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Standardsprache oder Standardvarietät? Eine Kritik an der Diskussion bezüglich der Zielvarietät im DaF-Unterricht

Titre: Standardsprache oder Standardvarietät? Eine Kritik an der Diskussion bezüglich der Zielvarietät im DaF-Unterricht

Essai , 2017 , 10 Pages

Autor:in: Pia Rudolphi (Auteur)

Didactique de l'Allemand - L'allemand en tant que langue étrangère
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Man könnte annehmen, dass es ein leichtes sei, die deutsche Sprache als Fremdsprache zu unterrichten und zu erlernen. Als Orientierung der Schriftlichkeit dienen die deutsche Rechtschreibung sowie die Grammatik. Im sprechsprachlichen Bereich kann man sich an den orthographischen Vorgaben für die Standardsprache orientieren, wie man sie in Wörterbüchern oder Aussprachewörterbüchern findet. Wie kann es dann dennoch zu Problemen im Sprachkontakt kommen?

Bis Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts war es kaum problematisch, sich für eine angemessene Sprache zu entscheiden. Aufgrund des damaligen diglossischen Verhältnisses von Standardsprache auf der einen und den Dialekten auf der anderen Seite. Diese Diglossie durchlief jedoch in den letzten Jahrzehnten einige Veränderungen.

Die bekannteste Veränderung ist wohl der Rückgang des Gebrauches verschiedener Dialekte (Dialektabbau). Doch die sprachliche Entwicklung zeigte nicht nur auf dialektaler Ebene einen Rückgang, sondern auch eine Abkehr der Sprecher von standardsprachlichen Normen (Standardabbau). Bellmann (1983) benannte die Veränderungen in der deutschen Sprache schon in den 80er Jahren als den „Neuen Substandard“: eine Sprachvarietät, die sich sowohl standardsprachlicher als auch dialektaler Elemente bedient.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Deutsch – Eine Sprache?

Standardsprache: Konstrukt vs. Ideologie

Ideologie vs. Realität: Die Folgen für den DaF-Lerner

Ausrichtung des DaF-Unterrichtes: Orientierung an Bedürfnissen

Rückbesinnung und zeitgemäße Umsetzung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die Fixierung des DaF-Unterrichts auf die eine Standardsprache als Zielvarietät und hinterfragt diese vor dem Hintergrund einer zunehmenden Aufsplitterung des Deutschen in diverse regionale Varietäten und Substandards.

  • Kritische Analyse der Diglossie und des Varietätenmodells des Deutschen.
  • Kontrastierung von sprachlicher Realität und ideologisch geprägter Lehrmeinung.
  • Untersuchung der Auswirkungen auf Lernende und die didaktische Vermittlung.
  • Bedarfsorientierung im Fremdsprachenunterricht und Einbezug regionaler Sprachformen.
  • Vorstellung zeitgemäßer Lösungsansätze für den DaF-Unterricht.

Auszug aus dem Buch

Standardsprache: Konstrukt vs. Ideologie

Ausgehend von dieser Annahme sollte die logische Konsequenz die Einführung regionaler Varietäten im DaF-Unterricht sein. Denn die Standardsprache gleicht viel mehr einem Konstrukt als einer tatsächlich angewandten Sprache (Spiekermann 2007).

„Tatsächlich wird es niemanden geben, der diesen Standard perfekt beherrscht. Selbst geschulte Sprecher sind wie Schauspieler oder Nachrichtensprecher sind nicht in der Lage, einen völlig variationsfreien oder von regionalen Einflüssen unberührten Standard zu artikulieren“ (ebd.).

Die Auffassung, man müsse regionale Varietäten im DaF-Unterricht stärker einbinden, gewinnt seit einiger Zeit immer mehr Zuspruch (Hinsken: 288). Den Gebrauch der Varietäten und Nicht-Einhaltung einer Standardsprache bestätigen mittlerweile auch diverse Umfragen unter DaF-Lehrern und -Lernern (Baßler/Spiekermann 2001/2; Langer 2013). Es ließ sich sogar feststellen, „dass die von DaF-Experten […] geforderte und erwartete ‚variationslose Zielsprache‘, die sich an der Standardnorm orientiert, in der Praxis nicht vorhanden ist“ (Langer 2013: 429).

Ungeachtet dieser Tatsache bestehen dennoch einige DaF-Experten auf die Alleinstellung der Standardsprache und ihrer beizubehaltenden Position als Spracherwerbsziel (ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

Deutsch – Eine Sprache?: Das Kapitel führt in die Problematik der Diglossie ein und skizziert den Wandel der deutschen Sprache hin zu einer Vielzahl von Varietäten, die eine starre Standardsprache in Frage stellen.

Standardsprache: Konstrukt vs. Ideologie: Hier wird diskutiert, warum der Glaube an eine „variationslose Zielsprache“ eher einem ideologischen Konstrukt als der sprachlichen Realität entspricht.

Ideologie vs. Realität: Die Folgen für den DaF-Lerner: Der Autor beleuchtet, wie die Diskrepanz zwischen unterrichteter Norm und tatsächlicher Sprachrealität zu Kommunikationsschwierigkeiten und Irritationen bei Lernenden führt.

Ausrichtung des DaF-Unterrichtes: Orientierung an Bedürfnissen: Dieses Kapitel fordert eine stärkere Orientierung am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen und an der tatsächlichen sprachlichen Handlungsfähigkeit der Lernenden.

Rückbesinnung und zeitgemäße Umsetzung: Abschließend werden Lösungswege wie multimediale Lerneinheiten aufgezeigt, um regionale Varietäten in einem sicheren Rahmen in den Unterricht zu integrieren.

Schlüsselwörter

Deutsch als Fremdsprache, DaF-Unterricht, Standardsprache, Standardvarietät, regionale Varietäten, Sprachrealität, Diglossie, Sprachideologie, sprachliche Handlungsfähigkeit, Spracherwerb, Dialektabbau, Standardabbau, Lernbedürfnisse, multimediale Lerneinheiten, Varietätenlinguistik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Kritik an der Fixierung auf die Standardsprache im Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht und plädiert für einen realistischeren Umgang mit sprachlichen Varietäten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Diskrepanz zwischen theoretisch geforderter Norm und der real gesprochenen Sprache, der Wandel hin zu regionalen Standards sowie die didaktische Gestaltung des DaF-Unterrichts.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die „eine“ Standardsprache nicht mehr als alleinige Zielvarietät ausreicht, da die Sprachrealität im deutschen Raum durch eine Vielzahl von regionalen Varietäten geprägt ist.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Es handelt sich um eine fachdidaktische Argumentation, die auf der Auswertung aktueller linguistischer Literatur, empirischer Umfragen und der Analyse didaktischer Materialien basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ideologie der Standardsprache, die negativen Folgen dieser starren Orientierung für Lernende sowie Möglichkeiten einer zeitgemäßen, bedürfnisorientierten Unterrichtsgestaltung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Die wichtigsten Begriffe sind DaF-Unterricht, Standardvarietät, Sprachrealität, sprachliche Handlungsfähigkeit und ideologiekritische Sprachdidaktik.

Warum kritisieren die Autoren die Orientierung an Lehrbüchern wie „Aussichten A1“?

Die Kritik richtet sich dagegen, dass diese Lehrwerke zwar vereinzelt regionale Aspekte andeuten, aber in der restlichen Vermittlung weiterhin an einer oft als „eleganter“ statt „gebräuchlich“ wahrgenommenen Standardsprache festhalten.

Welche Lösungsvorschläge werden für die Einbindung von Varietäten genannt?

Als Lösung werden multimediale Lerneinheiten vorgeschlagen, die es Lernenden ermöglichen, in einem „gesicherten“ Umfeld Erfahrungen mit verschiedenen regionalen Varietäten außerhalb des starren Regelunterrichts zu sammeln.

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Résumé des informations

Titre
Standardsprache oder Standardvarietät? Eine Kritik an der Diskussion bezüglich der Zielvarietät im DaF-Unterricht
Université
University of Münster
Auteur
Pia Rudolphi (Auteur)
Année de publication
2017
Pages
10
N° de catalogue
V414018
ISBN (ebook)
9783668647657
ISBN (Livre)
9783668647664
Langue
allemand
mots-clé
standardsprache standardvarietät eine kritik diskussion zielvarietät daf-unterricht
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Pia Rudolphi (Auteur), 2017, Standardsprache oder Standardvarietät? Eine Kritik an der Diskussion bezüglich der Zielvarietät im DaF-Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414018
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