Dem Kapitalanleger bieten sich in der heutigen Zeit auf Grund des facettenreichen Kapitalmarktes eine Vielzahl an Möglichkeiten, sein Geldvermögen zu investieren. Eine sehr wichtige Rolle spielen in diesem Zusammenhang Investmentfonds. Sie bieten dem Anleger den Vorteil, dass sie einen leichten Zugang zum Kapitalmarkt bieten, ohne sich um Details der Portfoliozusammenstellung kümmern zu müssen. Kleinanleger, die im Gegensatz zu institutionellen Anlegern in der Regel über einen geringeren Informationsstand verfügen, investieren in Fonds (Aktienfonds, Rentenfonds, Hedgefonds etc.), um von der Expertise des verantwortlichen Fondsmanagers, der das Portfolio des Investmentfonds verwaltet, zu profitieren. Ein Fondsmanager weist auf Grund seiner Erfahrungen im Kapitalanlagegeschäft bessere Fähigkeiten auf, die Chancen und Risiken eines Wertpapiers zu beurteilen. Zusätzlich bieten Fonds den Vorteil, dass sie in der Regel breit diversifiziert sind. Die folgende Arbeit stellt Ansätze dar, mit denen man die Arbeit des Fondsmanagers beurteilen kann. Die Performance eines Portfolios ist absolut betrachtet wenig aussagekräftig. Man muss vielmehr die geleistete Performance mit geeigneten Referenzportfolios, die eine ähnliche Risikostruktur aufweisen, vergleichen. Diese Beurteilung ist mit den von Sharpe, Jensen, Treynor und Treynor/Black entwickelten klassischen Performancemaßen unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Im Folgenden werde ich die genannten Maße im Hinblick auf Rendite- und Risikokriterien erläutern, um dabei Hinweise über die praktische Anwendbarkeit zu geben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Klassische Performancemaße zur Beurteilung von Investmentfonds
2.1 Das Entscheidungsproblem zur Herleitung der Performancemaße
2.2 Sharpe-Maß
2.2.1 Herleitung
2.2.2 Anwendung und Beurteilung
2.3 Jensen - Maß
2.3.1 Herleitung
2.3.2 Anwendung und Beurteilung
2.4 Treynor - Maß
2.4.1 Herleitung
2.4.2 Anwendung und Beurteilung
2.5 Treynor/Black - Maß
2.5.1 Herleitung
2.5.2 Anwendung und Beurteilung
3 Das optimierte Sharpe-Maß
4 Kritische Gesamtbetrachtung der erläuterten Performancemaße
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, verschiedene Ansätze zur Beurteilung der Performance von Investmentfonds im Kontext der Portefeuille- und Kapitalmarkttheorie darzustellen und kritisch zu würdigen, um die Anwendbarkeit klassischer Maße im Hinblick auf Rendite- und Risikokriterien zu bewerten.
- Klassische Performancemaße: Sharpe, Jensen, Treynor und Treynor/Black.
- Methodische Herleitung basierend auf dem Capital Asset Pricing Model (CAPM).
- Unterscheidung zwischen systematischem und unsystematischem Risiko.
- Praktische Anwendbarkeit und Einschränkungen der verschiedenen Kennzahlen.
- Vergleich der Modellannahmen und ihrer Auswirkungen auf das Fonds-Ranking.
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Anwendungsmöglichkeiten und Beurteilung
Das Risiko eines Portfolios kann in eine systematische und unsystematische Komponente zerlegt werden. Diese Zerlegung wird bei der Beurteilung von Fonds nach dem Sharpe-Maß allerdings nicht vollzogen, weil das Gesamtrisiko als relevant erachtet wird. Durch die Annahme, dass das unsicher investierte Vermögen komplett in den Fonds investiert wird, stellt das Fondsrisiko das Gesamtportfoliorisiko dar.
Demnach darf das Sharpe-Maß für die Beurteilung einzelner Fonds nur dann angewendet werden, wenn das risikoreich zu investierende Kapital komplett in den Fonds investiert wird. Allgemein ausgedrückt bedeutet dies, dass das Sharpe-Maß nur genutzt werden darf, wenn das zu beurteilende Portfolio dem Gesamtportfolio des Anlegers entspricht. Dies stellt eine schwerwiegende Einschränkung des Sharpe Maßes in der Anwendbarkeit dar. Für Investoren, die ihr risikobehaftetes Portfolio auf mehrere Fonds oder andere riskante Wertpapiere verteilen, muss folglich ein Performancemaß genutzt werden, welches die Zusammensetzung des Fondsrisikos in eine systematische und unsystematische Komponente zerlegt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Investmentfonds für Kapitalanleger ein und skizziert das Ziel der Arbeit, die Performance von Fondsmanagern mittels klassischer Kennzahlen vergleichbar zu machen.
2 Klassische Performancemaße zur Beurteilung von Investmentfonds: In diesem Hauptkapitel werden verschiedene theoretische Modelle (Sharpe, Jensen, Treynor, Treynor/Black) hergeleitet, angewendet und in ihrem praktischen Nutzen für die Fondsbeurteilung kritisch bewertet.
3 Das optimierte Sharpe-Maß: Dieses Kapitel führt eine erweiterte Kennzahl ein, die auf der Tobin-Separation basiert und eine präferenzunabhängige Optimierung des Fondsanteils im Gesamtportfolio ermöglicht.
4 Kritische Gesamtbetrachtung der erläuterten Performancemaße: Dieser Abschnitt beleuchtet die Grenzen der vorgestellten Modelle, indem er auf die realitätsfernen Prämissen des zugrunde liegenden CAPM und methodische Kritikpunkte hinweist.
5 Zusammenfassung: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont, dass die Wahl des Performancemaßes maßgeblich von den getroffenen Annahmen bezüglich der Diversifikation und der Risikostruktur abhängt.
Schlüsselwörter
Performancemaß, Investmentfonds, Portfoliotheorie, Sharpe-Maß, Jensen-Alpha, Treynor-Maß, Treynor/Black-Maß, CAPM, Kapitalmarktlinie, systematisches Risiko, unsystematisches Risiko, Tobin-Separation, Fondsmanager, Rendite, Risiko.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Messung der Performance von Investmentfonds im Rahmen der klassischen Finanzwirtschaftstheorie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Herleitung und Anwendung von Performancemaßen wie dem Sharpe-, Jensen-, Treynor- und Treynor/Black-Maß sowie deren kritische Würdigung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Arbeit von Fondsmanagern anhand geeigneter Referenzportfolios vergleichbar zu machen und Hinweise zur praktischen Anwendbarkeit der Kennzahlen zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Portfoliotheorie und das Capital Asset Pricing Model (CAPM) als theoretische Basis zur Herleitung der verschiedenen Bewertungsansätze.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die mathematische Herleitung sowie die Vor- und Nachteile der klassischen Performancemaße unter Berücksichtigung von Risikoaspekten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Performancemessung, Investmentfonds, systematisches und unsystematisches Risiko sowie das CAPM.
Warum ist das Jensen-Alpha anfällig für Manipulationen?
Ein Fondsmanager kann das Alpha künstlich erhöhen, indem er die risikolose Verschuldung steigert und gleichzeitig mehr in das risikoreiche Teilportfolio investiert.
Worin liegt der Hauptvorteil des Treynor/Black-Maßes gegenüber anderen Modellen?
Das Treynor/Black-Maß bietet den Vorteil, dass es sowohl das systematische als auch das unsystematische Risiko in die Fondsreihung einbezieht.
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- Christoph Hinrichs (Author), 2005, Performancemessung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40704