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Der Perspektivträger als Kamera in Haroldo Contis "Sudeste"

Titel: Der Perspektivträger als Kamera in Haroldo Contis "Sudeste"

Hausarbeit , 2017 , 23 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Jennifer Jaspert (Autor:in)

Romanistik - Hispanistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Inwiefern Sudeste als Filmvorlage betrachtet werden kann, wird in dieser Arbeit versucht zu klären. Den Fokus der Untersuchung stellt dabei die mögliche Verfilmung der verschiedenen Perspektiven und Wahrnehmungen, insbesondere die des Protagonisten Boga, dar.

Um einen theoretischen Rahmen zu schaffen, wird im ersten Schritt die Beziehung zwischen Film und Literatur erörtert, wobei dem Aspekt der Perspektive besonderer Wichtigkeit zukommt. Im Anschluss werden die beiden Begriffe „Perspektive“ und „Wahrnehmung“ auf Basis der Ansätze von Genette und Jost definiert und erörtert. Darauf aufbauend werden ausgewählte Textstellen auf deren mögliche filmische Darstellung analysiert.

Den Mittelpunkt bildet bei den Überlegungen die Annahme, dass die Sicht des Protagonisten Boga metaphorisch gleichzusetzen ist mit einer Kamera, der Boga also als Perspektivträger fungiert. Die Erzählung ist allerdings nicht nur aus seiner Sicht geschrieben, sondern auch aus der Sicht eines allwissenden Erzählers, weshalb sich diese Arbeit mit einer möglichen Verfilmung dieser Perspektive ebenfalls notabene auseinandersetzt. Ein Fazit und ein kurzer Ausblick auf eine Reflexion des 2003 erschienen Film zu Sudeste, beschließen die Arbeit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Film im literarischen Text

3. Elemente der Erzähltheorie

3.1. Perspektive

3.2. Wahrnehmung

4. Bogas Augen als Kamera

4.1. Verfilmung der Wahrnehmungen des Boga

4.2. Verfilmung der unterschiedlichen Perspektiven

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht, inwiefern der Roman Sudeste von Haroldo Conti als Filmvorlage dienen kann, wobei der Fokus auf der filmischen Umsetzung narrativer Perspektiven und Wahrnehmungen liegt. Dabei wird insbesondere die Hypothese geprüft, ob die Sicht des Protagonisten Boga metaphorisch als Kamera fungiert und wie diese sowie die Perspektive eines allwissenden Erzählers technisch in ein filmisches Medium transformiert werden könnten.

  • Narratologische Analyse der Perspektiven und Fokalisierungen
  • Vergleich zwischen literarischen Erzählstrukturen und filmischer Adaption
  • Untersuchung der Wahrnehmungsformen (Okularisierung und Aurikularisierung)
  • Methoden der filmischen Umsetzung von Innenwelt und Bewusstseinsdarstellung
  • Die Rolle der Montage bei der filmischen Repräsentation von Erzählweisen

Auszug aus dem Buch

Die subjektive Kamera und ihre filmische Umsetzung

Die visuelle Wahrnehmung kann in direkter Weise wiedergegeben werden, indem die Kamera die Perspektive mittels einer subjektiven Kamera oder einer ‚Point-of-View‘-Einstellung einnimmt. Die subjektive Kamera hat laut Rajewsky die Wirkung, dass der Blick der Kamera und die spezifische Art der Darstellung der Wirklichkeit dem Blick und dem wahrnehmenden Bewusstsein einer bestimmten Figur entsprechen. Das Geschehen kann durch diese Art der Kameraeinstellung der Wahrnehmung und der Disposition der jeweiligen Figur entsprechend dargestellt werden. Birr merkt dagegen an, dass der Einsatz einer subjektiven Kamera entsprechend einer menschlichen Wahrnehmung immer nur eine Annäherung an die anthropomorphe Wahrnehmung sein kann, die mehr oder weniger gelungen ist. Die subjektive Kamera steht zwar für den menschlichen Blick, kann ihn aber nicht vollständig nachahmen, da die Art des Blickens eine grundverschiedene ist. Nichtsdestotrotz, bleibt die subjektive Kamera die einzige Möglichkeit, eine interne Okularisierung filmisch darzustellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der filmischen Umsetzbarkeit des Romans Sudeste und Erläuterung des theoretischen Ansatzes zur Perspektiv- und Wahrnehmungsanalyse.

2. Film im literarischen Text: Theoretische Grundlegung des Verhältnisses zwischen literarischem und filmischem Erzählen unter Einbeziehung narratologischer Typologien.

3. Elemente der Erzähltheorie: Detaillierte Definition der Fachbegriffe Perspektive und Wahrnehmung auf Basis narratologischer Standardwerke, um das Analysewerkzeug für den Hauptteil zu definieren.

4. Bogas Augen als Kamera: Analyse der konkreten Textbeispiele aus Sudeste hinsichtlich der Möglichkeiten, die visuelle und auditive Wahrnehmung sowie verschiedene Erzählsituationen technisch filmisch umzusetzen.

5. Fazit: Zusammenfassende Bestätigung, dass die Wahrnehmungen des Protagonisten und die Perspektivwechsel im Roman filmisch darstellbar sind, wobei insbesondere auf die Herausforderungen der Umsetzung von Geruchs- und Innenweltwahrnehmungen hingewiesen wird.

Schlüsselwörter

Sudeste, Haroldo Conti, Literaturverfilmung, Erzähltheorie, Fokalisierung, Okularisierung, Aurikularisierung, subjektive Kamera, Montage, Bogas Augen, Narrative Perspektive, Filmisches Erzählen, Wahrnehmung, Filmanalyse, Adaption

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretische und technische Machbarkeit einer Verfilmung des Romans Sudeste von Haroldo Conti unter Berücksichtigung literaturwissenschaftlicher und filmtheoretischer Aspekte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit konzentriert sich auf die Schnittstelle von Literatur und Film, insbesondere auf die filmische Darstellung von Erzählperspektiven und der Wahrnehmungswelt von Figuren.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu klären, wie sich die im Text verwendeten Erzählsituationen (allwissender Erzähler vs. Bogas Perspektive) und Sinneswahrnehmungen mit filmischen Mitteln wie Kameraeinstellungen und Montage umsetzen lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine narratologische Analyse durchgeführt, die Konzepte von Theoretikern wie Gérard Genette, François Jost und Markus Kuhn nutzt, um das Verhältnis von Erzählinstanz, Fokalisierung und Okularisierung zu bestimmen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Textstellen aus Sudeste, ordnet diese den Kategorien der Erzähltheorie zu und leitet daraus konkrete Vorschläge für die filmische Adaption, etwa durch subjektive Kamera oder Montage, ab.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen zählen Literaturverfilmung, Fokalisierung, Okularisierung, Erzähltheorie und die spezifische Figur des Boga als Perspektivträger.

Welche Rolle spielt der Protagonist Boga im Hinblick auf das Kamerakonzept?

Bogas Augen fungieren in der Analyse als metaphorische Kamera, die das Geschehen filtert; die Arbeit untersucht, ob und wie diese interne Fokalisierung filmisch als subjektive Einstellung oder "Point-of-View" realisiert werden kann.

Welches Hindernis wird für die filmische Umsetzung identifiziert?

Besonders die Darstellung olfaktorischer (Geruch) und sehr komplexer innerer Wahrnehmungen wird als Herausforderung benannt, da der Film als audiovisuelles Medium für diese Aspekte keine direkten technischen Äquivalente besitzt.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Perspektivträger als Kamera in Haroldo Contis "Sudeste"
Hochschule
Universität zu Köln  (Romanisches Seminar)
Veranstaltung
Literatur und Transport am Rio de la Plata
Note
1,3
Autor
Jennifer Jaspert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
23
Katalognummer
V385074
ISBN (eBook)
9783668598744
ISBN (Buch)
9783668598751
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Haroldo Conti Sudeste Jost Aurikularisierung Okularisierung Perspektive
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jennifer Jaspert (Autor:in), 2017, Der Perspektivträger als Kamera in Haroldo Contis "Sudeste", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385074
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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