Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna

Homosexualität im Mittelalter. Ansichten in Kirche und Gesellschaft

Título: Homosexualität im Mittelalter. Ansichten in Kirche und Gesellschaft

Trabajo Escrito , 2017 , 16 Páginas

Autor:in: Saskia Böhm (Autor)

Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Wer sich mit dem Thema der Homosexualität im Mittelalter beschäftigt, wird zuerst mit einem begrifflichen Problem konfrontiert. Einerseits birgt die Verwendung des Begriffs Homosexualität, der aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammt, die Gefahr, dass moderne Vorstellungen auf das Mittelalter übertragen werden, andererseits kennt dieses Zeitalter selbst keine eindeutige Bezeichnung für gleichgeschlechtliche Sexualität. Vornehmlich wurden die Begriffe "Ketzerei", "Sodomie", "stumme Sünde" und "Akt wider der Natur" verwendet.

Der Begriff Sodomie ist von dem alttestamentarischen Sodom abgeleitet. Nach der gängigen Auslegung mittelalterlicher Theologen vernichtete Gott die Bewohner der Stadt, da er wütend über deren sexuellen Laster war. Daher kann der Begriff Sodomie sämtliche Arten "widernatürlicher Unzucht" vom Koitus mit Tieren, bis hin zum heterosexuellen Analverkehr bezeichnen.

Trotzdem wurde dieses Wort in erster Linie zur Kennzeichnung homosexueller Handlungen benutzt. Personen, die sich dieses Vergehens schuldig machten, wurden als Sodomiten bezeichnet. Für die Kirche war Homosexualität eine schwere Sünde und durfte nicht genannt werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 KIRCHE

2.1 BIBEL

2.2 CHRISTLICHE LEHREN

2.3 SYNODEN UND KONZILE

2.4 BUßBÜCHER

2.5 SENDHANDBUCH DES REGINO VON PRÜM

2.6 THEOLOGIE

2.7 KIRCHLICHER EINFLUSS

3 WELTLICHE ANSCHAUUNG

3.1 LEBEN

3.2 UNTERBINDUNG DER HOMOSEXUALITÄT

3.3 FRAUEN

3.4 HEXENVERFOLGUNG

4 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen kirchlicher Verurteilung und der alltäglichen Lebensrealität homosexueller Menschen im Mittelalter. Dabei wird analysiert, wie kirchliche Lehrmeinungen und rechtliche Sanktionen die Wahrnehmung und Bestrafung gleichgeschlechtlicher Sexualität prägten und inwieweit diese Vorgaben in der gesellschaftlichen Praxis umgesetzt wurden.

  • Die moralische und theologische Bewertung der Homosexualität durch die Kirche.
  • Strafrechtliche Aspekte und Bußpraktiken in kirchlichen und weltlichen Gesetzgebungen.
  • Die soziale Realität und Strategien homosexueller Personen im Alltag.
  • Die Tabuisierung sowie die Verknüpfung von Homosexualität mit Ketzerei und Hexenverfolgung.
  • Der Einfluss des sozialen Standes auf die Strafverfolgung.

Auszug aus dem Buch

2.4 Bußbücher

Bußbücher sind die Handbücher der Priester, die ihnen bei der Seelsorge behilflich sein sollten. Sie hatten großen Einfluss auf die theologische Praxis und auf die Meinungsbildung derer, die nach dem Kirchengesetz leben wollten. Daher können sie als Zeugnisse der Rolle des Christentums im Zivilisationsprozess dienen und sind auf Grund dessen für dieses Thema unabdingbar. Unter Bußbüchern versteht man üblicherweise katalogisierte Zusammenstellungen von Sünden, denen man im Zuge des kirchlichen Bußverfahrensaufzuerlegenden Bußen gleichsam als Tarife gegenüber stellte.

Unter den Sünden der Unzucht nahm hier die Sodomie einen wichtigen Platz zu Mann männlichen Kontakten ein. Der vorgesehene Bußzeitraum steigerte sich dabei von den älteren Bußbüchern des sechsten bis achten Jahrhunderts, bis hin zu den jüngeren Büchern, die nach dem neunten Jahrhundert verfasst wurden. Vorwegnehmen möchte ich, dass das Strafmaß für Kleriker deutlich höher war als für alle Anderen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Es wird in das begriffliche Problem der modernen Kategorisierung von Homosexualität im Mittelalter eingeführt und die Zielsetzung der Arbeit sowie der aktuelle Forschungsstand dargelegt.

2 KIRCHE: Dieses Kapitel beleuchtet die theologische Grundlage der kirchlichen Homophobie durch die Analyse biblischer Texte, kirchlicher Lehren, Synodenbeschlüsse, Bußbücher, des Sendhandbuchs des Regino von Prüm sowie theologischer Schriften.

3 WELTLICHE ANSCHAUUNG: Hier werden die reale Lebenswelt homosexueller Menschen, die Methoden der staatlichen Unterbindung, die Situation von Frauen sowie die Verbindung zur Hexenverfolgung thematisiert.

4 FAZIT: Das Fazit zieht eine Bilanz über die Wirksamkeit kirchlicher Restriktionen und resümiert die Abhängigkeit zwischen kirchlicher Ideologie und weltlicher Strafverfolgung.

Schlüsselwörter

Homosexualität, Mittelalter, Kirche, Sodomie, Bußbücher, Inquisition, Hexenverfolgung, Seelsorge, Klerus, Sexualethik, Unterdrückung, Strafverfolgung, soziale Schichten, Christentum, Sünden.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation von homosexuellen Menschen im Mittelalter und der Rolle der Kirche bei deren Verurteilung und Verfolgung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den zentralen Themen gehören die theologische Einordnung der Sodomie, kirchliche und weltliche Strafpraxis, soziale Strategien im Alltag und die Verknüpfung von Homosexualität mit Hexerei.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, zu ergründen, wie die Kirche Homosexualität bewertete, welche Auswirkungen dies auf die Bevölkerung hatte und wie Betroffene mit diesem Druck lebten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf der Analyse zeitgenössischer Quellen wie Bußbüchern, kirchlichen Gesetzgebungen, rechtlichen Sammlungen und theologischen Traktaten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die kirchliche Sichtweise (Bibel, Theologie, Bußbücher) und die weltliche Lebensrealität sowie die Unterdrückungsmechanismen gegenüber Homosexuellen detailliert untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Homosexualität, Mittelalter, Sodomie, Kirche, Bußpraxis und Inquisition charakterisieren.

Warum war der Begriff "Sodomie" im Mittelalter so zentral?

Sodomie diente als Sammelbegriff für "widernatürliche" Sexualpraktiken und war das theologische Hauptinstrument, um homosexuelles Verhalten zu stigmatisieren und als schwere Sünde zu klassifizieren.

Spielte der soziale Stand eine Rolle bei der Verfolgung?

Ja, der soziale Stand beeinflusste das Risiko einer Verfolgung massiv; Angehörige höherer Stände oder Kleriker hatten oft bessere Möglichkeiten, Sanktionen durch Einfluss oder Bestechung zu entgehen.

Final del extracto de 16 páginas  - subir

Detalles

Título
Homosexualität im Mittelalter. Ansichten in Kirche und Gesellschaft
Autor
Saskia Böhm (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
16
No. de catálogo
V388239
ISBN (Ebook)
9783668623408
ISBN (Libro)
9783668623415
Idioma
Alemán
Etiqueta
homosexualität mittelalter ansichten kirche gesellschaft
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Saskia Böhm (Autor), 2017, Homosexualität im Mittelalter. Ansichten in Kirche und Gesellschaft, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388239
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  16  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint