’, ‚Feind’ bzw. ‚aggressives Verhalten’ und auf Personifizierungen (Hübler 1989, 3-4). Folgende Ergebnisse können festgehalten werden (vgl. zu den folgenden Ausführungen Hübler 1989, 9-14):

Das Kriterium der Kohärenz sieht Hübler als erfüllt. Ihm nach können Naturkatastrophen aufgrund der Erfahrung, die Menschen seit jeher mit ihnen gemacht haben, leicht als aggressiver Feind interpretiert werden. Ein Feind, wie auch eine Naturkatastrophe, fordern Opfer und als diese Opfer würden Börsenkurse und Märkte oft personalisiert. Da der Bereich ‚Naturkatastrophen’ am Anfang dieser Kette stehe, würden sich alle untersuchten, konventionellen Metaphern letztlich darauf beziehen und wären somit kohärent.

Auch die Konventionalität als zweites Kriterium sei als unproblematisch zu betrachten, da dieses sich empirisch durch eine gewisse Wiederholungsrate nachweisen lasse, die bei den herangezogenen Metaphern gegeben sei.

Ebenfalls ist laut Hübler die dritte Bedingung, die Fundamentalität der den Ursprungsbereichen zugrunde liegenden Erfahrungen, als erfüllt zu betrachten, da sowohl Naturkatastrophen als auch Aggressivität den menschlichen Erfahrungsschatz in grundlegender Weise prägen.

Bleibt zu klären, ob die Metaphern auch das ihnen unterstellte, handlungsbeeinflussende Potential besitzen. Hübler kommt zu dem Schluss, dass konzeptuellen Metaphern eine solche Rolle nur in den Konzepten der „little people“ (Smith 1968, 197; zitiert nach Hübler 1989, 12) zukomme. Darunter werden die Leute verstanden, die keinen direkten Zugang zu den Vorgängen an der Börse haben und denen das Insider- und evtl. auch das Fachwissen fehlt, um diese Prozesse ohne ‚metaphorische Hilfe’ begreifen zu können. Für die Insider, die letztlich ja die Informationen für Zeitungsartikel liefern und für die auf Börsenberichterstattung spezialisierten Journalisten, die die untersuchten Metaphern verwenden, sind letztere nach Hübler keine Lebensmetaphern, da das vierte Kriterium nicht erfüllt sei.

Hübler sieht seine Resultate mit einer gewissen Vorsicht und merkt zum Schluss seines Aufsatzes an, dass weitergehende Untersuchungen notwendig seien, die zu denselben Ergebnissen kommen, bevor man diese gesichert vertreten könne (Hübler 1989, 13-14).

2 Zielsetzung und Aufbau dieser Arbeit

Dieser Aufgabe möchte ich mich in der vorliegenden Arbeit annehmen, indem ich Hüblers Ergebnisse als Arbeitshypothesen übernehme und diese mit Hilfe einer von mir durchgeführten Korpusanalyse überprüfe.

Um den entsprechenden theoretischen Verständnisrahmen für diesen praktischen Kern der Arbeit bereit zu stellen, werde ich in Kapitel 3 zunächst zwei der wichtigsten Theorien vor 1980 kurz beleuchten, um in Kapitel 4 die Theorie von Lakoff und Johnson, die eingangs schon kurz umrissen wurde, detailliert darzustellen.

Diesen theoretischen Ausführungen folgen in Kapitel 5 die methodologischen und definitorischen Vorüberlegungen zum für die Untersuchung verwendeten Korpus und zur Analysetechnik. Im darauf folgenden Kapitel 6 stelle ich die Untersuchung selbst sowie deren Ergebnisse vor und im siebten Kapitel werden letztere schließlich anhand der vier in Kapitel 1.2 vorgestellten Kriterien mit Hüblers Resultaten verglichen und diskutiert.

3 Die Metapher, bevor sie unser Leben bestimmte

Angesichts der Fülle an Vorgängerpositionen der kognitiven Theorie sei hier kurz angemerkt, warum ich gerade die aristotelische und die Interaktionstheorie ausgewählt habe, um sie in diesem Kapitel vorzustellen. Zunächst einmal sind sie die für die Historie der Metaphernforschung bedeutsamsten und daher auch bekanntesten Positionen. In der Tat muss jeder Beitrag, der sich heutzutage mit Metaphern beschäftigt, wenigstens kurz auf sie eingehen, wenn ein ansatzweise ganzheitliches Bild des Forschungsstandes vermittelt werden soll. Für uns von besonderem Interesse sind sie außerdem, weil sich in ihnen die schrittweise Hinwendung zum kognitiven Gehalt der Metapher in der Forschung besonders gut erkennen lässt. Die kognitive Theorie definiert sich außerdem teilweise in Abgrenzung zu ihnen, was die Kenntnis der im Folgenden behandelten Positionen unerlässlich macht, um die weitere Entwicklung zu verstehen.

3.1 Substitutions-/Vergleichstheorie

Die erste Theorie, die hier kurz beleuchtet werden soll, ist die Substitutions- und Vergleichstheorie. Sie entspricht dem, was eingangs als klassisches Verständnis der Metapher bezeichnet worden ist und hat ihren Ursprung bei Aristoteles10. Es wurde schon geschildert, dass dieser die Metapher als rein sprachliche Erscheinung betrachtete, die auf den Bereich der Rhetorik und Poesie beschränkt ist. Wie aber funktioniert nun dieses Stilmittel? Der erste, grundlegende Aspekt der Theorie, nämlich der Substitutionsaspekt, wird deutlich, wenn man Aristoteles’ Definition der Metapher näher betrachtet: „Eine Metapher ist eine Übertragung eines Wortes (das somit in uneigentlicher Bedeutung verwendet wird), und zwar entweder von der Gattung auf die Art oder von der Art auf die Gattung, oder von einer Art auf eine andere, oder nach den Regeln der Analogie.“ (Aristoteles, 1982, Poetik, 1457a). Eine Metapher ist demnach die Ersetzung (Substitution) eines Ausdrucks durch ein ‚uneigentliches’ Wort, das einem anderen Sinnbereich entnommen, also übertragen worden ist. Diese Übertragung kann, gemäß dem zweiten Halbsatz der Definition, in unterschiedliche Richtungen erfolgen (Jäkel 1997, 90). Aristoteles illustriert dies am Beispiel der Metapher des Lebensabends. Er sagt, da sich das Alter zum Leben verhält, wie der Abend zum Tag, könne man das Alter als Lebensabend und den Abend als Tagesalter bezeichnen (Aristoteles, 1982, Poetik, 1457b). Er vertritt also die Ansicht, es gäbe keine Unidirektionalität in der metaphorischen Übertragung.

Dem in der Metapher ersetzten Element wurde von Cicero der Name verbum proprium, also ‚eigentliches Wort’, gegeben. Die vorgenommene Substitution ist laut Aristoteles jederzeit rückgängig zu machen, indem man das ‚uneigentliche’ Wort wieder durch dieses verbum proprium ersetzt. Eine Paraphrase der Metapher sei dadurch jederzeit möglich, ohne den Sinn des metaphorischen Ausdrucks zu verändern (Jäkel 1997, 90-91).

Paraphrasiert werden könne die Metapher nicht nur durch den ihr zugrunde liegenden, wörtlichen Ausdruck, sondern auch durch einen äquivalenten wörtlichen Vergleich (Frieling 1996, 27). Hier kommt der zweite, nämlich der Vergleichsaspekt11 der Theorie zum Tragen. Eine Metapher beruht demnach auf objektiv feststellbaren Ähnlichkeiten12 des wörtlichen und des metaphorisch gebrauchten Elements, womit eine enge Verbindung zum Vergleich entsteht: Die Metapher wird als elliptisches Gleichnis, als Vergleich ohne Vergleichspartikel, gesehen (Frieling 1996, 27). Der Ausdruck Laura ist ein Schaf könnte demnach ohne Bedeutungsunterschied durch Laura ist wie ein Schaf ersetzt werden. Die objektive Ähnlichkeit, auch bezeichnet als tertium comparationis (Jäkel 1997, 92), wäre hier in der unterstellten, fehlenden Intelligenz beider Elemente der Metapher zu finden.

Es lassen sich einige schwerwiegende Kritikpunkte anführen. Zunächst einmal ist ein verbum proprium, das die gesamte Bedeutungsfülle einer Metapher abdeckt, oft nicht vorhanden und daher sind Metaphern in der Regel nicht auf eine einzige, wörtliche Bedeutung zurückzuführen, die den Sinn unverändert lässt (Jäkel 1997, 92-93). Wie soll man beispielsweise die Metapher der Computermaus durch einen adäquaten, wörtlichen Ausdruck ersetzen? Des Weiteren ist es höchst fraglich, ob die objektiv feststellbaren Ähnlichkeiten, auf denen Metaphern beruhen sollen, wirklich existieren. Ähnlichkeit ist vielmehr nur subjektiv wahrnehmbar, liegt also im Auge des Betrachters (Jäkel 1997, 93). Betrachtet man z.B. den Satz Die Frau ist ein Eisberg ( aus Frieling 1996, 28), stellt sich die Frage, ob es tatsächlich von Natur aus existierende Gemeinsamkeiten zwischen Frauen und Eisbergen gibt, oder ob diese nicht erst durch den Leser hinzuinterpretiert werden müssen. Ein weiteres großes Defizit liegt in der ausschließlichen Betrachtung der Wortebene für Metaphern. Diese greift häufig zu kurz, da viele Metaphern eben nicht nur aus einem einzelnen, übertragenen Wort bestehen, sondern ihren Sinn erst durch den Kontext erhalten (Jäkel 1997, 92). So wird der Satz Mona ist eine Kuh erst dann zur Metapher, wenn aus dem Kontext hervorgeht, dass Mona ein Mensch ist, und eben keine Kuh. Auch das Postulat der verschiedenen Übertragungsrichtungen muss kritisch gesehen werden: Es hat sich empirisch nicht bestätigt. Auf diesen Punkt werde ich in Kapitel 4.5 genauer eingehen.

Die dargestellte Position der klassischen Theorie und insbesondere ihre Kennzeichnung der Metapher als ‚sprachliche Anomalie’, hat einen großen Teil dazu beigetragen, dass deren kognitive Bedeutung in der Forschung lange unterschätzt wurde, was teilweise auch heute noch der Fall ist (Jäkel 1997, 93). Wie Lakoff es formuliert: „The classical theory was taken so much for granted over the centuries that many people didn’t realize that it was just a theory” (Lakoff 1993, 202).

3.2 Interaktionstheorie

Eine teilweise Hinwendung zum kognitiven Gehalt der Metapher wurde zum ersten Mal mit der Interaktionstheorie gemacht (Jäkel 1997, 102): Die Kernaussage dieser Position ist die, dass innerhalb einer Metapher zwei verschiedene Vorstellungen zusammen aktiv sein müssen. Diese Vorstellungen existieren auf gedanklicher Ebene des Sprechenden und treten miteinander in Beziehung. Der metaphorische Ausdruck besteht folglich auch auf sprachlicher Ebene aus zwei Teilen, die miteinander interagieren (Rolf 2005, 35).

3.2.1 Die Fundamente der Theorie bei I. A. Richards

I. A. Richards hat diesen Gedanken 1936 in seinem Buch The Philosophy of Rhetoric als erster formuliert: „[W]hen we use a metaphor we have two different thoughts of different things active together and supported by a single word, or phrase, whose meaning is a resultant of their interaction.“ (1936, 93). Er war auch der erste, der die beiden Teile der Metapher benannte, da es seiner Meinung nach längst überfällig war, „to introduce two technical terms to assist us in distinguishing from one another [...] the two ideas that any metaphor, at its simplest, gives us. Let me call them the tenor and the vehicle.” (Richards 1936, 96). Dabei steht der Begriff ‚Tenor’ für das Thema oder den Bereich, über den etwas ausgesagt werden soll und das ‚Vehikel’ für den Ausdruck, durch den das geschieht (Jäkel 1997, 100)13. Das

Vehikel überträgt also die Bedeutung von einem Bereich in den anderen. Im bereits bekannten Beispiel des Lebensabends wäre also das Leben der Tenor und der Abend das Vehikel. Die beiden Einzelteile haben dabei reziproken Einfluss aufeinander, beeinflussen sich also gegenseitig. Bedeutung entsteht erst durch diese Wechselwirkung (Rolf 2005, 39). Es werden demnach auch hier, wie in der klassischen Theorie, verschiedene Übertragungsrichtungen angenommen.

Ein wichtiger Unterschied zur klassischen Theorie14 basiert auf Richards’ „context theorem“ (1936, 93), das u. a. besagt, dass eine Metapher immer zumindest im Zusammenhang des Satzes, in dem sie vorkommt, verstanden werden muss (vgl. Jäkel 1997, 99 und Frieling 1996, 30). Die Metapher wird also nicht mehr als Einzelwort, sondern als im Kontext existierend definiert.

3.2.2 Ausbau durch Max Black

1962 erfährt diese Position wesentliche Erweiterungen durch Max Black. Er gestaltet die kognitive Rolle der Metapher, die Richards lediglich angedeutet hatte, weiter aus: Die beiden Vorstellungen, aus denen eine Metapher besteht, stehen ihm nach nicht einfach unverbunden nebeneinander. Sie sind vielmehr durch ein weit verzweigtes System von Wissen, das der Sender oder Empfänger über sie hat, miteinander verbunden (Frieling 1996, 31). Black nennt dies ein „system of associated commonplaces“ (1962, 40). Dieses ‚Gemeinplatzwissen’ muss nicht wissenschaftlich korrekt sein, sondern kann durchaus aus Unwahrheiten, Vereinfachungen, Vorurteilen und Stereotypen bestehen. Es ist somit in hohem Maße sprecher- und kulturspezifisch. Dieses Wissen wirkt nun bei der metaphorischen Übertragung wie ein Filter, der bestimmte Eigenschaften des Tenors15 hervorheben und andere eher in den Hintergrund treten lassen kann (Jäkel 1997, 101). Black illustriert dies an dem Beispiel Man is a wolf (1962, 39): Durch die Metapher werden die Eigenschaften des Menschen betont, die dieser - zumindest im commonplace knowledge der jeweiligen Sprechergemeinschaft - mit dem Wolf gemeinsam hat. Man denkt hier in etwa an Verschlagenheit, Blutrünstigkeit, Aggressivität und ähnliches. Diese Eigenschaften sind dem Wolf natürlich großteils nur nachgesagt, haben ihren Ursprung in der Phantasie der Menschen und entbehren jeder faktischen Grundlage. Sie sind aber trotzdem Teil unseres Alltagswissens über Wölfe und dies wird herangezogen, um die Metapher zu entschlüsseln. Gleichzeitig werden die dem entgegen stehenden, eher friedfertigen Züge des Menschen vernachlässigt (vgl. hierzu auch Rolf 2005, 36-41). In den beschriebenen commonplace systems wird die kognitive Orientierung der Interaktionstheorie besonders ersichtlich: Sie sind im Grunde gleichzusetzen mit mentalen Konzeptsystemen, wie sie sowohl von der Gedächtnispsychologie16, als auch von Lakoff und Johnson angenommen werden (siehe Kapitel 4.1.2.4 dieser Arbeit). In der Auffindung der Verbindung dieser Systeme mit sprachlich geäußerten Metaphern liegt der größte Verdienst des Ansatzes. Darüber hinaus bemerkenswert ist, dass bereits Richards die Ubiquitätsthese17 der kognitiven Theorie formuliert hat: „That metaphor is the omnipresent principle of language can be shown by mere observation“ (1936, 92). Sowohl Richards, als auch Black war die Existenz konventioneller Metaphern bewusst (vgl. Rolf 2005, 38).

Bedauerlicherweise hat auch die Interaktionstheorie ihre Schwachstellen. Die Schwerwiegendste betrifft genau den Kern der Theorie: Die Interaktion. Wechselseitige Beeinflussung, also eine multidirektionale Übertragungsweise, wie sie auch von Aristoteles angenommen wurde, ist mehr als fraglich. Träfe diese Behauptung zu, würde das bedeuten, dass sich in Man is a wolf nicht nur der Mensch dem Wolf annähert, sondern auch, dass der Wolf teilweise vermenschlicht wird (Jäkel 1997, 103-104). Das ist schon rein intuitiv schwer nachvollziehbar und auch empirische Untersuchungen18 haben die Zweifelhaftigkeit dieser These untermauert. Ein weiteres Manko liegt in der ‚Verwertung’ der Erkenntnisse. Trotz der Einsicht, dass es konventionelle Metaphern gibt, wird die Theorie nicht auf sie angewendet. Die ohnehin äußerst knapp bemessenen Beispiele beider Autoren speisen sich ausschließlich aus idiosynkratischen Metaphern (Jäkel 1997, 105-106).

Trotz dieser Kritik sind die Parallelen zum kognitiven Ansatz so umfangreich, dass sich schwerlich bestreiten lässt, dass die Interaktionstheorie bei dessen Entwicklung eine Rolle gespielt haben muss. Allerdings wird dies weder von Lakoff noch von Johnson so gesehen. Ganz im Gegenteil wird der Ansatz, z.B. in Lakoff/Turner 1989, 131-133, völlig undifferenziert kritisiert (vgl. Jäkel 1997, 103 und Richardt 2005, 23).

3.3 Vorläufer einer kognitiven Theorie

Abgesehen von Richards und Black gibt es eine nicht unerhebliche Anzahl von wichtigen Wegbereitern19 der kognitiven Theorie, die entweder ebenfalls harsch kritisiert oder gar nicht erwähnt werden. Es seien aus diesen Reihen hier zwei bedeutende Philosophen genannt, die lange vor Lakoff und Johnson wichtige Überlegungen zur kognitiven Bedeutung der Metapher angestellt haben.

John Locke etwa hat bereits 1689 in seinem Essay concerning Human Understanding festgestellt, dass Menschen unbewusst Wörter aus gut verständlichen Bereichen benutzen, um schlechter verständliche Sachverhalte zu begreifen: „[...] [A]nd from obvious sensible ideas are transferred to more abstruse significations, and made to stand for ideas that come not under the cognizance of our senses“ (Locke 1689 1841, 280). Von Lakoff und Johnson allerdings wird dies nie erwähnt. Vielmehr wird Locke kritisiert, weil er die Metapher als für den philosophischen Diskurs nicht geeignet halte20 (vgl. Jäkel 1997, 124).

Etwa 100 Jahre nach Locke formulierte auch Immanuel Kant in seiner Kritik der Urteilskraft (1790) die grundlegende These der kognitiven Metapherntheorie:

[...] vermittelst einer Analogie (zu welcher man sich auch empirischer Anschauungen bedient), in welcher die Urteilskraft ein doppeltes Geschäft verrichtet, erstlich den Begriff auf den Gegenstand einer sinnlichen Anschauung, und dann zweitens die bloße Regel der Reflexion über jene Anschauung auf einen ganz anderen Gegenstand, von dem der erstere nur das Symbol ist, anzuwenden. [...] Unsere Sprache ist voll von dergleichen indirekten Darstellungen nach einer Analogie, wodurch der Ausdruck [...] bloß ein Symbol für die Reflexion enthält. So sind die Wörter Grund (Stütze, Basis), abh ä ngen (von oben gehalten werden), woraus flie ß en (statt folgen) [...] und unzählige andere [...] symbolische Hypotyposen und Ausdrücke für Begriffe nicht vermittelst einer direkten Anschauung, sondern nur nach einer Analogie mit derselben, d.i. der Übertragung der Reflexion über einen Gegenstand der Anschauung auf einen ganz anderen Begriff, dem vielleicht nie eine Anschauung direkt korrespondieren kann (Kant 1790 1968, 212-213).

Nach Kant müssen Dinge, die nicht direkt durch „Anschauung“ begriffen werden können, also nicht konkret in unserer Umwelt vorhanden sind, mit Hilfe von analoger Übertragung erschlossen werden. Dies ist eine erstaunlich genaue Paraphrasierung der These von Lakoff und Johnson: „Because so many of the concepts that are important to us are either abstract or not clearly delineated in our experience (the emotions, ideas, time, etc.), we need to get a grasp on them by means of other concepts, that we understand in clearer terms (spatial orientations, objects, etc.” (L/J 1980a, 115). Ein Verweis auf Kant findet sich bei Lakoff und Johnson allerdings nicht (vgl. zur Rolle Kants Jäkel 1997, 124-128).

Ich hoffe, die Anmerkungen zur Interaktionstheorie und diese beiden Beispiele haben illustrieren können, dass die kognitive Theorie 1980 nicht vollkommen neu war. Die Grundannahmen waren schon lange Zeit vorher formuliert worden. Was allerdings wirklich Lakoff und Johnson zugeschrieben werden muss, ist, dass sie die ersten waren, die diese Annahmen gebündelt und in einer ausdifferenzierten und mit Sprachbeispielen illustrierten Theorie dargelegt haben.

4 Die kognitive Theorie nach Lakoff und Johnson

Die erste ‚Fassung’ dieser Theorie von 1980 hat allerdings einiges an Kritik einstecken müssen: Neben der bereits in Kapitel 1.2 erwähnten Problematik der fehlenden, empirischen Basis der verwendeten Sprachbeispiele liegt eine weitere große Schwachstelle in der Vagheit der Arbeit. So wird beispielsweise der für den gesamten Ansatz enorm wichtige Konzeptbegriff nicht definiert und infolgedessen lediglich intuitiv verwendet (vgl. Baldauf 1997, 28). Des Weiteren wirkt der Aufbau dem Verständnis des unbedarften Lesers nicht gerade entgegen: So sind z.B. die außersprachlichen Grundlagen der Theorie erst in den letzten Kapiteln des Buches angesiedelt.

Zur Verteidigung der Autoren muss freilich gesagt werden, dass eine so umfassende Theorie nicht von heute auf morgen entsteht, sondern sich entwickelt. So ist Metaphors We Live By als erster Entwurf einer Idee zu sehen, der in der Tat durch mehrere Bücher und zahlreiche Aufsätze weiterentwickelt, erweitert und teilweise auch korrigiert wurde. So wurde auch der Konzeptbegriff im Nachhinein recht ausführlich behandelt (z.B. in Lakoff 1987a). Aus diesem Grund erfolgt die Darstellung der Theorie hier nicht in chronologischer Reihenfolge und beschränkt sich auch nicht auf deren erste ‚Fassung’. Es wird vielmehr darauf geachtet, etwaige Begriffsunklarheiten zu vermeiden und eine ganzheitliche ‚Version’ des heutigen Standes der Position wiederzugeben: Zunächst werden dazu die philosophischen und psychologischen Grundlagen erläutert und dann folgt die detaillierte Darlegung der einzelnen Komponenten der Theorie. Kritikpunkte werden innerhalb der Darstellung an geeigneter Stelle angebracht.

4.1 Philosophische und psychologische Grundlagen

Der klassischen und der kognitiven Theorie liegen zwei unterschiedliche, erkenntnistheoretische Positionen zugrunde: Der Objektivismus einerseits und der experiential realism ‚Erfahrungsrealismus’ andererseits. Beide Philosophierichtungen stellen ein und dieselbe Frage: Wie verarbeiten wir unsere Umwelt mental? Beide geben sehr verschiedene Antworten darauf.

4.1.1 Objektivismus

Die objektivistische Weltsicht, die dem klassischen Metaphernverständnis zugrunde liegt, ist eine tief in unserer westlichen Kultur verankerte Denkweise, die ihren Ursprung bereits in vorsokratischer Zeit hat. Es wird postuliert, dass den Dingen in der Welt objektiv feststellbare Merkmale anhaften (Baldauf 1997, 49). Ein Stuhl etwa hat demnach eine bestimmte Zahl von Kennzeichen. Vorstellbar wären z.B. das Vorhandensein einer Sitzfläche, Lehne, von Füßen, usw. Diese Kriterien sind außerhalb jeder sprachlichen oder kognitiven Sphäre existent: Sie unterliegen also keinerlei individueller Interpretation oder Subjektivität und sind ganz und gar unabhängig von unserer menschlichen Wahrnehmung. Aufgrund der Existenz dieser objektiven Merkmale gibt es objektive Kategorien, in die sich Dinge einordnen lassen (Baldauf 1997, 49). Die Merkmale dienen als Kriterien für diese Einordnung: Hat ein Ding eine Sitzfläche, Lehne und vier Füße, wird es in die Kategorie ‚Stuhl’ eingeordnet. Die Kategoriezugehörigkeit erfolgt also aus der Erfüllung von notwendigen und hinreichenden Bedingungen. Dabei sind die Kategoriegrenzen scharf gezogen und die Zugehörigkeit eines Dinges ist dichotomisiert, d.h. entweder ist der Stuhl ein Stuhl, oder nicht (Baldauf 1997, 49). Es gibt keine fließenden Grenzen, also keinen Raum für Interpretation, worin sich deutlich zeigt, dass die Existenz von Dingen als vom menschlichen Denken unabhängig betrachtet wird.

Völlig analog zu den Kategorien in der realen Welt werden auch mentale Kategorien gesehen: Sie sind naturgetreue Abbilder der Umwelt. Denken wird als „Spiegel der Realität“ (Baldauf 1997, 61) verstanden. Dieses objektivistische Konzeptverständnis schließt Subjektivität völlig aus: Wie wir unsere Welt verstehen und mental strukturieren, hängt nicht von uns und unseren individuellen Erfahrungen und Vorraussetzungen ab, sondern ist für alle Menschen gleich (vgl. Baldauf 1997, 62). Wie Lakoff es formuliert: „The objectivist account of cognition, meaning and rationality makes no mention of the nature of who or what is doing the thinking. The nature of the human organism and the way it functions is irrelevant to the objectivist account of meaningful thought and reason.” (Lakoff 1987a, 173).

Aufgrund dieser Weltanschauung verbietet sich für Aristoteles auch die Vorstellung von Metaphern im Denken von Menschen: Unsere Konzepte sind durch objektive Merkmale eindeutig bestimmt und werden nicht durch Übertragungen aus anderen Konzepten erweitert oder gar verständlicher gemacht. Die Metapher ist in diesem Weltbild einfach ein Mittel, das als objektiv vorhanden angenommene Ähnlichkeiten von Dingen ausnützt, um Sprache interessanter zu gestalten.

4.1.2 Erfahrungsrealismus

Diese Auffassung von objektiver Wahrnehmung kann leicht als zu kurz gegriffen identifiziert werden. So zeigt etwa das Beispiel der Farbenblindheit, dass es durchaus etwas mit den individuellen Vorraussetzungen eines Menschen zu tun hat, wie er seine Umwelt verarbeitet. Doch auch gesunde Menschen nehmen z.B. Farben nicht immer auf gleiche Weise wahr; so kann das, was für den einen orange ist, für jemand anderen schon rot sein21. Wie wir unsere Umwelt verarbeiten und interpretieren, ist also subjektiven Faktoren unterworfen.

Wie zu erwarten, distanzieren sich Lakoff und Johnson vehement von der objektivistischen Position (vgl. hierzu L/J 1980a, 195-223)22. Sie begründen die Position des experiential realism ‚Erfahrungsrealismus’, die als Revision des Objektivismus gedacht ist. Das Ziel ist: „[...] [P]roviding a viable alternative to the objectivist world view.” (Lakoff 1987a, 175). Die erste Fassung dieses philosophischen Ansatzes findet sich bereits 1980 im letzten Kapitel von Metaphors We Live By und wird 1987 von beiden Autoren in jeweils einem Buch erweitert: Johnson tut dies in The Body in the Mind und Lakoff in Women, Fire and Dangerous Things. 1999 folgt die - diesmal wieder gemeinsam geschriebene - Monografie Philosophy in the Flesh, die die Erkenntnisse aus einem sehr philosophischen Blickwinkel nochmals beleuchtet. Der Erfahrungsrealismus ist für die weitere Forschung in der kognitiven Linguistik sehr bedeutend geworden und in der Tat ist es so, dass er sich heute zunehmend als Grundlage von Arbeiten in diesem Bereich durchsetzt (Baldauf 1997, 60).

4.1.2.1 Grundlagen

Seinen Ausgangspunkt hat der Ansatz in den revolutionären Untersuchungen zur Prototypensemantik von Eleonor Rosch (Baldauf 1997, 60), auf die sich Lakoff auch explizit bezieht (vgl. 1987a, 7-9). Durch ihre Erkenntnisse wurde die klassische, objektivistische Kategorienlehre mit empirischen Mitteln effektiv widerlegt. Unter anderem fand sie heraus, dass die Kategoriezuordnungen, die Menschen vollziehen, sowohl Prototypen- als auch Basisebeneneffekten unterworfen sind.

Ein Prototypeneffekt liegt vor, wenn es ‚beste Beispiele’ für eine Kategorie gibt. So würden wir etwa eine Amsel als besseres Beispiel für die Kategorie ‚Vogel’ erachten, als einen Pinguin, da dieser ein wichtiges Kriterium, nämlich das der Flugfähigkeit, nicht erfüllt.

Andererseits ist er nicht so weit von einem ‚richtigen’ Vogel entfernt, um ihn einer anderen Kategorie zuzuordnen. Solche Prototypen dienen uns als kognitive Bezugspunkte, die die Kategorisierung erheblich erleichtern: Wir müssen einen Gegenstand nur mit unseren bekannten Prototypen vergleichen, um eine Einordnung vornehmen zu können (vgl. Baldauf 1997, 52)23.

Basic-level effects ‚Basisebeneneffekte’ bezeichnen „the idea that categories are not merely organized in a hierarchy from the most general to the most specific, but are also organized so that the categories that are cognitively basic are ‘in the middle’ of a general-to-specific hierarchy“ (Lakoff 1987a, 13). Es geht also um die Abstraktionsebene, auf der Kategorien gebildet werden. Üblicherweise bilden wir Kategorien so, wie sie uns in unserem täglichen Leben am besten helfen, uns zurechtzufinden, sprich: nicht zu abstrakt, aber auch nicht zu konkret24. Die Kategorie ‚Baum’ ist z.B. solch eine Kategorie auf Basisebene: Die ihr übergeordnete Kategorie wäre ‚Pflanzen’ und sie hat auch viele Unterkategorien, wie etwa ‚Birke’, ‚Tanne’, etc. (vgl. hierzu Baldauf 1997, 52). Die ‚Zwischencharakterisierung’ Baum allerdings ist für unseren Alltag am wichtigsten.

Der Grund hierfür ist, dass Kategorisierung, und mit ihr auch die Art, mentale Kategorien (Konzepte) zu bilden, in hohem Maße von unseren physischen und kulturellen Erfahrungen abhängt25: Ein Prototyp wird erst zu einem solchen, weil er in einem bestimmten Kulturkreis besonders häufig anzutreffen ist und damit einen wichtigen Teil der Erfahrung der Menschen ausmacht, die dort leben. So ist für uns vielleicht eine Amsel das beste Beispiel für einen Vogel, aber jemand, der in Asien lebt, wird dem sicher nicht zustimmen, da es dort eben keine Amseln gibt, und für ihn somit andere Merkmale für die Kategorie ‚Vogel’ ausschlaggebend sind. Ebenso kommt eine Basisebene durch Art und Häufigkeit von Erfahrungen zustande und wird gemäß den Anforderungen, die diese an das Individuum stellen, ausgebildet. Das Basisebenenkonzept ‚Baum’ kommt deshalb zustande, weil wir wesentlich häufiger die Gattung Baum bezeichnen müssen, als die genaue Baumart oder die übergeordnete Ebene der Pflanzen. Dieser Abstraktionsgrad hat sich als am vorteilhaftesten für unsere alltäglichen Bedürfnisse erwiesen. Wenn ein Kind auf einen Baum zeigt und fragt, was das sei, wird man ihm nicht sagen, es sei eine Birke oder einfach eine Pflanze, sondern eben ein Baum. Unsere Konzepte sind, wie die beiden beschriebenen Elemente zeigen, eng an unsere fundamentalen, seit frühester Kindheit gesammelten, physischen Erfahrungen gekoppelt (Baldauf 1997, 63), also an das, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen. Das ist auch die Grundaussage des Erfahrungsrealismus:

We human beings have bodies. We are ‚ rational animals,’ but we are also ‚rational animals,’ which means that our rationality is embodied. The centrality of human embodiment directly influences what and how things can be meaningful for us, […] the ways we are able to comprehend and reason about our experience” (Johnson 1987, xix).

Aufgrund dieser ‚zentralen Körperlichkeit’, die sich in den Ergebnissen der Prototypensemantik widerspiegelt, geht der Erfahrungsrealismus davon aus, dass Denken, und damit auch die Konzepte, die wir von unserer Umwelt haben, primär die Aufgabe erfüllen soll, das passende Werkzeug zu liefern, damit wir uns in der Welt zurechtfinden. Hieraus erklärt sich auch der Begriff experiential realism: Die Existenz einer realen Welt, die vom Menschen unabhängig ist, wird nicht geleugnet. Allerdings begrenzt diese Welt die Möglichkeiten der Konzeptualisierung nur und determiniert sie nicht, wie im Objektivismus (Baldauf 1997, 65). Wie aber geht diese Konzeptualisierung genau von statten? Das wollen wir in den folgenden drei Unterkapiteln klären.

4.1.2.2 Der Gestaltbegriff

Gemäß Lakoff und Johnson haben Konzepte die Struktur von Gestalten26. Der Gestaltbegriff stammt ursprünglich aus der Psychologie und besagt, dass wir Dinge als komplexe Ganzheiten (= Gestalten) erfassen und nicht als eine große Anzahl von Einzelwahrnehmungen. Diese Art der Speicherung hat schließlich zur Folge, dass uns die besagte Gesamtheit grundlegender und besser vertraut erscheint, als deren Einzelteile (Baldauf 1997, 32-33) und wir eine Gestalt nicht ohne weiteres wieder in ihre Elemente zerlegen können. Außerdem hat eine Gestalt immer Eigenschaften, die keines der Einzelteile ‚mitbringt’, sondern die sich erst aus dem Zusammenspiel der Komponenten ergeben. Dieses Charakteristikum wird auch als Übersummativität bezeichnet. Ein Beispiel hierfür wäre die Melodie: Sie ist aus mehreren Einzeltönen zusammengesetzt, wird aber als Ganzheit gespeichert und hat eine andere, gehaltvollere lautliche Qualität, als jeder ihrer Töne. Ein weiterer wichtiger Aspekt einer Gestalt ist ihre Transponierbarkeit, d.h. die prinzipielle Unabhängigkeit von ihrer genauen Realisierung. So kann eine Melodie auf verschiedenen Instrumenten gespielt werden, ohne ihren grundlegenden Charakter zu verlieren (vgl. hierzu Baldauf 1997, 33).

Vor dem Hintergrund der körperlichen Basis von Konzepten wird der Gestaltbegriff in Metaphors We Live By verfeinert. Die Rede ist jetzt von „experiential gestalts, which are ways of organizing experiences into structured wholes“ (L/J 1980a, 81; Hervorhebung von mir). Mit dieser Begriffsvariation wird deutlich gemacht, dass unsere gestalthafte Wahrnehmung aus physischer Erfahrung resultiert. Ein Konzept, als die geistige Repräsentation einer Gestalt, ist demnach eine „generalized experiential gestalt“ (L/J 1980a, 205). Es ist deshalb ‚generalisiert’, weil die Konzeptualisierung nicht nur aufgrund der direkten Erfahrung erfolgt, sondern auch vor dem Hintergrund all unserer anderen Erfahrungen. Diese sind abhängig von der jeweiligen Kultur und wie diese uns bei der Interpretation dieser Erfahrung beeinflusst: Ein Hindu hat aufgrund seiner Religion ein ganz anderes Konzept von Kühen, als ein Christ.

Des Weiteren kommt bei der Bildung von Konzepten die Metapher wieder ins Spiel: Es gibt nämlich neben den experiential oder simple gestalts auch solche, die wir nicht durch direkte, körperliche Erfahrung strukturieren können. Solche Konzepte sind „complex gestalts, which are structured partially in terms of other gestalts” (L/J 1980a, 85); sie sind abstrakt. Sobald es gilt, ein abstraktes Konzept (= strukturiert durch komplexe Gestalt) zu begreifen, bedienen wir uns unserer konkreten Konzepte (= strukturiert durch einfache Gestalten). Wir machen uns die Erfahrungen, die zur Strukturierung der einfachen Konzepte geführt haben, zunutze, um auch die abstrakten Konzepte durch sie zu begreifen (vgl. L/J 1980a, 81-86). Metaphern sind „a strategy of exploiting old means for novel functions” (Richardt 2005, 30).

4.1.2.3 Der Begriff der image schemata von Mark Johnson

Ein weiterer, wichtiger Baustein eines Konzeptes, der zu dessen ‚generalisierter’ (und damit von der direkten Erfahrung leicht abstrahierten) Stellung beiträgt, sind die image schemata ‚Bildschemata’, die Johnson 1987 in The Body in the Mind eingeführt hat. Darunter versteht er mentale, generalisierte Abbilder von fundamentalen, körperlichen und sensorischen Erfahrungen, die in unserem Leben allgegenwärtig sind. Mit Hilfe dieser ‚Basisrepräsentationen’ strukturieren wir unsere Konzepte:

[I]n order for us to have meaningful, connected experiences that we can comprehend and reason about, there must be pattern and order to our actions, perceptions, and conceptions. A schema is a recurrent pattern, shape, and regularity in, or of, these ongoing ordering activities. These patterns emerge as meaningful structures for us chiefly at the level of our bodily movements through space, our manipulation of objects, and our perceptual interactions (Johnson 1987, 29).

Ein Beispiel dafür wäre das Behälterschema (vgl. hierzu Johnson 1987, 22-23): Von frühester Kindheit an machen wir die körperliche Erfahrung von Behälterrelationen. Wir ziehen Kleidung an und sind damit in ihr, wir gehen in ein Zimmer und wieder hinaus in einen anderen Raum, wir schütten Flüssigkeit in ein Glas und sehen, wie es sich füllt und, ja, wir sind selbst Behälter: Wir essen etwas, das somit in uns ist und es kommt schließlich auf natürlichem Wege wieder heraus. Die von all diesen spezifischen Erfahrungen abstrahierte Struktur ergibt das entsprechende Bildschema.

Durch die Metapher kann nun ein solches Bildschema aus erfahrungsgestützten, konkreten Konzepten auf abstrakte Konzepte übertragen werden, um letztere zu verstehen (Baldauf 1997, 70-71). So ist der Ausdruck In meinem Leben ist schon viel passiert eine metaphorische Übertragung des Behälterschemas.

4.1.2.4 Der Begriff Idealized Cognitive Model (ICM) von George Lakoff

Konzepte stehen nicht etwa unverbunden nebeneinander: Mit dem Begriff ICM (‚idealisiertes kognitives Modell’) bezeichnet Lakoff kognitive Strukturen von Wissen, in denen diese miteinander verbunden sind (vgl. Jäkel 1997, 24). ICMs formen sozusagen das Hintergrundwissen zu unseren Konzepten. Dieser kognitive Hintergrund ist der Ort, an dem der kulturelle Einfluss, von dem wir im Verlauf dieser Arbeit schon mehrmals gehört haben, und die individuelle Vorgeschichte bzw. das Vorwissen des Einzelnen anzusiedeln sind. ICMs sind gestalthafte27 Wissensbereiche (Lakoff 1987a, 68), was sich vor allem darin zeigt, dass ihre Einzelkomponenten nur in Verbindung mit dem großen Ganzen Sinn ergeben: Konzepte müssen jeweils vor den entsprechenden ICMs charakterisiert werden, um für uns Bedeutung zu erhalten (vgl. Jäkel 1997, 24). Einige Beispiele mögen dies erläutern: Unsere Konzepte ‚Dienstag’ und ‚Mittwoch’ geben für uns erst Sinn, wenn wir sie vor dem Hintergrund (dem ICM) der 7-Tage-Woche sehen (Lakoff 1987a, 68). Dasselbe gilt für unsere Konzepte ‚Stuhl’ oder ‚Hocker’, die zum ICM von Sitzgelegenheiten in Beziehung gebracht werden müssen. Dabei kann sich ein Konzept auch vor mehreren ICMs sinnvoll interpretieren lassen. So kann ein Wochentag vor dem ICM der Woche, des Monats, des Jahres, etc. gesehen werden (vgl. Baldauf 1997, 78). Es zeigt sich hier auch deutlich, wie stark Konzepte und damit auch ICMs von der jeweiligen Kultur abhängig sind. So ist eine 7-Tage-Woche ja nicht objektiv vorhanden, sondern eine soziale Konvention, die in anderen Kulturkreisen durchaus nicht der unseren entsprechen muss. Ebenso haben andere Völker (z.B. Naturvölker) andere ICMs von Sitzgelegenheiten. Auch wird hier deutlich, wie individuelles Vorwissen den ‚Konzeptgebrauch’ beeinflusst: Ein Kleinkind, das das ICM der Woche noch nicht kennt oder erfasst, kann mit dem Konzept ‚Dienstag’ natürlich nichts anfangen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: ICM (in Anlehnung an L/J 1980b, 205)

ICMs stellen die höchste Abstraktionsebene unserer mentalen Konzepte dar. Es gibt also eine Stufung mit nach oben hin zunehmendem Abstraktionsgrad: Am Anfang steht die präkonzeptuelle, direkte Erfahrung. Dann folgen die Konzepte, also mentale Repräsentationen, dieser Erfahrungen und über diesen Konzepten stehen die ICMs 28 (siehe Abbildung 1). Idealisiert sind letztere deshalb, weil sie, wie gerade erläutert, kulturelle müssen29 (Jäkel 1997, 25).

Konzepte (die zweite Ebene in Abbildung 1), die konkrete Erfahrungen repräsentieren, bestehen aus Basisebenenstrukturen und Bildschemata30. Doch sobald das Phänomen, das konzeptualisiert werden muss, nicht mehr konkret, sondern abstrakt ist, greifen diese beiden Komponenten, die ja aus sensorischer Erfahrung entstehen, nicht mehr: Es liegt eben keine solche Erfahrung vor. Fehlt also eine klar erkennbare, präkonzeptuelle Vorlage, müssen Konzepte auf andere Weise strukturiert werden. Dies geschieht durch die Projektion von Teilen der besser konkretisierbaren Konzepte auf die schwer zu fassenden (vgl. Lakoff 1987a, 114). Dieser Vorgang ist in Abbildung 2 dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Folk models (in Anlehnung an L/J 1980b, 205)

Von großer Bedeutung für die These der Lebensmetapher ist nun, dass die ICMs, die aus der Abstrahierung der durch Übertragung zustande gekommenen Konzepte bestehen, so genannte folk models sein können (Richardt 2005, 95). Dieser Begriff wäre in etwa mit ‚Alltagswissen’ zu übersetzen und somit von ‚Expertenwissen’ abzugrenzen (vgl. Jäkel 1997, 25). Ein folk model ist demnach ein „kulturspezifisches Welterklärungsmuster“ (Jäkel 1997, 25), das nicht dadurch zustande kommt, dass die abstrakte Erfahrung wirklich durchschaut, also verstanden wird. Vielmehr versucht das folk model, diese durch Analogien zu anderen, bekannten und besser verstandenen Phänomenen zu erklären und stellt dadurch eine vereinfachte, eventuell fehlerhafte, pragmatisch ausgerichtete ‚Erklärung’ dar. Die Metapher ist hierfür das elementar wichtige Werkzeug (siehe Abbildung 2): Alltagstheorien kommen erst durch metaphorische Übertragung zustande und haben deshalb metaphorische Struktur. Da wir nicht alle Vorgänge um uns herum völlig durchschauen, also nicht auf allen Gebieten Experten sein können, brauchen wir diese Alltagstheorien, um uns in unserer Welt zurechtzufinden: „Ordinary people without any technical expertise have theories, either implicit or explicit, about every important aspect of their lives.“ (Lakoff 1987a, 118). Dabei beeinflusst unser metaphorisches Alltagswissen die Art, wie wir über Dinge denken und handeln auch ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Diese Überlegungen bilden den Hintergrund der These, dass wir unsere Welt in Metaphern begreifen und diese daher für uns Lebensmetaphern sind.

Erneut wird hier augenscheinlich, wie bedeutend das jeweilige Vorwissen ist: Ein Experte, der den abstrakten Bereich versteht, also das entsprechende Vorwissen hat, braucht kein folk model mehr. Er besitzt ein wissenschaftlich exaktes Modell ohne Fehler und Vereinfachung, eine ‚Expertentheorie’ (vgl. Richardt 2005, 95).

4.2 Die kognitive Charakterisierung der Metapher

Vor dem Hintergrund der eben dargestellten philosophischen und psychologischen Überlegungen entwickeln Lakoff und Johnson „four false views of metaphor“ (2003, 244), die vornehmlich der objektivistischen Weltsicht entstammen und durch deren Revision sich die Grundannahmen der kognitiven Theorie der Metapher ergeben:

The first fallacy is that metaphor is a matter of words, not concepts. The second is that metaphor is based on similarity. The third is that all concepts are literal and that none can be metaphorical. The fourth is that rational thought is in no way shaped by the nature of our brains and bodies (L/J 2003, 244).

Aus dem ersten Irrtum ergibt sich die schon mehrmals erwähnte Grundthese, dass Metaphern Teil unserer mentalen Konzepte sind und sich in unserer Sprache lediglich ‘manifestieren’. Deshalb ist es auch wichtig, genau zwischen metaphor (konzeptuelle Metapher) und metaphorical expression (deren sprachliche Realisierung) zu unterscheiden (vgl. Lakoff 1993, 203). Da wir die Konzepte von unserer Umwelt und deren Metaphern im Grunde ununterbrochen benötigen, um uns in der Realität zurechtzufinden, ist in unserer Sprache eine unglaubliche Menge an Metaphern zu finden. Die Tatsache, dass wir diese hochfrequent benutzen, hat zur Folge, dass der Großteil von ihnen nicht mehr als Metapher wahrgenommen wird. Durch diese konventionellen Metaphern werden konzeptuelle Metaphern sehr oft realisiert31. Hier ist auch der an dritter Stelle angeführte Fehler einzuordnen, dessen Berichtigung ergibt, dass unsere Konzepte nicht nur mittels wörtlicher, sondern auch durch metaphorische Bedeutung strukturiert werden können (siehe vorangegangenes Kapitel). Aus dem zweiten zu korrigierenden Trugschluss folgt, dass Metaphern nicht auf objektiven Ähnlichkeiten basieren. Wir haben in Kapitel 3.1 bzw. 4.1.2 bereits festgestellt, dass es solche objektiv feststellbaren Ähnlichkeiten nicht geben kann, da Wahrnehmung immer subjektiven, kognitiven Prozessen unterworfen und von individuellen Vorraussetzungen abhängig ist. Vielmehr können Metaphern Ähnlichkeiten für uns erst konstituieren32. Ihre Basis, und damit die Gemeinsamkeit von source domain und target domain, sind nämlich nichts anderes als „correlations within our experience“ (L/J 1980a, 155): Weil es unserer Erfahrung entspricht, dass man im Leben oft einfach Glück oder Pech hat, ähnlich wie in einem Glücksspiel, existiert die Metapher LIFE IS GAMBLING. Sie fasst die Summe unserer Erfahrungen zusammen und weist so auf gewisse Parallelen hin. Ob diese allerdings als Ähnlichkeiten aufgefasst werden oder nicht, ist vom Rezipienten, seinen Vorraussetzungen und seiner Kultur, abhängig. Keinesfalls aber bedingen im Vorhinein vorhandene Ähnlichkeiten eine Metapher33.

Die Richtigstellung des vierten Fehlers schließlich ergibt die Aussage, dass unser Denken in hohem Maße von der Beschaffenheit unseres Körpers und seiner Interaktion mit der Umwelt determiniert wird. Dies wurde in den beiden vorangegangenen Kapiteln bereits ausführlich besprochen.

Nachdem hier also die vier Grundthesen der kognitiven Theorie nochmals zusammengefasst dargestellt wurden, möchte ich im Folgenden auf einige weitere wichtige Implikationen der Position eingehen.

4.3 Highlighting and Hiding

Die wichtige Eigenschaft des highlighting and hiding konzeptueller Metaphern wurde bereits in Kapitel 1.1 kurz angesprochen, da sie für den Begriff der Lebensmetapher sehr wichtig ist. Durch den metaphorischen Abgleich zwischen zwei Bereichen werden diejenigen Charakteristika der target domain hervorgehoben, die am besten mit der source domain im Einklang stehen. Andere Eigenschaften des Zielbereiches werden eher in den Hintergrund gedrängt. „In allowing us to focus on one aspect of a concept (e.g., the batteling aspects of arguing), a metaphorical concept can keep us from focusing on other aspects of the concept that are inconsistent with that metaphor” (L/J 1980a, 10). So betont die Metapher ARGUMENT IS WAR die Aspekte der Auseinandersetzung und Aggressivität eines Streitgesprächs, während sie die konstruktiven und eventuell sogar kommunikativen Seiten eines solchen nicht vermittelt. In Aussagen wie If you use that strategy, he ’ ll wipe you out oder He shot down all of my arguments (beide aus L/J 1980a, 4) wird dies überdeutlich. Betrachtet man dagegen eine andere konzeptuelle Metapher, die ebenfalls das Konzept ‚ argument ’ strukturiert, bekommt unser Streitgespräch sehr viel versöhnlichere Züge: ARGUMENT IS A JOURNEY kommt in Aussagen wie Now we ’ ve gone off in the wrong direction again, You ’ re going round in circles oder You ’ re getting off the subject (alle aus L/J 1980a, 90-91) zum Vorschein. Es steht offensichtlich nicht mehr Kampf bzw. Gewinnen oder Verlieren im Vordergrund, sondern die Stringenz des Gespräches. Durch eine andere source domain entsteht also eine andere Sichtweise auf die target domain und damit eine veränderte Bedeutung.

4.4 Das Invarianzprinzip

In engem Zusammenhang mit der bedeutungsverändernden Qualität von Metaphern steht auch die Frage, welche Teile eines Ursprungsbereiches überhaupt metaphorisch übertragen werden. Welche Elemente einer source domain werden zu Bedeutungsträgern in konzeptuellen Metaphern? Betrachten wir z.B. die TIME IS MONEY Metapher. Es fällt auf, dass nur bestimmte Elemente des Ursprungsbereiches zur Projektion verwendet werden (etwa die Knappheit oder Zweckgebundenheit von Geld). Warum aber gibt es keine konventionelle Metapher, die die Tatsache überträgt, dass man auf Geld Zinsen bekommt? Warum kann ich meine Zeit nicht auf die Bank tragen oder sie mir verdienen? Der Grund hierfür liegt laut Lakoff und Johnson im sog. Invariance Principle, dessen Kernaussage ist: „Metaphorical mappings preserve the cognitive topology of the source domain, in a way consistent with the inherent structure of the target domain” (Lakoff 1993, 215). Der letzte Halbsatz ist hier entscheidend: Die cognitive topology meint nichts anderes, als die bildschematische Struktur (siehe Kapitel 4.1.2.3) des Ursprungsbereiches (vgl. Lakoff 1993, 215), welche mit der Struktur des Zielbereiches zusammenpassen muss. Ein Konzept kann also nicht entgegen unserer grundlegenden, erfahrungsbedingten Bildschemata strukturiert werden, sondern diese Schemata müssen in beiden Bereichen übereinstimmen. In unserem Beispiel der TIME IS MONEY Metapher stimmt es nicht mit unserer realen Erfahrung überein, Zeit zur Bank bringen zu können oder sie als Lohn für harte Arbeit zu erhalten. Es ist uns, als Teil unseres Weltwissens über den Zielbereich, bekannt, dass Zeit nichts ist, was wir auf den Ladentisch legen können, um Waren dafür zu kaufen, weshalb die entsprechenden mappings innerhalb der Metapher nicht möglich sind. Besonders deutlich wird dieses Prinzip an Behältermetaphern: „One cannot find cases where a source domain interior is mapped onto a target domain exterior […]. This simply does not happen.” (Lakoff 1993, 215). Die Struktur der target domain begrenzt die Übertragungsmöglichkeiten aus der source domain. Diese Begrenzungen nennt Lakoff target domain overrides (1993, 216) .

4.5 Unidirektionalität

Eine weitere, ganz elementar wichtige Frage zur Projektion innerhalb konzeptueller Metaphern ist die der Übertragungsrichtung. Wie bereits dargestellt, vertraten sowohl Aristoteles als auch die Interaktionstheorie die Auffassung, dass Übertragung grundsätzlich in beide Richtungen stattfindet. Lakoff und Johnson sehen dies völlig anders34 und es ist in der Tat so, dass das gesamte philosophisch-psychologische Gerüst der Metapherntheorie darauf beruht, dass die Übertragung lediglich in eine Richtung erfolgt (vgl. Jäkel 1997, 66). Wie bereits ausführlich dargestellt, benötigen wir Metaphern, um abstrakte Konzepte mit Hilfe von konkreten Konzepten zu verstehen. Die Umkehrung schließlich würde bedeuten, konkrete Konzepte mit abstrakten zu erklären, was sich im Alltag nicht nur als schwierig erweisen dürfte, sondern auch der der Metapher von Lakoff und Johnson zugedachten Funktion den Sinn nähme.

Jäkel (1997, 41) fasst diesen wichtigen theoretischen Stützpfeiler folgendermaßen zusammen:

In der Regel verbindet die Metapher (‚X ist Y’) einen abstrakten und komplexen Zielbereich (X) als Explanandum mit einem konkreteren, einfach strukturierten und sinnlich erfahrbaren Ursprungsbereich (Y) als Explanans.

Dabei ist die Relation der Elemente X und Y unumkehrbar, die metaphorische Projektion hat eine eindeutige Richtung.

Angesichts der enormen Bedeutung dieses Postulates für die kognitive Theorie ist die Frage, ob es sich empirisch bestätigen lässt, natürlich von besonderem Interesse. Rein intuitiv lässt sich feststellen, dass für die meisten Metaphern eine Umkehrung der Übertragungsrichtung nicht in Frage kommt. So lassen sich z.B. TIME IS MONEY, LIFE IS A JOURNEY oder MIND IS A CONTAINER nicht umkehren. Dies gilt auch für die meisten idiosynkratischen Metaphern (z.B. Diese Frau ist ein Eisberg). Allerdings ist diese Eindeutigkeit nicht bei allen Metaphern gegeben. Bei ARGUMENT IS WAR beispielsweise könnte unter Umständen sehr wohl eine Umkehrung denkbar sein. Obwohl der Sinn natürlich nicht völlig gleich bleibt, ist ein Krieg ja in gewissem Sinne auch immer ein Streit. Auch ist die von Lakoff und Johnson formulierte Gerichtetheit keineswegs selbstverständlich, denn in poetischen Metaphern kommt es durchaus vor, dass die geforderte Richtung vom Konkreten zum Abstrakten nicht eingehalten wird. So wird in Musik ist Liebe auf der Suche nach einem Wort (Sidney Lanier; zitiert aus Jäkel 1997, 68) ein Abstraktum durch ein Abstraktum charakterisiert und auch Metaphern, die etwas Konkretes durch ein abstraktes Konzept darstellen, gibt es: Das Weib ist ein vern ü nftiges M ä rchen (Peter Hille; zitiert aus Jäkel 1997, 68). Es ist also augenscheinlich, dass hier eine empirische Überprüfung angebracht ist. Eine solche hat Jäkel 1992 durchgeführt und 1997 in seiner Dissertation ausführlich vorgestellt. Als Ansatzpunkt zur Überprüfung der Unidirektionalitätsthese, wie sie oben angegeben wurde, hat er den Grad des Metaphernverständnisses gewählt (vgl. Jäkel 1997, 65). Da die Hauptfunktion der kognitiven Metapher laut Lakoff und Johnson ja in deren Verständnisvermittlung bzw. -erleichterung liegt, ist dieser Ansatz nicht nur legitim, sondern mehr als sinnvoll. Denn: Ausschlaggebend für die Entstehung von konzeptuellen Metaphern ist letztendlich, welche Metaphern am leichtesten verstanden werden. Nur diejenigen werden als Werkzeuge zur Konzeptualisierung herangezogen, die intuitiv als ‚richtig’ angesehen werden können. Gemessen wurde das Metaphernverständnis, indem einer Gruppe von Testpersonen Metaphern mit verschiedenen Übertragungsrichtungen vorgelegt wurden: Konkret nach abstrakt, abstrakt nach abstrakt und abstrakt nach konkret. Die Testpersonen sollten nun eine Deutung der ihnen vorliegenden Beispiele angeben und dann, ob es ihnen leicht oder schwer gefallen war, die Metaphern zu ‚dekodieren’ (vgl. Jäkel 1997, 66-73). Die Ergebnisse sind eindeutig: Metaphern, die von konkret nach abstrakt übertragen, waren wesentlich besser zu verstehen, als die anderen beiden Typen. Teilweise wurde das Verständnis sogar als leichter empfunden, als bei nichtmetaphorischen Aussagen. Des Weiteren wurden sie weitestgehend auf gleiche Weise interpretiert, wohingegen die beiden anderen Metapherntypen oft durch heterogene Deutungen zu erklären versucht wurden (vgl. Jäkel 1997, 86-87).

Der überragende Verständnisvorsprung der von Lakoff und Johnson postulierten Übertragungsrichtung macht es höchst unwahrscheinlich, dass Metaphern, deren mappings sich nicht an diese halten, konzeptuelle Metaphern sein können. Somit wäre die These empirisch als bestätigt zu betrachten.

4.6 Entailment relations und zwischenmetaphorische Kohärenz

Nachdem das Phänomen der metaphorischen Übertragung in den vorangegangenen Kapiteln eingehend besprochen wurde, wenden wir uns nun der Struktur von konzeptuellen Metaphern zu.

Mehrfach wurde in dieser Arbeit bereits festgestellt, dass letztere konkrete Dinge als Ursprungsbereiche nutzen. Solch ein Konkretum steht in der realen Welt nicht allein, sondern hat vielfältige Verbindungen zu anderen Dingen, kann aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und interpretiert werden. Diese Verzweigungen sind laut Lakoff und Johnson auch ein Charakteristikum der entsprechenden, konzeptuellen Metapher und bedingen sozusagen eine systematische ‚In-sich-Struktur’, die sich in den jeweiligen, sprachlichen Realisierungen spiegelt (vgl. L/J 1980a, 197). Diese Beziehungen werden entailment relations (ebd.) genannt und begründen sozusagen eine interne Kohärenz der Metapher. Betrachten wir das bekannte TIME IS MONEY Beispiel (vgl. zu den folgenden Ausführungen L/J 1980a, 7-9). Geld ist für uns in unserer täglichen Erfahrungswelt ein knappes Gut und knappe Güter wiederum sind für uns kostbare Güter. Durch diese Subkategorisierbarkeit lassen sich folgende entailment relations aufstellen: Aus TIME IS MONEY (Bsp.: This phone call cost me an hour) folgt TIME IS A LIMITED RESOURCE (Bsp.: to run out of time) und daraus folgt TIME IS A VALUABLE COMMODITY (Bsp.: My time is to precious to waste it on you). Die Attribute, die wir der konkreten source domain zuschreiben, erweitern also deren Übertragungspotential.

Neben dieser ‚inneren’ Ordnung weisen Metaphern auch zwischeneinander Struktur auf, haben also auch externe Kohärenzen. Diese Struktur ist uns zu Beginn der Arbeit bereits begegnet, denn Axel Hübler hat sie als erstes Kriterium von konzeptuellen Metaphern angesetzt: Die Kohärenz. Wird ein bestimmtes Konzept, wie z.B. die Börse, durch mehrere konzeptuelle Metaphern charakterisiert, müssen diese mindestens ein gemeinsames Element aufweisen, welches üblicherweise in einer gemeinsamen entailment relation der verschiedenen source domains zu finden ist (vgl. L/J 1980a, 92). Ein Beispiel mag dies verdeutlichen (vgl. dazu L/J 1980, 91-94). Wir haben bereits die Metapher ARGUMENT IS A JOURNEY ( Bsp.: Don ’ t get off the subject) kennen gelernt. Dasselbe Konzept wird durch ARGUMENT IS A CONTAINER ( Bsp.: His point doesn ’ t have much content) beschrieben. Während einer Reise wird eine immer größer werdende Strecke an Weg zurückgelegt, je länger sie dauert. Vergleichbarerweise wird die Menge an Inhalt in einem Behälter immer größer, je länger man fortfährt, etwas hinein zu geben. Genau diese Parallele stellt laut Lakoff und Johnson das Verbindungselement der beiden Metaphern dar: „As we make an argument, more of a surface is created“ (1980a, 94). Das Vorhandensein von gemeinsamen entailments sei auch der Grund dafür, das zwei Metaphern zusammen verwendet werden können, wie in At this point your argument doesn ’ t have much content (aus L/J 1980, 92). Wichtig zu betonen ist, dass mit Kohärenz keineswegs gemeint ist, dass die Metaphern eines Konzeptes widerspruchsfrei oder gar völlig übereinstimmend („consistent“) sein sollen. „[T]wo metaphors would be consistent if there were a way to completely satisfy both purposes with one clearly delineated concept. Instead, what we get is coherence, where there is a partial satisfaction of both purposes” (L/J 1980a, 95). Wie schon während der Darstellung des highlighting and hiding erläutert, ist es ja so, dass jede Metapher andere Elemente eines Konzeptes betont oder abschwächt. Dies wäre mit übereinstimmenden Mitteln natürlich nicht möglich. Der Reichtum eines Konzeptes wird also durch die nur teilweise Vereinbarkeit der verschiedenen Metaphern erst möglich.

Zum eben dargelegten Teil der kognitiven Theorie sind einige kritische Anmerkungen vonnöten. Zunächst einmal ist die Unterscheidung von internen und externen Zusammenhängen keinesfalls so eindeutig, wie von Lakoff und Johnson vorgesehen. Vielmehr sind diese in Abhängigkeit der gewählten Abgrenzung der Metaphernkonzepte zu sehen. Anstatt als Subkategorien des übergeordneten Konzeptes TIME IS MONEY, könnte man letzteres und die beiden entailment relations auch als eigenständige Metaphern für ein und dasselbe Konzept ‚Zeit’ betrachten. Dann würde die beschriebene, interne Kohärenz zu einer externen werden (Baldauf 1997, 255). Wird also die Analyse ausreichend engmaschig gestaltet, werden innere Beziehungen schließlich völlig wegfallen und nur noch äußere existieren, womit auch eine Unterscheidung dieser Kategorien obsolet wäre.

Ein ungleich größerer Kritikpunkt knüpft sich an die unbedingte Forderung eines Verbindungsgliedes zwischen zwei Metaphern. Die Kohärenz, wie sie in Metaphors We Live By anhand des obigen Beispieles versucht wird zu zeigen, wirkt „äußerst konstruiert und es ist fraglich, ob derartige Zusammenhänge kognitiv vollzogen werden“ (Baldauf 1997, 257).

[...]


1 Etwa Aristoteles oder Immanuel Kant. Deren Rolle wird im Verlauf der Arbeit noch genauer erläutert.

2 In Kapitel 3 dieser Arbeit werden zwei der wichtigsten Theorien vorgestellt, was dem Leser nicht zuletzt einen Einblick in diese Verschiedenartigkeit ermöglichen soll.

3 In diesem Jahr veröffentlichte Ivor Armstrong Richards seinen Beitrag The Philosphy of Rhetoric, in dem zum ersten Mal eine Erweiterung des traditionellen Verständnisses zu erkennen war. Kapitel 3.2.1 behandelt seine Theorie näher.

4 Der Begriff erklärt sich genau aus der eben beschriebenen Tatsache: Diese Art der Metapher ist so weit ‚konventionalisiert’, d.h. wird oder wurde so oft verwendet, dass sie nicht mehr als Metapher erkannt wird. Sie ist zur Konvention geworden (Baldauf 1997, 15).

5 Der Begriff ‚Konzept’ bezeichnet ein mental erstelltes Abbild der Wirklichkeit in Abhängigkeit unserer Wahrnehmung (vgl. Richardt 2005, 61).

6 Die Existenz von Metaphern in unseren mentalen Konzepten ermöglicht diese sprachlichen, metaphorischen Ausdrücke überhaupt erst (L/J 1980a, 6).

7 Der Begriff ‚konzeptuelle Metapher’ ist als gedankliches Konzept zu verstehen, das metaphorisch strukturiert ist und nicht als eine Metapher im Sinne einer sprachlichen Äußerung. TIME IS MONEY bezeichnet die generelle Übertragungsweise von Eigenschaften des Geldes auf die Zeit, und zwar lediglich auf kognitiver Ebene (vgl. Jäkel 1997, 21-22). Als Synonym wird auch ‚kognitive Metapher’ verwendet. Um diesen wichtigen Unterschied im Schriftbild kenntlich zu machen, wurde von Lakoff und Johnson die Schreibweise in Kapitälchen eingeführt, die auch in dieser Arbeit durchgehend verwendet werden wird.

8 Die entsprechende Argumentation findet sich in L/J 1980a zu Kriterium a) in Kapitel 16, zu Kriterium b) in Kapitel 1, zu Kriterium c) in Kapitel 5 und zu Kriterium d) in Kapitel 24.

9 Hier zeigt sich besonders deutlich, wie überholt das vorgestellte, klassische Metaphernverständnis ist: In einer Textsammlung aus einem sprachlichen Bereich, der absolut ‚unpoetisch’ und auf reine Informationsvermittlung ausgerichtet ist, nämlich dem der Börse, finden sich laut Hübler „literally hundreds of metaphors“ (1989, 2), was ich aufgrund meiner Erfahrung mit der in Kapitel 6 dieser Arbeit vorgestellten Korpusanalyse nur bekräftigen kann.

10 Im Laufe der Zeit hat seine Theorie maßgebliche Weiterentwicklungen erfahren, z.B. durch Quintilian und Cicero. (Jäkel 1997, 89).

11 Generell wird Aristoteles auch die Urheberschaft dieses Vergleichsaspektes zugeschrieben. Es gibt aber auch Stimmen, die dies verneinen und den vermeintlich gezogenen Fehlschluss auf einen Übersetzungs- bzw. Interpretationsirrtum der entsprechenden Stelle in der Rhetorik von Aristoteles zurückführen. Schenkt man dem Glauben, wären Quintilian und Cicero die ersten Vertreter der Vergleichstheorie (vgl. hierzu Rolf 2005, 21-34). Für unsere Zwecke ist es allerdings unerheblich, wer genau welcher Theorie zugesprochen hat. Fakt ist, dass die Vergleichstheorie zusammen mit der Substitutionstheorie das klassische Metaphernverständnis weitgehend konstituiert und deshalb werden sie hier zusamengefasst behandelt.

12 Diese Auffassung begründet sich aus der in der Antike vorherrschenden Weltsicht des Objektivismus, auf den ich in Kapitel 4.1.1 genauer eingehen werde.

13 In der kognitiven Theorie ist die target domain das Äquivalent zum Tenor und die source domain entspricht dem Vehikel.

14 Neben dem großen Unterschied, der in der grundsätzlich kognitiven Orientierung von Richards begründet liegt.

15 Black führt für die beiden Teile der Metapher eigene Bezeichnungen ein: principal subject soll dabei den Tenor und subsidiary subject das Vehikel ersetzen. Da diese Begriffsänderung aber eigentlich unnötig ist (vgl. Jäkel 1997, 100), verwende ich hier die von Richards eingeführten Termini weiter.

16 Vgl. hierzu etwa Mietzel 1998, 216.

17 Der Ausdruck bezeichnet die bereits in Kapitel 1.1 geschilderte Tatsache, dass Metaphern täglich in großer Anzahl unbewusst verwendet werden.

18 Siehe Kapitel 4.5.

19 Eine Liste findet sich bei Jäkel 1997, 121-122.

20 „Locke, continuing the empiricist tradition, shows the same contempt for figurative speech, which he views as a tool of rhetoric and an enemy of truth“ (L/J 1980a, 190).

21 „[...] colors do not exist in the external world. Given the world, our bodies and brains have evolved to create color.“ (L/J 1999, 23).

22 Ohne diese Distanzierung wäre der Begriff der Lebensmetapher schlichtweg unmöglich. Dessen Kern ist ja gerade die Beeinflussung des Menschen durch individuelle ‚Wahrheiten’ und diese können nur durch die subjektive Natur der Wahrnehmung entstehen (vgl. L/J 1980a, 159-160).

23 Obwohl Rosch in ihren Experimenten von natural prototypes ausgeht, also von besten Beispielen, die wir sinnlich wahrnehmen können (etwa Formen oder Farben), schließt sie die Existenz von solchen Prototypen, die keine direkte Wahrnehmungsbasis haben, nicht aus: „even in nonperceptual domains, artificial prototypes (the best examples of nonperceptual categories) once developed, may affect the learning and processing of categories in that domain in a manner similar to the effects of natural prototypes.“ (Rosch et al. 1973, 349). Diese Feststellung ist für den weiteren Verlauf unserer Überlegungen zu metaphorischen Konzepten sehr wichtig, da diese ja die Aufgabe haben, Dinge zu erfassen, die nicht konkret durch Sinneswahrnehmung zu verstehen sind.

24 „In taxonomies of concrete objects, there is one level of abstraction at which the most basic category cuts are made. Basic categories are those which carry the most information, possess the highest category cue validity, and are, thus, the most differentiated from one another” (Rosch 1976, 382).

25 In Philosophy in the Flesh (1999) wird diese Erkenntnis nochmals erweitert: die embodied mind hypothesis besagt, dass unsere Konzepte nicht nur auf den physischen und kulturellen Erfahrungen beruhen, sondern auch auf unseren biologischen, sensorischen und motorischen Vorraussetzungen (vgl. hierzu das Beispiel zur Farbenblindheit in Kapitel 4 dieser Arbeit). Hier wird der Fokus also ganz erheblich auf das einzelne Individuum gerichtet.

26 Lakoff führte den Begriff 1977 in die Sprachwissenschaft ein: „What I would ultimately like to show… is that thought, perception, the emotions, cognitive processing, motor activity, and language are all organized in terms of the same kind of structures, which I am calling gestalts… Gestalts are at once holistic and analyzable. They have parts, but the wholes are not reducible to the parts.” (Lakoff 1977, 246; zitiert nach Baldauf 1997, 34).

27 Vgl. hierzu die Ausführungen in Kapitel 4.1.2.2.

28 Diese Erkenntnis ist von großer Bedeutung: Sie besagt nämlich, dass abstraktes Denken nicht unabhängig von bildlich-physischer Erfahrung existieren kann. „Abstract reasoning is a special case of image-based reasoning“ (Lakoff 1993, 229). Diese Behauptung wird auch durch die moderne Gedächtnispsychologie bestätigt (vgl. etwa Mietzel 1998, 89-90).

‚Idealvorstellungen’ sind und damit notwendigerweise Vereinfachungen der Realität sein

29 Diese Idealisierung liefert gemäß Lakoff (1987a, z.B. 22 oder 70) die Erklärung für die von E. Rosch gefundenen Prototypeneffekte in der menschlichen Kategorisierung: Die Existenz von Prototypen ergibt sich aus dem Grad der Übereinstimmung einer Erfahrung mit dem jeweiligen ICM. Je näher ein Gegenstand unserer Idealvorstellung kommt, desto besser ist er als Beispiel für seine Kategorie geeignet (vgl. Baldauf 1997, 74). Diese Idealvorstellung entsteht - vor unserem kulturellen Hintergrund - durch die Abstrahierung von allen Gegenständen einer Kategorie, mit denen wir bisher Erfahrungen gesammelt haben.

30 Siehe Kapitel 4.1.2.1 bzw. 4.1.2.3.

31 In Kapitel 4.8 werden wir sehen, dass sich konzeptuelle Metaphern auch in idiosynkratischen Metaphern zeigen können.

32 „[S]ince we see similarities in terms of the categories of our conceptual system and in terms of the natural kinds of experiences we have […], it follows that many of the similarities that we perceive are a result of conventional metaphors that are part of our conceptual system” (L/J 1980a, 147).

33 Die Behauptung, Metaphern wären immer an direkte Erfahrung gebunden, hat Lakoff und Johnson oft Kritik eingebracht. Betrachtet man etwa die Metapher ARGUMENT IS WAR, so fällt auf, dass die wenigsten von uns jemals die Erfahrung von Krieg machen mussten, wir aber trotzdem das Konzept ‚Krieg’ benutzen, um das Konzept ‚Diskussion’ zu konkretisieren (etwa in Äußerungen wie to win an argument). Bereits 1982 haben sich die Autoren diesem berechtigten Kritikpunkt zugewandt und mit „ indirectly based metaphors “ (L/J 1982, 5; zitiert aus Baldauf 1997, 18) argumentiert. Demnach werden bestimmte, grundlegende konzeptuelle Metaphern von Generation zu Generation weitergegeben, die sich dann sozusagen aus ‚tradierten Erfahrungen’ speisen. Später führten sie den mehr entwicklungspsychologisch begründeten Begriff der primary metaphor ein (vgl. L/J 2003, 264-265), wonach sich Metaphern bereits auf Erfahrungen aus frühester Kindheit gründen. Für unser Beispiel heißt das, dass der Kampf und Widerstand gegen die Eltern und etwaige andere Repressalien der Erwachsenenwelt sich mit dem später erworbenen Wissen über Krieg verbinden und so die Basis für die konzeptuelle Metapher bilden.

34 Vgl. hierzu L/J 1980a, 112, 105, 59; jeweils wird an diesen Stellen betont, dass metaphorische Übertragung in aller Regel von konkret zu abstrakt erfolgt, nicht umgekehrt.

Ende der Leseprobe aus 136 Seiten

Details

Titel
Metaphorik der englischen Börsensprache
Untertitel
Eine korpusgestützte Analyse zur kognitiven Metapherntheorie von Lakoff und Johnson
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Anglistik und Amerikanistik)
Note
1
Autor
Jahr
2008
Seiten
136
Katalognummer
V377967
ISBN (eBook)
9783668552449
ISBN (Buch)
9783668552456
Dateigröße
2000 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Metaphorik, Englisch, Börse, Sprache, Linguistik, Johnson, Lakoff, Denken
Arbeit zitieren
Kerstin Nowak (Autor), 2008, Metaphorik der englischen Börsensprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377967

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