Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Thema: Der exotische Einfluss des gallego-portugués und des Portugiesischen auf die spanische Sprache. Anhand der maritimen und geografischen Lage des damaligen Sprachraumes des gallego-portugués und später des Portugiesischen soll diese Hausarbeit darlegen, welche Fremdwörter in die spanische Sprache Eingang fanden.
Dazu kommen die Kriterien geozoologische (Fauna), geografische Besonderheiten, welche besonders beim gallego-portugués wichtig sind. Im portugiesischen Teil dieser Hausarbeit wird anhand der portugiesischen Marine dargelegt, welche nautischen Begriffe und welche Fremdwörter über das Portugiesische als "lengua transmisora" in die spanische Sprache gebracht wurden. Dazu wird beschrieben, warum diese Kriterien den Einfluss als "exotisch" kennzeichnen, wie ihn einige Autoren schon genannt haben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Einfluss des „gallego-portugués“
3 Einfluss des Portugiesischen
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss des gallego-portugués sowie des Portugiesischen auf die spanische Sprache und analysiert, warum dieser Einfluss in der Sprachwissenschaft häufig als exotisch eingestuft wird. Dabei stehen geografische, maritime und geozoologische Faktoren sowie die Rolle des Portugiesischen als Mittlersprache für indigene Begriffe aus den Kolonien im Vordergrund.
- Historischer Einfluss des gallego-portugués auf die spanische Sprache
- Die Bedeutung von geografischen und maritimen Faktoren für den Wortschatz
- Portugiesisch als lengua transmisora für indigene Begriffe aus Übersee
- Analyse des "exotischen" Charakters von Lehnwörtern
- Die Rolle der Kolonialexpansion bei der Übernahme von Fremdwörtern
Auszug aus dem Buch
3 Einfluss des Portugiesischen
Im Jahr 1140 n. Chr. trennte Portugal sich vom Königreich León und bildete ein eigenes Königreich. Sieben Jahre später wurde Lissabon von den Mozarabern zurückerobert und Portugal bekam ein neues politisches und kulturelles Zentrum. Nach etwa zwei bis drei Jahrhunderten der politischen Teilung des gallego-portugués hatte sich im Laufe des 14. Jahrhunderts schon eine erkennbare Trennung zwischen der Galicischen und der Portugiesischen Sprache gebildet. Daher kann oder muss man von einem portugiesischen Einfluss (lusismos) sprechen, der mittels der portugiesischen Marine auf die spanische Sprache einwirkte.
Am Anfang des 15. Jahrhunderts begann mithilfe der portugiesischen Marine die koloniale Expansion. König Heinrich der Seefahrer (Henrique de Avis) finanzierte viele Expeditionen und Entdeckungsreisen in die ganze Welt. Zu seiner Zeit und danach wurden die kolonialen Besitztümer Portugals an den Küsten Afrikas, Asiens, Ozeanien und Amerika gegründet und ausgedehnt. Das Königreich Kastilien und León war zu der Zeit noch in der Reconquista involviert und hatte somit noch kein Interesse an einer größeren maritimen Aufrüstung. Aus diesem Grund stammen viele nautische Begriffe, die bis dahin nicht vorkamen, in der spanischen Sprache vom Portugiesischen ab: monzón, carabela, baliza, pleamar, jangada, escarceo, estela, marejada, calma. Das Wort carabela ist vom portugiesischen Wort caravela abgeleitet. Alfonso X. el Sabio beschrieb dies in seinen Partidas, weil er eine kleine Armada vor der galicischen Küste besaß.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt das Thema des exotischen Einflusses des gallego-portugués und des Portugiesischen auf die spanische Sprache vor und umreißt die methodische Herangehensweise anhand geografischer und geozoologischer Kriterien.
2 Einfluss des „gallego-portugués“: Dieses Kapitel erläutert den Einfluss des gallego-portugués im frühen Mittelalter, insbesondere durch die Lyrik und die Übernahme von geografisch oder meteorologisch bedingten Eigennamen und Fachbegriffen.
3 Einfluss des Portugiesischen: Hier wird dargelegt, wie das Portugiesische als lengua transmisora durch seine maritime Expansion und kolonialen Kontakte Begriffe aus indigenen Sprachen und nautische Fachwörter in das Spanische einführte.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Einstufung als exotisch durch die geografische Lage sowie die Rolle Portugals als Vermittler für außereuropäische Lehnwörter begründet ist.
Schlüsselwörter
Gallego-portugués, Portugiesisch, Spanische Sprache, Lusismos, Fremdwörter, Etymologie, Sprachkontakt, Nautische Begriffe, Koloniale Expansion, Geografische Einflüsse, Lingua transmisora, Reconquista, Indigene Begriffe, Sprachgeschichte, Lehnwörter.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der etymologischen Untersuchung von Fremdwörtern im Spanischen, die ihren Ursprung im gallego-portugués oder dem späteren Portugiesischen haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die historische Sprachentwicklung, die Auswirkungen der maritimen Expansion Portugals und die geografischen Faktoren, die den Transfer von Vokabular aus dem Portugiesischen ins Spanische beeinflussten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu erläutern, warum der Einfluss des Portugiesischen auf das Spanische in der Fachliteratur oft als "exotisch" bezeichnet wird und wie dieser Prozess historisch und linguistisch verlief.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive linguistische Analyse, die historische Kontexte mit etymologischen Fallbeispielen verknüpft, um den Einfluss von Nachbarsprachen und kolonialen Kontakten darzustellen.
Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Einflusses des frühen gallego-portugués auf die spanische Literatur und Nomenklatur sowie die Rolle des Portugiesischen als Mittlersprache (lengua transmisora) für Begriffe aus Übersee.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Lusismos, Etymologie, Sprachkontakt, Kolonialgeschichte und linguistische Transmission.
Inwiefern beeinflusste die politische Trennung von Portugal und Kastilien die Sprache?
Die Trennung führte zur Herausbildung eigenständiger sprachlicher Identitäten, wobei das Portugiesische durch seine maritime Vorreiterrolle zum Lieferanten für spezifische nautische und koloniale Fachbegriffe im Spanischen wurde.
Welche Rolle spielte die Personalunion von 1580 bis 1640 für den sprachlichen Austausch?
Die Personalunion intensivierte den kulturellen Austausch, da Portugiesisch am spanischen Königshof an Bedeutung gewann und die Verwaltung der gemeinsamen Kolonien den sprachlichen Einfluss auf das Spanische weiter förderte.
- Citation du texte
- Thomas Reck (Auteur), 2012, Der exotische Einfluss des gallego-portugués und des Portugiesischen auf die spanische Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387356