Die Blockchain - Bei FinTechs und Banken ist dieser Begriff momentan in aller Munde. Die Angst der Banken, dass die kleinen hochinnovativen Startups den traditionsreichen Geldhäusern mit ihren klassischen Geschäftsmodellen Erträge, Kunden oder ganze Geschäftsfelder streitig machen ist groß. Vor allem ein Thema scheint in der Digitalisierungsstrategie der Banken einen festen Platz einzunehmen, die Blockchaintechnologie. Das Protokoll hinter der Kryptowährung Bitcoin, welches alle Transaktionen in zeitlich aufeinanderfolgenden Blöcken festhält und durch seine dezentrale Struktur unveränderbar und fälschungssicher sein soll. Im Grunde bedeutet dies, dass durch die Blockchaintechnologie die Legitimation durch zentrale Instanzen überflüssig wird. Der Blockchain wird ein immenses Potenzial in vielfältigsten Bereichen nachgesagt. Einige Befürworter sagen sogar, dass die Blockchaintechnologie genauso disruptiv sein wird wie das Internet.
Das World Economic Forum hat die Blockchainaktivitäten der Banken zwischen 2013 und 2016 beobachtet, wonach weltweit über 1,4 Mrd. US-Dollar in Blockchain-Projekte investiert wurden. In dieser Zeit wurden über 2.500 Patente angemeldet. 80 Prozent der Großbanken werden bis 2017 ein eigenes Blockchain-Projekt aufsetzen und über 90 Zentralbanken beteiligen sich aktuell aktiv an der Debatte über die künftige Nutzung der Blockchain. Im Finanzsektor gibt es folglich ein enormes Interesse an den Nutzungsmöglichkeiten dieser Technologie.
Diese Arbeit erklärt die Funktionsweise der Blockchain, sowie deren Vor- und Nachteile, gibt Aufschluss über die Grenzen und Möglichkeiten und untersucht die für das Finanzsystem wichtigsten Anwendungsgebiete wie z.B. Digitale Währungen, Finanzmärkte oder Smart Contracts. Eine mögliche Anwendung und deren Konsequenzen im Hinblick auf den Bankensektor, einzelne Finanzinstitute und die Auswirkungen auf einzelne Geschäftsfelder und Produkte sollen den Kern der Untersuchung der Arbeit bilden. Zum Schluss soll noch einmal das Potenzial der Blockchaintechnologie hervorgehoben werden vor allem welche Chancen und Risiken sich für Banken im Hinblick auf mögliche technische Szenarien ergeben. Die Arbeit endet mit einem Fazit des Autors und soll die erarbeiteten Kernthesen werten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1. Entwicklung der Blockchain
1.2. Abgrenzung des Themas
1.3. Gang der Untersuchung
2. Die Blockchaintechnologie
2.1. Funktionsweise
2.2. Aufbau der Blockchain
2.2.1. Hash-Algorithmus
2.2.2. Block
2.2.3. Blockchain
2.2.4. Verteilte Blockchain
2.3. Erzeugung von Konsens
2.3.1. Proof of Work
2.3.2. Proof of Stake
2.3.3. Weitere Konsensmechanismen
2.4. Blockchainvarianten
2.4.1. public permissionless Blockchain
2.4.2. public permissioned Blockchain
2.4.3. private permissioned Blockchain
2.5. Vorteile
2.6. Nachteile und Herausforderungen
3. Anwendungsgebiete
3.1. Kryptowährungen
3.2. Zahlungsverkehr
3.3. Handelsplattformen
3.4. „Smart Contracts“
4. Konsequenzen für den Bankensektor
4.1. Aktueller Stand der Forschung per Juni 2017
4.2. Auswirkungen auf den gesamten Finanzsektor
4.3. Auswirkungen auf einzelne Kreditinstitute
4.4. Auswirkungen auf einzelne Geschäftsfelder, Produkte und Prozesse
5. Resultierende Handlungsoptionen und Aufgaben
5.1. Stärken
5.2. Schwächen
5.3. Chancen
5.4. Risiken
5.5. Zusammenfassung SWOT-Analyse
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale und Risiken der Blockchaintechnologie für den Bankensektor. Dabei wird analysiert, wie diese Technologie bestehende Geschäftsmodelle verändern, Prozesse effizienter gestalten und neue Umsatzquellen erschließen kann, während gleichzeitig regulatorische und technische Herausforderungen bewertet werden.
- Grundlegende Funktionsweise der Blockchain und ihrer Konsensmechanismen.
- Anwendungsgebiete im Finanzsektor wie Zahlungsverkehr und Smart Contracts.
- Konsequenzen der Blockchaintechnologie für Banken und Finanzinstitute.
- SWOT-Analyse zur Identifikation von Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken.
- Bewertung des Reifegrades aktueller Blockchain-Projekte im Bankenumfeld.
Auszug aus dem Buch
1. Einführung
Die Entwicklung des Internets hat grundlegend verändert wie wir Menschen unseren Informationsaustausch organisieren. Jeder kann unabhängig von Ort und Zeit Informationen erhalten und verteilen. (vgl. Gössel 2016) Die Blockchain wird grundlegend verändern wie wir zukünftig jegliche Form von Transaktionen abwickeln, indem Sie den Vertrauensbegriff völlig neu definiert.
„Ohne Vertrauen wäre Gesellschaft nicht möglich, weil sonst die Schrittfolge des Alltags nicht in Gang käme.“ (Stelzner 2012)
In unserer heutigen Gesellschaft entsteht Vertrauen in das etablierte System vor allem durch das Zwischenschalten von Intermediären. Unsere Ökonomie ist geprägt durch das verifizieren von Transkationen durch zentrale Instanzen. Doch dieses System ist anfällig. Zum einen weil der Faktor Mensch als Fehlerquelle eine große Rolle spielt und zum anderen, weil die Abwicklung der Transaktionen durch zentrale Instanzen teuer ist und lange dauert.
Der Begriff Systemvertrauen in diesem Zusammenhang definiert sich wie folgt:
„Systemvertrauen beschreibt die Fähigkeit und Bereitschaft zur Gesamtheit der riskanten Vorleistungen die eine funktionale Interaktion zwischen dem System und seinen relevanten Umwelten ermöglichen. Systemvertrauen muss definiert werden als dynamische Größe, nicht als eingeprägte Disposition.“ (Longmuß et al. 2012: 19)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Diese Einleitung beleuchtet den Wandel des Vertrauensbegriffs durch die Blockchain und definiert die zentrale Fragestellung der Untersuchung.
2. Die Blockchaintechnologie: Hier werden die technische Funktionsweise, der Aufbau mittels Hash-Algorithmen und Blöcken sowie verschiedene Konsensmechanismen und Blockchainvarianten erläutert.
3. Anwendungsgebiete: Dieses Kapitel stellt spezifische Einsatzmöglichkeiten wie Kryptowährungen, den Zahlungsverkehr, Handelsplattformen und Smart Contracts vor.
4. Konsequenzen für den Bankensektor: Es wird der aktuelle Forschungsstand analysiert und die Auswirkungen der Technologie auf Finanzinstitute sowie deren Geschäftsfelder und Prozesse beleuchtet.
5. Resultierende Handlungsoptionen und Aufgaben: In diesem Teil werden mittels einer SWOT-Analyse die internen Stärken und Schwächen sowie die externen Chancen und Risiken für den Bankenmarkt systematisch bewertet.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Kernthesen zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der Blockchain für das Bankenwesen unter Berücksichtigung technischer Herausforderungen.
Schlüsselwörter
Blockchain, Banken, Finanzsektor, Kryptowährungen, Smart Contracts, Systemvertrauen, Konsensmechanismen, Proof of Work, Distributed Ledger, Innovation, Digitalisierung, Transaktionskosten, Regulierung, Intermediäre, SWOT-Analyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Potenzial und die Risiken der Blockchaintechnologie speziell im Hinblick auf den Banken- und Finanzsektor.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen die technischen Grundlagen der Blockchain, deren Anwendungsgebiete im Finanzwesen, die Auswirkungen auf Banken sowie eine abschließende SWOT-Analyse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu klären, wie die Blockchain das Geschäftsmodell von Banken verändern kann und welche Chancen oder Gefahren sich daraus für Kreditinstitute ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung von Whitepapern, Unternehmensstudien und Branchenumfragen, um eine fundierte Bewertung vorzunehmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine technische Einführung, die Darstellung relevanter Anwendungsfälle, die Analyse der Konsequenzen für den Finanzsektor und die daraus resultierende SWOT-Bewertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Blockchain, Finanzsektor, Smart Contracts, Digitalisierung und Systemvertrauen geprägt.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen verschiedenen Blockchainvarianten?
Die Arbeit differenziert anhand der Kriterien „privat vs. öffentlich“ sowie der Beschränkung des Datenzugriffs, um public permissionless, public permissioned und private permissioned Blockchains zu unterscheiden.
Welche Rolle spielen Smart Contracts laut dieser Arbeit für Banken?
Smart Contracts werden als wichtiges Instrument gesehen, um manuelle Geschäftsprozesse zu automatisieren, Kosten zu senken und die Integrität bei Transaktionen zu erhöhen.
- Quote paper
- Steffen Weiß (Author), 2017, Potenziale und Risiken der Blockchaintechnologie im Bankenbereich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387223