Einleitung
„Der Kunde ist König und somit ... will jede Firma besser kennenlernen, was ihre Kunden von ihr erwarten, damit sie deren Bedürfnisse besser erfüllen kann. Dazu ist jeder Firma der Kontakt zum Kunden wichtig und jede Rückäußerung zur eigenen Arbeit wird ernst genommen, denn sie hilft dabei, die Qualität der Leistung zu sichern und zu verbessern.“1 Mit der schnellen quantitativen Ausdehnung des Weiterbildungssektors und der strategischen Bedeutung, die die berufliche Weiterbildung für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung aller europäischen Staaten gewonnen hat, stellen sich vordringlich Fragen zur Qualität der Weiterbildung. Diese Fragen haben nicht nur eine berufspädagogische, sondern auch bildungs- und gesellschaftspolitische Dimensionen. Aber nicht nur die Staaten, vor allem die Bildungseinrichtungen und Betriebe stehen heutzutage unter einem wachsenden Erfolgsdruck.
Vor allem Bildungsträger sind von dieser Entwicklung betroffen. Zeiten, als im Auftrag der Arbeitsämter Arbeitsförderungen zum Ausbau der Kapazitäten der Bildungsträger genutzt werden konnten, sind vorbei. Durch die Arbeitsförderungen entstanden große Kapazitäten für jegliche Arten der Weiterbildung. Doch da die Zeiten sich geänder t haben, gibt es nun ungenutzte Kapazitäten, daraufhin mussten die Bildungsträger neue bzw. andere Weiterbildungsmärkte erschließen. Zwischen den Bildungsträgern ist dadurch ein enormer Wettbewerb entbrannt. Mit dieser neuen Situation, dem Anstieg der Weiterbildungsanbieter, der sinkenden Nachfrage und der wechselhaften Nachfragestruktur können nur die konkurrieren, deren Dienstleistungsangebot qualitativ hochwertig ist. Doch wie wird diese Qualität bestimmt, welche Faktoren wirken und mit welchen Instrumenten wird die Qualität gesichert? Ziel dieser Hausarbeit ist es, die gestellten Frage zu erörtern und einen Gesamtüberblick über die Qualitätssicherung in der Weiterbildung zu geben.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Formen der Qualitätssicherung
1.1 Inputkriterien
1.2 Outputkriterien
1.3 Verbraucherorientierte Kriterien
1.4 Durchführungs- und prozessorientierte Kriterien
1.5 Die Zertifizierung nach ISO 9000
2. Das Ziel: Qualitätssicherung
3. Anwendung der Qualitätssicherung in Unternehmen
4. Kooperation zwischen Bildungsinstitutionen und ihren Klienten
5. Wie ist der Weiterbildungsmarkt strukturiert ?
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit setzt sich zum Ziel, die Qualitätssicherung in der Weiterbildung zu erörtern und einen umfassenden Überblick über die Bestimmung, Faktoren und Sicherungsinstrumente von Qualität im Weiterbildungssektor zu geben.
- Dimensionen und Formen der Qualitätssicherung (Input-, Output-, Prozesskriterien)
- Zertifizierungsverfahren wie DIN EN ISO 9000 und deren Bedeutung
- Anwendung von Qualitätssicherungsmaßnahmen in Unternehmen und Bildungsinstitutionen
- Die Rolle der Kooperation zwischen Anbietern und Klienten
- Strukturierung und Marktmechanismen des Weiterbildungsmarktes
Auszug aus dem Buch
1. Formen der Qualitätssicherung
Oftmals wurde versucht, eine allgemeine Aussage zum Kriterium einer qualitativ guten Weiterbildung zu treffen. Da jedoch die Kunden- bzw. Teilnehmergruppen unterschiedliche Anforderungen hatten und haben, ist dies stets zum Scheitern verurteilt. Es liegt auf der Hand, dass Seminare für unterschiedliche Teilnehmergruppen (Rhetorikkurse contra Managementkurse) auch dementsprechend andere Inhalte haben. Der Qualitätsbegriff bewegt sich also innerhalb sehr verschiedener Dimensionen:
Inputqualität Bedingungen, die vorab erfüllt sein müssen, damit eine hohe Qualität in der Weiterbildung erzielt werden kann.
Durchführungsqualität Bedingungen, die eine einzelne Maßnahme erfüllen muss, um hohe Qualität zu erzielen.
Outputqualität Bedingungen, die im nachhinein festlegen, ob eine Maßnahme eine hohe Qualität erzielt hat.
Natürlich gibt es zu jeder dieser Dimension von Qualität auch dazu gehörige Kriterien. Wichtig dabei ist, dass nicht jedes Kriterium für jede Institution und jeden Kundenkreis in Frage kommt. Der Weiterbildungsträger muss dabei eigene Qualitätskriterien generieren bzw. sich die besten auswählen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Es wird die wachsende Bedeutung der Qualität in der beruflichen Weiterbildung vor dem Hintergrund steigenden Wettbewerbsdrucks und veränderter Nachfragestrukturen analysiert.
1. Formen der Qualitätssicherung: Das Kapitel differenziert zwischen verschiedenen Qualitätsdimensionen wie Input-, Output-, Verbrauchs- sowie Prozesskriterien und stellt relevante Zertifizierungsnormen vor.
2. Das Ziel: Qualitätssicherung: Hier wird Qualitätssicherung als systematisches Bildungsmanagement und strategisches Steuerungsinstrument innerhalb von Betrieben definiert.
3. Anwendung der Qualitätssicherung in Unternehmen: Es werden betriebliche Ziele und Kriterien (wie Bilanzprüfung, Kostenreduktion und Prozessoptimierung) für die Implementierung von Qualitätssicherung in der Weiterbildung erläutert.
4. Kooperation zwischen Bildungsinstitutionen und ihren Klienten: Dieses Kapitel thematisiert die Herausforderungen und Notwendigkeiten der Zusammenarbeit zwischen externen Weiterbildungsanbietern und Unternehmen, insbesondere in Bezug auf Pflichtenhefte.
5. Wie ist der Weiterbildungsmarkt strukturiert ?: Es wird der Einfluss von Marktmechanismen, Wettbewerb und staatlichen Eingriffen auf die Weiterbildungsqualität untersucht.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der aktuellen Entwicklung hin zu zertifizierten Qualitätsmanagementsystemen und den damit verbundenen Risiken für kleinere Anbieter.
Schlüsselwörter
Qualitätssicherung, Weiterbildung, Bildungsmanagement, DIN EN ISO 9000, Inputkriterien, Outputkriterien, Prozessqualität, Zertifizierung, Bildungsmarkt, Wettbewerb, Kundenorientierung, Weiterbildungsträger, Evaluierung, Verbraucherschutz, TQM.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die systematische Qualitätssicherung im Bereich der beruflichen Weiterbildung und wie Bildungsträger sowie Unternehmen mit steigenden Qualitätsanforderungen umgehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die verschiedenen Dimensionen der Qualität (Input, Output, Prozess), Zertifizierungsnormen wie ISO 9000, sowie die ökonomische Steuerung von Weiterbildungsprozessen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Überblick über aktuelle Qualitätssicherungs-Instrumente zu geben und zu erörtern, wie Qualität in der Weiterbildung bestimmt und langfristig gesichert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse bestehender Konzepte, Literaturquellen und rechtlicher Rahmenbedingungen zum Qualitätsmanagement in der Bildung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Unterteilung von Qualitätskriterien, die Anwendung in Unternehmen, die Kooperation zwischen Trägern und Klienten sowie die Marktstrukturen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Qualitätssicherung, Weiterbildungsmarkt, ISO 9000, Bildungsmanagement, Zertifizierung und Wettbewerbsfähigkeit.
Welche Rolle spielt die ISO 9000 Norm laut Autor?
Die Autorin/der Autor sieht die ISO 9000 als wichtigen organisatorischen Rahmen und Wettbewerbsvorteil, warnt jedoch vor einer potenziellen Marktselektion, da die Zertifizierung hohe Kosten verursacht.
Warum ist die Kooperation zwischen Trägern und Unternehmen schwierig?
Es besteht oft eine Diskrepanz in den Ausgangspositionen; während große Konzerne durch eigene Pflichtenhefte die Kontrolle behalten können, sind kleine Unternehmen oft auf externe Lösungen angewiesen, die nicht immer optimal passen.
Was bedeutet der Wandel von der „Maßnahme“ zum „System“?
Es erfolgt eine Verschiebung: Früher wurde oft das Einzelprojekt geprüft, heute verlangt der Markt eine allgemeine Zertifizierung der Qualitätssicherungsprozesse des Bildungsträgers selbst.
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- Magister Bildungsmanagement Heiko Wulschner (Author), 2003, Qualitätssicherung in der Weiterbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39846