Ziel dieser Arbeit ist es, die einzelnen aktuellen Steuerentlastungen für Kinder im Einkommensteuerrecht herauszuarbeiten und dadurch einen Überblick zu schaffen, welche Steuerersparnisse ausgeschöpft werden können. Zum besseren Verständnis wird zu Beginn grundlegend auf das Besteuerungsziel und auf den Begriff des Kindes eingegangen. Weiter werden dann die steuerlichen Maßnahmen zur Familienförderung anhand ihrer Wirksamkeit und Verfassungsmäßigkeit kritisch untersucht. Zuletzt soll der Stpfl. im Hinblick auf die geplanten Änderungen im kommenden Wahlkampf 2017 sensibilisiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2.Grundlagenteil
2.1 Besteuerungsziel: Leistungsfähigkeitsprinzip
2.2 Begriff „Kind“ im einkommensteuerrechtlichen Sinne
3. Steuerliche Behandlung von Kindern nach aktuellem Stand
3.1 Familienleistungsausgleich
3.1.1 Berücksichtigung von Kindern
3.1.2 Regelungen des Kindergeldes im Einkommensteuerrecht
3.1.3 Kinderfreibetrag und Betreuungsfreibetrag
3.1.4 Kindergeld oder Kinderfreibetrag – Günstigerprüfung
3.2 Kinder bei den Sonderausgaben gemäß § 10 EStG
3.2.1 Abzug von Kinderbetreuungskosten
3.2.1.1 Begriff Kinderbetreuungskosten
3.2.1.2 Höhe und Voraussetzungen
3.2.2 Abzug von Schulgeld
3.3 Entlastungsbetrag für Alleinerziehende gemäß § 24b EStG
3.3.1 Allgemeines
3.3.2 Höhe und Voraussetzungen
3.4 Außergewöhnliche Belastungen in besonderen Fällen
3.4.1 Unterhalt und Berufsausbildung
3.4.2 Auswärtig untergebrachte Kinder
4. Kritische Untersuchung
4.1 Aktuell vorhandener Maßnahmen
4.1.1 Allgemeines
4.1.2 Familienleistungsausgleich
4.1.3 Kinderbetreuungskosten
4.1.4 Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
4.1.5 Außergewöhnliche Belastungen in besonderen Fällen
4.2 Lösungsvorschläge im Wahlkampf
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die verschiedenen steuerlichen Entlastungsmöglichkeiten für Eltern im deutschen Einkommensteuerrecht und bewertet deren Wirksamkeit sowie Verfassungsmäßigkeit im Kontext aktueller politischer Diskussionen und Herausforderungen wie der Kinderarmut.
- Grundlagen des Leistungsfähigkeitsprinzips im Steuerrecht
- Strukturen des Familienleistungsausgleichs und der Günstigerprüfung
- Abzugsmöglichkeiten für Kinderbetreuung und Schulgeld
- Sonderregelungen für Alleinerziehende und außergewöhnliche Belastungen
- Kritische Würdigung der Wirksamkeit steuerpolitischer Maßnahmen
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Regelungen des Kindergeldes im Einkommensteuerrecht
Grundsätzlich haben Eltern, die im Inland wohnen und unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind, einen Anspruch auf Kindergeld für Kinder i.S.d. § 63 EStG. Seit dem 1.1.2016 gilt gem. § 62 EStG zusätzlich die Voraussetzung, dass der Anspruchsberechtigte und das Kind anhand ihrer vergebenen steuerlichen Identifikationsnummern identifiziert werden müssen. Das Kindergeld ist bei der zuständigen Familienkasse schriftlich zu beantragen. § 63 Abs. 1 EStG regelt für welche Kinder Anspruchsberechtigte Kindergeld erhalten. Dies sind i.S.v. § 32 Abs.1 EStG vom Berechtigten in seinen Haushalt aufgenommene Kinder oder Enkel.
Für Kinder ohne Wohnsitz bzw. gewöhnlichem Aufenthalt in der EU wird Kindergeld nur bezahlt, wenn sie im Haushalt eines Berechtigen leben. Mit Urteil hat der BFH dazu entschieden: „Während eines mehrjährigen Auslandsaufenthalts zum Zwecke einer Berufsausbildung behält ein Kind seinen Wohnsitz in der Wohnung der Eltern im Inland..., wenn es diese Wohnung zumindest überwiegend in der ausbildungsfreien Zeit nutzt...“
Für jedes Kind wird nur einem Berechtigten Kindergeld gezahlt. § 64 EStG löst die Frage, wer das Kindergeld erhält, wenn mehrere Berechtigte einen Anspruch haben. Das Kindergeld erhält dabei nach Abs. 2 S. 1 EStG, dem sogenannten Obhutsprinzip, derjenige, der das Kind in seinem Haushalt aufgenommen hat, da unterstellt wird, dass dieser größtenteils die Aufwendungen für das Kind trägt. Lebt das Kind in einem gemeinsamen Haushalt mit mehreren Anspruchsberechtigten, so können diese gem. S. 2 untereinander einen Berechtigten bestimmen. Eine Änderung des Berechtigten kann nur mit Wirkung für die Zukunft vorgenommen werden, wenn das Kindergeld bereits festgesetzt wurde. Ist das Kind nicht in einem Haushalt der Anspruchsberechtigten aufgenommen, so wird das Kindergeld nach S. 2 demjenigen gewährt, der die höchste Unterhaltsrente an das Kind zahlt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die finanziellen Belastungen durch Kinder und die daraus resultierende Notwendigkeit familienpolitischer Unterstützung im Steuerrecht.
2.Grundlagenteil: Dieses Kapitel erläutert das steuerliche Leistungsfähigkeitsprinzip sowie die gesetzliche Definition des Kindesbegriffs im EStG.
3. Steuerliche Behandlung von Kindern nach aktuellem Stand: Es werden die verschiedenen Instrumente wie Kindergeld, Freibeträge, Betreuungskosten und Entlastungsbeträge detailliert dargelegt.
4. Kritische Untersuchung: Dieser Abschnitt analysiert die aktuelle Wirksamkeit der steuerlichen Maßnahmen und vergleicht verschiedene parteipolitische Lösungsvorschläge für die Familienpolitik.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die steuerliche Förderung komplex ist und die bestehenden Instrumente Geringverdiener oft nur unzureichend entlasten.
Schlüsselwörter
Einkommensteuerrecht, Kindergeld, Kinderfreibetrag, Günstigerprüfung, Leistungsfähigkeitsprinzip, Kinderbetreuungskosten, Sonderausgaben, Entlastungsbetrag für Alleinerziehende, Familienleistungsausgleich, Kinderarmut, steuerliche Entlastung, Existenzminimum, Unterhalt, Berufsausbildung, Steuergerechtigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die steuerliche Förderung von Familien in Deutschland und analysiert, inwieweit bestehende Maßnahmen des Einkommensteuerrechts Eltern tatsächlich entlasten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören der Familienleistungsausgleich, Abzugsmöglichkeiten für Kinderbetreuung und Schulgeld sowie spezielle Entlastungen für Alleinerziehende.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aktuelle Steuerentlastungen für Kinder im Einkommensteuerrecht herauszuarbeiten und deren Wirksamkeit bei der Reduzierung finanzieller Mehrbelastungen für Eltern kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche und ökonomische Analyse, die auf der Auswertung von Gesetzestexten, aktueller Rechtsprechung und finanzwissenschaftlichen Berichten basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beschreibt die bestehenden steuerlichen Regelungen im Detail und führt eine kritische Untersuchung sowie einen Vergleich verschiedener parteipolitischer Reformkonzepte durch.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Einkommensteuerrecht, Kinderfreibetrag, Günstigerprüfung, Leistungsfähigkeitsprinzip und Kinderbetreuungskosten.
Warum wird der Begriff der Günstigerprüfung im Kontext von Kindergeld und Kinderfreibetrag verwendet?
Die Günstigerprüfung dient dazu, für den Steuerpflichtigen automatisch die steuerlich vorteilhafteste Variante – entweder der monatliche Erhalt des Kindergeldes oder die steuerliche Berücksichtigung der Freibeträge – zu ermitteln.
Welche Kritik übt die Arbeit an der Abzugsgrenze für Kinderbetreuungskosten?
Die Arbeit kritisiert, dass der gesetzliche Höchstbetrag von 4.000 Euro oft nicht ausreicht, um die realen Kosten für eine professionelle Kinderbetreuung abzubilden, wodurch das Ziel einer realitätsgerechten steuerlichen Entlastung verfehlt wird.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2017, Kinder im Einkommensteuerrecht. Eine kritische Untersuchung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387752