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Wenn Zwänge das Leben von Kindern und Jugendlichen bestimmen

Gilles de la Tourette aus der Sicht von Betroffenen

Title: Wenn Zwänge das Leben von Kindern und Jugendlichen bestimmen

Seminar Paper , 2003 , 34 Pages , Grade: 5.5 (entspricht 1,5 in D)

Autor:in: Lic phil I Fränzi Meili (Author)

Psychology - Developmental Psychology
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Ich habe deshalb dieses Thema ausgesucht, weil Menschen, die am Tourette-Syndrom (TS) leiden, zu diesem Aussergewöhnlichen, Andersartigen und Besonderen zählen. In einer Gesellschaft, die an Leistung und Ästhetik orientiert ist, fällt es besonders TS-Betroffenen schwer, sich einzugliedern und somit akzeptiert und respektiert zu werden. Aus eigenen Erlebnissen kann ich sagen, dass mein Unwissen über das Andersartige, mich unsicher macht. Bei meinen zwei mal wöchentlichem Einkauf in den Coop, treffe ich an der Kasse auf einen TS-Betroffenen. Unsicher wie auf seine Ticstörungen zu reagieren, schaute ich jeweils beschämt auf die andere Seite. Forschungsresultate zeigen auf, dass wie der junge Kassier im Coop ca. 5 bis 24% Kinder und Jugendliche in der Schweiz unter Ticstörungen leiden, darunter fallen ca. 300, die an einem Tourette-Syndrom erkrankt sind. Die meisten TS-Betroffenen leben zurückgezogen in der Isolation. Ich bin der festen Überzeugung, die Isolation kann nur aufgehoben werden, wenn das TS in der Gesellschaft thematisiert wird. Deshalb versuche ich dazu, anhand dieser Seminararbeit, einen kleinen Beitrag zu leisten. Die Arbeit beschäftigt sich vor allem mit Kindern und Jugendlichen. Ich möchte das Tourette-Syndrom aus drei verschiedenen Blickwinkeln darstellen. Erstens aus der psychopathologischen Sicht, zweitens aus der Sicht der Betroffenen und drittens aus der Sicht der sozialpädagogischen Arbeit. Deshalb habe ich die Arbeit in drei Interessensschwerpunkte gegliedert. Ich werde mit einem historischen Rückblick beginnen. Seit wann ist die Krankheit bekannt und wer gab dieser Krankheit den Namen „Gilles de la Tourette“? Das Tourette-Syndrom ist eine Sonderform von Ticstörungen. [...]

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemzusammenhang

1.2 Hauptfragestellung

2. Historischer Rückblick

3. Diagnostik und Klinik von Tic-Störungen

3.1 Definitionen

3.2 Klassifikation

3.3 Erscheinungsformen und Häufigkeit

3.4 Ursachen und Verlauf

3.5 Therapie

4. Gilles de la Tourette

4.1 Bericht eines 15-jährigen Mädchens

4.2 Beschreibung des Tourette-Syndroms

5. „Mit dem Tourette-Syndrom leben“ aus verschiedenen Perspektiven

5.1 Betroffene

5.2 Familienangehörige

5.3 Die Schule

6. Sozialpädagogische Interventionsmöglichkeiten

6.1 Kinder- und Jugendpsychiatrie

6.2 Kinder- und Jugendpsychiatrische Ambulanz

6.3 Hilfen zur Erziehung und Eingliederungshilfen

6.3.1 Erziehungsberatung

6.3.2 Tagesgruppe

6.5 Fazit

7. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Tourette-Syndrom (TS) bei Kindern und Jugendlichen aus drei zentralen Perspektiven: der psychopathologischen Sicht, der Sicht der Betroffenen sowie den sozialpädagogischen Interventionsmöglichkeiten, um Wege zur gesellschaftlichen Integration aufzuzeigen.

  • Pathologische Grundlagen und Erscheinungsformen des Tourette-Syndroms
  • Die subjektive Lebenswelt betroffener Kinder und Jugendlicher
  • Herausforderungen für Familien und die Rolle der Schule
  • Sozialpädagogische Handlungsfelder in Psychiatrie und Ambulanz
  • Bedeutung von Aufklärung und Akzeptanz für die soziale Integration

Auszug aus dem Buch

4.1 Bericht eines 15-jährigen Mädchens

„Mein Tourette-Syndrom bekam ich mit 7 Jahren, vermutlich aufgrund einer Amoxypen-Behandlung gegen eine Angina. Ich benutze bewusst nicht das Wort „Krankheit“, da ich der Meinung bin, nicht krank zu sein. Es wird sich zwar ergeben, dass ich das Wort den Umständen halber trotzdem verwenden muss, denn welches Symptom gibt es, dass nicht nach krank-sein klingt? Aber trotzdem fühle ich mich nicht krank. Ich kann ja schliesslich alles machen, da ich weder körperlich noch geistig behindert bin. Meine Fähigkeiten werden durch nichts eingeschränkt. Ich kann alles machen, was ein anderes Mädchen meines Alters auch tun kann. Deshalb bin ich nicht krank.

Ein anderer wichtiger Gesichtspunkt ist, dass ich noch nie unter dem Symptom mit all seinen Tics gelitten habe und auch nicht vorhabe, mich selbst zu bemitleiden.

Nun zu meinen Tics: Anfangs äusserte sich das Ganze in Augenzwinkern, Zusammenzucken und Strecken der Schultern und des Nackens, Fingerschnipsen (Zeige-, Mittel-, Ring-, und kleiner Finger über die Innenseite des Daumens), Nachziehen eines Fusses. Teilweise musste ich alles, was ich aus Versehen berührte, der „Gerechtigkeit halber“ auch mit der anderen Hand, dem anderen Fuss oder dem anderen Arm usw. berühren. Zudem musste ich immer wieder „kieksen“, also mit geschlossenem Mund die höchsten Töne quietschen, was ich selber oft ganz lustig fand. Diese äusserlichen Tics bekam ich mit Autogenem Training erst in den Griff und anschliessend völlig weg. Doch dann änderten sich die äusseren Tics in innerliche. Ich musste zum Beispiel immer wieder Fenster, Strassenlaternen, Häuser, Bodenfliesen usw. im Geiste zählen. Auch schnell gedachte Adjektivketten (schön, lustig, hässlich, witzig...) waren mit von der Partie. Ich war danach allerdings nicht oder nur teilweise imstande, die Wortkette langsam und laut aufzusagen - wahrscheinlich weil es so viele Wörter waren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung des Problemzusammenhangs und der drei Interessensschwerpunkte: psychopathologische Sicht, Sicht der Betroffenen und sozialpädagogische Arbeit.

2. Historischer Rückblick: Überblick über die Wahrnehmung des Syndroms in der Geschichte und die Entdeckung durch George Gilles de la Tourette.

3. Diagnostik und Klinik von Tic-Störungen: Wissenschaftliche Definition, Klassifikation sowie Ursachen und Therapiemöglichkeiten von Tic-Störungen.

4. Gilles de la Tourette: Illustration des Krankheitsbildes anhand eines Erfahrungsberichts und ergänzende klinische Beschreibung des Syndroms.

5. „Mit dem Tourette-Syndrom leben“ aus verschiedenen Perspektiven: Analyse der Belastungen für Betroffene, Familienangehörige und die Herausforderungen im Schulalltag.

6. Sozialpädagogische Interventionsmöglichkeiten: Erläuterung der Rolle von Sozialpädagogen in verschiedenen Hilfesystemen sowie der Bedeutung gezielter Fördermaßnahmen.

7. Schlusswort: Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse und Plädoyer für intensivere Aufklärungsarbeit in der Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Tourette-Syndrom, Tic-Störungen, Sozialpädagogik, Psychiatrie, Krankheitsbild, Integration, Koprolalie, Symptomatik, Kindesalter, Jugendalter, Interventionsmöglichkeiten, Krankheitsbewältigung, Familienberatung, Schule, Aufklärung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Tourette-Syndrom bei Kindern und Jugendlichen, wobei das Krankheitsbild aus medizinisch-psychopathologischer Sicht sowie aus der Lebensrealität der Betroffenen beleuchtet wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die klinische Definition, die Auswirkungen auf den Alltag der Betroffenen und ihrer Familien sowie die Möglichkeiten sozialpädagogischer Unterstützung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, das Verständnis für das Tourette-Syndrom zu fördern und aufzuzeigen, wie Betroffene durch soziale Integration und gezielte pädagogische Maßnahmen unterstützt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse aus den Bereichen Medizin, Psychologie und Sozialarbeit sowie auf Fallbeispiele und persönliche Berichte von Betroffenen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine diagnostische Einordnung, die Beschreibung der Symptome und deren Wirkung auf die Umwelt sowie verschiedene Interventionsformen wie Therapie, Erziehungsberatung und schulische Unterstützung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Tourette-Syndrom, Tic-Störungen, Sozialpädagogik, Integration und Krankheitsbewältigung.

Wie unterscheidet sich die Koprolalie von anderen Symptomen?

Die Koprolalie ist durch das zwanghafte Ausstoßen obszöner Wörter oder Flüche gekennzeichnet und stellt für die Betroffenen oft die sozial belastendste Symptomatik dar.

Warum ist die Rolle der Schule bei TS-Betroffenen so kritisch?

Da Lehrer oft überfordert sind und das Verhalten fälschlicherweise als Provokation interpretieren, drohen Betroffene zu Außenseitern zu werden, was eine adäquate Aufklärung und Begleitung zwingend erforderlich macht.

Welche Bedeutung hat die stationäre Psychiatrie laut Autorin?

Sie dient als Abklärungsphase bei schwerer Symptomatik, bietet aber auch Einzelfallhilfe und Gruppenarbeit, um die Akzeptanz der Erkrankung zu fördern.

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Details

Title
Wenn Zwänge das Leben von Kindern und Jugendlichen bestimmen
Subtitle
Gilles de la Tourette aus der Sicht von Betroffenen
College
University of Zurich
Grade
5.5 (entspricht 1,5 in D)
Author
Lic phil I Fränzi Meili (Author)
Publication Year
2003
Pages
34
Catalog Number
V39919
ISBN (eBook)
9783638385688
ISBN (Book)
9783656246930
Language
German
Tags
Wenn Zwänge Leben Kindern Jugendlichen Gilles Tourette Sicht Betroffenen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lic phil I Fränzi Meili (Author), 2003, Wenn Zwänge das Leben von Kindern und Jugendlichen bestimmen , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39919
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