Elemente und Prinzipien religionsästhetischer Bildung. Analyse von Silke Leonhards und Thomas Klies "Performatives Lernen und Lehren von Religion"


Seminararbeit, 2014

31 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Performatives Lernen und Lehren von Religion
2.1 Erorterung der Thesen
2.2 Perspektiven religionsasthetischer Bildung
2.2.1 Elemente: Form, Performance, Gestalt
2.2.2 Prinzipien: Performanz und Performativitat
2.3 Praxis performativen Lehrens und Lernens

3 Sitzungsplanung
3.1 Organisatorische Angaben
3.2 Seminarthema
3.3 Bedingungsanalyse
3.4 Die Seminarreihe mit Einordnung der Thematik
3.5 Didaktische Analyse mit methodischer Uberlegung
3.6 Lernziele und angestrebter Kompetenzzuwachs

4 Darstellung und Reflexion des realen Stundenverlaufs

Literaturverzeichnis

Anhang (Sitzungsverlaufsplan, Powerpoint-Prasentation, Ergebnisse des Seminars)

1. Einleitung

Im Folgenden werden die einzelnen Schritte zur Seminarplanung und die Re­flexion dieser beschrieben. Die Seminareinheit beschaftigt sich mit dem Text „Performatives Lernen und Lehren von Religion“ von Silke Leonhard und Thomas Klie. Zu Beginn dieser Niederfassung werden zuerst die einzelnen Thesen des Textes erortert und anschlieBend die Elemente und Prinzipien der Didaktik beschrieben. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird dann die Praxisre- levanz erarbeitet. Die prasentierten Thesen sind eine Hilfestellung, um den Ansatz kurz zu erlautern. Die Elemente und Prinzipien sind unter dem Oberbe- griff Perspektive angeordnet und beschreiben die Inhalte der Didaktik im De­tail. Im praktischen Teil wird die theoretisch erarbeitete Didaktik in ein Ver- haltnis zu ihrer Relevanz gesetzt. Im zweiten Teil liegt der Fokus auf der Se­minarplanung, dabei werden die Voraussetzungen und Uberlegungen niederge- legt und das Thema in die Seminarreihe eingeordnet. Nach der theoretischen Uberlegung wird die praktische Umsetzung der Seminarstunde beschrieben und reflektiert. AbschlieBend wird in der Reflexion eine personliche Stellung- nahme zur Relevanz der Didaktik gegeben.

Ziel dieser Arbeit ist es, dass die eigene Kompetenz uberpruft und erweitert wird. Schwerpunkte liegen dabei in der Stundenplanung und Reflexion der Seminareinheit.

2. Performatives Lernen und Lehren von Religion

Durch die Pluralisierung steht die Religionsdidaktik vor sich standig entwi- ckelnden Herausforderungen. Es muss ein System geschaffen werden, bei dem die Religionsdidaktik pluralitatsfahig ist. Diese ist dann pluralitatsfahig, „wenn sie Pluralitat weder in eine Einheit aufheben noch sie in relativierender Belie- bigkeit uneingeschrankt affirmieren, sondern sie qualitativ entwickeln und ge- stalten will"[1] [2]. Ziel ist die Forderung der Schulerinnen und Schuler durch eine Entwicklung der „kritisch reflektierten religiosen und weltanschaulichen Wahrnehmungs- Kommunikations- und mundigen Urteilsfahigkeit" . Laut Englert (2012) werden Veranderungen insofern definiert, dass die Religion an lebensweltlicher Bedeutung verliert. Dabei stellte er die problemorientierte Frage: „Inwieweit ist Religion fur heutige Kinder und Jugendliche uberhaupt von Interesse?“[3] und gibt die Performative Religionsdidaktik als einen religi- onsdidaktischen Ansatz.

2.1 Erorterung der Thesen

Silke Leonhard und Thomas Klie haben dreizehn Thesen bezuglich des per- formativen Lernens und Lehrens von Religion verfasst. Die erste These befasst sich damit, dass die elementare Bildung mehr als die kognitiven Kompetenzen umfasst, und zwar schlieBt sie die leibliche, raumliche und gemeinschaftliche Teilhabe am Leben ein[4]. Dadurch werden neue Lebensbezuge geschaffen, die „zur intersubjektiven Wurde des Lebens beitragen“[5]. Dadurch sind die Grenzen rein ethischer Fragen im Religionsunterricht aufgebrochen. Bezogen auf die ErschlieBung der „Praxis des Evangeliums“[6] im Religionsunterricht, ist es not- wendig die Raume zu begehen und gemeinsam zu rekonstruieren[7]. Dabei sind nicht nur Kirchenraume und andere Raume religioser Begegnungen gemeint, sondern auch „sakulare Raumlichkeiten“[8]. So hat auch der Klassenraum einen Einfluss auf die Lernsituation der Schulerinnen und Schuler in Bezug auf die leibliche Komponente. Durch den Raum fuhlt sich der Schuler in einer Rolle definiert und betrachtet sich aus der Sicht, die sich durch den Raum erschlieBt. Dadurch ist jede Person anders realisiert und fuhlt sich bestimmt durch die ei- gene Perspektive und die eigene Biographie.[9] Im Religionsunterricht ist die Uberwindung der, durch die Perspektiven gegebenen Grenzen anzustreben. Dazu muss „die Stellung im Raum verlassen werden“[10], denn durch eine Dy- namik ist die Moglichkeit fur neue Einsichten erst gegeben. Im Bibliodrama werden die Gesten, Korperhaltungen und Bewegungen Konstrukteure von Raumen. Die zweite These beschaftigt sich damit, dass performatives Lehren und Lernen im Horizont asthetischer Bildung geschieht. Dabei stehen die reli­giose Performanz und die Performativitat im Mittelpunkt[11]. Die religiose Per- formanz ist „die kulturelle Gestalt und der symbolische Modus, unter denen Religion in Form bzw. Sprache kommt“[12]. Die Performativitat ist „der entspre- chende Prozess der kommunikativen ErschlieBung und seiner Wirkung“[13]. Die dritte aufgestellte These betont die Performative Didaktik als eine „konkrete Praxis“[14]. Durch diese kann die Lebensfuhrung im Hinblick auf einen be- stimmten Deutungshorizont reflektiert werden. In der Reflexion gewinnen der Gehalt, also die nach innen gerichtete religiose Sicht, und die Gestalt, die nach auBen gerichtete Sicht, an Bedeutung. Thomas Klie fasst diese These wie folgt zusammen: „Kein Unterrichtsgegenstand ist einfach abstrakt gegeben. Viel- mehr teilt er sich mit, indem man mit ihm umgeht, sich in ihn hinein begibt, sich in ihm bewegt, sich in ihm und zu ihm verortet“[15]. Die vierte These druckt aus, dass Religion uber ihre Asthetik geeignet und vernunftig erschlossen wer­den kann[16]. Die funfte These beschaftigt sich mit der Problematik der pluralis- tischen und sakularen Gesellschaft. Sie sagt aus, dass die „Schul-Religion“[17] didaktisch imaginieren muss, damit ein Unterrichtsgegenstand erschaffen wer­den kann, da immer mehr Schulerinnen und Schuler Unerfahrenheit gegenuber ihrer Religion aufzeigen. Die sechste These beschreibt, dass die didaktische Darstellung religioser Themen im Religionsunterricht experimented charakteri- siert ist[18]. Die siebte These stellt den Bezug der einzelnen Phasen zueinander dar. Sie sagt aus, dass in der didaktischen Religion die „religionsasthetische und reflexive, darstellende und kognitive Phasen wechselseitig aufeinander bezogen“[19] sind. Kernaussage ist hierbei, dass die Kommunikation uber die Religion nicht gleichzusetzen ist mit einer religiosen Kommunikation[20]. Tho­mas Klie legt in seinem Artikel fest, dass eine gelebte Religion nur uber Erfah- rungen und Handlungen erlernt werden kann.[21] Die Religion wird „von auBen nach innen“[22] gelernt.

Dabei spielen auch die leibliche und raumliche Gestalt eine wichtige Rolle, denn uber diese wird Religion erfahrbar gemacht. In der achten These werden die Grundphanomene beschrieben und mit der Theorie in Einklang gebracht. Bei den Grundphanomen handelt es sich um den Leib, den Raum, die Sprache und die Intersubjektivitat. GeauBert werden diese in drei Dimensionen. Bei den Dimensionen handelt es sich um die kognitiv-sprachliche, zum Beispiel durch die Textproduktion, die kunstlerisch-expressive, zum Beispiel durch die musi- kalische Darstellung und die leibliche GroBe, zum Beispiel durch das darstel- lende Spiel (Bibliodrama). Die Autoren sagen aus, dass Religion performativ dargestellt wird, wodurch die Schulerinnen und Schuler einen vernehmbaren Zugang zur Religion erhalten[23]. Die neunte These betont die theologische und ethische Wichtigkeit der „Asthetik als Einbringen von Kultur in Religionspa- dagogik“[24] [25]. In der zehnten These wird der performative Ansatz mit der bibli- schen Hermeneutik gleichgesetzt, denn in der Bibel finden sich viele Erzahlun- gen, Gleichnisse und Metaphern, die inszeniert werden konnen. Hier wird der Begriff der Performance erlautert. Dabei handelt es sich um den Prozess der Ausdruckshandlung, in welcher die Gleichnisse und andere biblische Inhalte so inszeniert werden, dass sie fur einen Betrachter ersichtlich sind . Die elfte These beschreibt die Bedeutung der Didaktik fur den „Inszenierungsbedarf jugendlicher Lebenswelten“[26] und sagt aus, dass die Lernprozesse „zur affirma- tiven Gestaltung wie kritischer Umgestaltung von gelebter Religion“[27] befahi- gen. Die beiden evangelischen Autoren zeigen in der zwolften These, dass die Performative Religionsdidaktik sowohl katholisch wie auch evangelisch rezi- piert wird[28]. In der letzten These wird nochmals betont, dass Religion nur im Horizont einer gelebten Religion auch gelehrt werden kann. Dabei ist das Ver- haltnis von theologischer Zwangslosigkeit und religioser Gebundenheit ein entscheidender Faktor.

Diese dreizehn Thesen geben einen Einblick in die Performative Religionsdi- daktik.

2.2 Perspektiven religionsasthetischer Bildung

Im Folgenden werden die Elemente und Prinzipien der Performativen Religi- onsdidaktik erlautert. Bei den Elementen handelt es sich um die Begriffe „Form, Performance und Gestalt“[29]. Im weiteren Verlauf werden die Perfor- manz und Performativitat unter dem Oberbegriff Prinzipien beschrieben.

2.2.1 Elemente: Form, Performance, Gestalt

Die Performative Religionsdidaktik beschaftigt sich in der Praxis mit Meta- phern, Riten, Darstellungs- und Interpretationsprozesse, welche sich auf altere Lernformen beziehen[30]. Hierbei ist die Symboldidaktik von Peter Biehl zu nennen. Aktuell werden verschiedene Ausrichtungen umfasst. Dazu gehoren der Ruckgriff auf die Semiotik[31], die Gestaltpadagogik[32], der Poststrukturalis- mus und der Dekonstruktivismus[33]. In der katholischen Spezialisierung finden auch die konstruktivistischen[34] und mystagogischen[35] Konzepte einen Einsatz.

Durch die Performative Religionsdidaktik wird der „Religionsunterricht in den Kontext der gegenwartigen Situation“[36] gestellt. Der Schwerpunkt liegt darin, dass Religion als diese in eine Form kommt.

„Per formam meint, dass Lernen und Lerngehalte im wahrsten Sinne des Wortes zum Ausdruck kommen und Gestalt gewinnen, Form ist ein asthetischer Begriff, der die Konturen, die Gestalt und damit auch die Erscheinungsweisen von etwas begreift“[37]

Die Performanz meint damit den Akt, bei dem ein Etwas durch die Inklusion der Dimensionen Raum, Sprache, Intersubjektivitat und Leib eine Form be- kommt. Durch die Performative Religionsdidaktik ist es moglich, dass kulturel- le und mediale Formen als „Phanomene der Lebenswelt wahrgenommen, ge- deutet und gestaltet“[38] werden konnen. Der Begriff der Gestalt macht in diesem Zusammenhang deutlich, dass keine statischen Fixierungen genutzt werden. Es werden vielmehr lebendige und geschichtliche Prozesse mit einbezogen.[39] Die Schuler nutzen „gepragte kultische und kulturelle Formen“[40], dadurch dass sie diese in ihren Lernprozessen, ausgehend ihrer weltlichen Situation reflektieren, interpretieren und anderen zur leiblichen Wahrnehmung und weiterer Deutung eroffnen.

2.2.2 Prinzipien: Performanz und Performativitat

Performanz und Performativitat kommen in der Praxis zusammen, sind aber differenziert in der Theorie zu betrachten. Durch den Begriff der Performanz wird der Darstellungscharakter von Aussagen verdeutlicht. Dieser Begriff im- pliziert, dass „Religion in der Form eines biblischen Werkstucks“[41] genutzt wird, dazu wird sie vorbereitet, erprobt und prasentiert. Der „Modus des Zegens“[42] ist ein zentraler Aspekt im Religionsunterricht, da dieser die Lernsitua- tion der Schuler tangiert. „In diesen Lernarrangements kommt Religion in Lehr- und Werkstucken zum Tragen, ihr jeweiliges Setting gestaltet das Ver- haltnis von Darstellung und Mitteilung.“[43] Anne KlaaBen, Dozentin im Religi- onspadagogischen Institut fur den Bereich Grundschule, versucht sich an einer Definition fur den Begriff der Performanz. Sie definiert Performanz als Unter- richtsprinzip, als „die Inszenierung einer biblischen Geschichte“[44], welche Zu- schauer und Darsteller benotigt. Dabei wird von beiden Gruppen die subjektive Sichtweise mit einbezogen. Sie sagt aus, dass die Inszenierung zum Gegen- stand des Unterrichts wird, welche die Schuler reflektieren.[45]

Die Performativitat verdeutlicht, „dass Lernprozesse und Darstellungsprozesse das, was sie bedeuten, vollziehen und so eine neue Wirklichkeit hervorbrin- gen“[46]. So ist festzuhalten, dass sich, nach dieser Auffassung, die Schuler an der Religion gestalten und andersherum sich die Religion an ihnen kreiert. Zur Performativitat schreibt Anne KlaaBen: „Akteure, Zuschauer, Lehrer/ -in und Schuler/ -innen spuren eine eigene Wirkung, die verwandelt“[47]

Beide Begriffe beziehen sich aufeinander und sind miteinander verknupft. Ge- meinsam ermoglichen sie in der Performativen Religionsdidaktik, dass die In­nen- und AuBenperspektive der Schuler mit einbezogen werden, dadurch, dass nach jeder Darstellung eine Reflexion durchzufuhren ist. Durch diese wechsel- seitige Methode sind „religiose Bildung und Mundigkeit gewahrleistet“[48].

2.3 Praxis performativen Lehrens und Lernens

Wie zuvor beschrieben ist die Performative Religionsdidaktik abhangig von ihren Akteuren und Zuschauern und ist somit auf die Flexibilitat angewiesen sich immer wieder der jeweiligen Situation anzupassen[49]. Je alter die Schuler sind, desto effektiver ist diese Didaktik, da sie in einen Diskurs miteinander geraten konnen und eine Reflexion der Darstellung so tiefgrundiger ist[50]. In der durchgefuhrten Seminareinheit werden die Studentinnen und Studenten dazu aufgefordert eine praktische Umsetzung der Performativen Religionsdidaktik zu erarbeiten und dabei die Schwierigkeiten und Chancen heraus zu stellen. In der Reflexion und zum Abschluss wird dann eine personliche Kritik dieser praktischen Aufgabe stattfinden.

3. Sitzungsplanung

3.1 Organisatorische Angaben

Die Seminareinheit findet am Dienstag, den 17.06.2014 von 14:15 bis 15:45 statt. Das Plenum wird aus den Kommilitoninnen und Kommilitonen aus dem Hauptseminar und dem Dozenten Herrn Prof. Dr. G. gebildet. Das Hauptseminar tragt den Titel: „Religionsunterricht neu denken. Neue Konzep- tionen des Religionsunterrichts“. Die Seminareinheit beschaftigt sich mit dem Thema: „Performatives Lernen und Lehren von Religion“. Die Bearbeitung lehnt sich vor allem an den gleichnamigen Text von Silke Leonhard und Tho­mas Klie in dem Buch: „ Religionsunterricht neu denken. Innovative Ansatze und Perspektiven der Religionsdidaktik“.

3.2 Seminarthema

Das Seminarthema lautet: „Performatives Lernen und Lehren von Religion“. Inhaltliche Informationen wurden in Kapitel 2 gegeben.

3.3 Bedingungsanalyse

Der Kurs besteht aus ca. 22 Studentinnen und Studenten und dem Dozenten, Herrn Prof. Dr. G.. In der Beobachtung der letzten Seminarstunden sind im Schnitt ungefahr 18 Studenten anwesend. Aufgrund der ubersichtlichen Anzahl der Teilnehmer wird von einer erfolgreichen aktiven Teilnahme an dem Seminar ausgegangen. Bei den Anwesenden handelt es sich um Studentinnen und Studenten der katholischen Theologie, so dass von einer homogenen Gruppe ausgegangen werden kann. Da die Unterrichtsmaterialien bereits im Vorfeld dem Plenum bekannt sind, wird davon ausgegangen, dass die Studie- renden mit dem Thema bereits vertraut sind, so dass der Schwerpunkt der Se- minareinheit auf die praktische Durchfuhrung der Didaktik gelegt werden kann. Zu dem Sozialverhalten ist zu sagen, dass ein sehr ausgewogenes Klima in dem Seminar herrscht. Die Teilnehmer gehen respektvoll miteinander um und sind im Stande sich in Diskussionen selbst zu regulieren. Als Referenten der Seminareinheit wird der Versuch getatigt, als Moderator zu fungieren und Impulse dem Plenum zu geben.

3.4 Die Seminarreihe mit Einordnung der Thematik

Das Seminarthema ist ein Kapitel aus dem Buch: „Religionsunterricht neu denken. Innovative Ansatze und Perspektiven der Religionsdidaktik“. Das Hauptseminar erarbeitet die einzelnen Kapitel des Buches, welche als Ansatze und Perspektiven zu verstehen sind und so ist auch die Legitimation des The- mas in der Seminarreihe gegeben. Die vorgestellten Methoden sollen eine „uberzeugende Vernetzung von aktueller Forschung, Theorie und Praxis er- kennen lassen“[51]. Das Hauptseminar legt einen Schwerpunkt auf die Diskussi- on uber die einzelnen Methoden, daher wird auch ein groBer Bereich der ge- planten Seminareinheit sich auf diesen Fokus konzentrieren. Die Einleitung des bearbeiteten Werkes sagt aus, dass die Studenten zunachst ein „konzeptionelles Wahrnehmungsvermogen“[52] benotigen, um die Kompetenz zur Beobachtung von Strukturen, Prozessen, Aktionen und Inhalten zu erlangen. Durch das Hauptseminar wird die Studierendenschaft mit den Konzepten vertraut ge- macht und kann uber diese miteinander in einen Diskurs gelangen.

3.5 Didaktische Analyse mit methodischer Uberlegung

In dieser Seminareinheit soil die Performative Religionsdidaktik erortert und reflektiert werden. Vor der Seminardarstellung erhalt das Plenum die Texte, so dass bereits im Vorfeld eine Bearbeitung stattfinden soll. Zu Beginn der Pra- sentation wird dem Plenum durch einen Lehrervortrag das Thema naher ge- bracht und die wichtigen Begrifflichkeiten erlautert. Unterstutzt wird dieser Vorgang durch eine Power Point Presentation, in der die Gliederung ersichtlich ist und Definitionen zu den Begriffen Performativitat und Performanz erlautert werden. Bereits in dieser Phase wird das Auditorium mit einbezogen, da die Moglichkeit zur eigenstandigen Erklarung zu den genannten Begriffen gegeben wird. In der nachsten Phase findet die erste Bearbeitung statt, wobei der Schwerpunkt auf die Methoden- und Handlungskompetenz gelegt wird. Durch einen Lehrervortrag werden zwei Thesen aufgestellt, zu denen sich das Plenum in Stellung begeben soll. Die Studentinnen und Studenten konnen dabei den vorliegenden Text zur Hilfe nehmen. Die zwei Thesen lauten: 1. „Darstellung ohne Reflexion bleibt ungebildet, Reflexion ohne Darstellung ist gegenstands- los“ und 2. Kommunikation „uber Religion“ ist etwas anderes als „religiose Kommunikation“. Der Referent versucht sich in dieser Phase weitgehend als Moderator einzufugen und gibt Impulse, damit das Auditorium zur Mitarbeit bewegt wird. Hierbei werden die Power Point Prasentation und der Text als Medien genutzt. In der nachsten Phase wird die Erarbeitung spezialisiert und die theoretisch vorgestellte Didaktik von den Studentinnen und Studenten in ein praktisches Muster umgesetzt. Auch hier stehen die Methoden- und Hand­lungskompetenz im Vordergrund. In dieser Phase wird das Plenum in vier Gruppen aufgeteilt. Zwei Gruppen erhalten jeweils dieselbe Bibelstelle (Grup- pe 1 und 2: Lk 10,30-37 Gruppe 3 und 4: Lk 15,1-10). Die Gruppen mussen nun in Abhangigkeit zu der Altersklasse ein System fur die performative Dar-stellung der Perikope erarbeiten. Dabei wird zwischen den Altersgruppen der 5./6. Und 9./10. Klasse unterschieden (Gruppe 1 und 3: 5./6. Klasse, Gruppe 2 und 4: 9./10. Klasse). Bei der Gruppenarbeit soll eine Umsetzung konstruiert werden, allerdings sind weiterhin die Chancen und Schwierigkeiten zu benen- nen. Die Studentinnen und Studenten sollen hierbei auch auf die Lehrerkompe- tenzen eingehen und erste Eindrucke fur die Plenumsdiskussion am Ende der Seminareinheit sammeln. Als Medien dienen die Power Point Presentation mit der Aufgabenverteilung, die ausgeteilten Bibelstellen, sowie Folien zur Ergeb- nissicherung und der Text. In der nachsten Phase findet die Sicherung der Er- gebnisse statt. Die Sach- und Methodenkompetenz sollen hier gefordert wer­den. Die einzelnen Gruppen prasentieren ihre Ergebnisse auf dem Overhead- projektor und stehen in einem Schulervortrag Fragen zur Verfugung. Der Refe­rent wird hier als Moderator fungieren und gegebenenfalls Impulse liefern. Die nachste Phase fuhrt in die Plenumsdiskussion ein und baut die Sachkompetenz der Studentinnen und Studenten aus. Hier wird ein offener Impuls durch den Referenten gegeben. Das Auditorium soll eine Stellungnahme zu zwei Thesen: 1. „Wenn die Schrift in Szene gesetzt wird, dann wird der Inhalt verfalscht und Religion zur Schau gestellt“ und 2. „Performative Religionsdidaktik soil miss i- onarisch wirken“ geben und sich zunachst mit dem Sitznachbarn uber die eige- ne Position austauschen. Durch die zuvor stattgefundene Gruppenarbeit und Ergebnissicherung soll sehr viel Dynamik in die Seminareinheit hineinkom- men, da mit einer aktiven Teilnahme und Diskussionen gerechnet wird. Die Dynamik soll durch den Austausch mit dem Sitznachbarn weiter gefordert werden, damit die Plenumsdiskussion weiterhin dynamisch verlauft und gute Ergebnisse erzielt. Als Medium dient hier die Power Point Presentation, die die These visualisiert. Zum Schluss der Seminareinheit findet eine Diskussion mit Beurteilung der vorgestellten Didaktik statt. Hierbei wird die Urteilskompetenz in den Fokus gesetzt. Durch die erhoffte Dynamik der Diskussion, kann der Referent als Moderator fungieren und sich weitgehend aus der Diskussion raushalten, wobei durchaus Impulse durch zugespitzte Thesen erbracht werden konnten. Hier konnte zum Beispiel die These erbracht werden, dass die Per­formative Religionsdidaktik den Text vollstandig ersetzen soll, was wahr- scheinlich zu einer Diskussion anregen wird. Weiterhin werden Leitfragen durch den Referenten gegeben, falls die Diskussion zu statisch wird und das Plenum keine Stellungnahme abgeben mochte. Die uberlegten Leitfragen lau-ten: Was ist positiv oder negativ an der Methode? Wie lasst sie sich im Unter- richt einbauen? Was fallt wohl schwer? Wie muss der Lehrer agieren? Welche Kompetenzen benotigt er? Handelt es sich bei der Didaktik um einen Ruckfall zum Katechismus? In dieser letzten Phase wird die Power Point Prasentation als Medium genutzt.

Allgemein wird bei der Umsetzung der Seminareinheit darauf geachtet, dass der Referent sich moglichst zurucknimmt und die Studentinnen und Studenten agieren lasst. Falls es notwendig ist, kann der Referent durch seine Vorberei- tung passende Impulse geben und so das Auditorium zur Mitarbeit motivieren. Die genutzten Thesen sollen die eigene Position zu der Didaktik erleichtern und die Moglichkeit zu ersten Diskussionen geben. In der Gruppenarbeit soll die erarbeitete Theorie praktisch umgesetzt werden, dabei versetzt sich die Studierendenschaft in die Rolle des planenden Lehrers, der auf den Aspekt des Alters der Schuler achten muss. Bewusst werden zwei verschiedene Perikopen mit jeweiligem Altersunterschied ausgewahlt, da bereits hier Besonderheiten durch das Plenum erarbeitet werden konnen, wenn Unterschiede in der Ergeb- nissicherung ersichtlich werden. Durch die aktive Auseinandersetzung mit der Stundenplanung anhand dieser Didaktik, soll es dem Plenum leichter fallen eine Position fur oder gegen das vorgestellte Thema zu beziehen.

3. 6 Lernziele und angestrebter Kompetenzzuwachs

Die Kenntnis uber die Vielfalt der einzelnen Methoden im Religionsunterricht sind fur die Studentinnen und Studenten wichtig, damit sie „konzeptionelles Wahrnehmungsvermogen“[53] erhalten, um die Kompetenz zur Beobachtung von Strukturen, Prozessen, Aktionen und Inhalten aufzubauen. Durch diese Semi­nareinheit wird die Studierendenschaft mit dem Konzept der Performativen Religionsdidaktik vertraut gemacht und kann uber diese miteinander in einen Diskurs gelangen. Zweck der Stundenplanung ist es, dass das Auditorium so- wohl mit der Theorie und Praxis vertraut wird, wie auch in eine kritische Aus­einandersetzung mit dem Thema gelangt. Dabei sollen die Studentinnen und Studenten sich in eine Stellung bezuglich des katechetischen Unterrichts bege- ben und diese Didaktik dahingehend prufen.

[...]


[1] Grumme, Bernhard: Einfuhrung in die Religionsdidaktik, Skript der Ruhr Universitat Bochum, Wintersemester 2013/14, S.19.

[2] Ebd.

[3] Ebd., S.38.

[4] Vgl. Grumme, Bernhard/ Lenhard, Hartmut/ Pirner, Manfred L. (Hrsg): Religionsunterricht neu denken. Innovative Ansatze und Perspektiven der Religionsdidaktik, Stuttgart 2012 (Band 1 Religionspadagogik innovativ), S.90.

[5] Ebd.

[6] Klie, Thomas: Performativer Religionsunterricht. Von der Notwendigkeit des Gestaltens und Handelns im Religionsunterricht, Internetdokument auf <http://www.rpi- loccum.de/material/aufsaetze/klperf> vom 04.2003, Zugriff am 05.06.2014

[7] Vgl. Ebd.

[8] Ebd.

[9] Vgl. Ebd.

[10] Ebd.

[11] Vgl. Grumme, Bernhard/ Lenhard, Hartmut/ Pirner, Manfred L. (Hrsg): Religionsunterricht neu denken. Innovative Ansatze und Perspektiven der Religionsdidaktik, Stuttgart 2012 (Band 1 Religionspadagogik innovativ), S.90.

[12] Ebd.

[13] Ebd.

[14] Ebd.

[15] Klie, Thomas: Performativer Religionsunterricht. Von der Notwendigkeit des Gestaltens und Handelns im Religionsunterricht, Internetdokument auf <http://www.rpi- loccum.de/material/aufsaetze/klperf> vom 04.2003, Zugriff am 05.06.2014

[16] Vgl. Grumme, Bernhard/ Lenhard, Hartmut/ Pirner, Manfred L. (Hrsg): Religionsunterricht neu denken. Innovative Ansatze und Perspektiven der Religionsdidaktik, Stuttgart 2012 (Band 1 Religionspadagogik innovativ), S.90.

[17] Ebd.

[18] Ebd.

[19] Ebd., S.91.

[20] Vgl. Ebd.

[21] Vgl. Klie, Thomas: Performativer Religionsunterricht. Von der Notwendigkeit des Gestaltens und Handelns im Religionsunterricht, Internetdokument auf <http://www.rpi- loccum.de/material/aufsaetze/klperf> vom 04.2003, Zugriff am 05.06.2014

[22] Ebd.

[23] Vgl. Grumme, Bernhard/ Lenhard, Hartmut/ Pirner, Manfred L. (Hrsg): Religionsunterricht neu denken. Innovative Ansatze und Perspektiven der Religionsdidaktik, Stuttgart 2012 (Band 1 Religionspadagogik innovativ), S.91.

[24] Ebd.

[25] Vgl. Ebd.

[26] Ebd.

[27] Ebd.

[28] Vgl. Ebd.

[29] Ebd., S.94

[30] Vgl. Ebd.

[31] Vgl. Meyer-Blanck 2002; Dressler/Meyer-Blanck 1998; Dressier 2002; Klie 2003, angegeben aus Grumme, Bernhard/ Lenhard, Hartmut/ Pirner, Manfred L. (Hrsg): Religionsunterricht neu denken. Innovative Ansatze und Perspektiven der Religionsdidaktik, Stuttgart 2012 (Band 1 Religionspadagogik innovativ), S. 94.

[32] Vgl. Bizer 1990; Gutmann 1998; Leonhard 2006, angegeben aus Grumme, Bernhard/ Len­hard, Hartmut/ Pirner, Manfred L. (Hrsg): Religionsunterricht neu denken. Innovative Ansatze und Perspektiven der Religionsdidaktik, Stuttgart 2012 (Band 1 Religionspadagogik innovativ), S. 94.

[33] Vgl. Beuscher 1993; Beuscher/ ZilleBen 1998; Schroeter-Wittke 2006, angegeben aus Grumme, Bernhard/ Lenhard, Hartmut/ Pirner, Manfred L. (Hrsg): Religionsunterricht neu denken. Innovative Ansatze und Perspektiven der Religionsdidaktik, Stuttgart 2012 (Band 1 Religionspadagogik innovativ), S. 94.

[34] Vgl. Mendl 2008, angegeben aus Grumme, Bernhard/ Lenhard, Hartmut/ Pirner, Manfred L. (Hrsg): Religionsunterricht neu denken. Innovative Ansatze und Perspektiven der Religionsdidaktik, Stuttgart 2012 (Band 1 Religionspadagogik innovativ), S. 94.

[35] 35 Vgl. Schambeck 2006, angegeben aus Grumme, Bernhard/ Lenhard, Hartmut/ Pirner, Manf­red L. (Hrsg): Religionsunterricht neu denken. Innovative Ansatze und Perspektiven der Religi­onsdidaktik, Stuttgart 2012 (Band 1 Religionspadagogik innovativ), S. 94.

[36] Grumme, Bernhard/ Lenhard, Hartmut/ Pirner, Manfred L. (Hrsg): Religionsunterricht neu denken. Innovative Ansatze und Perspektiven der Religionsdidaktik, Stuttgart 2012 (Band 1 Religionspadagogik innovativ), S.94.

[37] Ebd.

[38] Ebd.

[39] Vgl. Ebd.

[40] Ebd.

[41] Ebd., S. 96.

[42] Ebd.

[43] Ebd.

[44] KlaaBen, Anne: Performative Elemente im Religionsunterricht der Grundschule, Internetdo- kument auf < http://www.rpiekhn.de/cms/fileadmin/rpz/download/schoenberger_hefte/2012/SH_2012-4_18- 19_Klaassen.pdf> vom 04.2012, Zugriff am 11.06.2014.

[45] Vgl. Ebd.

[46] Grumme, Bernhard/ Lenhard, Hartmut/ Pirner, Manfred L. (Hrsg): Religionsunterricht neu denken. Innovative Ansatze und Perspektiven der Religionsdidaktik, Stuttgart 2012 (Band 1 Religionspadagogik innovativ), S.96.

[47] KlaaBen, Anne: Performative Elemente im Religionsunterricht der Grundschule, Internetdo- kument auf < http://www.rpiekhn.de/cms/fileadmin/rpz/download/schoenberger_hefte/2012/SH_2012-4_18- 19_Klaassen.pdf> vom 04.2012, Zugriff am 11.06.2014.

[48] Ebd., S.97.

[49] Vgl. Grumme, Bernhard/ Lenhard, Hartmut/ Pirner, Manfred L. (Hrsg): Religionsunterricht neu denken. Innovative Ansatze und Perspektiven der Religionsdidaktik, Stuttgart 2012 (Band 1 Religionspadagogik innovativ), S.99.

[50] Vgl. Grumme, Bernhard/ Lenhard, Hartmut/ Pirner, Manfred L. (Hrsg): Religionsunterricht neu denken. Innovative Ansatze und Perspektiven der Religionsdidaktik, Stuttgart 2012 (Band 1 Religionspadagogik innovativ), S.97.

[51] Grumme, Bernhard/ Lenhard, Hartmut/ Pirner, Manfred L. (Hrsg): Religionsunterricht neu denken. Innovative Ansatze und Perspektiven der Religionsdidaktik, Stuttgart 2012 (Band 1 Religionspadagogik innovativ), S.7.

[52] Ebd. S.10.

[53] Ebd. S.10.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Elemente und Prinzipien religionsästhetischer Bildung. Analyse von Silke Leonhards und Thomas Klies "Performatives Lernen und Lehren von Religion"
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Katholisch-Theologische Fakultät Lehrstuhl für Religionspädagogik und Katechetik)
Veranstaltung
Hauptseminar: „RU neu denken. Neue Konzeptionen des RU.“
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
31
Katalognummer
V378488
ISBN (eBook)
9783668577381
ISBN (Buch)
9783668577398
Dateigröße
1036 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konzeptionen, Religionsunterricht, Performanz, Performance, Performatives Lernen und Lehren, Religion
Arbeit zitieren
Anita Greinke (Autor), 2014, Elemente und Prinzipien religionsästhetischer Bildung. Analyse von Silke Leonhards und Thomas Klies "Performatives Lernen und Lehren von Religion", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378488

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Elemente und Prinzipien religionsästhetischer Bildung. Analyse von Silke Leonhards und Thomas Klies "Performatives Lernen und Lehren von Religion"



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden