Da die Inklusion nicht auf eine Schulform festgelegt, sondern für alle Schulformen vorgesehen ist, betrifft es somit nicht nur z.B. die Grund- und Hauptschullehrer, sondern auch die Lehrkräfte von Real- und Gesamtschulen und der Sekundarstufe II.
Integration in der Grundschule ist mittlerweile ein Erfolgskonzept. Obwohl natürlich auch in dieser Schulform noch Schwierigkeiten zu bewältigen sind, sind für den integrativen Schuleintritt alle Weichen gestellt. Ganz anders sieht es in den weiterführenden Schulen aus.
Als angehender Lehrer der Sekundarstufe I und II stellte ich mir daher oft die Frage, inwieweit eine gute Vorbereitung auf die Inklusion, auch ohne sonderpädagogisches Studium, möglich ist, und ob binnendifferenziertes Arbeiten mit einer heterogenen Klasse ohne sonderpädagogische Unterstützung realisiert werden kann. In dieser Bachelorarbeit werden anhand von „Musik in der Werbung“ drei verschiedene Schulbuchpublikationen der Sekundarstufe I für den Fachbereich Musik betrachtet. Es wird überprüft, inwieweit die aktuellen Bücher auf die Inklusion vorbereitet sind und ob sie für eine Integrationsklasse verwendet werden könnten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorie
2.1. Die Inklusion
2.2. Kerncurricula
3. Analyse
3.1. Kriterienkatalog
3.2. Schulbücher
3.3. Anwendung des Kriterienkataloges
4. Diskussion der Ergebnisse
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, inwieweit aktuelle Musik-Schulbuchpublikationen für die Sekundarstufe I auf die Anforderungen inklusiven Unterrichts vorbereitet sind. Anhand des Themenbeispiels "Musik in der Werbung" wird analysiert, ob die Lehrmaterialien für eine integrative oder inklusive Unterrichtspraxis geeignet sind, insbesondere unter Berücksichtigung von Schülern mit dem Förderschwerpunkt Lernen.
- Inklusion im schulischen Kontext und gesetzliche Rahmenbedingungen
- Vergleich von Kerncurricula für Gymnasium und Förderschule
- Entwicklung und Anwendung eines Kriterienkatalogs zur Inklusionstauglichkeit
- Evaluation der Schulbücher "Spielpläne 2", "Dreiklang 7/8" und "Musik live 2"
- Herausforderungen und Potenziale bei der Gestaltung inklusiver Unterrichtsmaterialien
Auszug aus dem Buch
3.1. Kriterienkatalog
Am Beispiel von Hilbert Meyers ersten Merkmal für optimale Lernbedingungen, wird als erstes Kriterium die Struktur der einzelnen Kapitel betrachtet. In Anlehnung an Hilbert Meyer kann unter der Strukturierung, das Erkennen eines roten Fadens in einem Kapitel und das Wiederkennen von Strukturelementen verstanden werden.
Das nächste Kriterium bezieht sich auf die Methodenvielfalt der Aufgaben. Hier wird das Kapitel nach seiner Vielseitigkeit im Bezug auf die Aufgabenstellungen und entsprechenden Methoden untersucht.
Im dritten Punkt wird überprüft, ob die Aufgaben einen Lebensweltbezug für die Schüler haben und ob die optische Gestaltung der Kapitel die Schüler anspricht und motiviert.
Als Viertes wird kontrolliert, ob verschiedene Schwierigkeitsgrade zu finden sind, die Aufgaben inhaltlich klar gestellt und eine leichte und verständliche Sprache verwendet wurde. An dieser Stelle wird sich an den Richtlinien der „Regeln für leichte Sprache“ orientiert.
Dieses Regelwerk wurde 2006 herausgegeben und zielt darauf ab, leichte Verständlichkeit in Texten zu erzielen. Es spricht die Menschen an, die aus verschiedenen Gründen Schwierigkeiten in der deutschen Sprache haben, wozu auch Schüler mit einer Lernbehinderung zählen. Folgende drei Regeln haben sich für diese Arbeit als sehr geeignet herausgestellt:
- Es werden kurze Sätze verwendet
- Fremdwörter und Fachwörter werden erklärt
- Abkürzungen werden beim ersten Vorkommen ausgeschrieben
Die aufgeführten Kompetenzen, die in den jeweiligen Kerncurricula zu finden sind, sollen als Letztes in den kommenden Kapiteln untersucht werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Inklusion im schulischen Kontext ein und erläutert die Motivation sowie die Forschungsfrage der Arbeit.
2. Theorie: Dieses Kapitel definiert Inklusion und Integration, beleuchtet die historische Entwicklung und analysiert die gesetzlichen Grundlagen sowie die Kerncurricula für den Musikunterricht.
3. Analyse: Das Kapitel erläutert die Erstellung des Kriterienkatalogs und führt die detaillierte Untersuchung der drei ausgewählten Musik-Schulbuchpublikationen durch.
4. Diskussion der Ergebnisse: Hier werden die Befunde der Analyse kritisch reflektiert und die Eignung der Schulbücher für Inklusionsklassen zusammenfassend bewertet.
5. Fazit: Das abschließende Kapitel beantwortet die Leitfrage und formuliert Empfehlungen für die Lehrbuchgestaltung im Kontext einer gelingenden Inklusion.
Schlüsselwörter
Inklusion, Integration, Schulbücher, Musikunterricht, Förderschwerpunkt Lernen, Sekundarstufe I, Kerncurriculum, Binnendifferenzierung, Kriterienkatalog, Musik in der Werbung, Spielerorientierung, Regelschule, Sonderpädagogik, Unterrichtsgestaltung, Lernbehinderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Eignung von Musikschulbüchern der Sekundarstufe I für den inklusiven Unterricht von Schülern mit dem Förderschwerpunkt Lernen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Inklusionspädagogik, die Analyse von Kerncurricula, die didaktische Evaluation von Schulbuchinhalten und die Anwendung von Kriterien für "leichte Sprache".
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit zielt darauf ab zu beantworten, ob aktuelle Schulbuchpublikationen genügend Ansatzpunkte und Möglichkeiten für die erfolgreiche Umsetzung von Inklusion im Musikunterricht bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine analytische Methode angewandt, bei der ein eigens entwickelter Kriterienkatalog, basierend auf lernpädagogischen Standards, auf drei spezifische Schulbuchbeispiele angewendet wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Inklusion und Musikdidaktik sowie in eine praktische Analyse, die Spielpläne 2, Dreiklang 7/8 und Musik live 2 im Hinblick auf Inklusionstauglichkeit prüft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Inklusion, Musikdidaktik, Förderschwerpunkt Lernen, Schulbuchanalyse und Binnendifferenzierung definieren.
Welches der drei untersuchten Bücher schnitt am besten ab?
Das Lehrbuch "Musik live 2" wurde als das überzeugendste herausgestellt, da es durch Alternativaufgaben für leistungsschwächere Schüler eine hohe Inklusionstauglichkeit aufweist.
Warum ist das Thema "Musik in der Werbung" als Beispiel gewählt worden?
Das Thema eignet sich besonders gut, da es einen hohen Lebensweltbezug für Jugendliche aufweist und im Musikunterricht sowohl analytische als auch gestalterische Kompetenzen fördert.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2014, Möglichkeiten und Grenzen von Schulbuchpublikationen im Fach Musik für die Sekundarstufe I im Kontext des Inklusiven Unterrichtes, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387616