Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Steuerwirkungslehre. Hierbei geht es um die Reaktionen und daraus resultierenden Wirkungen einer Steuer. Die Steuereinnahmen entsprechen bei einer langfristigen Betrachtung den Steuerausgaben. Im Modell einer geschlossenen Marktwirtschaft konsumiert der Staat Güter oder er zahlt Transfers an Haushalte und Unternehmen . Erhebt der Staat eine Steuer, führt das zu einem Ressourcenverlust im privaten Sektor . Im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit steht die Frage, wer die Steuer tatsächlich trägt und welche Belastungsverteilung sich daraus ergibt. Es handelt sich hierbei um die Diskrepanz zwischen Steuerzahllast und Steuertraglast. Untersucht wird die aus der Überwälzung resultierende Steuerinzidenz.
Die Analysetechnik der spezifischen Inzidenz im Rahmen dieser Arbeit, basiert auf der Partialanalyse eines einzelnen Marktes. Die Erhöhung oder Senkung einer Steuer vollzieht sich ceteris paribus. D.h. bei der Steuerveränderung werden sowohl die öffentlichen Ausgaben als auch andere Steuern konstant gehalten. Dabei wird die didaktische Komponente offensichtlich und die Untersuchung durch diese restriktive Annahme vereinfacht. Mit diesem Ansatz können die Zusammenhänge verständlicher dargestellt werden. Für die Analyse von Steuerreformen ist allerdings die differenzielle Inzidenz besser geeignet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Schema der Steuerwirkung
3 Begriff der Steuerüberwälzung
4 Überwälzung einer indirekten Steuer
4.1 Bei vollkommener Konkurrenz
4.1.1 Produzentensteuer
4.1.2 Konsumentensteuer
4.1.3 Die Rolle der Elastizitäten
4.2 Beim Monopol
5 Überwälzung einer direkten Steuer
6 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Steuerüberwälzung, um zu klären, welche Wirtschaftssubjekte die steuerliche Belastung tatsächlich tragen und wie sich diese in Abhängigkeit von Marktformen und Elastizitäten verteilt.
- Mechanismen der Steuerinzidenz in geschlossenen Marktwirtschaften
- Wirkungsanalyse von indirekten Steuern bei vollkommener Konkurrenz
- Einfluss von Angebots- und Nachfrageelastizitäten auf die Steuerüberwälzung
- Überwälzungsprozesse auf monopolistischen Märkten
- Analyse der Überwälzbarkeit von direkten Gewinnsteuern
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Produzentensteuer
Das ursprüngliche Marktgleichgewicht befindet sich im Schnittpunkt von A0 und N und die Menge x0 wird zu dem Preis p0 abgesetzt. Auf der Abszisse ist die Menge x und auf der Ordinate der Preis p abgetragen. Wird dem repräsentativen Unternehmen eine Steuer auferlegt (Produzentensteuer), verschiebt sich die Angebotskurve parallel in Höhe des Steuerbetrags von A0 auf A1 nach oben. Beispiele für diese Steuerart sind die Tabaksteuer und Mineralölsteuer. Wie in Abbildung 1 zu sehen ist, erhöht sich bei konstantem Produzentenpreis pp der Konsumentenpreis auf pk. Die Ausbringungsmenge sinkt von x0 auf x1. Durch die Preis- und Mengensenkung wird deutlich, dass der Produzent die Steuer nur teilweise auf die Konsumenten überwälzt (Preiserhöhung) und den Rest der Zahllast selber trägt (Mengenreduktion). Das gesamte Steueraufkommen (= t·x1) ist in der Grafik durch (pk - pp)·x1 gekennzeichnet. Dabei trägt der Konsument eine Steuerlast in Höhe von (pk - p0)·x1 und der Produzent nur noch (p0 - pp)·x1. Dadurch sinkt sowohl die Produzentenrente als auch die Konsumentenrente. Die Nachfrager sehen sich nun einem höheren Markt- oder Bruttopreis pk bei geringerer Gütermenge x1 auf dem Markt gegenüber.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Steuerwirkungslehre ein und definiert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der Diskrepanz zwischen Steuerzahllast und Steuertraglast.
2 Schema der Steuerwirkung: Dieses Kapitel stellt das Phasenmodell nach Schmölders und Hansmeyer vor, welches die zeitliche Abfolge der Steuerwirkungen in Wahrnehmungs-, Zahlungs- und Inzidenzphase gliedert.
3 Begriff der Steuerüberwälzung: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Steuerabwehr definiert und zwischen formeller Zahllast und materieller Steuerlast (Steuerinzidenz) unterschieden.
4 Überwälzung einer indirekten Steuer: Dieses Kapitel analysiert detailliert, wie Stücksteuern bei vollkommener Konkurrenz und im Monopolfall zu Preis- und Mengenänderungen führen.
5 Überwälzung einer direkten Steuer: Hier wird untersucht, ob und wie Gewinnsteuern auf Märkten mit vollkommener Konkurrenz oder unter Monopolbedingungen überwälzt werden können.
6 Zusammenfassung: Das Fazit fasst zusammen, dass die Überwälzungsintensität maßgeblich von den Preiselastizitäten und der Marktmacht der Akteure abhängt.
Schlüsselwörter
Steuerüberwälzung, Steuerinzidenz, Steuerwirkung, Partialanalyse, Preiselastizität, Stücksteuer, Gewinnsteuer, vollkommene Konkurrenz, Monopol, Grenzkosten, Vorwälzung, Rückwälzung, Querwälzung, Konsumentenrente, Produzentenrente
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Steuerwirkungslehre, insbesondere den Prozess der Steuerüberwälzung und die damit verbundene Verteilung der Steuerlast zwischen den Marktteilnehmern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die Analyse von Steuerwirkungen auf Märkten unter verschiedenen Konkurrenzbedingungen, die Rolle der Elastizitäten sowie die Differenzierung zwischen direkten und indirekten Steuern.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die primäre Forschungsfrage lautet, wer die Steuerlast tatsächlich trägt und wie die Belastungsverteilung zwischen Steuerzahler und Steuerträger bei unterschiedlichen Marktkonstellationen resultiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt primär die mikroökonomische Partialanalyse einzelner Märkte unter der Ceteris-paribus-Annahme, um die Wirkungszusammenhänge didaktisch aufzubereiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Überwälzung von indirekten Steuern (Stücksteuern) unter vollkommener Konkurrenz und Monopolbedingungen sowie mit der Überwälzbarkeit von direkten Steuern (Gewinnsteuern).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Steuerinzidenz, Preiselastizität, vollkommene Konkurrenz, Monopol und die Unterscheidung zwischen formeller und materieller Steuerlast charakterisiert.
Warum spielt die Elastizität eine so wichtige Rolle für die Steuerüberwälzung?
Die Elastizität bestimmt die Ausweichmöglichkeit der Marktteilnehmer. Je unelastischer eine Marktseite reagiert, desto weniger kann sie der Steuerlast ausweichen, wodurch sie stärker belastet wird.
Ist eine Gewinnsteuer laut der Untersuchung überwälzbar?
Nein, die mikroökonomische Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass eine Gewinnsteuer weder bei vollkommener Konkurrenz noch im Monopol überwälzbar ist, da sie weder Grenzerlöse noch Grenzkosten beeinflusst.
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- Sabine Fischer (Author), 2005, Zur Theorie der Steuerüberwälzung - allgemeine Prinzipien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41317