Arbeitssucht erkennen und verhindern


Term Paper, 2017
22 Pages, Grade: 1,0

Excerpt

Gliederung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
1.3 Begriffliche Abgrenzung

2 Arbeitssucht im Überblick
2.1 Symptome und Phasen der Arbeitssucht
2.2 Gefährdete Berufe und Menschen
2.3 Arbeitssucht im Krankenkassensystem

3 Arbeitssucht im betrieblichen Gesundheitsmanagement
3.1 Prävention
3.2 Maßnahmen nach Erkrankung eines Mitarbeiters

4 Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Arbeitssuchttriade nach Spence und Robbins(1992)

Abb. 2: Umfrage zur Selbsteinschätzung als Workaholic

Abb. 3: Die Hitliste der „Nicht-Krankheiten“

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

„Ich bin ein Workaholic.“ Diesen Satz hat jeder schon einmal gehört, vielleicht sogar schon über sich selbst gesagt. Allerdings wird meistens nicht das damit gemeint, was es wirklich bedeutet, denn arbeitssüchtig zu sein, bedeutet nicht einfach nur, dass eine Person viel oder mit besonderer Leidenschaft arbeitet, sondern dass sie ernsthaft erkrankt ist. Nicht selten hat das Suchtverhalten Konzentrationsschwierigkeiten, Magengeschwüre oder Depressionen zur Folge und kann sogar bis zum Herzinfarkt oder Tod führen (Joho, 2017, o.S.).

Obwohl Arbeitssucht anderen Suchtverhalten ähnelt, wird diese nicht als klinisch relevante Krankheit anerkannt und oftmals nicht ernst genommen. Das kommt daher, dass überengagierte Mitarbeiter, die viel für ein Unternehmen tun und ihre gesamte Energie in ihre Arbeit stecken als besonders nützlich gelten. (Rademacher, 2015, S. 24)

Laut der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) glauben viele Unternehmer und auch die Arbeitssüchtigen selbst, dass Arbeitszeit und Arbeitsoutput in einem linearen oder sogar exponentiellen Verhältnis zueinander stehen (bpb, 2004b, S.6). Das bedeutet, dass ein Mitarbeiter, der viel arbeitet auch eine gute Leistung erbringt oder dass die Leistung sich bei erhöhter Arbeitszeit sogar steigert.

Tatsächlich beweisen Studien, dass Arbeitssüchtige dem Unternehmen nicht nur keinen Mehrwert im Gegensatz zu anderen Mitarbeitern liefern, sondern dem Unternehmen sogar schaden (Rademacher, 2015, S.24).

Des Weiteren fällt es Arbeitssüchtigen (wie anderen Betroffenen bei anderen Süchten auch) häufig schwer sich zu ihrer Sucht zu bekennen und einzugestehen, dass sie Hilfe benötigen wie die Praxis für Psychotherapie Karin Kutz (o.J., o.S.) festgestellt hat. Die Krankheit ist zum Zeitpunkt der Erkenntnis oft schon weit fortgeschritten. Meistens wird die Einsicht erst durch einen einschneidenden gesundheitlichen Rückschlag oder einen psychischen Zusammenbruch ausgelöst. Der Grund hierfür liegt unter anderem darin, dass Vielarbeiter in der Gesellschaft als besonders leistungsbereit und erfolgreich gelten. Die Notwendigkeit sich von der Sucht zu lösen, ist demnach nicht gegeben. (Praxis für Psychotherapie Karin Kutz, o.J.,o.S.)

Folglich ist es auch für Mitmenschen wie zum Beispiel Freunde und Familie schwer zu erkennen, ob ein Suchtverhalten vorliegt, da zunächst einfach von Zielstrebigkeit und Ehrgeiz ausgegangen wird, bevor andere schwerwiegende Symptome aufkommen.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es die Leser für das Thema Arbeitssucht zu sensibilisieren und das Bewusstsein darüber, dass Arbeitssucht eine ernstzunehmende Krankheit ist, zu stärken. Außerdem soll eine Grundbasis zur Erkennung der Suchterkrankung geschaffen werden. Auch die Vorbeugung sowie Maßnahmen und Therapiemöglichkeiten bei Betroffenen, speziell aus der Sicht der Unternehmen, soll im Vordergrund stehen.

1.2 Gang der Untersuchung

Als erstes erfolgt die begriffliche Abgrenzung. Hier werden der Suchtbegriff sowie Arbeit definiert.

Kapitel Zwei gibt einen Überblick über das Thema Arbeitssucht. Dabei wird mit den Symptomen und Verhaltensweisen, anhand derer Arbeitssüchtige erkannt werden können, begonnen. Außerdem werden die Folgen der Sucht aufgezeigt. Als nächstes folgen die drei Phasen, die ein Betroffener während seiner Erkrankung durchläuft.

Daraufhin werden jene Berufe und Menschen näher betrachtet, die besonders von der Suchtkrankheit gefährdet oder betroffen sind. Es werden verschiedene Berufsgruppen genannt, die eher gefährdet sind als andere. Hierbei werden auch besonders die Ursachen und der Ursprung für die Sucht behandelt. Außerdem werden Eigenschaften genannt, die Arbeitssucht fördern können.

Arbeitssucht im Krankenkassensystem schließt das zweite Kapitel. Hierbei wird die Problematik, dass Arbeitssucht nicht als Krankheit gilt genauer beleuchtet und die Auswirkungen dessen auf die Leistungen der Krankenkassen beschrieben.

Das dritte Kapitel behandelt Arbeitssucht im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Dabei wird zunächst aufgezeigt inwiefern Arbeitssüchtige dem Unternehmen schaden. Als nächstes werden präventive Maßnahmen genannt, die ergriffen werden sollten, bevor neue Mitarbeiter eingestellt werden. Hauptsächlich wird aber darauf eingegangen wie das Unternehmen allgemein Arbeitssucht vorbeugen kann. Dabei geht es vor allem um die Mitarbeiter, die bereits in dem Unternehmen tätig sind.

Der zweite Unterpunkt beschäftigt sich mit Maßnahmen nach der Erkrankung eines Mitarbeiters. Hierbei wird auf Maßnahmen von Kollegen und Vorgesetzten eingegangen. Außerdem werden zwei therapeutische Möglichkeiten behandelt und erläutert.

Als letztes erfolgt die Schlussbetrachtung als Zusammenfassung der Hauptaspekte dieser Arbeit.

1.3 Begriffliche Abgrenzung

Der Begriff Arbeit wird im Duden unter anderem als Tätigkeit mit einzelnen Verrichtungen, Berufsausübung oder beschäftigt sein mit etwas oder jemandem beschrieben. Außerdem werden die Wörter Mühe, Anstrengung und Beschwerlichkeit genannt. (Duden, 2017a, o.S.)

Sucht hingegen wird definiert als krankhafte Abhängigkeit und übersteigertes Verlangen nach etwas oder nach einem bestimmten Tun (Duden, 2017b, o.S.).

Folglich ist Arbeitssucht das übersteigerte Verlangen den Beruf auszuüben bzw. generell eine Tätigkeit zu verrichten. Das bedeutet, dass ein Betroffener besonders viel in seine Arbeit investiert und andere Lebensbereiche wie z.B. Freunde und Familie vernachlässigt (Poppelreuter, 2013, S.109). Arbeitssucht gehört zu den Verhaltenssüchten wie z.B. auch die Sucht nach Videospielen oder exzessivem Einkaufen und wird nicht als Zwangsstörung klassifiziert, da das Arbeiten von Betroffenen als angenehm empfunden wird (Rademacher, 2017, S.21).

Es gibt keine einheitliche oder offizielle Definition des Begriffes Arbeitssucht.

Gemäß der Weltgesundheitsorganisation müsste von Arbeitsabhängigkeit gesprochen werden, da der Begriff „Sucht“ umgangssprachlich ist (Rademacher, 2017, S. 22). In dieser Arbeit wird aus Gründen der Einfachheit darauf verzichtet.

2 Arbeitssucht im Überblick

2.1 Symptome und Phasen der Arbeitssucht

Zunächst ist es häufig schwierig überhaupt zu erkennen, ob jemand arbeitssüchtig ist, da sich die Krankheit schleichend entwickelt (Praxis für Psychotherapie Karin Kutz, o.J., o.S.). Allerdings gibt es einige Symptome und Verhaltensweisen, die einen Hinweis auf die Sucht geben.

Im Gegensatz zu dem, was von der Mehrheit vermutet wird, ist eine hohe Arbeitszeit nicht gleichbedeutend mit Arbeitssucht. Nicht jeder, der viel arbeitet, ist auch gleichzeitig arbeitssüchtig. Mehrarbeit kann auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtet sein wie z.B. eine Bonuszahlung. Nach Erreichung des Ziels pendelt sich die Arbeitszeit automatisch wieder ein. (Rademacher, 2017, S.5) Arbeitssüchtige setzen sich oft zu hohe oder unrealistische Ziele (Poppelreuter und Mierke, 2012, S.121). Folglich pendeln sich die Arbeitszeit und die Menge an zu erledigenden Aufgaben nicht wieder ein und bleiben konstant hoch.

Abb. 1: Arbeitssuchttriade nach Spence und Robbins (1992)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Spence und Robbins, 1992 zit. nach Rademacher, 2017, S.8)

In der Abbildung lassen sich drei Kerneigenschaften erkennen, die Betroffene charakterisieren: Arbeitsbezogenheit, Getriebenheit und Spaß an der Arbeit.

Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass das Leben von Arbeitssüchtigen nach der Arbeit geplant ist. Das heißt, dass die Arbeit einen hohen Stellenwert annimmt. Andere Bereiche des Lebens wie z.B. der Partner/die Partnerin oder Freizeit treten in den Hintergrund, da sich die Betroffenen stärker mit ihrer Arbeit als mit anderem identifizieren können. (Rademacher, 2017, S. 7f.)

Außerdem überträgt sich das Bedürfnis nach Arbeit zunehmend auch auf Tätigkeiten in der Freizeit oder im Urlaub (Poppelreuter, 2013, S.115). Das bedeutet, wenn ein Betroffener z.B. im Urlaub ist, wird die freie Zeit nicht zur Entspannung genutzt, sondern um E-Mails zu checken oder Fachbücher zu lesen.

Hand in Hand mit der Arbeitsbezogenheit geht die Getriebenheit. „Arbeitssüchtige verspüren einen inneren Druck, ständig aktiv zu sein“ (Rademacher, 2017, S.9). Folglich fällt es ihnen schwer sich zu entspannen und zur Ruhe zu kommen.

Sobald sie nichts zu tun haben, suchen sie sich neue Aufgaben und nicht selten arbeiten sie heimlich. Es kann passieren, dass Betroffene z.B. am Wochenende nervös oder sogar aggressiv werden, da sie in ihrer arbeitsfreien Zeit eine unangenehme Leere verspüren. Hinzu kommt, dass sie von einem schlechten Gewissen und Schuld- oder Minderwertigkeitsgefühlen geplagt werden. (Rademacher, 2017, S.9ff.)

Der Spaß an der Arbeit vervollständigt die Arbeitssuchttriade. Dieser wird von Arbeitssüchtigen häufig als Ausrede dafür verwendet, dass sie sich zu sehr verausgaben (Rademacher, 2017, S.9). Außerdem bereitet das Arbeiten den Betroffenen ein hohes Maß an Vergnügen im Gegensatz zu nicht-arbeitssüchtigen Menschen (McMillan, O’Driscoll und Burke, 2003 zit. nach Poppelreuter und Mierke, 2012, S. 116f.), denn durch die Arbeit werden ihre Bedürfnisse befriedigt.

Es gibt noch einige weitere Eigenschaften, die auf die Sucht hinweisen.

Arbeitssüchtigen fällt es zunehmend schwer in einem Team zu arbeiten, da sie dadurch die Kontrolle über die Aufgabe abgeben müssten (Praxis für Psychotherapie Karin Kutz, o.J., o.S.). Damit einher geht ein starkes Wettbewerbsverhalten, denn Betroffene wollen immer am besten von allen sein und tun alles um dieses Ziel zu verwirklichen. Sie versuchen dies z.B. durch Perfektionismus zu erreichen. Pausen gönnen sie sich keine mehr. (Rademacher, 2017, S.11f.)

Die Folgen ähneln denen anderer Süchte. Hierbei sind nicht nur Verhaltenssüchte, sondern auch die Abhängigkeiten von Substanzen gemeint. (Rademacher, 2017, S.22)

Der Krankheitsverlauf lässt sich in drei Phasen unterteilen (Praxis für Psychotherapie Karin Kutz, o.J., o.S.):

In der Anfangsphase wird immer mehr von der Freizeit für die Arbeit genutzt (Praxis für Psychotherapie Karin Kutz, o.J., o.S.). Der Betroffene merkt bald, dass seine Fähigkeiten nicht ausreichen und er die Kontrolle über die Aufgaben zu verlieren droht (Rademacher, 2017, S.22). Die ersten körperlichen und psychischen Folgen sind beispielsweise depressive Verstimmungen, Kopf- oder Magenschmerzen und Herz- und Kreislaufprobleme. Da die Symptome unspezifisch sind, wird oft einfach weiter gearbeitet. (Poppelreuter, 2013, S.114).

[...]

Excerpt out of 22 pages

Details

Title
Arbeitssucht erkennen und verhindern
College
University of Applied Sciences Heide
Grade
1,0
Author
Year
2017
Pages
22
Catalog Number
V388786
ISBN (eBook)
9783668629257
ISBN (Book)
9783668629264
File size
547 KB
Language
German
Tags
Arbeitssucht, Gesundheitsmanagement, Suchtprävention, Workaholic, Workaholismus, BGM
Quote paper
Janina Henne (Author), 2017, Arbeitssucht erkennen und verhindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388786

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