In dieser Masterarbeit geht es um das Task-based Language Learning (TBLL) im Englischunterricht. TBLL ist eine Methode, welche dem kommunikativen Ansatz folgt und in den neuen Oberstufenlehrmitteln (Voices und Open World) zur Anwendung kommt. Der Hauptbestandteil von TBLL sind sogenannte tasks, mit denen die Schülerinnen und Schüler vor allem mit Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern oder in Gruppen die Fremdsprache Englisch im Unterricht anwenden. Das Arbeiten mit den tasks bietet Möglichkeiten für natürliche Sprechanlässe, in denen nicht nur die formalen Aspekte der Sprache (form) berücksichtigt werden, sondern auch der inhaltlichen Bedeutung (meaning) grosse Bedeutung zugemessen wird. Das Modell von TBLL besteht aus den Phasen pre-task, task cycle und language focus.
In der Arbeit wurde untersucht, inwiefern das Arbeiten mit TBLL die kommunikative Kompetenz und die affektive Ebene der Schülerinnen und Schüler beeinflusst. Im ersten Aktionszyklus wurden, nebst der Messung der Redezeiten in einem task-basierten Setting, die Rolle der Lehrperson und die sprachlichen Ressourcen beziehungsweise die Interaktionskompetenz der Schülerinnen und Schüler beobachtet und ausgewertet. Der Beobachtungspunkt der Interaktion zwischen den Schülerinnen und Schülern und zwischen der Lehrperson und den Lernenden wurde in der zweiten Untersuchung fokussiert. Die affektive Ebene bildete quasi ein übergeordnetes Thema, welches über beide Arbeitszyklen mit Hilfe von qualitativen Gruppeninterviews ausgewertet wurde.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1 HINTERGRUND
1.2 AKTIONSFORSCHUNG
1.3 AUFBAU DER ARBEIT
2. THEORETISCHER TEIL
2.1 PARADIGMENWECHSEL
2.2 KOMMUNIKATIVE KOMPETENZ
2.3 AFFEKTIVE EBENE
2.4 BEGRIFFSDEFINITION VON TASK
2.5 GRUNDLAGEN
2.5.1 GRUNDIDEE DES MODELLS
2.5.2 FOCUS ON FORM UND FOCUS ON MEANING
2.6 DIE METHODIK
2.6.1 TBLL FRAMEWORK
2.6.2 FORMEN VON TASKS
2.7 INTERAKTION
2.7.1 DER INTERAKTIONISTISCHE KONSTRUKTIVISMUS
2.7.2 BEDEUTUNGSAUSHANDLUNGEN
2.8 DIE ROLLE DER LEHRPERSON
2.8.1 LERNENDE MOTIVIEREN
2.8.2 UMGANG MIT FEHLERN
3. ERSTER AKTIONSZYKLUS
3.1 BEOBACHTUNGSSCHWERPUNKTE
3.2 DATENSAMMLUNG
3.3 AUSWERTUNG DER DATEN
3.4 BESCHREIBUNG ENGLISCHKLASSE
3.4.1 LEHRMITTEL
3.5 UNTERRICHTSDESIGN
3.5.1 THE BEST AND WORST PRESENT
3.5.2 TRAVELLING
3.5.3 HEALTH AND FITNESS
3.6 RESULTATE DES ERSTEN ARBEITSZYKLUS
3.6.1 UNTERSCHIEDLICHE ZEITGEFÄSSE
3.6.2 PLENUMSGESPRÄCHE
3.6.3 PARTNERARBEITEN
3.6.4 GRUPPENARBEIT
3.6.5 PRÄSENTATIONEN
3.7 DISKUSSION DER ERGEBNISSE
3.7.1 SPRACHLICHE RESSOURCEN
3.7.2 INTERAKTIONSVERHALTEN
3.7.3 ROLLE DER LEHRPERSON
3.8 REFLEXION
3.9 KONSEQUENZEN FÜR DEN NÄCHSTEN ZYKLUS
4. ZWEITER AKTIONSZYKLUS
4.1 BEOBACHTUNGSSCHWERPUNKTE
4.2 UNTERRICHTSDESIGN
4.2.1 A PERFECT HOME
4.2.2 BRIDGES
4.3 RESULTATE DES ZWEITEN ARBEITSZYKLUS
4.3.1 INTERAKTION ZWISCHEN DER LEHRPERSON UND DEN SCHÜLERINNEN UND SCHÜLERN
4.3.2 STRATEGISCHE KOMPETENZEN BEI SCHÜLERGESPRÄCHEN
4.3.3 STRATEGISCHE KOMPETENZEN IM AUSTAUSCH MIT DER LEHRPERSON
4.4 DISKUSSION DER ERGEBNISSE
4.5 REFLEXION
5. DIE EINSCHÄTZUNG DER SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER
5.1 BEOBACHTUNGSSCHWERPUNKT
5.2 DATENSAMMLUNG UND -AUSWERTUNG
5.3 ERGEBNISSE
5.3.1 ENGLISCHUNTERRICHT AN DER SEKUNDARSTUFE I
5.3.2 EINSTELLUNG ZUM TBLL-MODELL
5.3.3 KOMPETENZEN
5.3.4 SOZIALFORM
5.3.5 LEHRPERSON
6. SCHLUSSTEIL
6.1 BEWERTUNG DER KOMMUNIKATIVEN KOMPETENZ
6.2 FAZIT
6.3 AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Auswirkungen des aufgabenorientierten Fremdsprachenunterrichts (Task-based Language Learning, TBLL) auf die kommunikative Kompetenz sowie die affektive Haltung von Schülern der Sekundarstufe I. Ziel ist es, durch eine Aktionsforschungspraxis zu eruieren, wie durch TBLL Sprachkompetenzen trainiert und die Motivation im Unterricht gesteigert werden können.
- Anwendung des Task-based Language Learning (TBLL) im Englischunterricht der Sekundarstufe I
- Analyse der Interaktion und des Sprachgebrauchs in verschiedenen Sozialformen
- Einfluss der Lehrerrolle auf den Lernprozess und die affektive Ebene
- Vergleich von traditionellem Unterricht und aufgabenorientierten Lehrarrangements
- Evaluation der Schülerperspektive bezüglich Motivation und Kompetenzerwerb
Auszug aus dem Buch
2.4 Begriffsdefinition von task
Der Begriff task heisst übersetzt Aufgabe und bedeutet in Bezug auf den Fremdsprachenerwerb, dass Schülerinnen und Schüler mit Hilfe von tasks die Zielsprache sinnstiftend anwenden. Das heisst, die Lernenden üben nicht vorgefertigte sprachliche Formen, sondern wenden die Fremdsprache in kommunikativen Situationen an. Eine solche Sprachanwendung bedeutet, dass der inhaltlichen Ebene einer Äusserung grosse Beachtung geschenkt wird. Dadurch unterscheidet sich der Begriff task grundlegend von einer Übung (exercise), in welcher sich Sprachlernende vor allem auf die korrekte Verwendung von Sprachstrukturen konzentrieren (Müller-Hartmann & Schocker-von Ditfurth, 2011, S. 22f.).
Long (in Nunan, 2004) definiert den Begriff in einem sehr weit gefassten Sinn: [A task is] a piece of work undertaken for oneself or for others, freely or for some reward. Thus examples of tasks include painting a fence, dressing a child, filling out a form, buying a pair of shoes, making an airline reservation, borrowing a library book, taking a driving test, typing a letter, weighing a patient […] and helping someone across a road. In other words, by ‘task’ is meant the hundred and one things people do in everyday life, at work, at play and in between. (Nunan, 2004, p. 2).
Diese sehr weit reichende Beschreibung von Long wirkt auf den ersten Blick unspezifisch und trotzdem macht sie den Grundgedanken, der hinter einer task steckt, deutlich: Eine Aufgabe ist etwas sehr Authentisches und Ganzheitliches und beschäftigt die Menschen oder die Lernenden in allen erdenklichen Situationen. Auf den schulischen Kontext bezogen lässt sich die breit gefächerte Beschreibung etwas eingrenzen, ohne den wahren Kern der Aussage ausser Acht zu lassen. Nach den Autoren Willis und Willis beinhaltet die Definition von Skehan (in Willis & Willis, 2007) alle Punkte, die für eine task wesentlich sind: A task is an activity in which meaning is primary, learners are not given other people’s meanings to regurgitate, there is some sort of relationship to comparable real world activities, task completion has some sort of priority, the assessment of the task is in terms of outcome (Willis & Willis, 2007, S. 12).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet den Hintergrund des Themas "Learning by doing" und beschreibt das Forschungsvorhaben sowie den Aufbau der Arbeit im Kontext der Schulpraxis.
2. THEORETISCHER TEIL: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des Task-based Language Learnings (TBLL), inklusive der Definition von "task", der methodischen Prinzipien und der Bedeutung von Interaktion im konstruktivistischen Kontext.
3. ERSTER AKTIONSZYKLUS: Der erste Praxisteil analysiert das Unterrichtsdesign und die Resultate basierend auf Beobachtungen, Redezeiten und Transkriptionen in einer Englischklasse.
4. ZWEITER AKTIONSZYKLUS: Dieser Abschnitt beschreibt die Vertiefung des Forschungsvorhabens durch einen weiteren Aktionszyklus mit Fokus auf spezifische Interaktionsmuster zwischen Schülern und Lehrperson.
5. DIE EINSCHÄTZUNG DER SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER: Hier werden die Ergebnisse qualitativer Gruppeninterviews präsentiert, die Einblicke in die Motivation und Einstellung der Lernenden zum TBLL-Modell geben.
6. SCHLUSSTEIL: Der Schlussteil bewertet die kommunikative Kompetenz und fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen.
Schlüsselwörter
Task-based Language Learning, TBLL, Fremdsprachenunterricht, Kommunikative Kompetenz, Affektive Ebene, Interaktion, Aufgabenorientierung, Lernmotivation, Lehrerrolle, Konstruktivismus, Sprachaneignung, Sekundarstufe I, Aktionsforschung, Meaning-focused approach, Sprachressourcen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Masterarbeit untersucht, wie sich aufgabenorientierter Englischunterricht (TBLL) auf die kommunikative Kompetenz und die Haltung von Schülern der Sekundarstufe I auswirkt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die methodischen Grundlagen von TBLL, die Rolle der Interaktion, die Steigerung der Sprechbereitschaft sowie die Einbeziehung der affektiven Ebene der Lernenden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu ergründen, inwiefern der Einsatz von tasks die kommunikative Kompetenz fördert und die Einstellung der Schüler zum Fach Englisch beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Aktionsforschungsarbeit, bei der Daten durch Unterrichtsbeobachtungen, Feldtagebücher, Ton-/Videoaufnahmen und qualitative Gruppeninterviews erhoben und ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in zwei Aktionszyklen, in denen verschiedene Themen wie "The best and worst present" oder "Bridges" nach dem TBLL-Modell praktisch umgesetzt und evaluiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Task-based Language Learning (TBLL), Interaktion, affektive Ebene, kommunikative Kompetenz, Lehrerrolle und Konstruktivismus.
Wie gehen die Schüler mit unbekannten Wörtern während der Aufgaben um?
Die Lernenden wenden verschiedene strategische Kompetenzen an, wie z.B. Paraphrasierungen, Erklärungen in eigenen Worten oder "language switching", um den Kommunikationsfluss trotz Verständnisproblemen aufrechtzuerhalten.
Welche Rolle nimmt die Lehrperson im TBLL-Setting ein?
Die Lehrperson fungiert nicht mehr als reine Wissensquelle, sondern als Moderatorin, Motivatorin und Gesprächspartnerin, die sich in den Lernprozess einbringt, ohne den Redefluss der Schüler zu stören.
Wie bewerten die Schüler den Englischunterricht nach dem TBLL-Modell?
Die Schüler bewerten das Modell weitgehend positiv; sie empfinden den Unterricht als motivierender, abwechslungsreicher und weniger trocken als den traditionellen, grammatikfokussierten Unterricht.
- Citation du texte
- Roy Schmid (Auteur), 2011, Task-based language learning. Auswirkungen eines aufgabenorientierten Englischunterrichts auf die kommunikative Kompetenz und affektive Haltung von Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412864