Die aktuelle Marktsituation, insbesondere die im Handel, wird von den Akteuren der unterschiedlichsten Branchen einhellig mit Sorge betrachtet. Ihr Verhalten ändern sie deswegen noch lange nicht und beachten vor allem weitgehend nur ihre eigene Branche, bzw. ihre direkte Konkurrenz. Mit diesem „Scheuklappenprinzip“ findet eine Strategieanpassung statt. Innovationen, der Kern eines Fortschrittes, werden eine untergeordnete Rolle beigemessen und ersticken bereits im Keim.
Ebenso stellt sich ein Verkäufer kaum die Frage nach dem ‚was wünscht sich der Käufer’ tatsächlich, obwohl er selbst schon ganz unbewusst bei einem Theater- oder Kinobesuch vor der rationalen Entscheidung steht den Bus, ein Taxi, den eigenen PKW oder zu Fuß sein Ziel zu erreichen. Die Entscheidung fällt intuitiv und das ist beim Endverbraucher nicht anders als beim Firmeneinkäufer. Der Unternehmer muss den Transfer herbeiführen, welche Kaufentscheidung der Kunde angesichts der Alternativen trifft.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1. Problemdarstellung
1.2. Zielsetzung der Arbeit
2. Branchengrenzen sprengen und das Geschäft neu erfinden
2.1. Trends, Value Drivers und Herausforderungen
2.2. Value Curve
2.3. Das Entdecken neuer Value Innovations
2.3.1. Value Curve gezielt verändern
2.3.2. Gegenwärtige Spielregeln gezielt verändern
2.3.2.1. Substitutive Industrien
2.3.2.2. Strategische Mitbewerbergruppen
2.3.2.3. Käufer-, Nutzer- und Entscheidergruppen
2.3.2.4. Komplementäre Nutzung von Produkt und Service
2.3.2.5. Komplementäre Kaufmotive
2.3.2.6. Nachhaltige Trends
2.3.3. Brancheninternes und –übergreifendes Denken
2.3.3.1. Unternehmenszusammenschluss innerhalb einer Branche
2.3.3.2. Unternehmenszusammenschluss von Branchen
2.3.3.3. Der Blick auf andere Branchen
3. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, wie Unternehmen durch innovatives Denken und den Blick über den eigenen Branchenhorizont neue Geschäftsfelder identifizieren und erfolgreich erschließen können, um sich vom direkten Wettbewerb zu differenzieren.
- Analyse von Trends und Treibern für Marktveränderungen
- Methoden zur Neugestaltung von Wertkurven
- Strategien zur Identifikation neuer Käufer- und Nutzergruppen
- Bedeutung komplementärer Angebote und emotionaler Kaufmotive
- Synergieeffekte durch branchenübergreifende Zusammenschlüsse
Auszug aus dem Buch
2.3.2.3. Käufer-, Nutzer- und Entscheidergruppen
In den meisten Branchen herrschen einheitliche Vorstellungen über die anvisierte Käuferschaft. Dabei wird nicht an die in Wirklichkeit existierenden verschiedenartigen Gruppen von Käufern, die direkt oder indirekt an den Kaufentscheidungen teilhaben, gedacht. Die Gruppe der Käufer, die das Produkt oder den Service bezahlen, können sich von den Nutzern unterscheiden. In manchen Fällen gibt es sogar noch Beeinflusser der Kaufentscheidung. Diese drei Gruppen überschneiden sich zuweilen, jedoch unterscheiden sie sich oft auch.
Man denke nur an den Kauf von Süßigkeiten. Die Nutzer- und Käuferschicht sind dabei nicht immer identisch. Gerade bei jungen Kindern ist es der einkaufende Elternteil der die Kaufentscheidung trifft. In der Kassenzone erlebt man jedoch hin und wieder, wenn Nutzer und Käufer unterschiedliche Entscheidungen treffen wollen. Die unterschiedliche Auffassungen zum Nutzwert eines Produktes führt zu verschiedenen Entscheidungen. Während ein Firmeneinkäufer sich wohlmöglich für die Kosten interessiert, möchte der Mitarbeiter das fragliche Produkt im Firmenalltag benutzerfreundlich anwenden können.
Häufig entspricht die Ausrichtung an eine Gruppe der gängigen Branchenpraxis die nie in Frage gestellt wird. Es ist jedoch sinnvoll diese geläufigen Auffassungen über die Käufergruppen neu zu analysieren, denn nur wer die Situation erkennt welche Kunden bei ihm kaufen sollen, kann seine Kräfte konzentrieren. Die möglicherweise neu gewonnenen Erkenntnisse, wie die eigene Value Curve neu gestaltet und eine bislang übersehene Käuferschicht angesprochen werden kann, führt u. U. zur Einsicht sein Geschäft neu zu erfinden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Marktsituation und das „Scheuklappenprinzip“ im Handel sowie das Ziel der Arbeit, innovatives Denken zur Entdeckung neuer Geschäftsfelder aufzuzeigen.
2. Branchengrenzen sprengen und das Geschäft neu erfinden: Dieser Hauptteil analysiert Trends, die Bedeutung von Value Innovations, die systematische Veränderung von Wertkurven sowie die strategische Neuausrichtung durch den Blick über Branchengrenzen hinweg.
3. Schlussbemerkung: Das Fazit bestätigt, dass nahezu jedes Geschäft durch konsequente Anwendung der vier Fragen zur Value Innovation neu erfunden werden kann, um langfristige Wettbewerbsvorteile zu sichern.
Schlüsselwörter
Branchengrenzen, Value Innovation, Wertkurve, Markttransformation, Strategische Gruppen, Kaufentscheidungen, Synergieeffekte, Kundenbedürfnisse, Geschäftsmodellinnovation, Wettbewerbsvorteil, Digitale Transformation, Konsumentenverhalten, Innovationsmanagement, Marktraum, Unternehmenszusammenschluss
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Notwendigkeit für Unternehmen, traditionelle Branchengrenzen zu überwinden, um durch innovative Strategien neue Märkte zu erschließen und ihr Geschäft neu zu definieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen das Erkennen von Markttrends, die methodische Veränderung von Wertkurven, die Identifikation vernachlässigter Kundengruppen sowie die Nutzung branchenübergreifender Potenziale.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, dass Unternehmen durch einen Blick über den Tellerrand hinaus und durch systematisches, innovatives Handeln wettbewerbsfähiger werden und neue Umsatzpotenziale realisieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Untersuchung von Fallbeispielen, um Konzepte wie die „Value Curve“ und die Strategie der „Value Innovations“ theoretisch und praktisch zu untermauern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Einflussfaktoren auf Marktveränderungen, bietet ein Instrumentarium zur Strategieentwicklung (Value Curve) und detailliert Ansätze, um Spielregeln durch Substitutionsanalyse, Zielgruppenneudefinition und emotionale Kundenansprache zu ändern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Value Innovation, Branchengrenzen, Wertkurve, strategische Neupositionierung und Marktraumschaffung.
Wie unterscheidet sich das Konzept von Bloomberg von Reuters?
Bloomberg revolutionierte den Markt, indem er nicht mehr nur die EDV-Abteilungen als Käufer ansprach, sondern den tatsächlichen Nutzer (Broker) und deren spezifische Bedürfnisse durch zusätzliche Funktionen und Lifestyle-Informationen in den Mittelpunkt stellte.
Wie konnte Home Depot den Heimwerkermarkt revolutionieren?
Home Depot kombinierte die Fachkenntnisse traditioneller Handwerksbetriebe mit dem Preis- und Verfügbarkeitsvorteil von Großmärkten, um ein völlig neues Kundensegment unter den Eigenheimbesitzern zu erschließen.
- Quote paper
- Markus Kaiser (Author), 2005, Branchengrenzen sprengen und das Geschäft neu erfinden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37910