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Der handlungsorientierte Unterricht unter dem Blickwinkel des Menschenbildes des "psycho-ecological man"

Title: Der handlungsorientierte Unterricht unter dem Blickwinkel des Menschenbildes des "psycho-ecological man"

Term Paper , 2004 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sean Miller (Author)

Didactics - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
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Summary Excerpt Details

Ein Merkmal der sozialen Gesellschaft ist ihre fortwährende kulturelle Weiterentwicklung. Das Bewusstsein des Menschen und seine damit einhergehende Einstellung und Erwartungshaltung befinden sich somit in einem ständigen Wandel. Infolge dessen steht der Mensch auch permanent neuen Anforderungen gegenüber. Es ist fraglich, ob die zentrale Aufgabe der Pädagogik darin besteht die Einbindung des Einzelnen in eine sich verändernde Gesellschaft zu gewährleisten. Auf der anderen Seite gibt es keinen Zweifel daran, dass das Bildungssystem dafür Verantwortung trägt, die Menschen mit den Fähigkeiten und Fertigkeiten auszustatten, die für eine erfolgreiche Zukunft notwendig sind. In Hinblick auf die Bundesrepublik Deutschland gerät häufig in Vergessenheit, dass sich die Schulpädagogik und das Bildungswesen nicht erst seit der Gegenwart, sondern auch in der Vergangenheit mit unterrichtskonzeptionellen und schuldidaktischen Problemen auseinandergesetzt hat. Die Veröffentlichung der Ergebnisse namenhafter empirischer Untersuchungen (z.B. die PISA-Studie) aus den letzten Jahren und die damit anhaltende Diskussion um die Notwendigkeit von Bildungsreformen täuschen allerdings über diese Tatsache hinweg. So wurde die Grundlage für ein zentrales Thema der aktuellen Bildungsdiskussion, die Kritik an der Unterrichtskonzeption von allgemeinbildenden und beruflichen Schulen bereits Ende des 19. Jahrhunderts geschaffen. Diese warfen den zeitgenössischen Volksschulen und Gymnasien vor ausschließlich Lehrmethoden anzuwenden, die an die Schüler rezeptive Lernleistungen stellten, aber Erfahrungswissen und praktisches Interesse dergleichen ignorierten (vgl. Meyer 1987, S. 212f.). Mehr als ein Jahrhundert später fordert die Schulpädagogik und die Erziehungswissenschaft eine Unterrichtsform, die sich von einem Anschauungsunterricht und einer passiven Bildung löst und die Selbsttätigkeit des Schülers mehr in den Vordergrund stellt.
Ein handlungsorientierter Unterricht soll da, wo der „konventionelle“ Unterricht an sein Grenzen stößt, den Schüler in seiner Lernleistung und Lernmotivation fördern und es in letzter Konsequenz ermöglichen, die Trennung von Schule und Leben aufzubrechen. Allerdings fällt in Bezug auf neue Unterrichtsmethoden auf, dass der Begriff „handlungs-orientierter Unterricht“ sehr inflationär verwendet wird (vgl. Gudjons 1997, S. 7).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der handlungsorientierte Unterricht

2.1 Didaktische Ansätze mit handlungsorientierten Elementen

2.2 Theorien zur Begründung des handlungsorientierten Unterrichts

2.3 Vor- und Nachteile des handlungsorientierten Unterrichts

2.4 Das implizierte Menschenbild des handlungsorientierten Unterrichts

3 Das Menschenbild des `psycho-ecological man´

4 Der handlungsorientierte Unterricht und der `psycho-ecological man´

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des handlungsorientierten Unterrichts im Kontext des Menschenbildes des „psycho-ecological man“. Ziel ist es, die didaktischen Grundlagen des handlungsorientierten Unterrichts zu analysieren, seine theoretische Begründung – insbesondere unter motivationspsychologischen Aspekten – zu beleuchten und zu prüfen, inwieweit das Modell des „psycho-ecological man“ Erkenntnisse für die Unterrichtspraxis liefern kann.

  • Charakterisierung und didaktische Einordnung handlungsorientierter Unterrichtsformen
  • Theoretische Fundierung durch kognitive Handlungstheorie und Motivationspsychologie
  • Analyse der Vor- und Nachteile des handlungsorientierten Unterrichtskonzepts
  • Erarbeitung des Menschenbildes des „psycho-ecological man“ als „innerer Kaufmann“
  • Transfer der psychologischen Erkenntnisse auf die Gestaltung schülerzentrierter Unterrichtsprozesse

Auszug aus dem Buch

3 Das Menschenbild des `psycho-ecological man´

Der Begriff `psycho-ecological man´ beschreibt ein Menschenbild, welches die psychische Bedürfnisbefriedigung zur zentralen Kategorie menschlichen Verhaltens macht (vgl. Geißler/ Sattelberger 2003, S. 75). Der Mensch strebt danach positiv bewertete Erfahrungen zu machen und im Umkehrschluss negativ belastete Erfahrungen zu vermeiden (vgl. Geißler/ Sattelberger 2003, S. 83). Dabei geht das obige Menschenbild davon aus, dass positive Erfahrungen nicht allein durch äußere Anreize erzeugt werden, womit insbesondere materielle Anreize gemeint sind, sondern vielmehr durch psychische Zuwendungen wie beispielsweise Lob, Bestärkung und soziale Anerkennung (vgl. Geißler/Sattelberger 2003, S. 75). Doch wie lässt sich nach diesem Menschenbild erklären, warum ein Individuum etwas tut oder unterlässt?

Die Begründung dafür, wie menschliche Entscheidungen getroffen werden, fußt auf der Überzeugung, dass vor einer Handlung stets eine unbewusste `kaufmännische´ Prüfung stattfindet (vgl. Geißler/Sattelberger 2003, S. 61), d. h. der Mensch wägt ab, ob sich der Gewinn einer Handlung im Verhältnis zu dem persönlichen Aufwand rentiert. Fällt eine Bilanzierung positiv aus, wird eine Handlung ausgeführt, ist Gegenteiliges der Fall bleibt sie aus (vgl. Geißler/Sattelberger 2003, S. 62). Trotz des gleichen `Setting´ werden abhängig von der Person unterschiedliche Entscheidungen getroffen. Dies liegt daran (Ursache dessen ist), dass jede Person über einen individuellen Erfahrungshorizont verfügt und eigene Wertmaßstäbe zugrunde legt (vgl. Geißler/Sattelberger 2003, S. 76). Dass der Mensch über ein System verfügt, welches als innerer Kaufmann umschrieben werden kann, hat schon John Dewey aufgezeigt: Zum absichtlichen Handeln „gehört ein bewusst vorhergesehenes Ziel und ein geistiges Abwägen des Für und Wider, außerdem ein bewusster Zustand des Begehrens dieses Zieles“ (Dewey 1964, S. 443). Im Folgenden soll unter dem Blickwinkel des `psycho-ecological´ man betrachtet werden, was den Menschen motiviert, bzw. wie er motiviert wird, denn gerade dem Aspekt der Motivation misst die handlungsorientierte Didaktik eine besondere Bedeutung bei.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Es wird die Notwendigkeit aufgezeigt, pädagogische Konzepte an eine sich wandelnde Gesellschaft anzupassen, wobei die Kritik am konventionellen Unterricht zur Forderung nach mehr Selbsttätigkeit führt.

2 Der handlungsorientierte Unterricht: Dieses Kapitel definiert das Modell, ordnet es reformpädagogisch ein und beleuchtet didaktische Varianten sowie die kognitionspsychologische Begründung.

3 Das Menschenbild des `psycho-ecological man´: Hier wird das Modell des Menschen als „innerer Kaufmann“ eingeführt, der durch Kosten-Nutzen-Abwägungen und das Streben nach psychischer Bedürfnisbefriedigung handelt.

4 Der handlungsorientierte Unterricht und der `psycho-ecological man´: Der Autor verknüpft beide Themen und prüft, ob die „ökonomische“ Psychologie des Menschen neue Impulse für die Gestaltung motivierender Unterrichtsangebote bietet.

5 Zusammenfassung: Es wird bilanziert, dass der handlungsorientierte Unterricht eine wertvolle, wenn auch anspruchsvolle Antwort auf die Anforderungen moderner Bildung darstellt, sofern die Rahmenbedingungen stimmen.

Schlüsselwörter

Handlungsorientierter Unterricht, psycho-ecological man, Didaktik, Motivationspsychologie, kognitive Handlungstheorie, Schüleraktivierung, Selbsttätigkeit, innerer Kaufmann, schülerzentrierter Unterricht, pädagogische Reform, Lernmotivation, Bildungsdiskussion, Kompetenzentwicklung, ganzheitliches Lernen, Sozialisation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das didaktische Konzept des handlungsorientierten Unterrichts und setzt dieses in Beziehung zu einem speziellen Menschenbild, dem des „psycho-ecological man“, um die Motivationsgrundlagen des Lernens besser zu verstehen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Didaktik des handlungsorientierten Unterrichts, Theorien zur Lernmotivation, die kognitive Handlungstheorie sowie die Analyse von Entscheidungsprozessen durch das Konzept des „inneren Kaufmanns“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie handlungsorientierter Unterricht die Motivation der Schüler steigern kann und inwieweit das Modell des „psycho-ecological man“ hilft, die Wirksamkeit dieses Unterrichtsansatzes zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine pädagogische Hausarbeit, die auf einer theoretischen Analyse und dem Vergleich existierender didaktischer sowie psychologischer Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition und didaktische Einordnung des handlungsorientierten Unterrichts, die theoretische Fundierung, eine Abwägung der Vor- und Nachteile sowie die Verknüpfung mit dem Menschenbild des „psycho-ecological man“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Handlungsorientierung, Schüleraktivierung, Motivationspsychologie, Didaktik, Selbsttätigkeit und das Modell des inneren Kaufmanns.

Warum wird der „innere Kaufmann“ als Begriff verwendet?

Der Begriff illustriert, dass Menschen – auch unbewusst – bei jeder Handlung eine Art Kosten-Nutzen-Rechnung durchführen, um abzuwägen, ob der Gewinn an Erfahrung oder psychischer Befriedigung den Aufwand wert ist.

Inwiefern beeinflussen soziale Faktoren das Lernen nach diesem Modell?

Das Modell postuliert, dass der Mensch ein soziales Wesen ist, dessen „Bilanz“ auch durch soziale Zuwendung, Anerkennung und die Interaktion mit Mitschülern maßgeblich beeinflusst wird.

Bietet das Modell eine „revolutionäre“ Lösung für alle Schulprobleme?

Nein, der Autor stellt fest, dass es keine universelle Lösung ist, sondern eine sinnvolle Ergänzung zu traditionellen Methoden, die jedoch an organisatorische und institutionelle Voraussetzungen gebunden ist.

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Details

Title
Der handlungsorientierte Unterricht unter dem Blickwinkel des Menschenbildes des "psycho-ecological man"
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Course
Grundlagen der Didaktik und Methodik
Grade
1,0
Author
Sean Miller (Author)
Publication Year
2004
Pages
23
Catalog Number
V41062
ISBN (eBook)
9783638394130
ISBN (Book)
9783638683081
Language
German
Tags
Unterricht Blickwinkel Menschenbildes Grundlagen Didaktik Methodik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sean Miller (Author), 2004, Der handlungsorientierte Unterricht unter dem Blickwinkel des Menschenbildes des "psycho-ecological man", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41062
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