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Konzise Elemente der Reitergeschichte von Hugo von Hofmannsthal unter besonderer Berücksichtigung psychoanalytischer Interpretationsmöglichkeiten

Titre: Konzise Elemente der Reitergeschichte von Hugo von Hofmannsthal unter besonderer Berücksichtigung psychoanalytischer Interpretationsmöglichkeiten

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2015 , 13 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Niels Menzel (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Die Belle Époque als Phase des Umbruchs und der Erneuerung war mit bitteren Einsichten verbunden. In seinem Essay "Der Dichter und diese Zeit" stellte Hugo von Hofmannsthal 1907 fest: "Das Wesen unserer Epoche ist Vieldeutigkeit und Unbestimmtheit. Sie kann nur auf Gleitendem ausruhen und ist sich bewusst, dass es Gleitendes ist, wo andere Generationen an das Feste glaubten". Das Oeuvre von Hofmannsthals spiegelt ähnlich den Arbeiten zeitgenössischer Autoren des Fin de siècle die Auseinandersetzung mit sich in der Schwebe befindlichen Tendenzen und um Beantwortung ringenden Fragen wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Großtheorien wider.

Eine der bedeutendsten, zu den großen "Kränkungen der Menschheit" gehörenden Theorien ist die Psychoanalyse Sigmund Freuds. Die Zahl epischer, dramatischer und wissenschaftlicher Texte, die direkt oder indirekt auf Sigmund Freuds Deutungen menschlichen Denkens und Handelns fußen, ist nicht zu beziffern. Die pointiert ausgedrückte Annahme Freuds, dass der Mensch nicht weiß, warum er handelt, wie er handelt und kaum etwas von dem weiß, was er denkt, machte auch auf Hugo von Hofmannsthal Eindruck. So konventionell es mittlerweile auch erscheint, so wäre es doch fahrlässig, wenn in der Betrachtung eines Werkes, das in die Zeit des natürlich weitaus umfassenderen (z.B. auch industriellen, gesellschaftlichen und kulturellen) Umbruchs fällt, die psychoanalytische Deutungsebene keine Berücksichtigung fände.

Zwar werden in dieser Arbeit auch strukturelle und semantische Ansatzpunkte erwähnt werden, doch liegt das Hauptaugenmerk infolge des vorgegebenen Umfangs speziell auf signifikanten Momenten sexualpathologischer und ödipaler Motivik. Inwieweit ist die Reitergeschichte von psychologischen Merkmalen geprägt und wie lässt sich unter Berücksichtigung der Ergebnisse der bisherigen Forschung das Denken und Handeln des Hauptprotagonisten, des Wachtmeisters Lerch, erklären?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Intention der Arbeit

2. Aufarbeitung und Inhalt

3. Analyse konziser Elemente der Reitergeschichte unter besonderer Berücksichtigung psychoanalytischer Interpretationsmöglichkeiten

4. Fazit

5. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Hugo von Hofmannsthals "Reitergeschichte" unter tiefenpsychologischen Gesichtspunkten, um das rätselhafte Denken und Handeln des Protagonisten Wachtmeister Lerch vor dem Hintergrund der psychoanalytischen Deutungsebene zu entschlüsseln. Dabei steht insbesondere die Frage im Zentrum, inwiefern sexualpathologische und ödipale Motive das Schicksal der Hauptfigur prägen und erklären können.

  • Die psychoanalytische Deutungsebene im Kontext der Belle Époque
  • Strukturelle und semantische Analysen der "Reitergeschichte"
  • Die Bedeutung von Traum und Triebhaftigkeit für den Protagonisten
  • Die ödipale Konstellation im Konflikt zwischen Lerch und Baron Rofrano
  • Die Darstellung des menschlichen Scheiterns in der Moderne

Auszug aus dem Buch

3. Analyse konziser Elemente der Reitergeschichte unter besonderer Berücksichtigung psychoanalytischer Interpretationsmöglichkeiten

Der Einzug der Schwadron in Mailand erscheint voll erotischer Verheißung. Rittmeister Baron Rofrano zeigt hier die in der Dorfszene von Wachtmeister Lerch wiederholte Schwäche, „sich selbst und der Schwadron nicht versagen [zu können], in diese große und schöne, wehrlos daliegende Stadt einzureiten.“ Das Bild der schönen, wehrlos daliegenden Stadt ist eindeutig sexuell konnotiert. So ist die Stadt das weibliche Sexualobjekt, die Soldaten mit ihren „achtundsiebzig aufgestemmte[n] nackte[n] Klingen“ die männlich-aggressiven Potenten des Akts, und der Triumphmarsch der Vollzug des Geschlechtsverkehrs.

Bereits auf dem Land spielte das Verlockende eine Rolle. Es äußerte sich unter anderem in der von Sonne beschienen Schönheit der Kulturlandschaft voller schöner Jugendlicher. Doch diese erste, eher unspezifische Gefühlslage wird in Mailand von erotischer Erregung abgelöst. Und noch stärker als im ersten Teil spielt der Akt des Eindringens eine Rolle. „Verschlafene Fenster [werden] aufgerissen von den entblößten Armen schöner Unbekannter“.

Der Schritt vom Wege Lerchs ist die Entdeckung einer Frau, die er aus Wien zu kennen glaubt. Spielen ihm seine Träumereien hier schon einen Streich? – Er beobachtet die Frau und sehnt sich bei Betrachtung ihrer Wohnung nach Besitz, Bürgerlichkeit und emotionaler Erfüllung – Ziele, die in der Reitergeschichte stets mit sexuellen Ansprüchen korrelieren. Diese Sehnsüchte werden als niedrig und schändlich gewertet, dazumal das Objekt der Begierde, Vuic, mit einem doppeldeutigen Unterton des Ekels (bspw. der über ihren feuchten Haaransatz laufenden Fliege) beschrieben wird. Blicke dringen durch Fenster- und Türöffnungen ein.

Dennoch ist Vuic „der Splitter im Fleisch, um den herum alles von Wünschen und Begierden schwärte.“ „Die Träumereien des Wachtmeisters [erfuhren] keine Hemmungen [mehr].“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Intention der Arbeit: Einführung in den historischen Kontext der Belle Époque und Begründung der Relevanz psychoanalytischer Deutungsansätze für das Werk Hofmannsthals.

2. Aufarbeitung und Inhalt: Zusammenfassung der Handlungsstränge der "Reitergeschichte" und Einordnung des Werkes in das literarische Umfeld der Zeit.

3. Analyse konziser Elemente der Reitergeschichte unter besonderer Berücksichtigung psychoanalytischer Interpretationsmöglichkeiten: Detaillierte Untersuchung der symbolischen Motive, der ödipalen Dynamik zwischen Lerch und Rofrano sowie der Bedeutung von Traum und Trieb.

4. Fazit: Resümee über die Unausweichlichkeit des Scheiterns des Individuums in einer gehemmten Gesellschaftsstruktur.

5. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Hugo von Hofmannsthal, Reitergeschichte, Psychoanalyse, Sigmund Freud, Ödipus-Komplex, Wachtmeister Lerch, Rittmeister Baron Rofrano, Triebhaftigkeit, Tagträume, Identitätsstörung, Literaturanalyse, Belle Époque, Sexualmoral, Scheitern, Existenzialismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Hugo von Hofmannsthals Erzählung "Reitergeschichte" und untersucht diese mittels tiefenpsychologischer und psychoanalytischer Methoden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Konzepte von Begehren, Triebunterdrückung, Machtverhältnissen und die psychische Struktur des Hauptprotagonisten Wachtmeister Lerch.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Untersuchung fragt danach, wie sich Denken und Handeln von Wachtmeister Lerch auf Basis psychoanalytischer Erkenntnisse erklären lassen und welche Rolle dabei die ödipalen Motivstrukturen spielen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine struktural-psychoanalytische Lektüre angewandt, die den Text auf verborgene Bedeutungsebenen hin untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Interpretation der "Reitergeschichte", wobei besonders die Symbolik der "Eindringens"-Motive, die Beziehung zu Vuic und der Konflikt mit Baron Rofrano analysiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind neben dem Autor Hofmannsthal und dem Werk "Reitergeschichte" vor allem Psychoanalyse, Ödipus-Komplex, Identität und Triebbefriedigung.

Warum wird Wachtmeister Lerch als "gescheitertes Individuum" bezeichnet?

Der Autor argumentiert, dass Lerch in einer von gesellschaftlichen Normen und inneren Konflikten gefangenen Welt keine Möglichkeit zur authentischen Selbstverwirklichung findet und letztlich an dieser ausweglosen Lage zugrunde geht.

Welche Rolle spielt die Figur des Rittmeisters Baron Rofrano?

Rofrano verkörpert das Vaterparadigma, dessen Machtanspruch den Untergebenen Lerch in die Position des scheiternden "Sohnes" drängt, was die unauflösbare Vater-Sohn-Konfliktdynamik verdeutlicht.

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Résumé des informations

Titre
Konzise Elemente der Reitergeschichte von Hugo von Hofmannsthal unter besonderer Berücksichtigung psychoanalytischer Interpretationsmöglichkeiten
Université
University of Hamburg
Note
1,3
Auteur
Niels Menzel (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
13
N° de catalogue
V383386
ISBN (ebook)
9783668587694
ISBN (Livre)
9783668587700
Langue
allemand
mots-clé
konzise elemente reitergeschichte hugo hofmannsthal berücksichtigung interpretationsmöglichkeiten
Sécurité des produits
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Citation du texte
Niels Menzel (Auteur), 2015, Konzise Elemente der Reitergeschichte von Hugo von Hofmannsthal unter besonderer Berücksichtigung psychoanalytischer Interpretationsmöglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383386
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Extrait de  13  pages
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