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Die verkörperte Kognitionshypothese. Ist die Sprachbildung mit dem sensorischen und mit dem motorischen System des menschlichen Körpers verbunden?

Titel: Die verkörperte Kognitionshypothese. Ist die Sprachbildung mit dem sensorischen und mit dem motorischen System des menschlichen Körpers verbunden?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 12 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Franziska Haase (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Sprache ist für jeden von uns ein alltägliches Gut. Sie ist für jedermann unentbehrlich. So ist es nicht verwunderlich, dass es sich Sprachforscher zur Aufgabe gemacht haben, die Entstehung der Sprache genauer zu untersuchen. Über die Jahre sind verschiedene Theorien entstanden wie Sprache entsteht. Zum einen setzten Forscher auf eine Sprachbildung, die mit dem sensorischen und motorischen System des Körpers verbunden ist.

Ein anderer Teil der Forscher unterstützt die Theorie, dass die Sprachbildung unabhängig von der Bewegung des Körpers passiert. Wenn Studien zur verkörperten Kognitionshypothese durchgeführt werden, dann kann die Durchführung und die Betrachtung der Ergebnisse in vier Unterkategorien eingeteilt werden. Bei den vier Unterkategorien handelt es sich um die direkte Demonstration, die demonstrierten Verhaltensweisen, die Demonstrationen von sensorischen und motorischen Aktionen und die Betrachtung von beeinträchtigten lexikalischen Endscheidungsleistungen. Die meisten verwertbaren Studienergebnisse konnten erzielt werden, indem automatisierte motorische Prozesse untersucht wurden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Abhängigkeit der Sprachbildung vom sensorischen und motorischen System

2.1 Betrachtung der TMS-Studie von Neininger und Pulvermüller und Betrachtung weiterer Studien Pulvermüllers

2.2 Betrachtung der Forschung von Boulenger in Bezug auf die Sprachverarbeitung der Parkinsonerkrankten

2.3 Vergleich Boulenger und Caramazza

3. Betrachtung der unverkörperten Kognitionshypothese

4. Schlussfazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die wissenschaftliche Debatte um die "verkörperte Kognitionshypothese" und prüft, inwiefern die menschliche Sprachbildung untrennbar mit dem sensorischen und motorischen System des Körpers verbunden ist.

  • Neuropsychologische Grundlagen der Sprachverarbeitung
  • Analyse von TMS-Studien zur Aktivierung motorischer Gehirnareale
  • Untersuchung von Sprachleistungseinschränkungen bei Parkinson-Patienten
  • Gegenüberstellung von verkörperten und unverkörperten Kognitionsmodellen

Auszug aus dem Buch

2.1 Betrachtung der TMS-Studie von Neininger und Pulvermüller und Betrachtung weiterer Studien Pulvermüllers

Schon Jahrhunderte lang beschäftigen sich Forscher mit der Funktionsweise unseres Gehirns. Doch erst durch die neuesten Technologien wurde es möglich, Forschungsergebnisse zu produzieren. Viele Jahre existierte die Annahme, dass nur der linke inferiore frontale und der obere temporale Kortex für die Sprachbildung zuständig seien. Doch dass dem nicht so ist, bewies Pulvermüller bereits 1996.

Pulvermüller und Neininger stellen schon am Anfang ihrer Arbeit von 2002 fest, dass nicht nur die linke Hemisphäre eine zentrale Rolle bei der Produktion von Wörtern spielt, sondern dass auch die linken frontalen und temporalen Gebiete des Gehirns an der Bildung von Nomen und Verben beteiligt sind. Nach Pulvermüller und Neininger ist durch die Untersuchung von Probanden, bei denen Läsionen im Gehirn zu verzeichnen waren, deutlich geworden, dass nicht nur die linke Hemisphäre zuständig ist für die Bildung und Verarbeitung von Wörtern, sondern dass die rechte Hemisphäre auch in der Lage ist Wortstimuli zu erfassen.

Des Weiteren wird durch Neininger und Pulvermüller vermutet, dass die handlungs- und visuell relevanten Bereiche in beiden Hemisphären komplementär gesehen werden können zu den Sprachgebieten, welche an den kategoriespezifischen Prozessen beteiligt sind.

In dieser Studie wurden zwei Hypothesen aufgestellt, doch nur die erste ist für diese Arbeit relevant. Die erste Hypothese Neiningers und Pulvermüllers lautet wie folgt: "Right hemispheric lesions in the motor cortex and adjacent fronto-parietal sites will primarily impair the processing of action-related words most severely." Die dazu ausgeführten Experimente würden nicht nur die Zusammenarbeit von beiden Hemisphären bezeugen. Sie würde auch zeigen, dass die Sprachbildung eindeutig mit dem menschlichen Bewegungsapparat gekoppelt ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob Sprache durch das motorische System geprägt ist, und stellt die wissenschaftliche Relevanz der verkörperten Kognitionshypothese dar.

2. Abhängigkeit der Sprachbildung vom sensorischen und motorischen System: Dieses Kapitel analysiert empirische Studien, darunter TMS-Untersuchungen und Forschung an Parkinson-Patienten, die eine Beteiligung motorischer Areale an Sprachprozessen belegen.

2.1 Betrachtung der TMS-Studie von Neininger und Pulvermüller und Betrachtung weiterer Studien Pulvermüllers: Der Abschnitt diskutiert die Rolle der linken und rechten Hemisphäre sowie die Verbindung zwischen der neuronalen Repräsentation von Aktionswörtern und tatsächlichen Bewegungen.

2.2 Betrachtung der Forschung von Boulenger in Bezug auf die Sprachverarbeitung der Parkinsonerkrankten: Hier wird untersucht, wie degenerative Schäden bei Parkinson-Patienten gezielt die Verarbeitung von Aktionswörtern beeinträchtigen, was die Theorie der verkörperten Kognition stützt.

2.3 Vergleich Boulenger und Caramazza: Ein Vergleich der verschiedenen methodischen Ansätze, um die Übereinstimmung in den Ergebnissen trotz unterschiedlicher Studienformate hervorzuheben.

3. Betrachtung der unverkörperten Kognitionshypothese: Das Kapitel erläutert das Gegenmodell, bei dem Kognition auf abstrakten, vom sensorischen System unabhängigen Konzepten basiert.

4. Schlussfazit: Die Ergebnisse werden zusammengeführt, um die Schlussfolgerung zu stützen, dass trotz der Existenz abstrakter Begriffe eine tiefe Verwurzelung von Sprache in motorischen Systemen vorliegt.

Schlüsselwörter

Verkörperte Kognition, Neurosemantik, Sprachbildung, TMS-Verfahren, Motorischer Kortex, Parkinson, Aktionswörter, Linguistische Stimuli, Kognitionshypothese, Gehirnhemisphären, Lexikalische Entscheidung, Sensorisches System, Neuronale Repräsentation, Semantik, Sprachverarbeitung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Kontroverse darüber, ob Sprachbildung und -verständnis rein abstrakte mentale Prozesse sind oder ob sie eng mit den motorischen und sensorischen Systemen unseres Körpers verschaltet sind.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen die Neuropsychologie der Sprache, die Analyse von Läsionsstudien, die Wirkung von transkranieller Magnetstimulation (TMS) und die Verarbeitung von Aktionsverben bei neurologisch erkrankten Probanden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Belege für die "verkörperte Kognitionshypothese" zu sammeln, indem untersucht wird, ob die Aktivierung motorischer Gehirnareale bei der Verarbeitung von Wörtern mit Aktionsbezug nachweisbar ist.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden herangezogen?

Es erfolgt eine Literatur- und Metaanalyse von empirischen Studien, insbesondere von klinischen Beobachtungen bei Parkinson-Patienten und experimentellen Studien mittels TMS-Verfahren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Abhängigkeit von Sprache und Motorik, die kritische Betrachtung der Forschungsergebnisse von Pulvermüller, Neininger und Boulenger sowie die Gegenüberstellung mit der unverkörperten Kognitionshypothese.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie verkörperte Kognition, Aktionswörter, motorischer Kortex, Sprachverarbeitung und Neurosemantik beschreiben.

Wie erklären Neininger und Pulvermüller die Sprachverarbeitung bei Läsionen?

Sie zeigen auf, dass Patienten mit Schädigungen im rechten Frontallappen signifikante Schwierigkeiten bei der Einordnung von Aktionswörtern haben, was auf eine direkte Kopplung zwischen Spracharealen und motorischen Funktionen hindeutet.

Welche Rolle spielt die Parkinson-Erkrankung in der Argumentation?

Die Krankheit dient als natürliches Experiment, um zu zeigen, dass mit dem Abbau motorischer Fähigkeiten auch die spezifische Fähigkeit zur Verarbeitung handlungsbezogener Begriffe abnimmt, was die Theorie der Verkörperung stärkt.

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Details

Titel
Die verkörperte Kognitionshypothese. Ist die Sprachbildung mit dem sensorischen und mit dem motorischen System des menschlichen Körpers verbunden?
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,3
Autor
Franziska Haase (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
12
Katalognummer
V383796
ISBN (eBook)
9783668591189
ISBN (Buch)
9783668591196
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kognitionshypothese sprachbildung system körpers
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Franziska Haase (Autor:in), 2016, Die verkörperte Kognitionshypothese. Ist die Sprachbildung mit dem sensorischen und mit dem motorischen System des menschlichen Körpers verbunden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/383796
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Leseprobe aus  12  Seiten
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