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Wirtschaftsstile in Europa - Kroatien und Bosnien-Herzegovina

Titre: Wirtschaftsstile in Europa - Kroatien und Bosnien-Herzegovina

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2003 , 30 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Dennis Vilovic (Auteur), Ingo Rudolf (Auteur)

Economie politique - Etudes de cas
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Résumé Extrait Résumé des informations

Mit der Perforation des Eisernen Vorhangs Ende der 1980er Jahre begann für die Länder Osteuropas und der Balkanhalbinsel wirtschaftlich ein neuer Prozess. Zentralgesteuerte Wirtschaftsordnungen hatten abgewirtschaftet und die neue Zauberformel hieß von nun an: Marktwirtschaft. Vom westlichen Standpunkt betrachtet, sieht die Rezeptur einfach aus. Schnell die Betriebe privatisieren, den unbändigen Bürokratismus abbauen und ordentlich Geld reinschießen.
Dieses Allheilmittel soll die „Patienten“ Kroatien und Bosnien-Herzegowina von ihren Symptomen kurieren. Häufig bedenken Berater internationaler Institutionen nicht, dass eine Ökonomie nur unter Berücksichtigung kultureller Eigenarten zu transformieren ist. Vielmehr gilt: die Wirtschaftsordnung muss im Zusammenhang mit der Politik, der Kultur und der Religion gesehen werden. Feinfühligkeit und Empathie für die komplexen Strukturen auf dem Balkan sind der Schlüssel zum Erfolg. Die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Implementierung marktwirtschaftlicher Strukturen ist also eine Analyse der kulturspezifischen Einflussfaktoren einer Ökonomie. In Kroatien und Bosnien-Herzegowina ist zu prüfen, inwieweit verschiedene Ethnien, unterschiedliche Religionen und das Zusammenleben nach dem Bürgerkrieg ökonomische Fragestellungen beeinflussen.
Ziel unserer Abhandlung ist eine tentative Annäherung an die Wirtschaftskultur beider Länder. Wobei wir untersuchen, ob es sich tatsächlich um Wirtschaftsstile oder doch eher um Wirtschaftssysteme handelt?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Das Jugoslawische Modell

3. Wirtschaftssystem oder Wirtschaftsstil? Versuch einer Analyse

3.1. Definition

3.2. Geografische und historische Einflüsse

3.3. Politische Momentaufnahme Bosnien-Herzegowinas

3.4. Der Wirtschaftscharakter – an wen ist die Ökonomie ausgerichtet?

3.5. Politik im Zeichen des Transformationsprozesses

3.6. Das Individuum und die Alltagskultur

3.7. Religiosität, Ethnien und Kirche

4. Fazit

5. Appendix

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine tentative Annäherung an die Wirtschaftskultur in Kroatien und Bosnien-Herzegowina zu leisten, um zu untersuchen, ob in diesen Ländern tatsächlich spezifische Wirtschaftsstile oder eher determinierte Wirtschaftssysteme vorliegen.

  • Analyse der historischen und geografischen Einflussfaktoren auf die ökonomische Entwicklung.
  • Untersuchung der Rolle politischer Transformationsprozesse und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft.
  • Erforschung des Einflusses von Alltagskultur, Individuen und ethnisch-religiöser Vielfalt.
  • Evaluation der Besonderheiten des jugoslawischen Modells der Arbeiterselbstverwaltung als Ausgangspunkt.
  • Gegenüberstellung von formellen marktwirtschaftlichen Strukturen und der Schattenwirtschaft.

Auszug aus dem Buch

3.2. GEOGRAFISCHE UND HISTORISCHE EINFLÜSSE

„Kultur ist keine unabhängige Variable. Zahlreiche Faktoren beeinflussen sie, zum Beispiel Geografie und Klima, Politik, die Wechselfälle der Geschichte“ (vgl. Harrison Lawrence E./Huntington Samuel P.: Streit um Werte – Wie Kulturen den Fortschritt prägen. Hamburg/Wien 2000, S. 27). Hier gibt Lawrence E. Harrison einen Ansatz zur Erklärung der unterschiedlichen Entwicklung von Staaten, den wir am Beispiel Kroatiens und Bosnien-Herzegowinas analysieren wollen. Betrachtet man nur den Faktor Geografie, sind demnach diese zwei Länder unterschiedlich begünstigt.

Auf der einen Seite existiert mit Kroatien eine Nation, die durch einen langen Küstenstreifen sowie von einem, in der Gesamtheit betrachtet, relativ flachen Terrain und der Nähe zu westlichen Industrienationen profitiert. Auf der anderen Seite muss Bosnien-Herzegowina als klassischer Binnen- und Gebirgsstaat eingestuft werden. Es stellt sich die Frage: Erklärt dieser Unterschied die differente Entwicklung beider Siedlungsgebiete?

Jeffrey Sachs erklärte in seinen Bemerkungen zu einer neuen Soziologie der wirtschaftlichen Entwicklung, dass geografisch abgelegene Regionen – entweder Regionen fern von Meeresküsten oder schiffbaren Flüssen oder aber Gebirgsstaaten mit hohen internen und internationalen Transportkosten – erheblich weniger entwickelt als Gesellschaften in Küstenebenen oder an schiffbaren Flüssen sind (vgl. Harrison Lawrence E./Huntington Samuel P.: Streit um Werte – Wie Kulturen den Fortschritt prägen. Hamburg/Wien 2000, S. 60). Sachs spricht hier von Gesellschaften und nicht von Nationen. So sind auch in Kroatien und Bosnien Herzegowina starke regionale Disparitäten zu erkennen. Kroatien muss demnach in drei wirtschaftlich, sowie geografisch differente Areale eingeteilt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einleitung in den Transformationsprozess der Balkanstaaten und die theoretische Fragestellung nach Wirtschaftsstilen versus Wirtschaftssystemen.

2. Das Jugoslawische Modell: Analyse der Arbeiterselbstverwaltung und deren Scheitern an ökonomischer Ineffizienz und Klüngelei.

3. Wirtschaftssystem oder Wirtschaftsstil? Versuch einer Analyse: Theoretische Grundlegung der Begriffe und erste Bestandsaufnahme der sozioökonomischen Realitäten.

3.1. Definition: Abgrenzung der zentralen Fachbegriffe Wirtschaftssystem, Wirtschaftsstil und Wirtschaftsstilzone nach Müller-Armack.

3.2. Geografische und historische Einflüsse: Darstellung, wie topografische Bedingungen und historische Handelsrouten die regionale Entwicklung in Kroatien und Bosnien-Herzegowina prägen.

3.3. Politische Momentaufnahme Bosnien-Herzegowinas: Erläuterung der komplexen institutionellen Teilung nach dem Dayton-Abkommen und deren Auswirkung auf die Stabilität.

3.4. Der Wirtschaftscharakter – an wen ist die Ökonomie ausgerichtet?: Untersuchung der dualen Ökonomie zwischen internationaler Hilfe und einheimischer Schattenwirtschaft.

3.5. Politik im Zeichen des Transformationsprozesses: Betrachtung der Rolle von Eliten und Korruption bei der Umgestaltung der kroatischen Wirtschaft unter dem Tudjman-Regime.

3.6. Das Individuum und die Alltagskultur: Analyse des Einflusses von Kreativität, Arbeitsmoral und kollektivistischen Strukturen auf die wirtschaftliche Innovationskraft.

3.7. Religiosität, Ethnien und Kirche: Aufarbeitung der Bedeutung religiöser Koexistenz und ethnischer Trennlinien für das Wirtschaftsleben.

4. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung zur Anwendbarkeit der Wirtschaftsstilforschung auf den instabilen Transformationskontext der untersuchten Länder.

5. Appendix: Zusammenstellung statistischer Daten zu Bevölkerung, Wirtschaft und Infrastruktur der beiden Länder.

Schlüsselwörter

Wirtschaftsstil, Wirtschaftssystem, Transformation, Arbeiterselbstverwaltung, Schattenwirtschaft, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Regionalentwicklung, Clanwirtschaft, Korruption, Transformation, Identität, Ethnien, Religion, Dayton-Abkommen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die ökonomische Entwicklung und die zugrunde liegende Wirtschaftskultur in Kroatien und Bosnien-Herzegowina nach der Zeit der sozialistischen Planwirtschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Begriffe Wirtschaftsstil und Wirtschaftssystem, angewandt auf den Balkan, sowie die Analyse von geografischen, historischen, politischen und soziokulturellen Einflussfaktoren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Die Autoren möchten eine tentative Annäherung an die Wirtschaftskultur beider Länder leisten und prüfen, ob diese als Wirtschaftsstile oder Wirtschaftssysteme klassifiziert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse sozioökonomischer Theorien, kombiniert mit politischer Momentaufnahme und der Einbeziehung von Transformationsprozessen in Südosteuropa.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert das jugoslawische Erbe, die geografische Begünstigung bzw. Benachteiligung, politische Regimes wie jenes unter Tudjman sowie die Rolle der Religion und Alltagskultur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wirtschaftsstil, Transformation, Schattenwirtschaft, ethnische Separation und das jugoslawische Modell der Arbeiterselbstverwaltung.

Warum spielt die Schattenwirtschaft in Bosnien-Herzegowina eine so große Rolle?

Aufgrund fehlender formeller Strukturen, hoher Arbeitslosigkeit und eines schwachen Staatsapparates ist die Schattenwirtschaft für die Mehrheit der Bevölkerung eine notwendige Überlebensstrategie.

Welchen Einfluss hat das Dayton-Abkommen auf die wirtschaftliche Entwicklung?

Es führte zu einer hochkomplexen institutionellen Teilung mit zahlreichen Regierungen und Entitäten, was politische Entscheidungsfindungen erschwert und wirtschaftliche Stagnation begünstigt.

Was unterscheidet Kroatien von Bosnien-Herzegowina in der wirtschaftlichen Ausgangslage?

Kroatien profitiert stärker von geografischer Nähe zu Westeuropa, einem flacheren Terrain und einer ausgeprägteren nationalen Identität im Vergleich zur fragmentierten Situation in Bosnien-Herzegowina.

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Résumé des informations

Titre
Wirtschaftsstile in Europa - Kroatien und Bosnien-Herzegovina
Université
University of Lüneburg  (Institut für Sozialwissenschaften)
Cours
Wirtschaftsstile in Europa
Note
2,0
Auteurs
Dennis Vilovic (Auteur), Ingo Rudolf (Auteur)
Année de publication
2003
Pages
30
N° de catalogue
V38269
ISBN (ebook)
9783638373852
ISBN (Livre)
9783638684484
Langue
allemand
mots-clé
Wirtschaftsstile Europa Kroatien Bosnien-Herzegovina Wirtschaftsstile Europa
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Dennis Vilovic (Auteur), Ingo Rudolf (Auteur), 2003, Wirtschaftsstile in Europa - Kroatien und Bosnien-Herzegovina, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38269
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