Diese Arbeit verfolgt das Ziel am Ende einen genaueren Überblick über das Onlinedating zu erlangen und somit eine Basis für eine weiterführende empirische Studie in Form qualitativer Interviews zu schaffen. Zu diesem Zweck wird zum Schluss ein möglicher Interview-Leitfaden entwickelt.
Unter der Fragestellung "Was sind die Motivationen und Ziele der Menschen, die Online-Partnerbörsen nutzen und inwiefern können diese Ziele erreicht werden?" soll herausgefunden werden, inwieweit die aufkommenden Online-Partnerbörsen der letzten Jahre eine Bereicherung im Hinblick auf die Partnersuche darstellen können. Zudem soll auch aufgezeigt werden, welche weiteren Möglichkeiten Online-Partnerbörsen Menschen eröffnen, die nicht das Ziel verfolgen, sich zu verlieben. Nicht zu vernachlässigen sind außerdem die Risiken, die Onlinedating mit sich bringen kann. Auch auf diese wird in der Hausarbeit genauer eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeines zum Onlinedating
2.1. Anfänge und Entwicklung des Onlinedatings
2.2. Onlinedating unter wirtschaftlichen Aspekten
3. Onlinedating als Bereicherung
3.1. Auf der Suche nach der wahren Liebe
3.2. Auf der Suche nach zwanglosen Flirts und Cybersex
3.3. Auf der Suche nach etwas Besserem
4. Onlinedating und seine Schattenseiten
5. Zwischenfazit
6. Interviewvorbereitung
6.1. Art und Ziel des qualitativen Interviews
6.2. Interview-Leitfaden
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen Motivationen und Ziele von Menschen, die Online-Partnerbörsen nutzen, und analysiert, inwiefern diese Plattformen tatsächlich dazu beitragen können, die persönlichen Erwartungen der Nutzer zu erfüllen. Dabei steht sowohl die Suche nach langfristigen Liebesbeziehungen als auch die Nutzung für zwanglose Kontakte oder erotische Abenteuer im Fokus.
- Historische Entwicklung und wirtschaftliche Bedeutung des Onlinedatings
- Psychologische Aspekte der Partnersuche im digitalen Raum
- Differenzierung der Nutzergruppen nach ihren Zielen (Liebe vs. Flirt/Cybersex)
- Risiken der digitalen Partnersuche wie Betrug und emotionale Täuschung
- Methodik zur qualitativen Erforschung von Nutzererfahrungen
Auszug aus dem Buch
3.2. Auf der Suche nach zwanglosen Flirts und Cybersex
Tatsächlich ist aber nicht jeder, der auf einer Datingseite im Internet angemeldet ist, zwangsläufig an einer festen Liebesbeziehung interessiert. Manche nutzen die Mitgliedschaft bei solchen Singlebörsen auch nur zum Zeitvertreib zwischendurch und suchen unverbindliche Flirts. Die Sozialpsychologin Evelina Bühler-Ilieva führte im Jahr 2002 eine quantitative Online-Umfrage durch, bei der 3760 Nutzer der schweizerischen Onlinedatingbörse PartnerWinner.ch unter anderem zu ihrer Motivation zur Nutzung der Plattform befragt wurden (Abbildung 4). Dabei gaben 14 % an, dass sie auf der Internetseite nur nach Online-Flirts suchen, 17 % wollen erotische Kontakte knüpfen.34 Manche sehen also im Onlinedating eine leichte Möglichkeit, um Gleichgesinnte kennenzulernen, mit denen sie zwanglose, virtuelle Flirts haben können. So schaffen sie sich eine nette Abwechslung zum eintönigen Alltag. Dabei verfolgen sie in der Regel keinerlei Intention, die Flirts auf die Realität auszuweiten und persönliche Treffen zu vereinbaren.35 Für sie gilt: Was im Internet passiert, bleibt im Internet. Vor allem die Anonymität des Internets ist ein bedeutender Vorteil, den das Onlinedating für Menschen auf der Suche nach unverbindlichen Flirts bietet. Sie müssen ihre Identität nicht preisgeben und haben so viel mehr Spielraum, sich ungehemmt auszuprobieren.36 Das zieht auch Menschen an, die an Cybersex interessiert sind. Cybersex bezeichnet den erotischen Kontakt zweier Internetnutzer, bei dem anzügliche und provokante Nachrichten ausgetauscht werden, mit der möglichen Absicht einander zum Orgasmus zu bringen.37 Diese Art des Kontakts ist für viele interessant, weil sie auf diese Weise anonym sexuelle Wünsche und Fantasien mit anderen teilen können, ohne sich dafür schämen zu müssen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die veränderten Bedingungen der modernen Partnersuche durch das Internet ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage der Arbeit.
2. Allgemeines zum Onlinedating: Dieses Kapitel behandelt die historischen Anfänge der Kontaktanzeigen bis hin zur heutigen Dominanz des Internets sowie die wirtschaftliche Relevanz des Onlinedating-Marktes.
3. Onlinedating als Bereicherung: Hier werden die verschiedenen Motivationen der Nutzer beleuchtet, von der ernsthaften Suche nach Liebe bis hin zu zwanglosen erotischen Kontakten.
4. Onlinedating und seine Schattenseiten: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit den Risiken auseinander, insbesondere mit Betrugsversuchen und der psychologischen Belastung durch Oberflächlichkeit.
5. Zwischenfazit: Das Zwischenfazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und betont die Ambivalenz des Onlinedatings als nützliche, aber vorsichtig zu genießende Innovation.
6. Interviewvorbereitung: Dieser Abschnitt beschreibt das methodische Vorgehen für eine qualitative Studie, inklusive der Ziele und des entworfenen Interview-Leitfadens.
7. Fazit: Das abschließende Fazit wertet die bisherigen Ergebnisse aus und reflektiert die Notwendigkeit weiterführender empirischer Forschung.
Schlüsselwörter
Onlinedating, Partnervermittlung, Singlebörse, Partnersuche, Online-Flirt, Cybersex, Liebesbeziehung, Anonymität, Nutzerverhalten, Qualitative Interviews, Interview-Leitfaden, Digitale Kommunikation, Partnerwahl, Soziale Netzwerke
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht die Motivationen und Ziele von Menschen, die Online-Partnerbörsen nutzen, und bewertet die Möglichkeiten dieser Plattformen, diese Ziele zu erreichen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Themen umfassen die historische Entwicklung, die wirtschaftlichen Faktoren, die psychologischen Beweggründe der Nutzer sowie die Gefahren und Schattenseiten des Onlinedatings.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Phänomen Onlinedating zu erlangen und die Grundlage für eine weiterführende empirische Studie durch qualitative Interviews zu legen.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Forschungsplanung verwendet?
Die Arbeit nutzt den Theorieteil zur Aufarbeitung des Ist-Zustandes und entwirft ein qualitatives Interview-Design, um tiefere Einblicke in individuelle Erfahrungen und Emotionen zu gewinnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in das Onlinedating, eine Kategorisierung der Nutzer-Motivationen sowie eine kritische Auseinandersetzung mit den damit verbundenen Risiken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Onlinedating, Partnervermittlung, Cybersex, Anonymität und die qualitative Erhebungsmethode.
Warum spielt die Anonymität eine so große Rolle beim Onlinedating?
Anonymität senkt die Hemmschwelle für die Kontaktaufnahme, bietet aber gleichzeitig einen Schutzraum für Betrüger, die falsche Identitäten annehmen können.
Wie unterscheidet sich laut Arbeit die Suche nach Liebe von anderen Zielen?
Während bei der ernsthaften Suche nach einer Beziehung das "geistige" Kennenlernen im Vordergrund steht, nutzen andere Personen die Plattformen explizit für zwanglose Flirts, Zeitvertreib oder erotische Abenteuer.
- Citation du texte
- Jenny Jacobs (Auteur), 2015, Motivationen und Ziele beim Onlinedating. Was bewegt Menschen dazu, eine Online-Partnerbörse zu nutzen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378806