Den Requiemskompositionen von Gabriel Fauré (Op.48) und Maurice Duruflé (Op. 9) wird eine Ähnlichkeit hinsichtlich ihrer musikalischen Stilistik und inhaltlichen Ausrichtung nachgesagt. Diese Aufassung findet sich sowohl in Aufführungskritiken und CD-Booklets wie auch in der musikwissenschaftlichen Forschung. In dieser Arbeit wird diskutiert, inwieweit die Annahme einer stilistisch-musikalischen sowie inhaltlichen Verbundenheit der beiden Werke im Sinne einer (Stil-)Kopie Faurés durch Duruflé wissenschaftlich begründbar ist.
Zur Beantwortung dieser Fragestellung werden zuerst die Requien von Gabriel Fauré und Maurice Duruflé individuell analysiert sowie deren Entstehungsgeschichte skizziert. Im Folgenden werden Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen den Kompositionen herausgearbeitet und diese kritisch, unter Berücksichtigung des zeitgeschichtlichen Hintergrundes, evaluiert.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung: Zur Rezeption des Requiems Duruflés als musikalischer Rückbezug ...
- 2. Das Requiem Gabriel Faurés (Op. 48)
- 2.1 Biographie und kirchenmusikalische Ausbildung Gabriel Faurés.
- 2.2 Kompositionsgeschichte, Fassungen und Rezeption..
- 2.3 Formale Anlage und Text....
- 2.4 Analyse der Einzelsätze..
- 2.4.1 Introit et Kyrie............
- 2.4.2 Offertoire......
- 2.4.3 Sanctus
- 2.4.4 Pie Jesu......
- 2.4.5 Agnus Dei.....
- 2.4.6 Libera me
- 2.4.7 In Paradisum………......
- 3. Das Requiem Maurice Duruflés (Op. 9)………………………………………….
- 3.1 Biographie und kirchenmusikalische Ausbildung Maurice Duruflés.....
- 3.2 Kompositionsgeschichte, Fassungen und Rezeption.……........
- 3.3 Formale Anlage und Text
- 3.4 Zum Einsatz gregorianischer Melodien in der Komposition.........
- 3.5 Analyse der Einzelsätze
- 3.5.1 Introit
- 3.5.2 Kyrie
- 3.5.3 Domine Jesu Christe
- 3.5.4 Sanctus .
- 3.5.5 Pie Jesu..........\li>
- 3.5.6 Agnus Dei
- 3.5.7 Lux aeterna.....
- 3.5.8 Libera me
- 3.5.9 In Paradisum
- 4. Kritischer Vergleich der Requiemskompositionen
- 4.1 Ähnlichkeiten zwischen den Einzelwerken ….......
- 4.2 Textauswahl und musikalische Rhetorik...\li>
- 4.3 Stilistik und Kompositionstechnik
- 4.4 Besetzung....
- 4.5 Ein möglicher Erklärungsansatz für die erkennbaren Ähnlichkeiten ……………………….
- 5. Fazit: Das Requiem Gabriel Faurés als „Prototyp-Werk\"...\li>
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der vergleichenden Analyse der Requiems von Gabriel Fauré und Maurice Duruflé. Ziel ist es, die Annahme einer stilistisch-musikalischen und inhaltlichen Verbundenheit der beiden Werke zu untersuchen und zu evaluieren, ob sich diese auf eine (Stil-)Kopie Faurés durch Duruflé zurückführen lässt.
- Analyse der individuellen Werke Faurés und Duruflés, einschließlich ihrer Entstehungsgeschichte
- Hervorhebung von Ähnlichkeiten und Unterschieden zwischen den beiden Requiemkompositionen
- Kritische Bewertung der festgestellten Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Kontext des zeitgeschichtlichen Hintergrundes
- Bewertung der These einer Stilkopie Faurés durch Duruflé
- Interpretation der Ergebnisse im Hinblick auf die Rezeption des Requiems Duruflés und die Stellung des Werkes Faurés innerhalb der französischen Kirchenmusik
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 dient als Einleitung und beleuchtet die Rezeption des Requiems Duruflés im Hinblick auf einen möglichen musikalischen Rückbezug auf Faurés Werk.
Kapitel 2 beschäftigt sich mit dem Requiem von Gabriel Fauré. Es skizziert die Biographie und kirchenmusikalische Ausbildung des Komponisten sowie die Kompositionsgeschichte des Werkes, einschließlich verschiedener Fassungen und seiner Rezeption. Anschließend werden die formale Anlage und der Text des Requiems analysiert, bevor die einzelnen Sätze im Detail betrachtet werden.
Kapitel 3 widmet sich dem Requiem von Maurice Duruflé. Es verfolgt den gleichen Aufbau wie das vorherige Kapitel und untersucht die Biographie und Ausbildung des Komponisten, die Kompositionsgeschichte des Werkes, seine formale Anlage, den Einsatz gregorianischer Melodien sowie die Analyse der einzelnen Sätze.
Kapitel 4 befasst sich mit einem kritischen Vergleich der beiden Requiemkompositionen. Es werden Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen den Werken herausgearbeitet und die Ergebnisse in Bezug auf Textauswahl, musikalische Rhetorik, Stilistik, Kompositionstechnik und Besetzung diskutiert. Darüber hinaus wird ein möglicher Erklärungsansatz für die erkennbaren Gemeinsamkeiten untersucht.
Schlüsselwörter
Requiem, Gabriel Fauré, Maurice Duruflé, französische Kirchenmusik, fin-de-siècle, Stilkopie, Vergleichende Analyse, Kompositionstechnik, Textauswahl, musikalische Rhetorik, gregorianische Melodien.
Häufig gestellte Fragen
Gibt es Ähnlichkeiten zwischen den Requiems von Fauré und Duruflé?
Ja, beiden Werken wird eine enge stilistische und inhaltliche Verwandtschaft nachgesagt, insbesondere in Bezug auf die eher sanfte, tröstliche Grundstimmung im Vergleich zu dramatischen Vertonungen wie der von Verdi.
Hat Maurice Duruflé das Werk von Fauré kopiert?
Wissenschaftlich wird diskutiert, ob Duruflés Requiem eine bewusste Stilkopie ist oder ob die Ähnlichkeiten aus einer gemeinsamen französischen Tradition und der kirchenmusikalischen Ausbildung resultieren.
Welche Rolle spielt der gregorianische Choral bei Duruflé?
Im Gegensatz zu Fauré integriert Duruflé explizit gregorianische Melodien in seine Komposition und verbindet sie mit moderner Harmonik.
Wie unterscheiden sich die Textauswahlen der beiden Komponisten?
Beide Komponisten weichen von der traditionellen liturgischen Abfolge ab, indem sie beispielsweise das schreckenerregende "Dies irae" weitgehend aussparen und den Fokus auf das "In Paradisum" legen.
Was ist das Besondere an Faurés Requiem op. 48?
Es gilt als „Prototyp“ eines modernen Requiems, das den Tod als friedlichen Übergang und nicht als Tag des Zorns darstellt, was für die Zeit der Entstehung (fin-de-siècle) sehr innovativ war.
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- Malte H. (Author), 2017, Die Requiemsvertonungen von Gabriel Fauré und Maurice Duruflé, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/381119