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Hexenverfolgung zwischen Glauben und obrigkeitlicher Willkür beim Prozess des Johan Abschlags

Título: Hexenverfolgung zwischen Glauben und obrigkeitlicher Willkür beim Prozess des Johan Abschlags

Trabajo , 2017 , 28 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Alexander Gebelein (Autor)

Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna
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Lemgo war im 16. Jahrhundert die bedeutendste Stadt der Grafschaft Lippe. Sie war bereits 1550 schon lutherisch und konnte diesen Glauben auch gegen seinen Landesherren durchsetzen. Neben der Freiheit im Glauben behauptete es sich auch seine städtische Autonomie gegenüber den Tendenzen des lippischen Territorialstaates. Ermöglicht werden konnte diese Entwicklung aufgrund der wirtschaftlichen Stärke Lemgos im ausgehenden 16. Jahrhundert. Jedoch begann genau diese Stärke im siebzehnten Jahrhundert unter den Wirren des Krieges und dem Bedeutungsverlust des städtischen Marktes zu straucheln. Lemgo verschuldete sich zunehmend und wies nach dem Krieg wachsende soziale, wirtschaftliche und politische Spannungen auf. Von den ursprünglich 1000 Häusern waren nach dem Krieg vielleicht noch die Hälfte intakt. Von den ursprünglich 4700 Einwohnern blieben nicht mal mehr als 1400 übrig.

Lemgo entpuppte sich als eine Kernzone der Hexenverfolgung. Mit allein noch über 200 erhaltenen Prozessakten ist es überaus wichtig für das Forschungsfeld. Das Thema „Hexen“ ist in den 90er Jahren aus seiner wissenschaftlichen Randexistenz herausgeholt worden und zu einem zentralen Feld der Geschichtswissenschaft aufgestiegen. Trotzdem wurde in den letzten Jahren Kritik laut, dass statt einem klaren Interpretationsmodell für die Hexenverfolgung viele widersprüchliche Erklärungsmuster nebeneinander existieren. Mit anderen Worten: Die Hexenforschung bietet viele interessante Fragen, aber kaum überzeugende Antworten.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rechtssystem

2.1. Der Rat

2.2. Der Prozess

3. Ansätze

3.1. Obrigkeitliche Disziplinierung

3.2. Sozialhistorische Perspektive

3.3. Glaube

4. Diskurs zum Obristleuteniant Johan Abschlag

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Hexenprozess gegen den Obristleutnant Johan Abschlag in Lemgo, um zu klären, inwieweit obrigkeitliche Sozialdisziplinierung und die Instrumentalisierung von Machtstrukturen zur Verfolgung unliebsamer Personen beitrugen.

  • Analyse des Lemgoer Rechtssystems und der Rolle der städtischen Obrigkeit.
  • Untersuchung sozialhistorischer Faktoren und des Hexenglaubens im 17. Jahrhundert.
  • Darstellung des individuellen Falls Johan Abschlag im Kontext der lokalen Hexenverfolgungswellen.
  • Diskussion über die Verflechtung von persönlichen Konflikten, Kriegserfahrungen und politischer Machtausübung.

Auszug aus dem Buch

4. Diskurs zum Obristleuteniant Johan Abschlag

1653 entflammte in Lemgo eine weitere Verfolgungswelle mit immensen Opferzahlen. Im Vergleich zu den vergangenen Verfolgungen veränderte sich nicht nur die Anzahl der Opfer, sondern auch das Geschlechts- und Sozialprofil der Opfer. Frauen traten sonst als geschundene und misshandelte Opfer auf, wohingegen die Männer als Täter in Gestalt der herrschenden Obrigkeit auftraten, als Ankläger und Folterer. Jedoch was passierte, wenn Männer zu Opfern wurden und welche Gründe konnte es dafür geben? Lag der Anteil der hingerichteten Männer in den Jahren 1628-1637 bei ca. 6%, so stieg er nach 1653 auf ca. 25%. Auch der Anteil der bürgerlichen Führungsschicht an den Angeklagten war in dieser Verfolgungsperiode höher als in der Zeit vorher.

Die Tatsache, ein Mann zu sein oder aus einer einflussreichen Familie zu stammen, konnte nicht mehr vor der Anklage retten. Johan Abschlag, geboren als einfacher Sohn eines Musikanten, durchlief eine erstaunliche militärische Karriere. Angeworben als einfacher Soldat in der Kompanie zu Lemgo diente er als Kaiserlicher unter den großen Feldherren dieser Zeit, Tilly und Wallenstein und zuletzt als Obristleuteniant unter dem Herzog von Holstein. Als Obristleuteniant unterstand ihm die Führung eines eigenen Regiments und auch der Eintreibung von Kontributionen, welche er nicht nur uneigennützig umsetzte. Er trug damit zwar keinen privilegierten Familiennamen und war sogar eher den unteren Schichten zuzuordnen, jedoch zählte er zu den Kriegsgewinnlern, die ein beachtliches Vermögen ansammeln konnten. Der Kauf von Ländereien, einem Haus in bester Stadtlage und das Tätigen von Geldgeschäften zeigten, dass er nun durchaus zu den Bessergestellten in Lemgo gehörte und auch vorhatte dies zu bleiben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die historische Situation Lemgos im 17. Jahrhundert und ordnet die Stadt als Kernzone der Hexenverfolgung ein.

2. Rechtssystem: Erläutert die juristischen Rahmenbedingungen der Prozesse und die zentrale Rolle der Ratsgremien.

3. Ansätze: Beleuchtet verschiedene Forschungsperspektiven auf die Hexenverfolgung, darunter Disziplinierung, Sozialgeschichte und Glaubensaspekte.

4. Diskurs zum Obristleuteniant Johan Abschlag: Analysiert den konkreten Prozessverlauf gegen Johan Abschlag und dessen Verwicklung in Machtkämpfe.

5. Schluss: Fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Ursachen der Hexenverfolgung über das Beispiel Abschlag hinaus.

Schlüsselwörter

Lemgo, Hexenverfolgung, Johan Abschlag, Obrigkeit, Sozialdisziplinierung, Hexenprozess, Dreißigjähriger Krieg, Hexenglaube, Rechtssystem, Ratsgremien, Sozialgeschichte, Kriegsgewinnler, Inquisition, Hexenmeister, juristisches Ungeheuer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Hexenverfolgung in Lemgo während des 17. Jahrhunderts, fokussiert auf den individuellen Prozess gegen den Obristleutnant Johan Abschlag.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit kombiniert Rechtsgeschichte, Sozialgeschichte und Biografieforschung, um die Dynamik hinter den Hexenprozessen zu verstehen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll untersucht werden, warum Personen wie Johan Abschlag zu Opfern wurden und inwieweit die Lemgoer Führungsschicht Prozesse für politische oder persönliche Machtinteressen nutzte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Fallstudie, die auf der Analyse von zeitgenössischen Prozessakten und der Rezeption aktueller hexenforschungshistorischer Ansätze basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das städtische Rechtssystem, die Rolle der Ratsmitglieder wie Kerkmann und Cothmann sowie die soziokulturellen Hintergründe des Hexenglaubens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Lemgo, Hexenprozesse, Obrigkeit, Sozialdisziplinierung und Johan Abschlag.

Warum war der Prozess gegen Johan Abschlag außergewöhnlich?

Der Prozess dauerte etwa zehn Jahre, was im Vergleich zu anderen Verfahren ungewöhnlich lang war, und Abschlag war ein wohlhabender Mann mit militärischem Hintergrund, der zunächst versuchte, sich juristisch zu verteidigen.

Welche Rolle spielte Bürgermeister Kerkmann?

Kerkmann gilt als treibende Kraft hinter dem Prozess, da er als strikter Jurist und „Hexenverfolger“ Abschlag aufgrund seines Verhaltens und seiner gesellschaftlichen Rolle gezielt als Feind der christlichen Ordnung betrachtete.

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Detalles

Título
Hexenverfolgung zwischen Glauben und obrigkeitlicher Willkür beim Prozess des Johan Abschlags
Universidad
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Calificación
2,0
Autor
Alexander Gebelein (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
28
No. de catálogo
V386987
ISBN (Ebook)
9783668610248
ISBN (Libro)
9783668610255
Idioma
Alemán
Etiqueta
Hexen Hexenverfolgung Hexenprozess Frühe Neuzeit
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Alexander Gebelein (Autor), 2017, Hexenverfolgung zwischen Glauben und obrigkeitlicher Willkür beim Prozess des Johan Abschlags, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386987
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