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Das Scheitern von Bretton Woods

Titre: Das Scheitern von Bretton Woods

Dossier / Travail de Séminaire , 2004 , 22 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Simone Prühl (Auteur)

Politique - Sujet: Organisations internationales
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Résumé Extrait Résumé des informations

"R.I.P. We regretfully announce the not unexpected passing away after a long illness of Bretton Woods … Bretton Woods was born in New Hampshire in 1944 and died a few days after his 27th birthday. Although abandoned by some of his parents in infancy, he was a sturdy lad and was expected to survive. …"

Mit diesen Worten nahm am 22. September 1971 die New York Times Abschied von Bretton Woods, “the most successful international monetary regime the world has ever seen” . Fast drei Jahrzehnte arbeitete das internationale Wirtschafts- und Währungssystem erfolgreich und mit beeindruckenden Wachstumsraten , bevor 1971 mit den festen Wechselkursen der Grundpfeiler aufgegeben wurde und das „System von Bretton Woods“ als gescheitert gelten musste.

Doch wie kam es zu diesem Scheitern? Liest man zwischen den Zeilen der Anzeige, war Bretton Woods offenbar ein System, das seine bekannten Schwächen hatte, aber eigentlich funktionieren sollte, und dessen Niedergang dennoch nicht überraschend kam – eine auf den ersten Blick merkwürdige Mischung der Erwartungen. Warum war es offenbar gleichzeitig 'expected to survive', sein Scheitern aber dennoch absehbar?

Die vorliegende Arbeit soll zeigen, dass das System von Bretton Woods aufgrund seiner Entstehungsbedingungen und seiner Regeln von Beginn an auf tönernen Füßen stand. Bereits bei der Konstruktion wurden Fehler gemacht, die früher oder später zum Scheitern führen mussten, das Scheitern war also konstitutionell angelegt.

Um diese These zu bestätigen, wird zunächst kurz gezeigt, weshalb es überhaupt zur Schaffung eines internationalen Systems gekommen ist. Im zweiten Teil soll geklärt werden, welche spezifische Ausgestaltung es erfuhr und wie diese aufgrund von Interessen und Machtverteilung zwischen den Verhandlungspartnern zu erklären ist. Im Anschluss daran sollen die drei wichtigsten Schwächen dieser Ausgestaltung genauer vorgestellt werden, bevor im fünften Abschnitt das Scheitern des Systems analysiert wird.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Entstehungshintergründe des Systems von Bretton Woods

2.1 Historische Erfahrungen

2.2 Beteiligte und deren gemeinsame Interessen

3 Die Schaffung des Systems von Bretton Woods

3.1 Ausgestaltung des Systems von Bretton Woods

3.1.1 Ziele des Systems

3.1.2 Feste Wechselkurse als tragende Säule

3.2 Erklärungsansätze für spezifische Ausgestaltung

3.2.1 Machtverhältnisse im internationalen System

3.2.2 Verhalten während der Konferenz

3.2.3 Tagespolitische Umstände und Rücksichtnahmen

4 Schwächen des Systems von Bretton Woods

4.1 Dollar-Stärke statt systemeigene Währung

4.2 Mangelnde Autorität des IWF

4.3 Zielkonflikte – Triffin-Dilemma

5 Das Scheitern des Systems von Bretton Woods

5.1 Chronologie des Scheiterns

5.2 Gründe für das Scheitern

5.2.1 Inflation des Dollar

5.2.2 Rigide Wechselkursbreiten

5.2.3 Verhalten der Bündnispartner

6 Das Scheitern des Systems von Bretton Woods war konstitutionell angelegt und deshalb bedingt vorhersehbar

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das internationale Währungssystem von Bretton Woods mit dem Ziel nachzuweisen, dass dessen Zusammenbruch nicht allein durch äußere Umstände, sondern aufgrund inhärenter, konstitutioneller Konstruktionsfehler bereits in seiner Entstehungsphase angelegt und somit vorhersehbar war.

  • Entstehungsgeschichte und historische Hintergründe des Systems
  • Machtpolitische Interessenkonflikte bei der Gestaltung der Wirtschaftsordnung
  • Analyse zentraler Schwachstellen, insbesondere der Dollar-Leitwährung und des Triffin-Dilemmas
  • Chronologische Untersuchung des Niedergangs des Systems bis 1973
  • Evaluierung der konstitutionellen Voraussetzungen im Vergleich zum realen Verhalten der Akteure

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Feste Wechselkurse als tragende Säule

Das System der festen Wechselkurse – ein „Gold-Devisen-Standard“ – war das Kernstück des Vertragswerkes. Um forcierter Abwertung vorzubeugen, mussten sich alle IWF-Mitglieder verpflichten, einen bestimmten Wechselkurs in Gold oder Dollar für ihre Währungen festzulegen und künftig daran festzuhalten. Der Dollar wiederum war in Gold definiert. Damit war jede Währung zumindest indirekt an den Dollar gebunden, und die USA waren verpflichtet, Dollarguthaben anderer Zentralbanken jederzeit in Gold umzutauschen. Diese festgelegten Wechselkurse wurden konnten nur 1% schwanken. „Darüber hinausgehende Paritätsänderungen durften nur bei einem gravierenden wirtschaftlichen Ungleichgewicht nach Beratungen mit dem Fonds, solche über 10% nur mit seiner Zustimmung erfolgen.“ Um die Wechselkurse innerhalb des Schwankungsrahmens zu halten, verpflichteten sich die Notenbankchefs der Länder, auf den Devisenmärkten zu intervenieren und Währungen zu kaufen oder zu verkaufen, um Stabilität zu gewährleisten. Alle Mitglieder waren außerdem verpflichtet, ihre eigene Währung jederzeit aufzukaufen, wenn sie ihnen von einem anderen Staat angeboten wurde, und alle Nationen waren ebenfalls gehalten, ihren Kapitalmarkt offen zu gestalten, da ohne der Zustimmung des IWF keine Beschränkung im laufenden Überweisungs- und Zahlungsverkehr zugelassen war.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach der Vorhersehbarkeit des Scheiterns von Bretton Woods und erläutert die These, dass das System von Beginn an konstitutionell belastet war.

2 Entstehungshintergründe des Systems von Bretton Woods: Dieses Kapitel arbeitet die historischen Erfahrungen der Weltwirtschaftskrise und die daraus resultierenden gemeinsamen Interessen der beteiligten Nationen auf.

3 Die Schaffung des Systems von Bretton Woods: Es wird die Ausgestaltung des Systems sowie die machtpolitische Einflussnahme der USA und Großbritanniens bei der Konferenz von Bretton Woods analysiert.

4 Schwächen des Systems von Bretton Woods: Dieses Kapitel identifiziert die konstruktiven Mängel, insbesondere die einseitige Dollar-Dominanz, die mangelnde Autorität des IWF und das Triffin-Dilemma.

5 Das Scheitern des Systems von Bretton Woods: Die Chronologie des Zusammenbruchs wird anhand der Dollar-Inflation, der Wechselkursstarrheit und des Verhaltens der Bündnispartner detailliert nachgezeichnet.

6 Das Scheitern des Systems von Bretton Woods war konstitutionell angelegt und deshalb bedingt vorhersehbar: Das Fazit bestätigt die Ausgangsthese, dass die krisenanfällige Architektur des Systems den späteren Zusammenbruch unausweichlich machte.

Schlüsselwörter

Bretton Woods, IWF, Wechselkurse, Gold-Devisen-Standard, Dollar-Inflation, Triffin-Dilemma, internationale Währungspolitik, Weltwirtschaft, Liquidität, Stabilität, Konvertibilität, Hegemonie, Finanzsystem, Kooperationsgewinn, Währungsordnung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Ursachen für das Scheitern des Systems von Bretton Woods und vertritt die These, dass das Ende des Währungssystems kein Zufall, sondern in der fehlerhaften Konstruktion von Beginn an angelegt war.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Entstehungsbedingungen der Nachkriegsordnung, die Machtverhältnisse bei der Gestaltung des IWF, die systemischen Schwächen durch die Dollar-Fixierung sowie die ökonomischen Krisenfaktoren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu belegen, dass die architektonischen Schwächen des Abkommens die Praxistauglichkeit von Beginn an untergruben und das System somit konstitutionell krisenanfällig machten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wählt einen analytisch-historischen Ansatz, der auf der Auswertung von Fachliteratur, zeitgeschichtlichen Quellen und ökonomischen Theorien basiert, um den kausalen Zusammenhang zwischen Konstruktion und Scheitern aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Genese des Systems, die machtpolitischen Kompromisse der Konferenzteilnehmer, eine kritische Analyse der strukturellen Mängel und eine chronologische Aufarbeitung des Zusammenbruchs ab 1958.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Bretton Woods, Dollar-Dominanz, Triffin-Dilemma, IWF-Autorität, Konstitutionelle Fehler und internationale Liquidität.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des IWF innerhalb des Systems?

Die Autorin beschreibt den IWF als weitgehend "zahnlosen Tiger", da er durch die Interessen der Nationalstaaten, insbesondere der USA, in seiner Handlungsfähigkeit und supranationalen Autorität stark eingeschränkt war.

Was genau versteht man in der Arbeit unter dem Triffin-Dilemma?

Das Triffin-Dilemma bezeichnet den logischen Widerspruch des Systems: Die Weltwirtschaft benötigte zur Liquiditätssicherung immer mehr Dollar, während gleichzeitig das Vertrauen in die Golddeckung dieser Dollar abnahm, was die Systemstabilität untergrub.

Welche Bedeutung kommt dem Verhalten der USA im 5. Kapitel zu?

Die USA werden als Hauptakteur dargestellt, der durch die ungebremste Inflationierung des Dollars zur Finanzierung des Vietnamkriegs und eigener Sozialpolitik das Vertrauen der Partner untergrub und die Systemstabilität zur persönlichen Entlastung missbrauchte.

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Résumé des informations

Titre
Das Scheitern von Bretton Woods
Université
University of Bamberg
Cours
Regieren durch Internationale Institutionen
Note
1,3
Auteur
Simone Prühl (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
22
N° de catalogue
V38536
ISBN (ebook)
9783638375627
ISBN (Livre)
9783638654456
Langue
allemand
mots-clé
Scheitern Bretton Woods Regieren Internationale Institutionen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Simone Prühl (Auteur), 2004, Das Scheitern von Bretton Woods, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38536
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Extrait de  22  pages
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