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Joseph II. und seine Beamten. Zum Verhältnis von Absolutismus und Bürokratie im Zeichen von Aufklärung und Fortschritt

Titre: Joseph II. und seine Beamten. Zum Verhältnis von Absolutismus und Bürokratie im Zeichen von Aufklärung und Fortschritt

Dossier / Travail , 2016 , 27 Pages , Note: 1,7

Autor:in: B.A. Thiemo Schiele (Auteur)

Histoire de l'Allemagne - Histoire moderne
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Diese Hausarbeit möchte folgender Fragestellung nachgehen:
Warum führten Divergenzen zwischen Joseph des Zweiten theoretischem und programmatischem Anspruch und den „Mühen“ der Ebene behördlichen Handelns und Auftretens zu Problemen und Konflikten bei der Reformumsetzung durch die Beamten Österreichs?
Zur Beantwortung der Fragestellung erfolgt im Rahmen einer geschichtswissenschaftlichen Gegenüberstellung zunächst (in Kapitel 2) eine Einordnung des theresianisch-josephinischen Reformabsolutismus in die Epoche des Aufgeklärten Absolutismus, wobei auch schon zentrale Begriffe und Zusammenhänge herausgearbeitet und mithilfe grundlegender Literatur geklärt werden. Die Notwendigkeit zur Beschließung von Reformen in Österreichs Staat und Gesellschaft durch Maria Theresia und Joseph II., wird dabei insbesondere mit der Entwicklung [einer] „neue[n] Herrschaftstheorie“ begründet, die in den Krisenjahren der Habsburgermonarchie einer latent drohenden Revolution entgegen zu wirken versuchte.
Im Anschluss an diese historische Einordnung wird (in Kapitel 3) unter Rückgriff auf einschlägige Literatur und geeigneter Quellen der Versuch unternommen, den theoretischen und programmatischen Anspruch Josephs des Zweiten an seine Staatsbeamten sowie die Mühen behördlichen Handelns und Auftretens nacheinander herauszuarbeiten. Das somit ursprünglich vom Kaiser proklamierte […] „patriarchalisch-vertrauensvolle[] Verhältnis zwischen oberstem Dienstherrn und Beamtenschaft,“ […] kann anschließend jenen praktischen Bemühungen in Österreichs Amtsstuben gegenübergestellt werden, welche der Zielsetzung des Monarchen – nämlich zügiger und willfähriger Umsetzung seiner Reformen – letztendlich entgegenwirkten und stattdessen zu Problemen und Konflikten der gesamtstaatlichen Bürokratie bei der Reformumsetzung führten.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Fragestellung

2 Historische Einordnung

2.1 Aufklärung und Absolutismus in Österreich

2.2 Reformabsolutismus unter Maria Theresia und Joseph II.

3 Gegenüberstellung: Joseph des Zweiten Verhältnis zu den Beamten

3.1 Theoretischer und programmatischer Anspruch Joseph des Zweiten

3.2 „Mühen der Ebene“ des behördlichen Handelns und Auftretens

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Divergenzen zwischen dem theoretischen Anspruch Josephs II. an seine Beamten und der praktischen Umsetzung seines Reformprogramms, um die daraus resultierenden Konflikte und die Widerstände in der Bürokratie zu analysieren.

  • Verhältnis von Absolutismus und Bürokratie
  • Reformabsolutismus im Zeichen der Aufklärung
  • Josephinisches Beamtenethos vs. administrative Realität
  • Soziale und strukturelle Barrieren der Verwaltungsmodernisierung
  • Konfliktpotenzial durch Misstrauen und Kontrollmechanismen

Auszug aus dem Buch

3.1 Theoretischer und programmatischer Anspruch Joseph des Zweiten

Joseph II. ließ sich in der Erledigung der Amtsgeschäfte und bei der Festlegung von Zielen für seine Politik, oftmals von einem (höfischen) Stab an aufgeklärten Denkern und Beratern unterstützen (darunter Karl Anton von Martini, Aloys Blumauer, Joseph von Retzer, Joseph von Sonnenfels, Gottfried van Svieten). In den Theorien der Aufklärer nahm die Pädagogik eine herausgehobene Stellung ein. Die Eingliederungen von bisher durch Jesuitenorden geführten Bildungseinrichtungen und Universitäten in den Staatsdienst beispielsweise, bedeuteten somit im Sinne des vom Kaiser begonnenen ‚Einstaatungsunternehmens‘ v. a. den Zugriff auf neue […] „Kaderschmieden für Staatsdiener und nützliche (alphabetisierte) Untertanen“ […]. Theoretisch ermöglichten die gesamtstaatlichen Schulen und Universitäten nämlich eine einheitliche und gezielte Ausbildung des Volkes – insbesondere der Beamten. Im aufgeklärten Absolutismus Österreichs erhielten letztere ihre Anweisungen derweil noch immer direkt vom Fürsten.

Der Kaiser hat sich selbst bei den unterschiedlichsten Anlässen als ‚Staatsfanatiker‘, ‚Diener des Staats‘, oder sogar als ‚ersten Beamten‘ bezeichnet. Tatsächlich waren solche Selbstbezichtigungen dem Herrschaftsideal aufgeklärter Fürsten, welches sie eigentlich der Eigentumsrechte am Staat mitsamt der Hofstellen und Hofbeamten entledigte, angemessen. Die bessere Qualität einer Ausbildung von Beamten (und des Volkes) beispielsweise sowie der Nutzen einer guten Verwaltung und/oder auch der Wirtschaft mussten deshalb seines Erachtens allein dem Staat und seinem Untertanenverband gewidmet werden und nicht ihm selbst oder seinem Hofe. In der Theorie bedeutete dies, dass sowohl er als auch die Beamten sich durchaus als „Diener des Staates“ verstehen konnten und sollten. Der Kaiser nahm hier nämlich die Position des Patriarchen ein, der in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit einer Gruppe von Auserwählten und besonders befähigten Untertanen in seinem Herrschaftsgebiet für den Wohlstand des Volkes Sorge trug.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung und Fragestellung: Diese Einleitung führt in die historische Ausgangslage der Habsburgermonarchie ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Divergenzen zwischen den josephinischen Reformansprüchen und der bürokratischen Realität.

2 Historische Einordnung: Dieses Kapitel verortet den theresianisch-josephinischen Reformabsolutismus im Kontext der Aufklärung und beleuchtet die Wandlung des Herrschaftsideals hin zu einem rational-säkularen Staatsverständnis.

2.1 Aufklärung und Absolutismus in Österreich: Der Abschnitt analysiert den Übergang von einem Gottesgnadentum zu einem zweckorientierten, säkularen Herrschaftsverständnis, das den Staat als Gesamtwohl verpflichtet betrachtet.

2.2 Reformabsolutismus unter Maria Theresia und Joseph II.: Hier werden die zentralen Verwaltungsreformen der Ära und die Bestrebungen zur Zentralisierung und Vereinheitlichung unter den Monarchen erläutert.

3 Gegenüberstellung: Joseph des Zweiten Verhältnis zu den Beamten: Dieses Kapitel widmet sich dem spezifischen Verhältnis des Kaisers zur Beamtenschaft und thematisiert den Mangel an Vertrauen sowie das Instrumentarium der Kontrolle.

3.1 Theoretischer und programmatischer Anspruch Joseph des Zweiten: Der Unterpunkt beleuchtet das Ideal des Kaisers von einem „Staatsdiener“, der seine Arbeit pflichtbewusst und altruistisch im Sinne des Gemeinwohls verrichtet.

3.2 „Mühen der Ebene“ behördlichen Handelns und Auftretens: Diese Analyse deckt die praktische Diskrepanz auf, in der Misstrauen, Kontrollzwang und starre Vorgaben die eigentlichen Reformabsichten behinderten.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und resümiert, dass Josephs II. inkonsequente Herrschaftsausübung die gewünschte Modernisierung der Verwaltung in der Praxis erschwerte.

Schlüsselwörter

Joseph II., Reformabsolutismus, Aufklärung, Bürokratie, Staatsbeamte, Habsburgermonarchie, Verwaltungsreformen, Beamtenethos, Zentralisierung, Herrschaftstheorie, Untertanen, Modernisierung, Kontrollinstrumente, Anciennitätsprinzip, Gemeinwohl

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Verhältnis von Kaiser Joseph II. zu seiner Beamtenschaft im Kontext der Reformen des aufgeklärten Absolutismus in Österreich.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die bürokratischen Strukturen, das idealisierte Beamtenethos der Aufklärung, die Rolle des Staates und die praktischen Konflikte bei der Umsetzung administrativer Neuerungen.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, warum Divergenzen zwischen Josephs theoretischem Anspruch an seine Beamten und der behördlichen Realität zu Problemen und Konflikten bei der Reformumsetzung führten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine geschichtswissenschaftliche Gegenüberstellung, die auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung zeitgenössischer Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung des Reformabsolutismus sowie eine detaillierte Untersuchung des kaiserlichen Anspruches an Staatsdiener im Kontrast zu den administrativen „Mühen der Ebene“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Josephinismus, Reformabsolutismus, Bürokratie, Staatsdiener, Verwaltungspraxis, Aufklärung und das Spannungsfeld zwischen Herrschaft und Beamtenschaft.

Welche Rolle spielt der sogenannte „Hirtenbrief“ in der Argumentation?

Der „Hirtenbrief“ dient als wichtiges Quellendokument, das Josephs negatives Bild von der Beamtenschaft und seine hohen, teils widersprüchlichen Erwartungen an deren Dienstauffassung verdeutlicht.

Wie bewertet die Arbeit die Einführung des Anciennitätsprinzips?

Die Arbeit ordnet das Anciennitätsprinzip als Versuch einer „Verbürgerlichung“ des Staatsdienstes ein, stellt jedoch fest, dass dieser Ansatz in der Praxis aufgrund aristokratischer Dominanz und mangelnder Konsequenz scheiterte.

Welche Auswirkung hatten die „Schranken gegen die Willkür“?

Obwohl zum Schutz der Untertanen gedacht, führten diese Instrumente und der damit verbundene Instanzenzug in der Praxis zu einer erheblichen Arbeitsbelastung und Verlangsamung der Reformprozesse.

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Résumé des informations

Titre
Joseph II. und seine Beamten. Zum Verhältnis von Absolutismus und Bürokratie im Zeichen von Aufklärung und Fortschritt
Université
University of Hagen  (Institut für ´Geschichte und Biographie "Deutsches Gedächtnis")
Cours
Modul 1.3: "Historische Grundlagen der Politik"
Note
1,7
Auteur
B.A. Thiemo Schiele (Auteur)
Année de publication
2016
Pages
27
N° de catalogue
V413983
ISBN (ebook)
9783668652729
ISBN (Livre)
9783668652736
Langue
allemand
mots-clé
Neuere Geschichte Verwaltungswissenschaft Habsburgermonarchie Aufklärung und Absolutismus in Österreich Historische Verfassungen Europas Verfassunsstaatlichkeit
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
B.A. Thiemo Schiele (Auteur), 2016, Joseph II. und seine Beamten. Zum Verhältnis von Absolutismus und Bürokratie im Zeichen von Aufklärung und Fortschritt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/413983
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Extrait de  27  pages
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