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Fortunatus. Ein lehrhafter Text?

"Unnd in alweg vernufft und weißhait für all schaetz dieser welt / zu begeren und zu erwoelen ist."

Título: Fortunatus. Ein lehrhafter Text?

Trabajo Escrito , 2016 , 18 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Steven Dunn (Autor)

Literatura - Literatura de la Edad Media
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In der vorliegenden Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, ob und inwiefern die Figur des Fortunatus als Negativexempel konzipiert ist und sich dies auch in der Handlung widerspiegelt. Dazu soll herausgearbeitet werden, welche Rolle der Protagonist hinsichtlich der im Rahmen formulierten Lehre spielt und die Lehrhaftigkeit des Romans problematisiert werden. Anschließend wird anhand der Figurenkonzeption und des Handlungsverlaufs überprüft, ob die Figur des Fortunatus tatsächlich als Negativexempel gesehen werden kann. Um Lehre und Lehrhaftigkeit problematisieren zu können, sind der Analyse und Interpretation des Werks theoretische Überlegungen zur Lehrhaftigkeit mittelalterlicher Texte vorangestellt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

3. Lehre und Lehrhaftigkeit in Prolog und Epilog des Fortunatus

3.1 Lehre in Prolog und Epilog

3.2 Bedeutung der Figur Fortunatus hinsichtlich der Lehre

3.3 Lehrhaftigkeit des Fortunatus

4. Die Figur Fortunatus als Negativexempel?

4.1 Fortunatus im Umgang mit anderen Figuren

4.2 Fortunatus‘ Umgang mit dem Geld

4.3 Fortunatus und die Angst

4.4 Fortunatus und der Glaube

4.5 Fortunatus und die Weisheit

5. Schlussbetrachtung

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht, inwiefern die Figur des Fortunatus im gleichnamigen Roman als Negativexempel konzipiert ist und ob diese Konstruktion durch die Romanhandlung gestützt wird. Dabei wird die explizite Lehre des Prologs und Epilogs kritisch hinterfragt und mit dem tatsächlichen Handeln des Protagonisten in Bezug auf Geld, Angst, Glauben und zwischenmenschliche Beziehungen kontrastiert.

  • Analyse der lehrhaften Intention in Prolog und Epilog
  • Untersuchung des Verhaltens von Fortunatus im Umgang mit Reichtum
  • Evaluation der Rolle von Angst und Glaube für die Charakterisierung
  • Kritische Überprüfung der Negativexempel-These anhand der Romanhandlung

Auszug aus dem Buch

4.1 Fortunatus im Umgang mit anderen Figuren

Fortunatus trifft im Laufe der Romanhandlung auf eine Vielzahl von unterschiedlichen Figuren. Im Umgang mit seinen Eltern fällt auf, dass er zwar höflich mit ihnen spricht, er sich beim Verlassen Zyperns aber nicht von ihnen verabschiedet: „unnd gieng ungesegnet und on urlaub vaters und der muoter [...]“31. Dies könnte als mangelnder Respekt vor den Eltern ausgelegt werden, zeugt aber m. E. eher davon, dass es ihm nicht schwerfällt, von ihnen fortzugehen. Schließlich erbietet der Protagonist seinen Eltern später ja die Ehre, indem er ihre Gräber in seine prachtvolle Kirche umsetzen lässt.32 Fortunatus selbst erzieht seine Söhne mit „grossem vleiß und liebe“33, auch wenn er dann gegen den Willen seiner Frau die Familie für mehrere Jahre verlässt.

Da Ampedo und Andolosia zu diesem Zeitpunkt schon über 12 Jahre34 und damit relativ alt sind35, kann dies dem Protagonisten nicht als Fehlverhalten gegenüber seinen Söhnen angelastet werden. Obwohl seine Frau ausdrücklich dagegen ist, dass er nochmals aufbricht, setzt er sich durch, kehrt dann aber auch wie versprochen unbeschadet zurück und wird herzlich von Cassandra empfangen.36 Zudem ist er gegenüber seiner Frau und seinen Söhnen großzügig37 und führt eine glückliche Ehe mit Cassandra, die er nach ihrem Tod sehr ehrenvoll bestatten lässt.38

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob Fortunatus als ein gegen den Salomon-Typus gerichtetes Negativexempel zu verstehen ist.

2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert das mittelalterliche Verständnis von lehrhafter Literatur (docere et delectare) und die Bedeutung von Rahmenstrukturen zur Vermittlung dieser Absichten.

3. Lehre und Lehrhaftigkeit in Prolog und Epilog des Fortunatus: Hier wird analysiert, wie der Text durch Vor- und Nachwort eine klare Wahl zwischen Weisheit und Reichtum propagiert, wobei Fortunatus als Gegenentwurf zur Salomon-Figur positioniert wird.

4. Die Figur Fortunatus als Negativexempel?: Dies ist der Analyseteil, der das Verhalten der Hauptfigur in verschiedenen Lebensbereichen auf Anzeichen für ein moralisches Fehlverhalten prüft.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die These des Negativexempels in der Romanhandlung nicht konsistent nachweisbar ist und der Protagonist eher eine positive Entwicklung zeigt.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Fortunatus, Negativexempel, Roman, Lehrhaftigkeit, Mittelalter, Frühe Neuzeit, Reichtum, Weisheit, Didaxe, Handlungsanalyse, Figurenkonzeption, Salomon, Glück, Moral, Literaturwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, ob die im Prolog und Epilog des Romans "Fortunatus" explizit formulierte moralische Lehre durch das tatsächliche Handeln des Protagonisten gestützt oder in Frage gestellt wird.

Welche Themenfelder stehen dabei im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind der Umgang mit Geld, die Rolle von Angst und Glaube sowie die zwischenmenschlichen Beziehungen des Protagonisten in Bezug auf seine moralische Bewertung.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob Fortunatus als bewusst konzipiertes Negativexempel im Kontrast zur biblischen Figur des Königs Salomon zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?

Die Untersuchung folgt einem werkimmanenten Vorgehen, bei dem die Romanhandlung systematisch auf Anzeichen von Fehlverhalten überprüft wird, ohne dabei externe Wertmaßstäbe vorschnell auf das Werk anzuwenden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Rahmenstruktur (Prolog/Epilog) und die detaillierte Untersuchung des Fortunatus-Verhaltens in Bezug auf seine Familie, seine Finanzen, seine Ängste und seine religiöse Praxis.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Negativexempel, Lehrhaftigkeit, didaktische Literatur, Romanstruktur und die Dialektik von Weisheit und materiellem Reichtum.

Warum wird König Salomon als Vergleichsfigur herangezogen?

Salomon dient im Text als die ideale Exempelfigur, die sich für die Weisheit entschied und dadurch zusätzlich Reichtum erlangte, während Fortunatus den Reichtum wählt und dadurch als scheiternd dargestellt wird.

Zu welcher Schlussfolgerung kommt der Autor in Bezug auf das "Negativexempel"?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Fortunatus entgegen der Einrahmung durch Prolog und Epilog in der eigentlichen Romanhandlung nicht als eindeutiges Negativexempel interpretiert werden kann, da er eine positive Entwicklung durchläuft.

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Detalles

Título
Fortunatus. Ein lehrhafter Text?
Subtítulo
"Unnd in alweg vernufft und weißhait für all schaetz dieser welt / zu begeren und zu erwoelen ist."
Universidad
Free University of Berlin  (Institut für Deutsche und Niederländische Philologie)
Calificación
1,0
Autor
Steven Dunn (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
18
No. de catálogo
V412183
ISBN (Ebook)
9783668690646
ISBN (Libro)
9783668690653
Idioma
Alemán
Etiqueta
Fortunatus Ältere Deutsche Literatur ÄDL Exempel Lehre Lehrhaft
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Steven Dunn (Autor), 2016, Fortunatus. Ein lehrhafter Text?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412183
Leer eBook
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