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Die Erweiterung der EWU um die neuen Mitgliedsländer - Kosten und Nutzen eines frühen Beitritts

Title: Die Erweiterung der EWU um die neuen Mitgliedsländer - Kosten und Nutzen eines frühen Beitritts

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nicole Rudolf (Author)

Economics - International Economic Relations
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Mit der Osterweiterung am 1. Mai 2004 hat die Europäische Union (EU) die bisher größte Erweiterungsrunde ihrer Geschichte vollzogen. Die Mitgliederzahl der EU erhöhte sich durch den Beitritt von acht mittel- und osteuropäischen Ländern (MOEL) sowie Malta und Zypern auf 25. Da ein Eintritt in die Europäische Währungsunion (EWU) die Erfüllung bestimmter Voraussetzungen erfordert, ist eine sofortige vertragskonforme Euro-Einführung in den Beitrittsländern nicht möglich. Die meisten von ihnen streben eine frühe EWU-Teilnahme an, um von dem Nutzen einer Währungsunion mit einer gemeinsamen Währung zu profitieren. Dagegen äußern vor allem die Europäische Zentralbank (EZB) und die Deutsche Bundesbank Bedenken und warnen vor einem überhasteten Beitritt, der im Ergebnis zu negativen Konsequenzen sowohl für die potentiell neuen EWU-Mitglieder als auch für den gesamten Euroraum führen kann. Die vorliegende Arbeit vermittelt einen Überblick über die wichtigsten Diskussionspunkte in der Debatte um die EWU-Erweiterung. Zum einen werden die Kriterien der traditionellen Theorie der optimalen Währungsräume sowie die dazugehörige Thematik der Relevanz von exogenen Schocks beleuchtet. Zum anderen werden Implikationen aufgezeigt, die sich aus dem Rückstand der wirtschaftlichen Leistungskraft der Beitrittskandidaten ergeben und eine einheitliche Geldpolitik erschweren können. Außerdem stehen die kontroversen Positionen für und gegen einen frühen Beitritt zum europäischen Wechselkursmechanismus (WKM) II im Vordergrund. Bei den genannten Aspekten geht es grundsätzlich um die Frage, ob es für ein Land von Vorteil oder von Nachteil ist, auf seine geld- und wechselkurspolitische Autonomie zu verzichten und sich unter das Dach der EZB zu begeben. Unter dem Gesichtspunkt der handelspolitischen Auswirkungen werden Gründe und mögliche positive Folgen einer Zunahme von Handelsaktivitäten erläutert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Voraussetzungen für die Aufnahme in die EWU

3. Kosten und Nutzen eines frühen Beitritts

3.1 Verzicht auf die nationale Geld- und Wechselkurspolitik – Die Kriterien der Theorie der optimalen Währungsräume

3.2 Zur Relevanz von exogenen Schocks

3.3 Implikationen des Aufholprozesses

3.4 Wechselkursmechanismus II – Stabilitätsgewinne oder Gefahr von Finanzkrisen?

3.5 Handelspolitische Auswirkungen

4. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomischen Chancen und Risiken einer frühen Einführung des Euro in den mittel- und osteuropäischen EU-Beitrittsländern. Dabei wird analysiert, ob der Verzicht auf die nationale geld- und wechselkurspolitische Autonomie zugunsten der Europäischen Zentralbank im aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungsstadium der Beitrittskandidaten vorteilhaft ist.

  • Kriterien der Theorie der optimalen Währungsräume (OCA-Theorie)
  • Relevanz exogener asymmetrischer Schocks
  • Wirtschaftliche Aufholprozesse und Balassa-Samuelson-Effekt
  • Rolle des Wechselkursmechanismus II (WKM II)
  • Handelspolitische Auswirkungen und Binnenmarktintegration

Auszug aus dem Buch

3.2 Zur Relevanz von exogenen Schocks

Eine funktionsfähige einheitliche Geldpolitik setzt eine möglichst homogene Wirkung geldpolitischer Impulse voraus. Bei Vorliegen eines asymmetrischen exogenen Nachfrageschocks innerhalb einer Währungsunion bewirkt beispielsweise die Reduktion der Zinsen durch die gemeinsame Zentralbank (expansive Geldpolitik) in dem Land mit Nachfragerückgang ein Ausgleich des Zahlungsbilanzdefizits und eine Rückkehr zum Vollbeschäftigungsgleichgewicht, während diese Maßnahme für das Land mit Nachfrageanstieg kontraproduktive Auswirkungen hat. Es verzeichnet einen weiteren Preisauftrieb (Inflation) und eine zusätzliche Erhöhung des Leistungsbilanzüberschusses. Sind die Nachfrageschocks in einer Währungsunion jedoch symmetrisch, bringt eine einheitliche Geldpolitik im Gegensatz zur nationalen Wechselkurspolitik die gewünschte homogene Wirkung. Die Frage ist, mit welcher Wahrscheinlichkeit asymmetrische Schocks zwischen dem Euroraum und den neuen Beitrittsländern aufgrund von divergierenden Produktions- und Handelsstrukturen auftreten.

Zahlreiche empirische Studien untersuchen, inwieweit die Konjunkturverläufe ausgewählter MOEL synchron mit denen des Euroraumes verlaufen. Dabei analysieren die Arbeiten die Korrelation von Angebots- bzw. Nachfrageschocks zwischen den MOEL und dem Euroraum, wobei eine positive Korrelation auf einen synchronen Konjunkturverlauf und damit auf gleichgerichtete Nachfrageverschiebungen hinweist (und umgekehrt). Ihnen gemeinsam ist die Feststellung, dass die Konjunkturverläufe einzelner MOEL genauso synchron mit dem Euroraum verlaufen wie die einiger kleinerer Länder der peripheren Eurozone. Hierbei sind vor allem die Länder Polen und Ungarn zu nennen. Aber auch die Tschechische Republik, Lettland und Slowenien in geringerem Ausmaß zeigen ähnliche Konjunkturverläufe wie die Länder des Euroraumes, wohingegen die übrigen Baltischen Staaten überwiegend negative Korrelationen aufweisen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über die Debatte zur EWU-Erweiterung und stellt die Frage nach dem optimalen Zeitpunkt des Beitritts für neue EU-Mitgliedsländer.

2. Voraussetzungen für die Aufnahme in die EWU: Dieses Kapitel erläutert die Konvergenzkriterien gemäß EGV, die von Beitrittsländern für eine erfolgreiche Einführung des Euro erfüllt werden müssen.

3. Kosten und Nutzen eines frühen Beitritts: Es werden die zentralen ökonomischen Aspekte, wie der Verlust der Geldpolitik-Souveränität und die Auswirkungen von Schocks, kritisch beleuchtet.

3.1 Verzicht auf die nationale Geld- und Wechselkurspolitik – Die Kriterien der Theorie der optimalen Währungsräume: Hier werden die theoretischen Kosten des Wechsels zur EZB im Rahmen der OCA-Theorie diskutiert.

3.2 Zur Relevanz von exogenen Schocks: Dieser Abschnitt analysiert, wie synchron die Konjunkturzyklen der neuen Mitglieder mit dem Euroraum verlaufen und was dies für eine einheitliche Geldpolitik bedeutet.

3.3 Implikationen des Aufholprozesses: Das Kapitel behandelt den Balassa-Samuelson-Effekt und die Herausforderungen, die sich aus dem wirtschaftlichen Aufholprozess für die Inflation ergeben.

3.4 Wechselkursmechanismus II – Stabilitätsgewinne oder Gefahr von Finanzkrisen?: Es wird die Rolle des WKM II als Stabilitätsanker versus das Risiko von Spekulationen und Finanzkrisen untersucht.

3.5 Handelspolitische Auswirkungen: Dieser Teil beleuchtet die positiven Effekte einer Währungsunion auf die Handelsaktivitäten und die Binnenmarktintegration.

4. Ausblick: Eine Einschätzung der verschiedenen Beitrittsszenarien für die neuen Mitgliedsländer basierend auf deren individueller fiskalischer Lage und Konjunkturentwicklung.

Schlüsselwörter

Europäische Währungsunion, EWU, EU-Osterweiterung, Konvergenzkriterien, Theorie der optimalen Währungsräume, OCA-Theorie, Wechselkursmechanismus II, WKM II, Balassa-Samuelson-Effekt, Exogene Schocks, Konjunkturzyklus, Geldpolitik, Fiskalkonsolidierung, Binnenmarktintegration, Beitrittsländer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die ökonomischen Voraussetzungen, Kosten und Nutzen einer frühen Aufnahme der neuen EU-Mitgliedsländer in die Europäische Währungsunion (EWU).

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themen umfassen die Einhaltung von Konvergenzkriterien, die Bedeutung der Theorie der optimalen Währungsräume, den Einfluss des Aufholprozesses auf die Preisstabilität sowie die Funktion des Wechselkursmechanismus II.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, zu klären, ob es für die neuen Mitgliedsländer vorteilhaft ist, ihre geldpolitische Autonomie frühzeitig aufzugeben und unter das Dach der EZB zu wechseln, oder ob Risiken wie Instabilität überwiegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Es handelt sich um eine theoretische und empirisch orientierte Analyse, die sich auf ökonomische Standardmodelle (wie die OCA-Theorie) und aktuelle Literatur zur EU-Integration stützt.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden im Hauptteil gesetzt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Währungsverzichts, die empirische Analyse von Konjunkturschocks, die Untersuchung des Balassa-Samuelson-Effekts sowie die Bewertung von WKM II und handelspolitischen Folgen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit zusammenfassen?

Zentrale Begriffe sind EWU, Konvergenzkriterien, OCA-Theorie, WKM II, Balassa-Samuelson-Effekt und fiskalische Konvergenz.

Wie bewertet die Arbeit den Aufholprozess der neuen Mitglieder?

Die Arbeit erkennt den Aufholprozess als wesentlichen Faktor für reale Konvergenz an, warnt jedoch vor damit verbundenen Inflationsrisiken durch den Balassa-Samuelson-Effekt, die den Beitritt erschweren können.

Welche Rolle spielt der Wechselkursmechanismus II für die Beitrittsländer?

Der WKM II dient als „Stabilitätsanker“, der Vertrauen schaffen kann, birgt aber bei schwacher institutioneller Basis und hohen Budgetdefiziten die Gefahr von Spekulationskrisen.

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Details

Title
Die Erweiterung der EWU um die neuen Mitgliedsländer - Kosten und Nutzen eines frühen Beitritts
College
Ruhr-University of Bochum  (Wirtschaftswissenschaften)
Course
Europäische Geldpolitk
Grade
1,0
Author
Nicole Rudolf (Author)
Publication Year
2005
Pages
26
Catalog Number
V39169
ISBN (eBook)
9783638380249
Language
German
Tags
Erweiterung Mitgliedsländer Kosten Nutzen Beitritts Europäische Geldpolitk
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Rudolf (Author), 2005, Die Erweiterung der EWU um die neuen Mitgliedsländer - Kosten und Nutzen eines frühen Beitritts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39169
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