Das 11. Plenum des Zentralkomitees und der Aufstieg der Roten Garden. Machtergreifung und Bürgerkrieg von August 1966 bis Juni 1967


Hausarbeit, 2012

19 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

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Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
1. Einleitung...1
2. Das 11. ZK- Plenum: Vorbereitungen und Vorgeschichte...1
2.1 Das Plenum und Personalentscheidungen...2
2.2 ,,Bombardiert die Hauptquartiere" und ,,Der Beschluss über die Große...4
Proletarische Kulturrevolution"
3. Die Entwicklung der Rotgardisten von August 1966 bis Juni 1967...6
3.1 Klassenbegriffe und Klassenkampf der Rotgardisten...10
3.2 Das Idol Mao und seine Sichtweise der Roten Garden...10
3.3 Sozialer Hintergrund und Partizipationsgründe...11
3.4 Fraktionskämpfe und Versagen der Roten Garden als Ausführer der KR...11
4. Fazit...12
5. Quellen...14
Anhang...15

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Abkürzungsverzeichnis
ZK
Zentralkomitee
VBA
Volksbefreiungsarmee
KGKR
Kleine Gruppe Kulturrevolution; zunächst bestehend aus
wenigen Mitgliedern um Jiang Qing, die Frau Maos,
avancierte sie während der KR zu einer der wichtigsten
Parteiorgane des Zentralkomitees.
KPCh
Kommunistische Partei China
KR
Die Große Proletarische Kulturrevolution
ZGKR
Zentralen Gruppe Kulturrevolution
KGR
Kulturrevolutionsgruppen
KJL
Kommunistische Jugendliga

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1. Einleitung
Die Kulturrevolution (KR) entstand als Antwort Maos auf den liberalen Kurs den die
Politik nach dem ,,Großen Sprung" verfolgte um China wirtschaftlich zu stabilisieren. Er
befürchtete, eine Rückkehr der chinesischen Gesellschaft zum Kapitalismus und initiierte eine
große Kampagne zur Mobilisierung der Massen. Durch Revolution der Gesellschaft wollte er
die Schaffung eines neuen Menschen und einer neuen Welt erreichen. Eine ,,Rote Garde" ist
ein Zusammenschluss von Schülern oder Studenten zu einer Mao Treue gelobenden Wehr. Ab
Ende Juni 1966 ersetzten die Roten Garden quasi die Kommunistische Jugendliga (KJL) und
entwickelten sich ab August zum wichtigsten Instrument Maos im Kampf gegen von ihm
unerwünschte Elemente innerhalb der Partei.
In dieser Arbeit wird der Frage nachgegangen, inwieweit die ,,16 Punkte" des 11. Plenums
des Zentralkomitees (ZK) die Eskalation der Rotgardistenbewegung begünstigt haben und
welche zusätzlichen Faktoren eine Rolle spielten.
Hierzu wird im Kapitel zwei zunächst das 11. Plenum des ZK dargestellt und der finale
Beschluss des Plenums erläutert. Das dritte Kapitel befasst sich mit dem Aufstieg der Roten
Garden und beginnt mit einer knappen Darstellung der Entwicklung der Roten Garden von
August 1966 bis Juni 1967. Weiter werden Klassenbegriffe der Rotgardistenorganisationen,
Maos Position ihnen gegenüber sowie ihre Beweggründe untersucht. Beendet wird es mit der
Suche nach Gründen für das Versagen der Roten Garden als Ausführer der KR. Im vierten
Kapitel wird ein Fazit gezogen.
2. Das 11. ZK- Plenum: Vorbereitungen und Vorgeschichte
Das 11. Plenum des VIII. Zentralkomitees trat unter turbulenten Bedingungen zusammen.
Liu Shaoqi, zu Beginn der sechziger Jahre als Erbe Maos an der Parteispitze betrachtet,
1
und
1. Vgl. Spence, 2001, 962.

5
Deng Xiaoping, der wie Liu nach dem Scheitern des ,,Großen Sprungs"
2
ebenfalls Vertreter
der pragmatischen Linie war, sollen schon im Juli 1966 die Einberufung des ZK zu einem
Plenum geplant haben. Ein angestrebtes Ziel war die Wahl von Mao zum nicht am
Entscheidungsprozess beteiligten ,,Ehrenvorsitzenden" der KPCh.
Dazu kam es nie, da es nach einer Machtdemonstration der Volksbefreiungsarmee (VBA)
Mitte Juli 1966 abgesagt wurde.
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Diese stand auf Maos Seite, da sie von seinem Verbündeten
Lin Biao geführt wurde. Arbeitsgruppen, die vor Maos Rückkehr nach Peking die KR in den
Schulen und Universitäten leiten und umsetzten sollten, wurden nun endgültig abgezogen und
durch Kulturrevolutionsgruppen, bestehend aus Schülern, Lehrern und Personal der
Institutionen, ersetzt.
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Davor war Mao nach Peking zurückgekehrt und hatte, unterstützt durch die Linken, mit den
Vorbereitungen zum letztendlich im August stattfindenden, 11. Plenum des VIII. ZK
begonnen.
5
2.1 Das Plenum und Personalentscheidungen
Nach der vorbereitenden Arbeitskonferenz tagte das Plenum vom 1.08. bis zum
12.08.1966.
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Die Atmosphäre war gespannt und die Vollmitglieder und Kandidaten des ZK
waren nicht vollzählig erschienen.
7
Weitere Teilnehmer des Plenums waren nicht stimmberechtigte Parteimitglieder
8
und
,,Vertreter der revolutionären Lehrer und Studenten der Pekinger Hochschulen".
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Sie machten
für Mao Stimmung und gerade der Vermerk der ,,revolutionären Lehrer und Studenten" im
finalen Kommuniqué unterstreicht den ,,staatsstreichartigen Charakter" des Plenums.
10
2. Siehe Anhang: I.
3. Zwei Absätze vgl. Domes, 1971, 147-148.
4. Vgl. MacFarquhar ; Fairbank, 1991, 138.
5. Vgl. MacFarquhar ; Fairbank, 1991, 138.
6. Vgl. MacFarquhar ; Schoenhals, 2006, 94.
7. Vgl. Domes, 1971, 148. Domes nennt hier die Zahl 80 von insgesamt 177 während MacFarquhar 141 von 173
Vollmitgliedern und Kandidaten beziffert. Anm.: Die abweichenden Zahlen können ein Resultat der Datenlage
von 1971 im Vergleich zu 2006 bzw. den Zeiträumen des Verfassens sein. Viele Dokumente waren in den
sechziger und siebziger Jahren noch nicht einsehbar so das Domes hier möglicherweise Schätzwerte benutzt.
8. Vgl. MacFarquhar ; Fairbank, 1991, 139.
9. MacFarquhar ; Schoenhals, 2006, 86.
10. Vgl. Domes, 1971, 148.

6
Die ungewöhnlich lange Dauer war ein Resultat von Maos Unzufriedenheit mit den
Diskussionsergebnissen und der mangelnden Begeisterung der Teilnehmer für die KR.
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Trotz innerparteilicher Gegenkräfte setzten sich Mao und Lin Biao bei den
Personalentscheidungen durch.
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In Grafik 1 im Anhang sind die Parteiorgane und ihr
ineinandergreifender Aufbau dargestellt.
Den größten Wechsel stellte die Beförderung des Verteidigungsministers Lin Biao zum
einzigen Vizevorsitzenden der KPCh dar, was ihn an die Stelle Liu Shaoqis rücken ließ und
zum wichtigsten Mann nach Mao machte.
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Liu wurde vom zweiten auf den achten Platz
degradiert,
14
hielt sich aber trotz starker Kritik der Linken im ZK.
Der Militärmarschall Zhu De, lange Zeit wichtigster Militärberater Maos
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und Vater der
VBA,
16
wurde vom vierten auf den neunten Platz verwiesen.
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Pekings Bürgermeister Peng
Zhen,
18
Peng Dehuai, der hohes Ansehen unter den Parteikadern genoss,
19
es aber gewagt
hatte, Mao auf dezente Weise für das Scheitern des ,,Großen Sprunges" zu kritisieren
20
und
zwei weitere wurden aus dem Führungsgremium ausgeschlossen.
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Der Führer der Propagandaabteilung des ZK
22
Tao Zhu, der Parteitheoretiker Chen Boda,
der massiv daran beteiligt war, den Personenkult um Mao zu schüren,
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der Vizevorsitzende
des Ständigen Komitees und Berater der Gruppe Kulturrevolution
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Kang Sheng sowie zwei
Militärmarschälle traten als neue Vollmitglieder in das Politbüro ein. Als Kandidaten wurden
11. Vgl. MacFarquhar ; Schoenhals, 2006, 87.
12. Vgl. Domes, 1971, 149.
13. Vgl. MacFarquhar ; Schoenhals, 2006, 94.
14. Vgl. Domes, 1971, 149.
15. Vgl. Spence, 2001, 973.
16. Vgl. MacFarquhar; Schoenhals, 2006, 147.
17. Vgl. MacFarquhar ; Schoenhals, 2006, 94.
18. Vgl. Spence, 2001, 965.
19. Anm.: Seine Absetzung als Verteidigungsminister nach der Lushan- Konferenz wurde in dem Theaterstück
,,Hai Ruis Entlassung aus dem Amt", was als ein möglicher Startpunkt der KR gilt, versinnbildlicht gesehen.
Bartke, 1985, 194-195.
20. Vgl. Spence, 2001, 965.
21. Vgl. Domes, 1971, 149. Die anderen Vizevorsitzenden wurden offiziell nicht entlassen aber die Tatsache,
dass sie von der Parteipresse nicht mehr als solche bezeichnet wurden kommt dem gleich.
22. Vgl. International Institute of Social History; Marien van der Heijden
23. Vgl. International Institute of Social History; Marien van der Heijden
24. Vgl. International Institute of Social History; Marien van der Heijden
Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Das 11. Plenum des Zentralkomitees und der Aufstieg der Roten Garden. Machtergreifung und Bürgerkrieg von August 1966 bis Juni 1967
Hochschule
Universität zu Köln  (Ostasiatisches Seminar)
Note
2,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
19
Katalognummer
V387948
ISBN (eBook)
9783668618305
ISBN (Buch)
9783668618312
Dateigröße
597 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rote Graden, China, Bürgerkrieg
Arbeit zitieren
Eva Lena Richter (Autor), 2012, Das 11. Plenum des Zentralkomitees und der Aufstieg der Roten Garden. Machtergreifung und Bürgerkrieg von August 1966 bis Juni 1967, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387948

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