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Inwieweit trägt der technische Fortschritt dazu bei, dass die Welt oder der Mensch verbessert oder gar zerstört wird?

Arnold Gehlen zur Technikphilosophie

Titre: Inwieweit trägt der technische Fortschritt dazu bei, dass die Welt oder der Mensch verbessert oder gar zerstört wird?

Essai , 2015 , 11 Pages , Note: 2,7

Autor:in: Sylwia Ekmann (Auteur)

Philosophie - Philosophie du XXe siècle
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Dieser Essay soll mithilfe einiger Gehl'schen Begriffe und Definitionen prüfen, inwieweit die Technik und insbesondere der technische Fortschritt mit seinen neuen Errungenschaften dazu beisteuert, dass die Welt oder gar der Mensch verbessert wird oder vielleicht ganz im Gegenteil, wie oftmals befürchtet, zerstört wird. Im Zuge dessen wird ein kleiner Überblick der Anthropologie, sowie Technikverständnisses Gehlens gegeben werden. Als Erklärungsversuch wird gesondert auf das Resonanzphänomen verwiesen und eingegangen werden, insbesondere wie dieses mit dem Menschen, der Technik, Automatismen und sogar der Magie im Zusammenhang steht. Die Überprüfung, inwiefern die Technik Fluch oder Segen, eingebauten Selbstzerstörungsknopf oder Chance zur Optimierung der Welt oder gar des Selbst darstellt, wird im Schlussteil erörtert.

Bei Gehlen ist der Mensch nichts weiter, und hier zitiert er Herder, als ein Mängelwesen – oder in seinen eigenen Worten: „ein Sonderentwurf der Natur“ - welches den Tieren sogar in vielem nachsteht. Er ist nicht biologisch eingepasst in eine natürliche, artbesondere Umwelt, weswegen es ihm auch, im Gegensatz zum Tier, an spezialisierten Organen sowie Instinkten fehle. „Er ist ‚organisch mittellos’, ohne natürliche Waffen, ohne Angriffs- oder Schutz- oder Fluchtorgane, mit Sinnen von nicht besonders bedeutender Leistungsfähigkeit, denn jeder unserer Sinne wird von den ‚Spezialisten’ im Tierreich weit übertroffen.“

Doch wie kann es dann sein, dass ein so der Natur exponiertes und schutzloses Wesen wie der Mensch es ist, sich dennoch erhalten kann? Nun, die Lösung scheint darin zu liegen, dass der Mensch, befähigt durch seinen Intellekt und damit einhergehend auch der Sprache als Kommunikationsmittel, dazu in der Lage ist, der organischen Anpassung zu entgehen, indem er z.B. sein Abstraktionsvermögen einsetzt, um seine vorliegenden Umweltgegebenheiten zu verändern. Diese Auffassung des Menschen als intentional handelndem Wesen, ist zentral für die Technikphilosophie Gehlens. Denn in diesem Handeln verändert der Mensch die unmittelbar vorfindbaren Dinge mit Kopf, aber auch primär mit seinen Händen, auf seine eigene Bedürfnisse hin.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gehlens Anthropologie

3. Gehlens Technikverständnis

4. Das Resonanzphänomen

5. Technik – Fluch oder Segen?

6. Schlussteil

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht auf Basis der Technikphilosophie von Arnold Gehlen das Spannungsfeld zwischen technischem Fortschritt und menschlicher Natur. Ziel ist es zu analysieren, ob Technik als Mittel zur Verbesserung des Menschen dient oder eine zerstörerische Kraft darstellt, wobei insbesondere die Rolle von Automatismen und das Resonanzphänomen beleuchtet werden.

  • Anthropologische Grundlagen des Menschen als Mängelwesen
  • Die Funktion der Technik als "zweite Natur"
  • Das Resonanzphänomen als Antrieb menschlichen Handelns
  • Der Doppelcharakter technischer Errungenschaften (Fluch oder Segen)
  • Gefahren der Optimierungswut und Objektivierung

Auszug aus dem Buch

Das Resonanzphänomen

Nachdem der Mensch also quasi aus der Natur raus gefallen ist, verwundert es nicht mehr allzu sehr, dass sich zwischen dem Mensch und dem Anorganischen ein ganz besonderes Verhältnis entwickelt zu haben scheint. Für den Menschen ist, hierbei beruft sich Gehlen auf Bergson, die anorganische Natur „erkennbarer als die organische“11. Ja, Bergson geht noch weiter und schreibt: „Unsere rationale Denkkraft, die abstrakten Modelle, die sie entwickelt, und ihre mathematischen Begriffsbildungen kommen in der anorganischen Natur mit einer erstaunlichen Treffsicherheit an, während wir über das, was »Leben« eigentlich ist, trotz aller Fortschritte der organischen Chemie kaum besser unterrichtet sind, als die ersten Philosophen des griechischen Altertums.“12 Es scheint also, dass der menschliche Intellekt, denn von nichts anderem spricht Bergson hier, „das anorganisch starre zum Gegenstand hat.“13

Nur welche Konsequenz hat das jetzt für das Wesen des Menschen oder genauer für den Teil, den wir Intellekt oder Geist nennen? Gehlen führt selber den Begriff Resonanzphänomen ein, welcher ursprünglich in der Physik und Musik angewendet wird, um diesen Sachverhalt genauer zu beschreiben. Ursprünglich ist unter Resonanz ein Mitschwingen bzw. -tönen eines Körpers in der Schwingung eines anderes Körpers gemeint.14 Doch was schwingt beim Menschen mit und war das Anorganische nicht starr? Es scheint sich jedenfalls um etwas zu handeln was Worte wie „elementar menschliches Interesse“15 und „instinktähnlichen Bedürfnis nach Umweltstabilität“16 mit sich zu ziehen. Etwas im Menschen scheint seit jeher ein Wohlgefallen an, sogar eine Notwendigkeit für automatische Vorgänge zu haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieser Abschnitt erläutert die Grundlage des Essays, der auf einem Seminar zur Anthropologie und Technikphilosophie basiert und die ambivalenten Auswirkungen des technischen Fortschritts hinterfragt.

2. Gehlens Anthropologie: Das Kapitel definiert den Menschen als "Mängelwesen", das durch Intellekt und Handeln (Homo Faber) eine eigene "zweite Natur" durch Technik erschafft.

3. Gehlens Technikverständnis: Hier wird der Mensch als von Grund auf technisches Wesen beschrieben, das durch eine dreistufige Entwicklung von der physischen Entlastung bis hin zur Automatisierung geprägt ist.

4. Das Resonanzphänomen: Dieses Kapitel analysiert das menschliche Bedürfnis nach Umweltstabilität und die Faszination für rhythmische Automatismen, die den Weg von magischen Vorstellungen zur modernen Technik ebneten.

5. Technik – Fluch oder Segen?: Diese Analyse befasst sich mit dem Doppelcharakter der Technik, der zwischen Fortschritt und der Gefahr der Entmenschlichung bzw. Selbstzerstörung durch Optimierungszwang schwankt.

6. Schlussteil: Das Fazit fasst zusammen, dass die Technik zwar eine reale Gefahr für die menschliche Substanz birgt, jedoch untrennbar mit dem menschlichen Streben nach Macht über die Natur verbunden bleibt.

Schlüsselwörter

Arnold Gehlen, Technikphilosophie, Anthropologie, Mängelwesen, Resonanzphänomen, Homo Faber, Automatisierung, zweite Natur, Optimierungswut, Doppelcharakter, Technik, Magie, Industrielle Gesellschaft, Selbstbewusstsein, Objektivierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis des Menschen zur Technik unter Rückgriff auf die Anthropologie von Arnold Gehlen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Felder sind die anthropologische Bestimmung des Menschen als technisches Wesen, die Bedeutung von Automatismen und die ethische Ambivalenz des technischen Fortschritts.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll geprüft werden, inwieweit Technik zur Verbesserung des Menschen beiträgt oder ob sie als zerstörerische Kraft fungiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse philosophischer Begrifflichkeiten und Definitionen von Arnold Gehlen sowie ergänzenden Quellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die anthropologischen Grundlagen, das Technikverständnis, die Analyse des Resonanzphänomens und eine ethische Reflexion über den Fluch oder Segen der Technik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gehlen, Mängelwesen, Technik, Resonanzphänomen, Automatisierung und das Spannungsfeld zwischen Mensch und Maschine.

Inwiefern beeinflusst das Resonanzphänomen das menschliche Handeln laut Autor?

Das Resonanzphänomen erklärt das menschliche Bedürfnis nach Stabilität durch rhythmische, automatische Vorgänge, was den Menschen dazu treibt, durch Technik Ordnung in der Welt zu schaffen.

Warum wird der Mensch als "Mängelwesen" bezeichnet?

Der Mensch ist biologisch nicht spezialisiert und besitzt im Vergleich zu Tieren keine natürlichen Waffen oder Instinkte, wodurch er auf technische Werkzeuge angewiesen ist, um zu überleben.

Welche Rolle spielt der Begriff des "Optimierungszwangs" im Text?

Der Optimierungszwang beschreibt die Tendenz des Menschen, seine Macht über die Natur ständig zu erweitern, was langfristig die Gefahr einer totalen Objektivierung des menschlichen Lebens birgt.

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Titre
Inwieweit trägt der technische Fortschritt dazu bei, dass die Welt oder der Mensch verbessert oder gar zerstört wird?
Sous-titre
Arnold Gehlen zur Technikphilosophie
Université
Christian-Albrechts-University of Kiel
Cours
Anthropologie und Technikphilosophie – Geschichte und Entwicklung
Note
2,7
Auteur
Sylwia Ekmann (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
11
N° de catalogue
V387657
ISBN (ebook)
9783668621701
ISBN (Livre)
9783668621718
Langue
allemand
mots-clé
Technik Philosophie Mensch Fortschritt Zukunft Verbesserung Verschlechterung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sylwia Ekmann (Auteur), 2015, Inwieweit trägt der technische Fortschritt dazu bei, dass die Welt oder der Mensch verbessert oder gar zerstört wird?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387657
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Extrait de  11  pages
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