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Was ist Absicht? Ein Blick über den Zaun zu G.M.E. Anscombe

Title: Was ist Absicht? Ein Blick über den Zaun zu G.M.E. Anscombe

Essay , 2017 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Götz-Ulrich Luttenberger (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Die Arbeit setzt sich mit der englischsprachigen Schrift „Intention“ (deutsch „Absicht“) von Gertrude Elizabeth Margaret Anscombe auseinander. Dieses Werk gehört zu den Philosophie-Klassikern des 20. Jahrhunderts zur Handlungstheorie und zur Tugendethik.

Luttenberger untersucht die sprachanalytische Vorgehensweise von Anscombe und legt seinerseits syntaktische und semantische Schwächen in Anscombes argumentativer Methode offen. So gelingt ihm die Abgrenzung von „Absicht“ zu „Wunsch“ und von „Absicht“ zu „Motiv“ überzeugender als Anscombe. Das gilt auch für die Unterscheidung zwischen „Absicht“ und einfachen Aussagen über die Zukunft (Prophezeiungen).

Während Anscombe für die sogenannte „Warum-Frage“ als Kriterium für absichtliches Handeln plädiert, schlägt der Autor stattdessen den Imperativ „Hör auf!“ vor. Er bekommt damit solche Handlungen in den Griff, die für Anscombe problematisch sind („geistesabwesende Handlungen“ wie das Trommeln mit den Fingern auf dem Tisch).

Von einem absichtlichen Handeln spricht der Autor im Ergebnis dann, wenn man einen syntaktisch und semantisch wohlgeformten Satz nach dem Muster formulieren kann: „X beabsichtigt, dass X т tun wird“ und wenn X auf die spezifizierte Aufforderung „Hör auf, т zu tun!“ angemessen reagiert.

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Inhaltsverzeichnis

1. ,Absicht‘ in der Philosophie; G.M.E. Anscombes Verdienst; eigener, sprachgrammatischer Ansatz

2. Absichten für die Zukunft

2.1 Syntax

2.2 Semantik

3. Absichtliches Handeln

3.1 Syntax

3.2 Die verflixte „Warum-Frage“

3.3 Mein ,Hör auf!‘-Vorschlag

4. Absicht beim Handeln – Spezifizierung des ,Hör auf!-Befehls‘

5. Ergebnis – Was ist Absicht?

5.1 Absichtliches Handeln

5.2 Äußerungen über Absicht

5.3 Absicht durch Unterlassen?

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den philosophischen Begriff der „Absicht“ durch einen innovativen sprachgrammatischen Ansatz, der über klassische Ansätze, insbesondere jene von G.E.M. Anscombe, hinausgeht. Das primäre Ziel ist es, ein präzises Kriterium zu entwickeln, das absichtliches Handeln von bloßen Prognosen oder anderen Tätigkeiten abgrenzt und dabei die performative Dimension von Absichtsäußerungen in den Fokus rückt.

  • Analyse der Syntax und Semantik von Absichtsbegriffen
  • Kritische Auseinandersetzung mit der „Warum-Frage“ bei Anscombe
  • Einführung des „Hör auf!“-Tests als neues Kriterium für Absichtlichkeit
  • Unterscheidung zwischen Absicht, Motiv und bloßer Zukunftsprognose

Auszug aus dem Buch

3.3 Mein ,Hör auf!‘-Vorschlag

An der Idee Anscombes, die fiktive Zwiesprache zwischen einem Handelnden und einem Beobachter zur Analyse von Handlungsweisen zugrunde zu legen, halte ich fest. Mächtiger als ihre Fragen „Warum?“ oder „Wozu?“ ist jedoch der Imperativ ,Hör auf!‘.

Ich behaupte also, dass wir es mit einer ,absichtlichen Tätigkeit‘ zu tun haben, wenn der Handelnde auf den Befehl ,Hör auf!‘ angemessen reagiert. Entweder beendet er tatsächlich die Handlung oder er lehnt das ab, weil er seine Absicht weiterverfolgen will. Aber er wird auf jeden Fall immer dann und nur dann nachvollziehbar reagieren, wenn er gerade absichtlich handelt.

Umgekehrt, wer vor Schreck eine Tasse fallen lässt oder schlafwandelnd über Dächer balanciert oder einfach nur auf Glatteis ausrutscht und hinfällt, handelt nicht absichtlich, weil es jeweils keine angemessenen Reaktionen auf den ,Hör auf!‘-Befehl gibt: Am Schrekken kann ,Hör auf!‘ nichts ändern, die Anrede eines Somnambulen ist von vorneherein vergeblich und für den Stürzenden kommen jegliche Worte zu spät.

,Hör auf!‘ ist deshalb ein sehr taugliches Kriterium, um absichtliches Handeln von anderem Verhalten zu trennen. Gegenüber der ,W-Frage‘ hat die ,Hör auf!‘-Aufforderung den Vorteil, dass Antworten wie „Ich weiß nicht…“ oder „Ich mache das einfach so…“ oder ent-sprechende Reaktionen bei ,Hör auf!‘ nicht vorkommen. Vielmehr wird man mit ,Hör auf!‘ beim Pfeifen eines lustigen Liedchens um seiner selbst willen oder beim gedankenlosen Trommeln mit den Fingern auf dem Tisch ohne weiteres eine passende Antwort bekommen. Entweder enden das Pfeifen und das Trommeln. Oder die Retourkutsche ,Ich lasse mir nichts befehlen‘ ist in diesen Situationen so vernünftig, dass man mit ihr Pfeifen und Trommeln auch bei dieser Reaktion des Rezipienten als ,absichtliches Handeln‘ qualifizieren kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. ,Absicht‘ in der Philosophie; G.M.E. Anscombes Verdienst; eigener, sprachgrammatischer Ansatz: Einführung in die historische Bedeutung des Absichtsbegriffs und Vorstellung der sprachanalytischen Methodik als Alternative zur klassischen Rezension.

2. Absichten für die Zukunft: Untersuchung der syntaktischen und semantischen Strukturen von Absichtsäußerungen sowie Abgrenzung zu Wünschen und Prognosen.

3. Absichtliches Handeln: Analyse der Bedingungen absichtlichen Handelns und Kritik an der „Warum-Frage“ zugunsten eines neuen, imperativbasierten Kriteriums.

4. Absicht beim Handeln – Spezifizierung des ,Hör auf!-Befehls‘: Anwendung des „Hör auf!“-Tests auf komplexe Handlungsabläufe und Teilhandlungen.

5. Ergebnis – Was ist Absicht?: Zusammenfassende Definition des absichtlichen Handelns durch syntaktische Formulierbarkeit und die Reaktivität auf den „Hör auf!“-Befehl sowie Ausblick auf das Thema „Unterlassen“.

Schlüsselwörter

Absicht, Handeln, Sprache, Syntax, Semantik, G.E.M. Anscombe, „Hör auf!“-Test, Warum-Frage, Sprachphilosophie, Performative Äußerung, Pragmatik, Intentionalität, Motiv, Zukunft, Handlungstheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen und sprachwissenschaftlichen Analyse des Begriffs „Absicht“ und wie dieser korrekt in der Alltagssprache und Theorie definiert werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Syntax und Semantik von Absichtsbegriffen, der Abgrenzung von Absichten gegenüber Wünschen und Motiven sowie der Untersuchung von absichtlichem Handeln.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Entwicklung eines verlässlichen Kriteriums, um absichtliches Handeln von bloßem Verhalten oder Prognosen präzise zu unterscheiden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen sprachgrammatischen und sprachanalytischen Ansatz, der die logischen Strukturen hinter Absichtssätzen und die pragmatische Kommunikation untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Struktur von Absichten in Bezug auf Syntax, die Problematik der „Warum-Frage“ und führt den neuen, innovativen „Hör auf!“-Test ein.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Absicht, Handeln, Syntax, Semantik, Anscombe, „Hör auf!“-Test und Pragmatik.

Warum hält der Autor die „Warum-Frage“ von Anscombe für unzureichend?

Der Autor argumentiert, dass die „Warum-Frage“ in der Sprachanalyse zu unpräzise ist, da sie sowohl nach kausalen Gründen als auch nach finalen Zwecken fragt und somit keine saubere Unterscheidung erlaubt.

Wie genau funktioniert der vorgeschlagene „Hör auf!“-Test?

Der Test prüft, ob ein Handelnder auf den Befehl „Hör auf!“ nachvollziehbar reagiert, indem er das Handeln beendet oder ablehnt, was ein Indikator für eine absichtliche Tätigkeit ist.

Unterscheidet sich die Äußerung einer Absicht von einer bloßen Prophezeiung?

Ja, laut Autor liegt der Unterschied primär in der Pragmatik: Eine Absichtsäußerung fordert den Zuhörer implizit zur Stellungnahme auf, was bei einer reinen Vorhersage nicht der Fall ist.

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Details

Title
Was ist Absicht? Ein Blick über den Zaun zu G.M.E. Anscombe
College
University of Bamberg  (Philosophy)
Grade
1,3
Author
Götz-Ulrich Luttenberger (Author)
Publication Year
2017
Pages
14
Catalog Number
V386684
ISBN (eBook)
9783668632561
ISBN (Book)
9783668632578
Language
German
Tags
Gertrude Elizabeth Margaret Anscombe Intention Absicht absichtlich unwillkürlich Motiv Wunsch Prophezeiung Aussagen über Zukunft Tugendtheorie Handlungstheorie Warum Warum-Frage Wozu Syntax Semantik Pragmatik Sprachphilosophie analytische Philosophie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Götz-Ulrich Luttenberger (Author), 2017, Was ist Absicht? Ein Blick über den Zaun zu G.M.E. Anscombe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386684
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