Studenten der New York University haben mit dem Projekt "Diaspora" im Jahr 2010 mediale Aufmerksamkeit erlangt. Das Ziel des Projektteams war ambitioniert - die eigene Internetplattform solle mit dem Internetkonzern Facebook Inc. in Konkurrenz treten. Für die Gründung und Entwicklung der Software benötigten die Studenten allerdings 10.000 US-Dollar. Über eine Internetplattform ging das Team dazu auf Investorensuche. Mithilfe der Plattform sammelten die Gründer rund 200.000 US-Dollar - selbst Facebook-Gründer Mark Zuckerberg spendete einen Teil. Die Idee und der Aufruf im Internet genügten, um das Projekt zu finanzieren. Klassische Kreditverhandlungen mit Banken waren nicht notwendig. Im Zuge der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung durch das Internet gewinnt das Crowdfunding als Finanzierungskonzept an Bedeutung. Ist Crowdfunding allerdings wirklich eine sinnvolle Alternative zum Kredit? Auf diese Arbeitsthese soll diese Arbeit ebenso eine Antwort bieten, wie auf die Frage, welche Formen des Crowdfundings existieren und wie die Initiierung einer Kampagne in der Praxis abläuft.
Inhaltsverzeichnis
1 Crowdfunding im Zuge der Digitalisierung
2 Grundlagen des Crowdfundings als Finanzierungsmethode
3 Ausgestaltungsformen des Crowdfundings
3.1 Gegenleistungsbasiertes Crowdfunding
3.2 Spendenbasiertes Crowdfunding
3.3 Kreditbasiertes Crowdfunding
3.4 Eigenkapitalbasiertes Crowdfunding
4 Erfolgsfaktoren des Crowdfundings
4.1 Forschungsdesign der Referenzstudie
4.2 Untersuchungsergebnisse der (quantitativen) Untersuchung
4.3 Weitere Erfolgsfaktoren im Crowdfunding
5 Crowdfunding in der unternehmerischen Praxis
5.1 Planung und Konzeptionierung
5.2 Veröffentlichung und Bekanntmachung
5.3 Kampagnenabschluss
6 Crowdfunding als Alternative zum Bankdarlehen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Finanzierungskonzept Crowdfunding, beleuchtet dessen theoretische Grundlagen sowie verschiedene Ausprägungsformen und analysiert kritisch, ob und unter welchen Bedingungen Crowdfunding eine sinnvolle Alternative zur klassischen Bankenfinanzierung für Unternehmen darstellt.
- Grundlagen und Definitionen des Crowdfundings im digitalen Zeitalter
- Klassifizierung der vier zentralen Crowdfunding-Modelle
- Empirische Identifikation von Erfolgsfaktoren für Crowdfunding-Kampagnen
- Idealtypischer Prozess der Kampagnenplanung und -betreuung
- Bewertung von Crowdfunding als Finanzierungsalternative zum Bankdarlehen
Auszug aus dem Buch
4.1 Forschungsdesign der Referenzstudie
Ziel der Erhebung ist die Identifikation von Einfluss- und Erfolgsfaktoren im Zuge von Crowdfunding-Kampagnen. Um dieser Forschungsfrage nachzugehen, ist eine quantitative, nicht-experimentelle Untersuchung gewählt worden. Die Datenerhebung selbst erfolgte mithilfe eines standardisierten Fragekataloges, der auf der Plattform Unipark veröffentlicht worden ist – die Erhebung beruht somit auf einer schriftlichen Befragung. Konzeptionell bestand der Fragebogen aus geschlossenen Fragen, die als Behauptungen formuliert worden sind. Die Probanden sollten dabei das subjektive Zutreffen der entsprechenden Behauptungen anhand einer fünfstufigen Likert-Skala beurteilen. Zur Grundgesamtheit zählte jeder (potenzielle) Unterstützter aus dem deutschsprachigen Raum. Anzumerken ist ferner, dass der Studie eine Teilerhebung mithilfe einer zufälligen Stichprobe zugrunde liegt. Um die gewünschten Merkmalsträger zur Teilnahme an der Befragung zu bewegen, ist der Fragebogen auf ausgewählten Kanälen beworben worden. Über den Unternehmensnewsletter sowie über die offiziellen Profile der deutschen Crowdfunding-Plattform Startnext auf Facebook und Twitter ist der Fragebogen an die Nutzer der Plattform kommuniziert worden. Über diese beschriebenen Kanäle sind laut den Autoren der Studie 14 000 Internetnutzer erreicht worden. Außerdem sind die Betreiber weiterer deutscher Plattformen durch die Autoren gebeten worden, den Fragebogen an die dort angemeldeten Nutzer weiterzuleiten. Nach Abzug derjenigen Probanden, die die Befragung vorzeitig abgebrochen haben, haben insgesamt 85 Personen (vollständig) an der Befragung teilgenommen, von denen 44 Prozent bereits mindestens ein Projekt auf einer Crowdfunding-Plattform unterstützten (vgl. Harzer, 2013, S. 100–106).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Crowdfunding im Zuge der Digitalisierung: Einführung in das Thema anhand des Fallbeispiels "Diaspora" und semantische Herleitung des Begriffs Crowdfunding als Unterkategorie von Crowdsourcing.
2 Grundlagen des Crowdfundings als Finanzierungsmethode: Darstellung des Modells inklusive der zentralen Akteure (Initiator, Masse, Plattform) und deren jeweilige Motivation.
3 Ausgestaltungsformen des Crowdfundings: Differenzierung zwischen den vier Hauptformen des Crowdfundings: Gegenleistungsbasiert, spendenbasiert, kreditbasiert und eigenkapitalbasiert.
4 Erfolgsfaktoren des Crowdfundings: Analyse der Determinanten für erfolgreiche Kampagnen basierend auf einer wissenschaftlichen Referenzstudie unter Betrachtung von Projektbeschreibungen und Medieneinsatz.
5 Crowdfunding in der unternehmerischen Praxis: Erläuterung des idealtypischen Ablaufs einer Kampagne von der Vorbereitung und Konzeption bis hin zur Veröffentlichung und Betreuung.
6 Crowdfunding als Alternative zum Bankdarlehen: Abschließende Evaluation, ob Crowdfunding eine echte Alternative zum klassischen Bankkredit darstellt, unter Berücksichtigung aktueller ökonomischer Rahmenbedingungen.
Schlüsselwörter
Crowdfunding, Schwarmfinanzierung, Crowdsourcing, Kapitalakquise, Erfolgsfaktoren, Finanzierungsmodell, Start-up, Bankdarlehen, Digitalisierung, Crowdlending, Crowdinvesting, Projektfinanzierung, Internetplattform, Investoren, Kampagnenmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Crowdfunding als modernes Finanzierungskonzept für Unternehmen im Kontext der zunehmenden Digitalisierung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Abgrenzung des Konzepts, die Vorstellung verschiedener Ausprägungsformen, die Identifikation von Erfolgsfaktoren durch empirische Studien sowie die Bewertung der Eignung als Kreditalternative.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis über Crowdfunding zu vermitteln und kritisch zu prüfen, ob es für Unternehmen eine praktikable Alternative zum klassischen Bankdarlehen darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Analyse verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie auf die Auswertung einer empirischen, quantitativen Referenzstudie zur Identifikation von Erfolgsfaktoren von Crowdfunding-Kampagnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Finanzierungsmodells, die detaillierte Beschreibung der Subkategorien, die Untersuchung relevanter Erfolgsfaktoren sowie eine praxisorientierte Anleitung zur Durchführung einer Kampagne.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Crowdfunding, Schwarmfinanzierung, Erfolgsfaktoren, Finanzierungsalternative und Projektinitiierung charakterisiert.
Worin liegt der Hauptunterschied zwischen Crowddonating und Crowdinvesting?
Beim Crowddonating steht der ideelle "gute Zweck" ohne finanzielle Gegenleistung im Vordergrund, während beim Crowdinvesting die Erzielung einer finanziellen Rendite und eine mittel- bis langfristige Kapitalbeteiligung das Ziel sind.
Warum ist das Einbinden eines Videos laut der Arbeit ein Erfolgsfaktor?
Ein Video dient als "zweite Projektbeschreibung", die den Nutzer unterhält und das Vertrauen sowie das Verständnis für das Vorhaben signifikant erhöhen kann, was die Erfolgsaussichten der Kampagne verbessert.
Ist Crowdfunding laut dem Fazit für jedes Unternehmen empfehlenswert?
Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das Modell zwar Potenzial hat, aber nicht für jedes Unternehmen geeignet ist; insbesondere Start-ups mit überschaubarem Kapitalbedarf können jedoch profitieren.
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- Pascal Götz (Autor), 2017, Crowdfunding. Grundlagen, Ausgestaltungsformen und Bewertung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/413982