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Mathilde und ihr Einfluss auf die Herrscher - Die Rolle der Königin im Blickwinkel ihrer Interventionen und Petitionen in den Königsurkunden Heinrichs I., Ottos I. sowie Ottos II.

Title: Mathilde und ihr Einfluss auf die Herrscher - Die Rolle der Königin im Blickwinkel ihrer Interventionen und Petitionen in den Königsurkunden Heinrichs I., Ottos I. sowie Ottos II.

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 36 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Frank Keilhack (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Nach einem „Perspektivwechsel in der Mediävistik“ rückten auch die Gemahlinnen der Könige und Kaiser des frühen und hohen Mittelalters in den Blickwinkel der Mittelalterforschung. Infolgedessen wurden unter anderem deren Rolle bei der Herrschaftsausübung, ihre Stellung im Gefüge des Reiches, ihre Einflussmöglichkeiten oder ihre Verbindungen zu Geistlichen und Großen untersucht, wobei festgestellt wurde, dass vor allem seit den ottonischen Königinnen eine starke Stellung der Monarchin zu konstatieren ist. Allerdings wird betont, dass dieser Befund erst für die zweite Hälfte des zehnten Jahrhunderts und danach festzustellen ist, namentlich beginnend mit Adelheid, der zweiten Frau Ottos des Großen.
Demnach war die Rolle Mathildes, der ersten Königin des ostfränkischen Reiches und Frau Heinrichs I., eine noch nicht so wichtige und ausschlaggebende, ihr Einfluss war scheinbar gering. Dem widersprechen allerdings zwei historiographische Zeugnisse: Hrotsvit von Gandersheim bezeichnete Mathilde als „conregnans“, Liutprand von Cremona als „regni consors“. Da diese Terminologie nun auf eine Teilhabe an der Herrschaft hindeutet, wirft sich die Frage auf, welche Stellung Königin Mathilde nun hatte. Dieser Frage wird in dieser Arbeit nachgegangen. Dabei soll herausgefunden werden, ob Mathilde Einfluss auf die Herrscher gehabt hat, und wie sie diesen nutzte. Darüber hinaus soll aufgezeigt werden, ob und welche Verbindungen Mathilde zu Geistlichen und/oder Großen des Reiches hatte.
Wie schon erwähnt, bescheinigte Liutprand der Königin Mathilde hervorragende Memoriapflege. Überhaupt wird der Aufbau der ottonischen Memoria und deren Pflege Mathilde zugute gehalten, wobei der Eindruck entsteht, dass dieses Gebiet das einzige gewesen wäre, auf welchem Mathilde agierte. Deshalb soll zusätzlich noch der Frage nachgegangen werden, ob sich dieser Befund erhärten lässt, oder ob Mathilde auch in anderen Bereichen eine wichtige Rolle spielte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1 Hinleitung zum Thema

1.2 Vorgehensweise

2. Vorbetrachtungen

2.1 Interventionen und Petitionen der Königin in den Herrscherdiplomen und deren Bedeutung

2.2 Mathilde

3. Interventionen und Petitionen Mathildes in den Königsurkunden Heinrichs I., Ottos I. und Ottos II.

3.1 Auflistung der betreffenden Königsurkunden

3.2 Adressaten der betreffenden Königsurkunden und (Mit-)Intervenienten

3.2.1 Quedlinburg

3.2.2 Herford

3.2.3 Osnabrück

3.2.4 Corvey

3.2.5 St. Maximin

3.2.6 Neuenheerse

3.2.7 Enger

3.2.8 Chur

3.2.9 Moritzkloster Magdeburg

3.2.10 Hadmersleben

3.2.11 Ergebnis

4. Weitere Aspekte

5. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die politische Rolle und den Einfluss der Königin Mathilde auf die Herrscher Heinrich I., Otto I. und Otto II. anhand ihrer Interventionen und Petitionen in zeitgenössischen Königsurkunden, um ihre tatsächliche Teilhabe an der Herrschaftsausübung zu bewerten.

  • Analyse der Interventions- und Petitionstätigkeit von Königin Mathilde
  • Untersuchung von Netzwerken und Verbindungen zu geistlichen und weltlichen Akteuren
  • Herausarbeitung der Bedeutung von Quedlinburg und der Memoriapflege
  • Kritische Würdigung des Einflusses der Königin im Vergleich zur herrschenden Forschungsmeinung

Auszug aus dem Buch

2.1 Interventionen und Petitionen der Königin in den Herrscherdiplomen und deren Bedeutung

Wenn Althoff (auch) für die Ottonenzeit von einem „Personenverbandstaat“13 spricht, so spielt er darauf an, dass die Gesellschaft des Mittelalters14 aus einem Netzwerk kleinerer sowie größerer Gruppen bestand.15 Diese Gruppen existierten durch verwandtschaftliche oder freundschaftliche Bande. Die mittelalterliche Gesellschaft kann also als ein Netzwerk bestehend aus verschiedenen Geflechten verstanden werden, dessen Mittelpunkt vom jeweiligen Herrscher gebildet worden ist.16

Der Zugang zum König war wohl beschränkt und nur einem ausgewählten Kreis gestattet.17 Um also verschiedene Anliegen an den Monarchen heranzutragen, musste man seinem Vertrautenkreis angehören beziehungsweise Verbindungen zu diesem haben. Die „Zugangsberechtigten“ waren Bestandteil des beschriebenen Netzwerkes. Andere Netzwerkangehörige, die allerdings nicht zu des Herrschers Vertrauten gehörten, nutzen demnach ihre Verbindungen zu dem zugangsberechtigten Personenkreis, um sich Gehör beim König zu verschaffen. Aber auch Institutionen traten an Vertraute des Monarchen heran, um ihre Anliegen an des Königs Ohr gelangen zu lassen. 18 Ob diese Vermittler die diversen Angelegenheiten eins zu eins dem Herrscher vortrugen, sie verstärkend oder abschwächend veränderten oder gar nicht erst weiterleiteten, ist nicht bekannt.19

Zugang zum König hatten einerseits die geistlichen und weltlichen Vertrauten aus den Kreisen des Klerus und der Großen des Reiches, zum anderen aber auch Verwandte und natürlich seine engsten Familienangehörigen. 20 Hier spielte die Königin eine besondere Rolle, die durch ihre Nähe zum König wohl als einflussreich gelten kann. Der „Tatbestand“ der Beeinflussung21 des Herrschers wird in der Forschung mit der Interventionstätigkeit der Königin in den Königsurkunden nachgewiesen. 22 Mit Einflussnahme sind hier zweierlei Dinge gemeint: Erstens die Intervention im eigentlichen Sinne. Das bedeutet, dass die Königin als Brücke zwischen Antragsteller und König fungierte. Personen und Institutionen baten die Herrscherin um Fürsprache für ihre Anliegen beim Monarchen, womit sie die Zugehörigkeit der Königin zum Netzwerk nutzten. Diese Fürsprache der Königin schlägt sich in den Urkunden als Intervention nieder.23 Zweitens die Petition, durch welche die Monarchin selbst als Antragstellerin auftritt. Sie konnte dies in eigener Sache tun – zum Beispiel für eigengegründete Klöster – oder für Dritte24, wobei letzteres der Intervention sehr nahe kommt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Hinführung zum Thema der Rolle Mathildes im ottonischen Reich und Erläuterung der methodischen Herangehensweise anhand von Königsurkunden.

2. Vorbetrachtungen: Theoretische Klärung der Begriffe Intervention und Petition im Kontext des ottonischen Personenverbandstaates sowie biographische Einführung zu Mathilde.

3. Interventionen und Petitionen Mathildes in den Königsurkunden Heinrichs I., Ottos I. und Ottos II.: Detaillierte tabellarische Auflistung und fallbezogene Analyse der Urkunden sowie der beteiligten Akteure und Adressaten.

4. Weitere Aspekte: Betrachtung ergänzender historiographischer Zeugnisse und Diskussion von Entfremdungsprozessen zwischen der Königin und ihrem Sohn Otto I.

5. Zusammenfassung und Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse, die Mathilde eine einflussreiche Rolle bei der Pflege der ottonischen Memoria und in einem Netzwerk aus (Erz-)Bischöfen bescheinigen.

Schlüsselwörter

Mathilde, Ottonen, Königsurkunden, Interventionen, Petitionen, Memoria, Heinrich I., Otto I., Otto II., Quedlinburg, Herrschaftsausübung, Personenverbandstaat, Adelheid, Stift, Netzwerk

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den politischen Einfluss und die Herrschaftsbeteiligung der ersten ottonischen Königin Mathilde anhand ihrer aktiven Rolle in Königsurkunden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Interventions- und Petitionstätigkeit der Königin, der Aufbau ottonischer Memoria, die familiären sowie politischen Netzwerke und die Analyse ihrer Rolle als Königinmutter.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den tatsächlichen Einfluss Mathildes auf die Herrscher Heinrich I., Otto I. und Otto II. zu prüfen und zu hinterfragen, ob sie über den rein sakralen Bereich hinaus politisch wirksam war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine quellenkritische Analyse der Diplomatabände der Monumenta Germaniae Historica (MGH), ergänzt durch einschlägige Sekundärliteratur zur mittelalterlichen Geschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert konkret die Orte und Institutionen (wie Quedlinburg, Herford oder Enger), für die Mathilde in Urkunden als Intervenientin oder Bittstellerin auftrat, sowie die Beziehungen zu den (Mit-)Intervenienten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Mathilde, Ottonen, Königsurkunden, Interventionen, Petitionen, Memoria und politische Netzwerke.

Warum ist das Quedlinburger Stift für die Untersuchung so bedeutend?

Quedlinburg war das Zentrum der ottonischen Memoria und Mathilde leitete das Stift 30 Jahre lang, was es zum wichtigsten Ort ihres nachweisbaren Engagements macht.

Wie bewertet der Autor die Rolle Mathildes gegenüber der Forschung?

Der Autor stellt eine "mutige These" auf, dass Mathildes Einfluss vermutlich größer war, als es die lückenhafte Überlieferungslage aus ihrer Lebenszeit bisher vermuten ließ.

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Details

Title
Mathilde und ihr Einfluss auf die Herrscher - Die Rolle der Königin im Blickwinkel ihrer Interventionen und Petitionen in den Königsurkunden Heinrichs I., Ottos I. sowie Ottos II.
College
http://www.uni-jena.de/  (Historisches Institut)
Course
Cherchez la femme - Die Rolle der Königin vom 8. bis ins 11. Jahrhundert
Grade
1,0
Author
Frank Keilhack (Author)
Publication Year
2004
Pages
36
Catalog Number
V37932
ISBN (eBook)
9783638371414
Language
German
Tags
Mathilde Einfluss Herrscher Rolle Königin Blickwinkel Interventionen Petitionen Königsurkunden Heinrichs Ottos Cherchez Rolle Königin Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Frank Keilhack (Author), 2004, Mathilde und ihr Einfluss auf die Herrscher - Die Rolle der Königin im Blickwinkel ihrer Interventionen und Petitionen in den Königsurkunden Heinrichs I., Ottos I. sowie Ottos II., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37932
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