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Eine Analyse zum Verfall britischer Weltmacht. Zwang zum Untergang?

Titel: Eine Analyse zum Verfall britischer Weltmacht. Zwang zum Untergang?

Seminararbeit , 2002 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Maximilian Hohenstedt (Autor:in)

Geschichte Europas - Zeitalter Weltkriege
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wenn man den relativen Machtverlust Großbritanniens innerhalb der vergangenen 100 Jahre betrachtet, so drängt sich einem das Wort ‚spektakulär’ geradezu auf. Man kann es im Prinzip noch nicht einmal mit dem Untergang Roms vergleichen, denn obwohl der römische Machtverlust bis zum endgültigen Ende des oströmischen Restreiches sogar noch gewaltiger ausfällt, ist die Zeitspanne vom Zenit der Macht bis zum völligen Verlust derselben ungleich größer. Während das römische Reich – großzügig betrachtet – über ein Jahrtausend stetig Macht verlor bis zum Fall Konstantinopels als formellem Rest 1453, reichte einem Briten schon ein langes Menschenleben, um den Wechsel von der vollkommenen Dominanz einer Weltmacht zur relativen Durchschnittlichkeit einer europäischen Mittelmacht mitzuerleben.

Anhand einiger historischer Schlüsselsituationen, nämlich der beiden Weltkriege und dem Anfang des darauffolgenden kalten Krieges, ist es Thema dieser Arbeit darzulegen, inwiefern Großbritanniens Optionen diktiert wurden durch bestimmte Situationen innerhalb des jeweiligen internationalen Systems und inwieweit diese Zwänge den Reaktionen der außenpolitischen Handlungsträger Großbritanniens kaum Spielraum ließen.
Großbritannien sah sich herausgefordert und wählte stets das rational im Sinne der Staatsräson und des langfristigen Volkswohls liegende kleinere Übel namens höchstwahrscheinlichem Machtverlust.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung:

I Theoretische und methodologische Grundlagen und Prämissen:

1. Die britischen Deterministenfelder:

2. Die britischen Determinantenfelder:

3. Der britische Weg außenpolitischer Interaktion:

4. Die britischen Mittel der Interaktion:

5. Zwischenfazit:

II Der historische Hintergrund zum Verfall britischer Weltmacht:

1. Faktoren britischer Macht:

2. Die Wurzeln des relativen Machtverlusts:

3. Der Zwang zum Krieg 1914:

4. Der Zwang zur militärischen, wirtschaftlichen und politischen Abhängigkeit im und durch den ersten Weltkrieg:

5. Der Zwang zur militärischen, wirtschaftlichen und politischen Abhängigkeit im und durch den zweiten Weltkrieg:

6. Großbritanniens Weg zu einer ‚normalen’ europäischen Mittelmacht:

III Fazit:

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den relativen Machtverlust Großbritanniens im 20. Jahrhundert unter der Hypothese, dass die außenpolitischen Entscheidungen des Landes nicht frei getroffen wurden, sondern durch Zwänge des internationalen Systems diktiert waren. Es wird analysiert, wie Großbritannien gezwungen war, von einer dominierenden Weltmacht zu einer europäischen Mittelmacht abzusteigen, um seine staatliche Existenz und Souveränität zu sichern.

  • Systemtheoretische Analyse britischer Außenpolitik (Neorealismus nach Waltz)
  • Die Rolle determinierender Faktoren bei außenpolitischen Entscheidungen
  • Einfluss der Weltkriege auf die Abhängigkeit von anderen Großmächten
  • Die Suez-Krise von 1956 als Wendepunkt zur europäischen Mittelmacht
  • Der Wandel Großbritanniens zum Juniorpartner der USA

Auszug aus dem Buch

3. Der britische Weg außenpolitischer Interaktion:

Großbritannien beschritt in seiner neueren Geschichte nie einen ausschließlichen Weg außenpolitischer Interaktion. Weder verhielt sich britische Außenpolitik im 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhunderts rein imperialistisch, noch betrieb sie reine Appeasementpolitik in den 1930er Jahren. Dies mag in Einzelfällen zwar durchaus vorgekommen sein, zum Beispiel in Teilen der Kolonialpolitik oder bei einzelnen Duldungen faschistischer Expansion, generell jedoch war sowohl die imperialistische, als auch die Appeasement – Politik geprägt durch einen klug ausbalancierten Interessensausgleich. Die Motive und Ziele der britischen Kolonialpolitik im 19. Jahrhundert zum Beispiel waren unumstritten imperialistisch, der Weg dorthin allerdings ein kontinuierlicher Versuch die Gegenpartei, wenn möglich, auf die eigene Seite zu ziehen, wo möglich, zu überreden, statt zu unterwerfen.

Des weiteren bestimmte eine zusätzliche Eigenart britischer Außenpolitik den Weg seiner Interaktion: Großbritanniens Entscheidungsträger hielten sich immer so weit wie möglich die Optionen offen. So lange nicht essentielle Determinantenfelder britischer Außenpolitik gefährdet waren, griff Großbritannien nicht aktiv auf der Seite einer Partei, ging keine Bündnisse von Dauer oder absoluter Bindung ein und suchte immer eine weitest gehende Entscheidungsfreiheit in den Händen zu halten. Selbst das gern zitierte britische Prinzip der ‚Balance of Powers’ hielt sich an diese inoffizielle Maxime. Als Preußen zusammen mit den Mittel- und Marginalmächten Deutschlands 1870/71 Frankreich besiegte und das Deutsche Kaiserreich gegründet wurde, war es eine große Erschütterung des europäischen Mächtegleichgewichts. Auf einmal entstand in der Mitte Europas ein starker, neuer Akteur, der Frankreich als größte kontinentale Macht ablöste und rasch zum diplomatischen Zentrum der europäischen Welt avancierte, doch Großbritannien griff nicht ein.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik des britischen Machtverlusts und Darstellung der Arbeitshypothese, dass außenpolitische Entscheidungen durch internationale Systemzwänge determiniert waren.

I Theoretische und methodologische Grundlagen und Prämissen: Darlegung der theoretischen Ansätze (Neorealismus) sowie Analyse der britischen Determinantenfelder und Mittel der außenpolitischen Interaktion.

II Der historische Hintergrund zum Verfall britischer Weltmacht: Historische Untersuchung der Faktoren britischer Macht und der Ursachen für ihren relativen Verlust anhand der Weltkriege und der Entwicklung zur Mittelmacht.

III Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Entwicklung Großbritanniens von der Weltmacht hin zum Juniorpartner der USA als Ergebnis systemischer Zwänge.

Schlüsselwörter

Großbritannien, Außenpolitik, Weltmacht, Machtverlust, Internationales System, Neorealismus, Souveränität, Determinanten, Weltkriege, Suez-Krise, Mittelmacht, Juniorpartner, Interessen, Diplomatie, Sicherheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den relativen Abstieg Großbritanniens von der dominierenden Weltmacht zu einer europäischen Mittelmacht im 20. Jahrhundert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die systemtheoretische Analyse, die Auswirkung der Weltkriege auf britische Handlungsspielräume und der Einfluss internationaler Abhängigkeiten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll dargelegt werden, inwiefern Großbritannien durch das internationale System zu Reaktionen gezwungen war, die kaum Spielraum ließen und zwangsläufig zum Machtverlust führten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf die systemtheoretischen neorealistischen Grundlagen nach Kenneth Waltz, die Staaten als rationale Akteure in einem internationalen Machtgefüge begreifen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den historischen Schlüsselsituationen der beiden Weltkriege sowie der Suez-Krise von 1956 und den daraus resultierenden Abhängigkeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Systemzwang, Machtverlust, Souveränität und die Transformation zur Mittelmacht charakterisieren.

Warum wird die Rolle der Suez-Krise von 1956 so stark betont?

Die Suez-Krise wird als der letzte Versuch Großbritanniens gewertet, als unabhängiger Akteur zu agieren, was jedoch aufgrund des Drucks der Supermächte scheiterte und den Status als Juniorpartner zementierte.

Wie bewertet der Autor die britische Appeasement-Politik?

Sie wird nicht als bloßer Fehler, sondern als damals rational erscheinender Versuch einer diplomatischen Lösung unter extremen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bewertet.

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Details

Titel
Eine Analyse zum Verfall britischer Weltmacht. Zwang zum Untergang?
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (GSI)
Veranstaltung
Britische Außenpolitik im Spannungsfeld zwischen Amerika und Europa
Note
1,0
Autor
Maximilian Hohenstedt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
21
Katalognummer
V385671
ISBN (eBook)
9783668607552
ISBN (Buch)
9783668607569
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politik Geschichte Großbritannien Kolonialmacht Empire Untergang Macht Verfall Reich England Weltkriege
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maximilian Hohenstedt (Autor:in), 2002, Eine Analyse zum Verfall britischer Weltmacht. Zwang zum Untergang?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385671
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Leseprobe aus  21  Seiten
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