In dieser Seminararbeit werden zu Beginn die Begrifflichkeiten der „Cultural Governance“, des „Weltkulturerbes“ und der „Tourismuswirtschaft“ erklärt. In Folge dessen gibt diese Seminararbeit einen Überblick über die United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO) im Allgemeinen und klärt anschließend darüber auf, wie ein bestimmter Ort UNESCO-Welterbestätte werden kann. Die Verpflichtungen der Welterbestätten werden im weiteren Verlauf kurz erläutert, bevor diese Arbeit mit der Bedeutung einer Stätte, auf der Welterbeliste, für die Tourismuswirtschaft fortführt.
Im Zusammenhang mit der Bedeutung für die Tourismuswirtschaft werden auch die Zielgruppen definiert und der kritische Zusammenhang zwischen dem Schutz eines Erbes und dem gleichermaßen bedeutenden Tourismus an den Stätten dargestellt. Die Seminararbeit schließt mit dem Fazit ab.
Da es sich beim Weltkulturerbe um Stätten handelt, die sich tatsächlich auf der Liste der UNESCO befinden, werden in dieser Seminararbeit die immateriellen kulturellen Erben nicht berücksichtigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Cultural Governance
2.2 Erbe, Kulturerbe und Weltkulturerbe
2.3 Tourismuswirtschaft
3. UNESCO und das Weltkulturerbe
3.1 UNESCO und die Welterbekonvetion
3.2 Weltkulturerbe werden
3.3 Verpflichtungen der Welterbestätten
4. Bedeutung für die Tourismuswirtschaft
4.1 Zielgruppen Weltkulturerbestätten
4.2 Auswirkungen für die Tourismuswirtschaft
4.3 Zielkonflikt Tourismuswirtschaft und Schutz der Stätten
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert das komplexe Zusammenspiel zwischen dem Erhalt von UNESCO-Weltkulturerbestätten und deren ökonomischer Nutzung durch die Tourismuswirtschaft. Dabei steht insbesondere die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie der Schutz von kulturellem Erbe mit den Anforderungen einer wachsenden Tourismusbranche in Einklang gebracht werden kann, ohne die Authentizität und den Bestand der Stätten zu gefährden.
- Grundlagen der Cultural Governance und Definitionen des Kulturbegriffs
- Die Rolle der UNESCO, Welterbekonvention und Anerkennungsverfahren
- Analyse der Zielgruppen und touristischen Auswirkungen auf Welterbestätten
- Wirtschaftliche Potentiale versus Gefahren durch Massentourismus
- Nachhaltigkeitsansätze und Konfliktmanagement zwischen Denkmalschutz und Tourismus
Auszug aus dem Buch
4.3 Zielkonflikt Tourismuswirtschaft und Schutz der Weltkulturerbestätten
Dass eine Weltkulturerbestätte mehr dem Tourismus, als dem Denkmalschutz dient, geben 90 Prozent der befragten Experten aus einer Studie von Rakic (2007) an.68
Der Tourismus im Geschehen um das Weltkulturerbe steht nicht im Einklang mit den Zielen des Denkmalschutzes und wird daher in diesem Zusammenhang regelmäßig als Problem im Welterbekomitee diskutiert.69 Auch Evans (2004) beschreibt die Verbindung des Tourismus mit dem Erbe als oftmals problematisch.70 Manager einer Welterbestätte arbeiten somit mit dem Schwerpunkt Tourismusmanagement.71 Auch die Deutsche Zentrale für Tourismus berät den Verein deutscher Welterbestätten und ist zugleich Mitglied des Vereins.72 Trotz des Konfliktes zwischen Tourismus und dem Schutz der Stätte ist zu erwähnen, dass eine UNESCO Welterbestätte genau von den Besuchern beobachtet wird. Sollte es also im Zusammenhang mit dem Schutz und der Pflege einer Stätte Probleme vor Ort geben, können die Besucher dies direkt an die UNESCO weitergeben. Die Stätte wird demnach darauf achten, dass dies nicht geschieht und beugt möglichen Beschwerden in ihrem Managementplan vor.73
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik ein und erläutert die Relevanz von kulturorientierten Reisen sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2. Definitionen: In diesem Kapitel werden die zentralen Begrifflichkeiten Cultural Governance, Kulturerbe und Tourismuswirtschaft definiert und voneinander abgegrenzt.
3. UNESCO und das Weltkulturerbe: Das Kapitel beleuchtet die Rolle der UNESCO, das Verfahren zur Erlangung des Welterbetitels sowie die daraus resultierenden Verpflichtungen für die Stätten.
4. Bedeutung für die Tourismuswirtschaft: Hier werden Zielgruppen, touristische Auswirkungen sowie der Zielkonflikt zwischen wirtschaftlicher Ausbeutung und Erhalt der Stätten detailliert untersucht.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines nachhaltigen Umgangs mit Welterbestätten, um langfristige Schäden zu vermeiden.
Schlüsselwörter
UNESCO, Weltkulturerbe, Cultural Governance, Tourismuswirtschaft, Welterbekonvention, Denkmalschutz, Nachhaltigkeit, Kulturtourismus, Managementplan, Authentizität, Massentourismus, Welterbestätten, Zielkonflikt, Welterbekomitee, Kulturerbe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wechselseitigen Beziehung zwischen UNESCO-Weltkulturerbestätten und der Tourismuswirtschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit behandelt die Definitionen kultureller Governance, die UNESCO-Strukturen, Zielgruppenanalysen, wirtschaftliche Auswirkungen und das Konfliktpotenzial zwischen Schutz und Nutzung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, wie man den touristischen Nutzen einer Welterbestätte mit den strengen Anforderungen des Denkmalschutzes und der Nachhaltigkeit vereinbaren kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Seminararbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Studien zum Welterbetourismus basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst das UNESCO-System erklärt, anschließend die Akteure und Zielgruppen des Tourismus analysiert und schließlich die Spannungsfelder zwischen Vermarktung und Erhaltung diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die wichtigsten Schlagworte sind UNESCO, Weltkulturerbe, Tourismuswirtschaft, Cultural Governance, Nachhaltigkeit und Denkmalschutz.
Warum wird die „Rote Liste“ der UNESCO thematisiert?
Die Rote Liste dient als Instrument des Welterbekomitees, um den Schutz gefährdeter Stätten durch politischen und finanziellen Druck zu verstärken.
Warum ist das Management von „Authentizität“ für Welterbestätten so kritisch?
Authentizität ist ein Kernkriterium des Welterbestatus; eine zu starke Kommerzialisierung oder Rekonstruktion zur Attraktivitätssteigerung kann den kulturellen Wert entwerten.
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- Bachelor Ariane Zinneker (Autor), 2017, Cultural Governance. Das Weltkulturerbe und seine Bedeutung für die Tourismuswirtschaft, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379804