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Lernen und Wissensmanagement

Titre: Lernen und Wissensmanagement

Dossier / Travail de Séminaire , 2004 , 18 Pages , Note: 2,3

Autor:in: Andrea Schmid (Auteur)

Didactique - Gestion d'entreprise, Pédagogie des Sciences Economiques
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[...] Dementsprechend heterogen fällt auch die Forschungslandschaft aus. Die verschiedenen Disziplinen betrachten und interpretieren aus ihren eigenen Perspektiven, mit unterschiedlichen Zielen und Methoden. Zielstellung der Betriebswirtschaft war und ist der wirtschaftliche Erfolg. Neben Kapital, Arbeit und Boden wurde Wissen in den letzten Jahren zu einem gleichwertigen - und in manchen Bereichen noch viel wichtigeren oder einzigen – Produktionsfaktor. (Beispiele hierfür sind Pharmaunternehmen oder Consultingfirmen.) Jeden Tag werden neue Mengen an Wissen entwickelt und bestehendes Wissen weiterentwickelt. Die Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen hängt von der Erschließung und Nutzung neuen Wissens ab. Das Wissen der Mitarbeiter im Unternehmen und der Umgang mit diesem Wissen sind heute entscheidend. Zielstellung der Pädagogik hingegen ist es den Lernprozess des Individuums zu fördern. Hier soll neues Wissen kognitiv mit praktisch bedeutsamen Kontexten und Handlungen verknüpft werden. Mehr denn je wird heute gefordert, dass sich der Unterricht in der Schule und Ausbildung nicht darauf beschränken darf, reproduzierbares Faktenwissen zu vermitteln. Um die derzeitige Kluft zwischen Wissen und Handeln zu reduzieren, müssen verstärkt fachübergreifende Fähigkeiten und Handlungskompetenzen gefördert werden. Letztlich sollen die Lernenden mittels Unterricht auch zu verantwortungsbewusstem Denken und Handeln in der Gesellschaft befähigt werden. Wer in Schule oder Ausbildung Ziele dieser Art erreichen will, muss dafür sorgen, dass die Lernenden das, womit sie sich beschäftigen, auch verstehen, d.h. sinnvoll in ihr Vorwissen einbauen. Sie sollen Zusammenhänge zwischen verschiedenen Wissensinhalten herstellen und in der Lage sein, das Gelernte in realen Situationen anwenden zu können. Dazu gehört, dass sie sowohl allein als auch zusammen mit anderen selbstständig Probleme lösen können. Aus diesen beiden unterschiedlichen Zielstellungen ergeben sich unterschiedliche Vorstellungen bezüglich der Begriffe Lernen und Wissen. Im Folgenden sollen Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Überschneidungen hinsichtlich der Begrifflichkeiten und Konzeptionen erarbeitet werden. Dazu werden aus pädagogischer Sicht die konstruktivistische Lerntheorie und aus betriebswirtschaftlicher Sicht das Bausteinmodell des Wissensmanagements nach Probst et al., sowie das Konzept der Wissensspirale von Nonaka und Takeuchi herangezogen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Der Wissensbegriff: Betriebswirtschaft vs. Pädagogik / Psychologie

2.1. Wissen in der Pädagogik/Psychologie

2.1.1. Zwei Definitionen

2.2. Wissen in der Betriebswirtschaft

2.2.1. Zwei Definitionen

2.2.2. Daten – Information – Wissen

2.2.3. Wissensarten im Unternehmen: Der Wissenswürfel

2.2.3.1. Das Modell der Wissensspirale nach Nonaka und Takeuchi

3. Lernen vs. Wissensmanagement

3.1. Lernen aus konstruktivistischer Sicht

3.2. Bausteine des Wissensmanagements nach Probst et al.

3.3. Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Perspektiven mit Bezug auf das Bausteinmodell von Probst et al.

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die unterschiedlichen Konzepte und Perspektiven auf die Begriffe "Lernen" und "Wissen" aus der Sicht der Betriebswirtschaftslehre einerseits sowie der Pädagogik und Psychologie andererseits, um Schnittmengen sowie theoretische Differenzen im Kontext des betrieblichen Wissensmanagements herauszuarbeiten.

  • Vergleich betriebswirtschaftlicher und pädagogisch-psychologischer Wissensdefinitionen
  • Analyse des Modells der Wissensspirale von Nonaka und Takeuchi
  • Konstruktive Lerntheorie als Basis für individuelle Lernprozesse
  • Evaluation des Bausteinmodells des Wissensmanagements nach Probst et al.
  • Gegenüberstellung von Wissensvermittlung und Wissenskonstruktion

Auszug aus dem Buch

2.2.3.1 Das Modell der Wissensspirale nach Nonaka und Takeuchi

Wie im Abschnitt zuvor angesprochen ist eines der Hauptprobleme des Wissensmanagement die Überführung von implizitem in explizites Wissen. Für die Unternehmensführung stellt sich hier die Frage, wie die Aneignung von Wissen auf der individuellen Ebene und auf der Unternehmensebene optimal gestaltet und gelenkt werden kann.

Das in diesem Zusammenhang am häufigsten zitierte Konzept ist das Modell der Wissensspirale von Nonaka und Takeuchi (1997), welches ich hier kurz erläutern werde. ( in Lehner, 2000, S.235ff.))

Das Modell basiert auf zwei Hauptelementen. Zum einen die epistemologische und zum anderen die ontologische Dimension. Die epistemologische Ebene beschreibt die verschiedenen Arten von Wissen – explizites und implizites Wissen – während die ontologische Ebene die Schichten der Wissensentstehung beschreibt (vom Individuum bis hin zur Interaktion zwischen Unternehmen). Diese zwei Hauptdimensionen führen zu vier Hauptprozessen der Wissensumwandlung. Die das Gerüst der Wissensspirale bilden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Die Einleitung beleuchtet die unterschiedlichen Disziplinen und Zielsetzungen von Betriebswirtschaft und Pädagogik im Hinblick auf den Produktionsfaktor Wissen.

2. Der Wissensbegriff: Betriebswirtschaft vs. Pädagogik / Psychologie: Dieses Kapitel vergleicht formale Definitionen von Wissen und erläutert die betriebswirtschaftliche Abgrenzung von Daten, Informationen und Wissen sowie die Wissensarten nach dem Wissenswürfel.

3. Lernen vs. Wissensmanagement: Hier werden die konstruktivistische Lerntheorie und das Bausteinmodell von Probst et al. einander gegenübergestellt, um die Unterschiede zwischen individueller Wissenskonstruktion und organisationalem Wissensmanagement aufzuzeigen.

Schlüsselwörter

Wissensmanagement, Betriebswirtschaft, Pädagogik, Konstruktivismus, Wissensspirale, Probst et al., Implizites Wissen, Explizites Wissen, Organisationslernen, Handlungskompetenz, Wissenstransfer, Wissensnutzung, Wissensbewertung, Lernprozess, Produktionsfaktor.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretischen Unterschiede zwischen betriebswirtschaftlichen Wissensmanagement-Konzepten und pädagogisch-psychologischen Lerntheorien.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Die zentralen Felder sind die Definition von Wissen, die Umwandlung von Wissen in Unternehmen sowie der Vergleich zwischen individuellem Lernen und betrieblicher Wissensnutzung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Diskrepanzen in den Begrifflichkeiten und Konzeptionen beider Disziplinen aufzudecken, um ein besseres Verständnis für betriebliche Lernprozesse zu erlangen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, in der Modelle wie die "Wissensspirale" nach Nonaka und Takeuchi sowie das "Bausteinmodell" nach Probst et al. analysiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Gegenüberstellung der Wissensbegriffe sowie eine kritische Prüfung der Wissensbausteine nach Probst im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit in der Pädagogik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wissensmanagement, Konstruktivismus, Implizites und explizites Wissen, Organisationslernen und Wissensumwandlung.

Wie unterscheidet sich die betriebswirtschaftliche Sicht von der pädagogischen beim Thema "Wissensvermittlung"?

Während die BWL Wissen oft als transportierbaren Gegenstand sieht, betrachtet die Pädagogik/Psychologie Wissen als individuell konstruierten Prozess, der nicht einfach vermittelt werden kann.

Welche Bedeutung hat das Bausteinmodell von Probst et al. für den Vergleich?

Es dient als strukturgebende Matrix, um jeden einzelnen Prozessschritt des betrieblichen Wissensmanagements auf seine pädagogische Validität hin zu untersuchen.

Fin de l'extrait de 18 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Lernen und Wissensmanagement
Université
University of Mannheim  (Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik)
Cours
Weiterbildung im Betrieb II
Note
2,3
Auteur
Andrea Schmid (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
18
N° de catalogue
V38052
ISBN (ebook)
9783638372404
Langue
allemand
mots-clé
Lernen Wissensmanagement Weiterbildung Betrieb
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Andrea Schmid (Auteur), 2004, Lernen und Wissensmanagement, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38052
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