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Der Markt als Lösung? Die ökonomistische Politik des Emissionshandels in der EU

Title: Der Markt als Lösung? Die ökonomistische Politik des Emissionshandels in der EU

Term Paper , 2016 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Valentin Müller (Author)

Politics - Environmental Policy
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Mit den sogenannten "Klimaschutz-Zertifikaten" führte die Europäische Union im Jahre 2005 ein Handelssystem ein, das eine umweltschonende Produktion für Unternehmer nicht nur kostendeckend, sondern sogar lukrativ erscheinen lassen sollte. Bis zum heutigen Tag ist diese Maßnahme umstritten und sorgt in der wissenschaftlichen wie öffentlichen Debatte für Auseinandersetzungen.

Um sich der Thematik zu nähern, wird in dieser Arbeit zunächst der Grundgedanke des Zertifikatehandels aufgegriffen. Dabei sollen die Vorzüge, die ein solches System aus ordnungspolitischer Sicht mit sich bringt, erkennbar werden. Eine Darstellung der ambivalenten Entwicklungen, die der EU Emissionshandel in den letzten Jahren genommen hat, wird schließlich auf Schwierigkeiten bei der Umsetzung, aber auch auf grundlegende problematische Gesichtspunkte eines solchen Systems hinweisen. Im Mittelpunkt steht indes die Frage, inwieweit marktbasierte Instrumente zur Lösung von Umweltfragen geeignet sind.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Emissionshandelssystem der EU

2.1. Ursprung

2.2. Entwicklung

2.3. Bilanz

3. Klimaschutz zwischen Wettbewerb und Politik

3.1. Das Problem der Entscheidungsfindung

3.2. Der Markt als Lösung?

4. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit analysiert das Emissionshandelssystem der EU kritisch unter dem Aspekt, ob marktbasierte Instrumente zur wirksamen Lösung globaler Umweltprobleme wie dem Klimawandel geeignet sind. Dabei wird untersucht, inwieweit ökonomische Rationalität und politische Entscheidungsfindung kollidieren und welche Anreizstrukturen tatsächlich geschaffen werden.

  • Grundlagen des Emissionshandelssystems der EU
  • Entwicklung und Bilanz der verschiedenen Handelsphasen
  • Klimaschutz im Spannungsfeld zwischen Wettbewerb und Politik
  • Das Kollektivgutdilemma und die Rolle der Entscheidungsfindung
  • Kritische Reflexion der Marktlösung

Auszug aus dem Buch

3.1. Das Problem der Entscheidungsfindung

Als globales öffentliches Gut ist das Weltklima schützenswerter Bestandteil des Zusammenlebens auf dem Planeten. Während zum einen kein politisch souveränes Land der Welt daran gehindert werden kann, es in seinem Sinne zu nutzen („Kriterium der Nicht-Ausschließbarkeit“), treffen mögliche Folgen seiner schadhaften Beanspruchung ebenso alle anderen Staaten der Erde (vgl. Böhringer 2008: 236). Die Kompensation des Klimawandels ist damit prinzipiell ein übergreifendes politisches Anliegen, dem nur unter Miteinbeziehung anderer Parteien begegnet werden kann. Ein „Kollektivgutdilemma“ ergibt sich dann, wenn ein Spieler damit rechnen kann, dass sich die Strategie der anderen nicht ändern wird, wenn sein eigener Beitrag ausbleibt. Bleibt also das Engagement eines emittierenden Landes zum Klimaschutz aus, so sind andere auf kurz oder lang gezwungen, seinen Anteil zu übernehmen („Trittbrettfahrerproblem“). Wenn unmittelbar keine negativen Folgen drohen, entstehen individuelle Anreize, sich nicht am Klimaschutz zu beteiligen und stattdessen die Vorteile wahrzunehmen, die eine uneingeschränkte Nutzung für den wirtschaftlichen Wettbewerb mit sich bringt (vgl. Kühling 2009: 105). Hinzu kommt, dass jeder Mitspieler sich des Trittbrettfahrerproblems bewusst ist, weil er von ähnlichen Motivlagen ausgehen kann. Weil jede Partei ständig befürchten muss, durch eine oder mehrere andere übervorteilt zu werden, führen gemeinschaftliche Projekte wie der Klimaschutz in eine Sackgasse, in der Protektionismus unweigerlich zur bevorzugten Strategie wird. Je weiter sich die Politik jedoch in dieser Pattsituation verfängt, desto weiter rückt das gemeinsame Ziel in die Ferne.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik des Klimawandels und die wissenschaftliche Relevanz marktbasierter Instrumente wie dem Emissionshandel.

2. Das Emissionshandelssystem der EU: Untersuchung der historischen Entwicklung, der Funktionsweise und der Bilanz des EU-Emissionshandels seit seiner Einführung.

2.1. Ursprung: Darstellung der Entstehung des Emissionshandels als flexibles Instrument des Kyoto-Protokolls und dessen Adaption in der EU.

2.2. Entwicklung: Analyse der Phasen der Zertifikatevergabe und der Auswirkungen auf Marktpreise sowie Unternehmensgewinne.

2.3. Bilanz: Kritische Bewertung der ökologischen Effektivität und der ökonomischen Kosten-Nutzen-Relation des Systems.

3. Klimaschutz zwischen Wettbewerb und Politik: Theoretische Einordnung des Klimaschutzes in den Kontext politischer Steuerung und ökonomischer Wettbewerbslogik.

3.1. Das Problem der Entscheidungsfindung: Analyse des Kollektivgutdilemmas und des Trittbrettfahrerproblems in internationalen Verhandlungen.

3.2. Der Markt als Lösung?: Diskussion der Eignung marktbasierter Ansätze zur Lösung von Verteilungsfragen und politischer Blockaden.

4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Vorreiterrolle der EU und der Grenzen der "Absolutsetzung ökonomischer Modellvorstellungen" im Klimaschutz.

Schlüsselwörter

Klimawandel, Emissionshandel, Kyoto-Protokoll, CO2-Zertifikate, Kollektivgutdilemma, Trittbrettfahrerproblem, EU-Burden-Sharing, Treibhauseffekt, negative Externalität, Umweltpolitik, ökonomische Rationalität, Nachhaltigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Effektivität und die politischen Hintergründe des Emissionshandelssystems der EU im Kampf gegen den Klimawandel.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die ökonomische Steuerung von CO2-Emissionen, das Scheitern von globaler Kooperation im Rahmen von Kollektivgutdilemmata und die Verflechtung von Wirtschaft und Klimapolitik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob marktbasierte Instrumente tatsächlich geeignet sind, den anthropogenen Klimawandel nachhaltig zu stoppen, oder ob sie primär ökonomischen Logiken folgen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche und ökonomische Analyse unter Rückgriff auf spieltheoretische Ansätze und existierende Studien zur Evaluierung des Emissionshandels.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des EU-Emissionshandelssystems von den Anfängen bis zur Bilanz sowie eine theoretische Reflexion über Entscheidungsfindung und marktbasierte Lösungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Klimawandel, Emissionshandel, Kollektivgutdilemma, CO2-Zertifikate und politische Steuerungsfähigkeit.

Wie bewertet der Autor die Rolle der EU beim Emissionshandel?

Der Autor sieht die EU als Vorreiterin, merkt jedoch an, dass das System oft ein Resultat politischer Kompromisse ist, das durch wirtschaftliche Interessen unterwandert wurde.

Was bedeutet der Begriff "Ablasshandel" in diesem Kontext?

Der Begriff kritisiert, dass Unternehmen durch den Kauf von Zertifikaten ihre ökologische Verantwortung zu Dumpingpreisen "freikaufen" können, anstatt in saubere Technologien zu investieren.

Inwiefern hat die Finanzkrise 2008 den Emissionshandel beeinflusst?

Die Krise führte zu einem Produktionsrückgang, was den Bedarf an Zertifikaten senkte und den Marktpreis einbrechen ließ, wodurch der Anreiz für Investitionen in Umweltschutz schwand.

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Details

Title
Der Markt als Lösung? Die ökonomistische Politik des Emissionshandels in der EU
College
University of Bamberg  (Lehrstuhl für Politische Theorie)
Course
Seminar „Demokratie und Kapitalismus“ im SS16
Grade
2,0
Author
Valentin Müller (Author)
Publication Year
2016
Pages
18
Catalog Number
V414266
ISBN (eBook)
9783668647824
ISBN (Book)
9783668647831
Language
German
Tags
Emissionsrechtehandel EU-Klimapolitik Kyoto-Protokoll Umweltökonomik Emissionszertifikate Zertifikatehandel Klimawandel Luftverschmutzung CO2 Umweltverschmutzung Verschmutzungsrechte Klimastrategie Klimaziel Klimakrise Kapitalismus Neoliberalismus Börse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Valentin Müller (Author), 2016, Der Markt als Lösung? Die ökonomistische Politik des Emissionshandels in der EU, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414266
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