Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - The Teacher, Educational Leadership

Fallstrukturanalyse zur Professionalisierung des Schulleiterberufes

Title: Fallstrukturanalyse zur Professionalisierung des Schulleiterberufes

Term Paper , 2004 , 21 Pages , Grade: unbenotet

Autor:in: Christian Uhrheimer (Author)

Pedagogy - The Teacher, Educational Leadership
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Anhand der Methode der objektiven Hermeneutik sollen die objektiven Daten der stellvertretenden Schulleiterin Frau R. interpretiert werden, um deren Motivation zu erforschen, diesen Karriereweg einzuschlagen. Zunächst muss jedoch ein Überblick über die Diskussion um Professionalisierung von Schulleitern sowie über die Vorgehensweise der objektiven Hermeneutik vorangestellt werden. Nach der Interpretationen der Daten von Frau R. wird eine Fallstrukturhypothese aufgestellt, die abschließend in den Kontext des Themas, der Professionalisierung von Schulleitung, im Bezug auf die Zeit von Frau R.s Tätigkeit, gestellt wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorab

2. Professionalisierung und Ambivalenzen des Schulleiterberufes

3. Die Methode der objektiven Hermeneutik

4. Die Interpretation der objektiven Daten von Frau R.

a) Frau R.s Familie

b) Schullaufbahn

c) Studium

d) Referendariat und berufliche Karriere

e)Familienstand

5. Fallstrukturhypothese

6. Abschluss

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht mittels der Methode der objektiven Hermeneutik den Lebenslauf der stellvertretenden Schulleiterin Frau R., um deren Motivationsstruktur für die Berufswahl sowie ihr berufliches Selbstbild vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und der Professionalisierungsdiskussion des Schulleiterberufes zu analysieren.

  • Analyse der Professionalisierung und der damit verbundenen Ambivalenzen im Schulleiterberuf.
  • Einführung in die methodischen Grundlagen der objektiven Hermeneutik.
  • Biographische Fallrekonstruktion einer Schulleiterin unter Berücksichtigung historischer Kontexte (Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Nachkriegszeit).
  • Reflexion des Einflusses von Herkunftsfamilie und gesellschaftlichen Erwartungen auf die Karriereentwicklung.

Auszug aus dem Buch

4. Interpretation der objektiven Daten von Elenore Richter

Frau R. wurde 1920 in Kaiserslautern geboren, erfuhr also in ihrer Kindheit die Umstände der ersten deutschen Demokratie: der Weimarer Republik. Kaiserslautern ist eine recht provinzielle mittelgroße Stadt in der Pfalz, nahe der deutschen Westgrenze, in der ein traditionelles antifranzösisches Ressentiment hegemonial ist. Dennoch war Kaiserslautern zu Zeiten der Weimarer Republik vergleichsweise republikanisch eingestellt. Zum Zeitpunkt von Frau R.s Geburt war der Erste Weltkrieg gerade zwei Jahre beendet, die Republik war gekennzeichnet von Instabilität und von durchaus realen Bedrohungen insbesondere von rechts aber auch von links. Trotz (oder wegen?) einiger progressiver Elemente in der Verfassung der Weimarer Republik wie verbesserte Bildungschancen, Vorantreibung der Geschlechtergleichheit und der Versuch gesellschaftliche Konflikte nicht autoritär zu lösen, sondern vermittels demokratischer Mechanismen, war der Rückhalt der Demokratie in Deutschland eher gering. Doch nicht nur diese politischen Wirren, sondern auch ökonomische Krisen bewirkten Verunsicherungen weiter Teile der Bevölkerung. Diese Unsicherheiten und unklaren Zukunftserwartungen wirkten sich sicherlich vermittels Eltern und soziales Umfeld auch auf Frau R.s frühkindliche Erziehung aus.

Die wirtschaftlich verheerende Situation gipfelte schließlich1929 in der Weltwirtschaftskrise. Ab dieser Zeit wurde das Bedürfnis in Deutschland nach einem faschistischen Staat immer größer; der Nationalsozialismus machte den Deutschen Angebote zur speziell deutschen Überwindung der kapitalistischen Krise, welches die Deutschen in übergroßer Mehrheit gern annahmen. Als am 30.01.1933 den Nazis die Macht übergeben wurde, befand sich Frau Richter bereits im 13. Lebensjahr, so dass sie durchaus bewusst einige Umstände dieser Zeit wahrnehmen konnte. Für dieses Alter typisch, also für die pubertäre Phase, sind Auseinandertreibungen mit dem eigenen Ich, der eigenen Sexualität und Reflexionen auf sich und seine Umgebung. Diese oft von individuellen Krisen geprägte und charakterprägende Phase fällt bei Frau R. mit der faktischen Abschaffung der Demokratie und der endgültigen Durchsetzung des Nationalsozialismus als hegemonialer Ideologie in Deutschland zusammen, dürfte also für Frau Richter und ihre Generation allgemein größeren Einfluss auf die Biographie ausüben, als bei beispielsweise alten Menschen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorab: Einführung in die Zielsetzung, die methodische Vorgehensweise sowie den Aufbau der Fallstudie.

2. Professionalisierung und Ambivalenzen des Schulleiterberufes: Darstellung des Spannungsfeldes zwischen pädagogischer Leitung und bürokratischer Organisation sowie Diskussion des Führungsbegriffs.

3. Die Methode der objektiven Hermeneutik: Erläuterung der theoretischen Prinzipien und methodischen Schritte der objektiven Hermeneutik nach Ulrich Oevermann.

4. Die Interpretation der objektiven Daten von Frau R.: Detaillierte biographische Rekonstruktion unter Berücksichtigung von Familienhintergrund, Schullaufbahn, Studium, Karriere und Familienstand.

5. Fallstrukturhypothese: Verdichtung der Analyseergebnisse zu einer zentralen Hypothese über die berufliche Motivation der untersuchten Person.

6. Abschluss: Einordnung der Ergebnisse in den historischen und erziehungswissenschaftlichen Kontext sowie kritische Reflexion über die Kontinuität nationalsozialistischer Ideologeme.

Schlüsselwörter

Fallstrukturanalyse, Schulleiterberuf, Professionalisierung, Objektive Hermeneutik, Biographieforschung, Nationalsozialismus, Lehrerfamilie, Bildungsbürgertum, Frau R., Erziehungsauftrag, Führungsstil, Identitätsentwicklung, Mädchenlyzeum, Pädagogische Leitung, Berufsbiographie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert biographische Daten einer stellvertretenden Schulleiterin, um zu verstehen, wie soziale Herkunft und historische Rahmenbedingungen ihre berufliche Karriere und ihr Selbstverständnis geprägt haben.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit verbindet die erziehungswissenschaftliche Diskussion zur Professionalisierung von Schulleitungen mit biographischer Fallrekonstruktion und einer historisch-soziologischen Analyse der Generation, die im Nationalsozialismus sozialisiert wurde.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die individuelle Motivation der Probandin Frau R. für ihren gewählten Karriereweg sowie ihr spezifisches Selbstbild als Schulleiterin zu explorieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet die Methode der objektiven Hermeneutik nach Ulrich Oevermann, um soziale Wirklichkeit durch die Analyse biographischer Daten objektiv und intersubjektiv überprüfbar zu rekonstruieren.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Mittelpunkt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der schrittweisen Interpretation des Lebenslaufs von Frau R. – von der Kindheit im Elternhaus über die Schulausbildung und das Studium während des Nationalsozialismus bis hin zur beruflichen Karriere im Nachkriegsdeutschland.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Fallstrukturanalyse, Professionalisierung des Schulleiterberufes, biographische Sozialisation und das Spannungsfeld zwischen Erziehung und bürokratischer Organisation.

Welche Rolle spielt die Herkunftsfamilie von Frau R.?

Die Herkunftsfamilie, die tief im konservativen Bildungsbürgertum verwurzelt ist und in der der Lehrerberuf eine starke Tradition hat, wird als maßgeblicher Faktor für die Berufswahl von Frau R. identifiziert.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Schulleiterin im Kontext der Nachkriegsgeschichte?

Die Arbeit diskutiert kritisch, wie viele Führungspersonen nach 1945 durch ihre Sozialisation im Nationalsozialismus geprägt blieben und wie dies die Schulkultur der 60er und 70er Jahre beeinflusste, ohne dass eine fundamentale Aufarbeitung der NS-Vergangenheit stattfand.

Excerpt out of 21 pages  - scroll top

Details

Title
Fallstrukturanalyse zur Professionalisierung des Schulleiterberufes
College
Martin Luther University
Grade
unbenotet
Author
Christian Uhrheimer (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V37844
ISBN (eBook)
9783638370820
Language
German
Tags
Fallstrukturanalyse Professionalisierung Schulleiterberufes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Uhrheimer (Author), 2004, Fallstrukturanalyse zur Professionalisierung des Schulleiterberufes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37844
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  21  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint