"Lesen ist der Schlüssel zum selbstständigen Lernen." Dieses nachvollziehbare Argument aus der Fremdsprachendidaktik
erklärt die Stellung, die die Förderung der Lesekompetenz in der Bildungspolitik im Allgemeinen und im Schulunterricht
im Besonderen einnimmt. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, welche Voraussetzungen im Fremdsprachenunterricht
durch die Lehrperson erfüllt sein sollten, um die Lesekompetenz der Schülerinnen und Schüler nachhaltig steigern zu können.
Die Beantwortung dieser Frage wird anhand eines konkreten Unterrichtsbeispiels mit dem Thema "Spanischer Bürgerkrieg"
umgesetzt und veranschaulicht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Stellenwert der Lesekompetenz im Fremdsprachenunterricht
3. Der Spanische Bürgerkrieg als Thema im Spanischunterricht
4. Planung und Durchführung einer Unterrichtsstunde
4.1 Unterrichtsverlauf
4.2 Sachanalyse
4.3 Didaktische Überlegungen
4.4 Methodische Überlegungen und Lernziele
4.5 Kritik und Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Eignung von Gedichten zur Förderung der Lesekompetenz im Fremdsprachenunterricht und entwickelt einen didaktisch-methodischen Entwurf für eine Unterrichtsstunde anhand des Gedichts "Galope" von Rafael Alberti.
- Förderung der Lesekompetenz und Lesemotivation im Spanischunterricht
- Bedeutung interkulturellen Lernens am Beispiel des Spanischen Bürgerkriegs
- Didaktische Einbettung lyrischer Texte in den Fremdsprachenunterricht
- Methodische Gestaltung von Unterrichtsphasen (Pre-, While-, Post-reading)
- Herstellung von Gegenwartsbezügen zur Lebenswelt der Lernenden
Auszug aus dem Buch
4.2 Sachanalyse
Das Gedicht Galope von Rafael Alberti stammt aus dem Spanischen Bürgerkrieg zwischen 1936 und 1939. Der stark metaphorische Sprachstil in diesem Gedicht lässt keine eindeutigen Schlussfolgerungen auf einen inhaltlichen Zusammenhang mit dem Spanischen Bürgerkrieg zu, da diesbezüglich keine eindeutigen Informationen, wie etwa konkrete Namen oder Daten, die auf dieses Ereignis hinweisen könnten, genannt werden. Bestimmte metaphorische Ausdrücke können jedoch als Bezugspunkte zum Spanischen Bürgerkrieg gedeutet und interpretiert werden. Dazu gehören z. B. Ausdrücke, wie las tierras de España, jinete del pueblo oder hasta enterrarlos en el mar. Die Beschäftigung mit dem Autor und seiner Vita hingegen lässt den inhaltlichen Zusammenhang zwischen dem Gedicht und dem Spanischen Bürgerkrieg naheliegend erscheinen. Rafael Alberti war nicht nur Künstler, sondern Zeit seines Lebens auch ein politischer Aktivist. Bereits während der Diktatur Primo de Riveras nahm er als junger Mann an studentischen Aufständen teil und unterstützte den Aufstieg der Zweiten Republik. Außerdem trat er in die kommunistische Partei ein, veröffentlichte pro-republikanische Zeitschriften und Flugblätter und war Mitglied der pro-republikanischen Alianza de Intelectuales Antifascistas. Er nutzte u. a. seine Gedichte als politisches Instrument, um die politische Entwicklung in seinem Land zu beeinflussen. Diese Erkenntnis sowie die Tatsache, dass er das Gedicht während des Bürgerkriegs verfasst hat, deuten auf einen Zusammenhang zwischen dem Inhalt des Gedichts und den Ereignissen und Entwicklungen während des Bürgerkrieges hin.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Bedeutung der Lesekompetenz im Fremdsprachenunterricht und identifiziert die mangelnde Lernmotivation der Schüler als zentrales Problem, das durch bessere Gegenwartsbezüge gelöst werden soll.
2. Stellenwert der Lesekompetenz im Fremdsprachenunterricht: Es wird dargelegt, dass Lesekompetenz als Teil der rezeptiven Sprachkompetenz eine grundlegende Voraussetzung für den Fremdsprachenerwerb darstellt und fest in den Lehrplänen verankert ist.
3. Der Spanische Bürgerkrieg als Thema im Spanischunterricht: Dieses Kapitel begründet, warum die Auseinandersetzung mit dem Bürgerkrieg und dem Franquismus essentiell für das Verständnis der heutigen spanischen Gesellschaft und ihrer Identitätskonflikte ist.
4. Planung und Durchführung einer Unterrichtsstunde: Hier wird der konkrete methodische Entwurf für eine Unterrichtsstunde mit dem Gedicht "Galope" präsentiert, inklusive Sachanalyse, didaktischer Begründung und Reflexion.
Schlüsselwörter
Lesekompetenz, Spanischunterricht, Spanischer Bürgerkrieg, Rafael Alberti, Gedichtanalyse, Literaturdidaktik, Fremdsprachenunterricht, Lesemotivation, Unterrichtsplanung, Galope, Interkulturelles Lernen, Franquismus, Schulpraxis, Textverstehen, Lernziele.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie lyrische Texte, spezifisch das Gedicht "Galope" von Rafael Alberti, eingesetzt werden können, um die Lesekompetenz im Spanischunterricht zu fördern und gleichzeitig historische sowie kulturelle Bildung zu vermitteln.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die Förderung der Lesekompetenz, die Bedeutung von Literaturdidaktik im Fremdsprachenunterricht sowie die historische Aufarbeitung des Spanischen Bürgerkriegs als Identitätsstifter.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, durch die Verknüpfung von biographischem Hintergrundwissen, dem historischen Kontext des Bürgerkriegs und der Textarbeit die Lernmotivation und das Textverständnis der Schüler zu steigern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt einen didaktisch-methodischen Ansatz, der literaturdidaktische Prinzipien in konkrete Unterrichtsphasen (Pre-, While- und Post-reading) übersetzt und durch eine Unterrichtssimulation reflektiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Bedeutung der Lesekompetenz, dem historischen Kontext des Bürgerkriegs sowie der detaillierten Planung und kritischen Reflexion einer Unterrichtsstunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Lesekompetenz, Spanischer Bürgerkrieg, Literaturdidaktik, Unterrichtsplanung, intrinsische Motivation und interkulturelles Lernen.
Warum ist gerade das Gedicht "Galope" für den Unterricht gewählt worden?
Es dient als exemplarisches Beispiel, um durch die Verknüpfung von politischem Aktivismus des Autors und der historischen Situation im Bürgerkrieg einen persönlichen Zugang für Schüler zu schaffen.
Welche Bedeutung misst der Autor der "intrinsischen Motivation" bei?
Sie gilt als notwendige Voraussetzung für nachhaltigen Wissenserwerb und die Förderung der Lesekompetenz, da sie den Schülern ermöglicht, den persönlichen Wert des gelesenen Inhalts zu erkennen.
Was war das Fazit der Reflexion zur Unterrichtssimulation?
Die Umsetzung war weitgehend erfolgreich, wobei der Autor kritisch anmerkt, dass ein gezielterer Einstieg zu Beginn der Stunde die Motivation und Mitarbeit der Lernenden noch weiter hätte steigern können.
- Arbeit zitieren
- Christoph Wünnemann (Autor:in), 2016, Die Eignung von Gedichten für die Förderung von Lesekompetenz im Fremdsprachenunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380426