Die Arbeit setzt sich mit dem Kinderfernsehen auseinander und versucht dabei verschiedene, zentrale Fragen zu klären. Wie kam es überhaupt zur Programmsparte Kinderfernsehen? Ab wann hat man es als sinnvoll erachtet, Kindern über den Fernseher etwas beibringen zu wollen? Wie ist die Entwicklung vonstatten gegangen, einschließlich großer technischer Veränderungen? Und wie kamen und kommen die Sendungen beim Publikum an?
Für einen genaueren Überblick wird zunächst die Geschichte des Kinderfernsehens kurz skizziert, anhand der Entwicklung sowohl im öffentlich-rechtlichen als auch im Privatfernsehen. Um genauer verstehen zu können, wie eine Kindersendung aufgebaut ist, wird darauf eingegangen, wie Kinder das Medium Fernseher verwenden.
Danach werden kurz die allgemeinen Charakteristika einer Kindersendung erläutert. Im Anschluss wird auf die Merkmale, die Sendungskonzeption und Entwicklung des Magazins „Die Sendung mit der Maus“ eingegangen. Um auf die Frage, wie das Format bei Jung und Alt ankommt, eingehen zu können, wurde eine Onlineumfrage durchgeführt.
Das Medium Fernsehen spielt auch im Zeitalter von Smartphone, Internet und Tablet noch eine wichtige Rolle beim Aufwachsen. So liegt der Anteil der bei der KIM-Studie befragten 6- bis 13-jährigen Kinder, die am wenigsten auf das Medium Fernseher verzichten können, immerhin bei 61 Prozent. Die Programmvielfalt ist dementsprechend groß, und Eltern müssen sich der Aufgabe stellen, die richtigen Programme auszuwählen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Geschichte des Kinderfernsehens
2.1 In öffentlich-rechtlichen Sendern
2.2 In privaten Sendern
3. Der Umgang von Kindern mit Medien
4. Merkmale von Kindersendungen
5. Sendungskonzeption von „Die Sendung mit der Maus“
5.1 Die Anfänge
5.2 Die Entwicklung
5.3 „Die Sendung mit der Maus“ heute
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die mediale Konzeption von Kindersendungen am Beispiel des Magazins „Die Sendung mit der Maus“. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie das Format über Jahrzehnte hinweg seine pädagogische Relevanz und Beliebtheit bei einem generationenübergreifenden Publikum bewahren konnte.
- Historische Entwicklung des Kinderfernsehens in Deutschland
- Mediennutzung und Rezeptionsprozesse bei Kindern
- Strukturelle Merkmale und Definitionen von Kindersendungen
- Analyse der Sendungskonzeption und Erfolgsfaktoren der „Maus“
- Rezeptionsanalyse anhand einer Onlineumfrage
Auszug aus dem Buch
5. Sendungskonzeption von „Die Sendung mit der Maus“
Als einer der Gründer der Sendung gilt Gert K. Müntefering, er wollte zur Abwechslung lustige Reportagen sehen und hatte die Idee, unterschiedliche Geschichten miteinander zu kombinieren. Bemerkenswert vor allem für die damalige Zeit ist die Tatsache, dass sich die Redakteure ohne pädagogisches Konzept und eine festgelegte Sendungskonzeption daran machten, Filme zu produzieren. Gerade das ließ natürlich auch Kritik aufkommen, obwohl eine ungefähre Zielsetzung der „Sendung mit der Maus“ durchaus bekannt war: Gert K. Müntefering erklärte, die Sendung „[...] [soll] nicht die Welt erklären“, vielmehr „[...] wollen [wir] Spaß machen (was ziemlich schwer ist), ohne daraus um jeden Preis einen pädagogischen Nutzeffekt abzuleiten.“ Und das mit Erfolg: Die Sendung war von Anfang an populär unter den Zuschauern, sie gilt als eine der erfolgreichsten Kindersendungen im deutschen Fernsehen. Doch warum war die Sendung so innovativ? Zunächst ist der hohe Wiedererkennungswert zu nennen. Durch die Grundkonzeption der Magazinform, die gleichbleibende Länge und die zeitliche Fixierung sowie natürlich die Titelfigur „Maus“ und die Erkennungsmelodie wurde es Kindern erleichtert, die Sendung unter vielen anderen Sendungen wieder ausfindig zu machen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Fernsehens für das Aufwachsen von Kindern ein und erläutert die Zielsetzung sowie den Aufbau der vorliegenden Untersuchung.
2. Die Geschichte des Kinderfernsehens: Dieses Kapitel skizziert die Entwicklung des Kinderfernsehens in Deutschland, ausgehend von frühen pädagogischen Vorbehalten in den 50er Jahren bis hin zur Etablierung des öffentlich-rechtlichen und privaten Kinderfernsehens.
3. Der Umgang von Kindern mit Medien: Hier werden theoretische Ansätze zur Mediennutzung erläutert, wobei der Fokus auf dem Nutzenansatz und der strukturanalytischen Rezeptionsforschung liegt, um zu erklären, wie Kinder Medieninhalte verarbeiten.
4. Merkmale von Kindersendungen: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Kindersendung anhand von inhaltlichen, formalen und organisatorischen Kriterien, die eine spezifische Ausrichtung auf die Zielgruppe unter 14 Jahren gewährleisten.
5. Sendungskonzeption von „Die Sendung mit der Maus“: Der Hauptteil analysiert die Entstehung, die inhaltliche Struktur (Lach- und Sachgeschichten) sowie die technische und konzeptionelle Weiterentwicklung des Magazins.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass die Beständigkeit und die Anpassungsfähigkeit an kindliche Bedürfnisse die zentralen Faktoren für den anhaltenden Erfolg der „Sendung mit der Maus“ sind.
Schlüsselwörter
Kinderfernsehen, Die Sendung mit der Maus, Medienrezeption, Sachgeschichten, Lachgeschichten, WDR, Programmkonzeption, Mediennutzung, pädagogischer Mehrwert, öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Unterhaltung, Wissensvermittlung, Identitätsbildung, Zielgruppenanalyse, Kultprodukt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die mediale Konzeption von Kindersendungen und analysiert speziell, warum „Die Sendung mit der Maus“ trotz eines sich stark verändernden Marktumfelds eine der erfolgreichsten Kindersendungen Deutschlands geblieben ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte des Kinderfernsehens, die theoretischen Grundlagen der kindlichen Medienrezeption, die Definition von Kindersendungen und eine detaillierte Fallstudie zur Sendungskonzeption der „Maus“.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Erfolgsfaktoren und die Sendungskonzeption der „Sendung mit der Maus“ aufzuzeigen und durch eine eigene Onlineumfrage zu evaluieren, wie das Format heute von Zuschauern unterschiedlicher Altersgruppen wahrgenommen wird.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Verwendung?
Die Autorin kombiniert eine theoretische Aufarbeitung der medienpädagogischen Literatur und der TV-Geschichte mit einer empirischen Onlineumfrage unter 100 Personen zur Rezeption der Sendung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich intensiv der „Sendung mit der Maus“, ihrer historischen Entstehung als „Lach- und Sachgeschichten“, den dramaturgischen Prinzipien, der Entwicklung über Jahrzehnte hinweg sowie ihrem Status als Kultprodukt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren das Werk?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kinderfernsehen, Medienrezeption, Sachgeschichten, Programmkonzeption und pädagogischer Mehrwert präzise beschreiben.
Wie unterscheidet sich das Konzept der „Maus“ von anderen Kindersendungen?
Das Konzept zeichnet sich durch die innovative Kombination von dokumentarischen Sachgeschichten, die die kindliche Alltagswelt aufgreifen, mit unterhaltenden Lachgeschichten und einem hohen Wiedererkennungswert aus.
Welche Rolle spielt die Onlineumfrage für die Schlussfolgerung?
Die Umfrage verdeutlicht, dass die Sendung nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen einen hohen Stellenwert besitzt, was die Transformation zu einem generationenübergreifenden Kultprodukt unterstreicht.
- Arbeit zitieren
- Nina Weigert (Autor:in), 2016, Historische Entwicklungen und Konzeptionen im Kinderfernsehen. Am Beispiel der "Sendung mit der Maus", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379029