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Rote Exklusion? Politische Analyse zur Behindertenpolitik in Russland

Title: Rote Exklusion? Politische Analyse zur Behindertenpolitik in Russland

Term Paper , 2017 , 37 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Florian Wondratschek (Author)

Politics - Region: Russia
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Diese Arbeit mit dem bewusst provokant gewählten Titel „Rote Exklusion? Politische Analyse zur Behindertenpolitik in Russland“ verfolgt mehrere Ziele. Zunächst soll die Frage geklärt werden, was man unter einer „Behinderung“ genau versteht. Mehrere Modelle müssen betrachtet werden, da der Weg Russlands in der Behindertenpolitik auf einer historischen Entwicklung mit unterschiedlichen Positionen basiert. Die politische Einstellung gegenüber behinderten Menschen in Russland unterscheidet sich mit bestimmten kulturbedingten und gesellschaftlichen Kennzeichen von Europa. Aktuelle Forschungsberichte zeigen neben der Behindertenpolitik auch die gesellschaftlichen Einstellungen gegenüber behinderten Menschen und deren Haltungen zu ihrer sozialen Verortung.

Mithilfe der Analyse der derzeitigen Lebensumstände von Behinderten wird beschrieben, inwieweit die Gesetzgebung und deren Umsetzung eine integrative Politik verwirklichen. Im Rahmen des Forschungsgegenstandes werden die aktuelle Bildungspolitik, Sozialpolitik und Stadtplanungspolitik einzeln beleuchtet, um einen innenpolitischen Überblick über das bisher wenig ergründete Feld zu erlangen. Des Weiteren sollen auch die kritischen Standpunkte von Menschenrechtsorganisationen aufgeführt und analysiert werden. Sie zählen wesentlich zu einer Gesamtbetrachtung dazu und bringen neue Akzente. Ziel dieser Ausarbeitung ist es, basierend auf Recherchen in Sekundarliteratur, Studien, Staatsarchiven und föderalen Ministerien, Wissen über die russische Behindertenpolitik zu gewinnen, die zwischen der langen historischen Auseinandersetzung und dem neusten Stand der Politikwissenschaften eine Brücke baut.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einführung

Verständnis einer Behinderung

Russlands Weg zu mehr Toleranz

19-20. Jahrhundert: Gemäßigt, antikapitalistisch, exklusiv

Sowjetische Nachkriegspolitik: „Behinderte gibt es nicht“

Etablierung von Behindertenrechten

Antidiskriminierungsgesetz fehlt

Menschenbild zu Behinderten – Studien mit Studierenden

Politische Handlungsfelder der russischen Behindertenpolitik

Bildungspolitik

Darstellungen in Heimen

Sozialpolitik

Stadtplanungspolitik

Quintessenz

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die historische und aktuelle Entwicklung der Behindertenpolitik in Russland, um aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Wahrnehmung, Gesetzgebung und staatliche Maßnahmen die Teilhabe behinderter Menschen beeinflussen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwieweit Russland von einem exklusiven, staatlich zentralisierten System zu einer integrativen, menschenrechtsorientierten Politik gefunden hat.

  • Historische Genese der russischen Behindertenpolitik seit dem 19. Jahrhundert
  • Analyse der aktuellen bildungs- und sozialpolitischen Rahmenbedingungen
  • Untersuchung der Lebensbedingungen und der institutionellen Versorgung (Heime)
  • Evaluation der Barrierefreiheit und stadtplanerischer Infrastrukturprojekte

Auszug aus dem Buch

Darstellungen in Heimen

Obwohl sich institutionell und rechtlich viel für Behinderte in Russland getan hat, ist die Situation in den Anstalten immer noch sehr unangenehm. Praxisbeispiele weisen darauf hin, dass die progressiven Gesetze nur langsam umgesetzt werden. Verantwortlich dafür sind wirtschaftliche Krisen, weswegen Investitionen in den Staatshaushalt gestrichen wurden. Fast alle schwerbehinderten Kinder lebten zu Beginn des neuen Jahrtausends in Heimen, weil eine Versorgung innerhalb der Familie finanziell nicht zu bewältigen war (Neumann 2004,9). Der russische Staat finanzierte zwar ab Feststellung der Behinderung eine Invalidenrente, die allerdings so gering war, dass davon weder Pflegekräfte bezahlt werden können, noch ein Elternteil beruflich unabhängig sein kann (ebd.). Familien, die ihr Kind dennoch zu Hause behalten, haben immer noch mit historisch bedingten Belastungen in der Öffentlichkeit zu kämpfen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Die Einleitung skizziert die Ausgangslage der russischen Behindertenpolitik anhand der Eurovision-Teilnahme von Yuliya Samoylova und definiert das Ziel der wissenschaftlichen Analyse.

Verständnis einer Behinderung: Dieses Kapitel erörtert verschiedene theoretische Modelle von Behinderung, insbesondere den Wandel vom medizinischen zum sozialen Verständnis.

Russlands Weg zu mehr Toleranz: Eine historische Betrachtung, die den Übergang von zaristischer Zeit über die sowjetische Ausgrenzung bis hin zur modernen Behindertenrechtskonvention beleuchtet.

Politische Handlungsfelder der russischen Behindertenpolitik: Detaillierte Analyse der Teilbereiche Bildungspolitik, Heimsituation, Sozialpolitik und Stadtplanung auf ihren jeweiligen Umsetzungsgrad.

Quintessenz: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet den Transformationsprozess Russlands zu einer inklusiven Gesellschaft kritisch.

Schlüsselwörter

Behindertenpolitik, Russland, Inklusion, Sowjetunion, UN-Behindertenrechtskonvention, Barrierefreiheit, Korrekturpädagogik, Sozialpolitik, Bildungspolitik, Behindertenrechte, Diskriminierung, Lebensbedingungen, Teilhabe, Menschenbild, Rehabilitation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der politischen Analyse der Behindertenpolitik in Russland und deren historischer sowie aktueller Ausgestaltung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Bildungspolitik, der sozialen Sicherung, der Situation in staatlichen Heimen sowie der städtebaulichen Barrierefreiheit.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Es wird untersucht, wie sich die staatliche Wahrnehmung und Behandlung behinderter Menschen von einer exklusiven „Roten Exklusion“ hin zu einem modernen, inklusiven Rechtsverständnis entwickelt hat.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Untersuchung basiert auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Auswertung von Studien, Staatsarchiven und offiziellen Regierungsberichten.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung der Behindertenpolitik, die Bildungssysteme, die aktuelle Lage in Heimen sowie Fortschritte und Missstände bei der sozialen Integration.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Inklusion, Exklusion, behindertengerechte Infrastruktur und der Wandel des Menschenbildes im historischen Kontext.

Welche Rolle spielt die UN-Behindertenrechtskonvention für Russland?

Die Ratifizierung im Jahr 2012 markiert einen zentralen Punkt der Transformation, der Russland rechtlich in die internationale Verantwortung nimmt, Teilhabe zu ermöglichen.

Warum gibt es trotz neuer Gesetze noch Kritik?

Human Rights Watch und andere Beobachter kritisieren oft das Fehlen konkreter Durchsetzungsmechanismen und die langsame Umsetzung in wirtschaftlich schwächeren Regionen.

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Details

Title
Rote Exklusion? Politische Analyse zur Behindertenpolitik in Russland
College
University of Education Ludwigsburg
Grade
1,0
Author
Florian Wondratschek (Author)
Publication Year
2017
Pages
37
Catalog Number
V379123
ISBN (eBook)
9783668567283
ISBN (Book)
9783668567290
Language
German
Tags
rote exklusion politische analyse behindertenpolitik russland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Wondratschek (Author), 2017, Rote Exklusion? Politische Analyse zur Behindertenpolitik in Russland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379123
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