Der Autogenozid der Roten Khmer


Facharbeit (Schule), 2017
14 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung
Vorwort

Hauptteil
Definitionen
Definition: Rote Khmer
Steckbrief Pol Pot
Ursachen
Unterdrückung der Kommunisten in vorherigen Regimes
Destabilisierung durch Vietnamkrieg
Fremdherrschaften
Unterschied zwischen Stadt und Land.
Verlauf
Machtergreifung
Zwangsumsiedlungen
Umerziehung
Vereinheitlichung
Antikapitalistische und Antiintellektuelle Reformen
Bücherverbrennung
Festnahmen und Exekutionen
Verbot aller kommerziellen Aktivitäten
Sicherheitsgefängnis 21
Definition
Genosse Deuch
Regeln
Folter und Tötungssystem
Aufteilung der Mitarbeiter
Killing Fields
Definition
Hinrichtung
Kinder
Massengräber

Folgen
Opferzahlen
Befreiung, Entmachtung und Verurteilung
Invasion vietnamesischer Truppen
Befreiung von S21
Kampf im Untergrund
Das rote Khmer Tribunal

Schluss
Fazit
Probleme

Literaturverzeichnis

Einleitung

Vorwort

Diese Hausarbeit beschreibt den Massenmord am eigenen Volke (Autogenozid) im Zuge der Herrschaft der Roten Khmer. Das Zeitfenster in der diese Ereignisse spielen, bewegt sich im Bereich 1974 bis 1979.


Die Auswahl dieses Themas beruht in erster Linie auf meinem persönlichen Interesse an der jüngeren Geschichte sowie auch auf der Einzigartigkeit der Thematik. Die gesamte Ära der Roten Khmer ist eine Thematik, die vielen Europäern relativ unbekannt ist. Das liegt zum einen an der geographischen Entfernung, zum anderen daran, dass das Thema zum Zeitpunkt des Genozids durch die westliche Politik und der Medienlandschaft weitgehend ignoriert wurde.

Es ist also nicht von der Hand zu weisen, dass bei meiner Themenwahl die Hoffnung mitschwang aus einer eventuellen Uninformiertheit seitens der prüfenden Lehrkräfte Vorteile ziehen zu können.

Allerdings war das ausschlaggebende Argument meine persönliche Faszination zum Thema. Denn es zeigt wie schnell aus einer revolutionären Idee ein regelrechtes Massaker am eigenen Volk werden kann und wozu die ständige Destabilisierung einer Region durch fremde Mächte führen kann.

Hauptteil

Definitionen

Definition: Rote Khmer

Die Roten Khmer waren zu Anfang eine Guerillabewegung welche ihren Ursprung in der kommunistischen Partei Kambodschas hatte. Der radikale und hasserfüllte Kurs, welcher ihre spätere Regentschaft auszeichnete, entstand zum einen aus der Unterdrückung der Kommunisten in den davor herrschenden Regimes als auch dadurch, dass Kambodscha massiv unter dem Vietnamkrieg zu leiden hatte. Die roten Khmer sahen die Probleme Kambodschas in erster Linie in der hohen Korruption und dem Unterschied zwischen Stadt und Land sowie der weit verbreiteten Korruption unter Regierungsbeamten. In der Ideologie der Roten Khmer sind Parallelen zu anderen kommunistischen Regierungen zu erkennen.[1] Siehe Hauptteil.

Steckbrief Pol Pot

Pol Pot wurde 1925 als Soloth Sar in einem kleinen kambodschanischen Dorf geboren. Seine Eltern waren Großgrundbesitzer und galten für kambodschanische Verhältnisse als wohlhabend. Während seines Studienaufenthaltes in Paris kam er 1949 erstmals mit dem kommunistischen Gedanken in Berührung und trat der kommunistischen Partei Frankreichs bei. Als er im Januar 1953 nach Kambodscha zurückkehrte befand sich das ganze Land in einer Revolution gegen die französischen Kolonialherren. Pol Pot trat der marxistisch-leninistisch Kampucheanischen Revolutionären Volkspartei bei. Von 1956 bis 1963 unterrichtete er an einer Privatschule. Zur selben Zeit begann er bereits einen Plan zur Revolution zu erarbeiten. Als Pol Pot zum Parteiführer aufstieg, begann er aus der Partei eine Guerilla-Armee zu machen.[2]

Ursachen

Unterdrückung der Kommunisten in vorherigen Regimes

König Shinouk und später das Lon-Nol-Regime versuchten energisch ein überspringen des kommunistischen Gedankenguts von Vietnam auf ihr Land zu verhindern. Dies zwang die Kommunisten in den Untergrund und führte sie in die Radikalität.

Destabilisierung durch Vietnamkrieg

Dass die Gruppe so groß werden konnte, verdanken sie vor allem der katastrophalen Indochina Politik der USA. Kambodscha wurde während des Vietnamkriegs vom Vietkong als Rückzugsgebiet genutzt und die wichtigste Versorgungslinie der Nordvietnamesen lief durch Kambodscha (Ho-Chi-Minh-Pfad).[3] Da König Shianouk sein Land aus dem Krieg heraushalten wollte, initiierten die Amerikaner einen Militärputsch und setzten Lon Nol, einen Armeegeneral, an die Spitze des Landes.[4] Nun stand niemand mehr der Säuberung des Landes im Weg. Um die Rückzugsorte der FNL zu zerstören warfen die Amerikaner innerhalb von 8 Jahren über Kambodscha mehr Bomben ab, als auf Japan im gesamten 2 Weltkrieg, diese Bombardements forderten 200.000 Leben.[5] Das Land versank im Chaos und viele Kambodschaner trieb es in die Armee der Roten Khmer.

Fremdherrschaften

Zu der Zeit befanden sich viele Kambodschaner in einer Krise des nationalen Identitätsgefühls. Diese wurde ausgelöst durch die Schwäche des kambodschanischen Staates, welcher schon vor der Kolonialisierung durch Frankreich mehr zwischen Laos und Vietnam aufgeteilt wurde als sich souverän hervorzutun. Darin liegt auch der übersteigerte Nationalismus der roten Khmer teilweise begründet.[6]

Unterschied zwischen Stadt und Land.

Der Unterschied zwischen Stadt und Land war tatsächlich ein großes Problem in Kambodscha. In einer Dissertation über die Wirtschaft Kambodschas von Pol Pots Chefideologe Khieu Samphan argumentiert dieser wie folgt: „In Kambodscha werden die Bauern durch die Grundbesitzer ausgebeutet. Deshalb besitzen sie kaum Geld und bilden keine Nachfrage. Die Grundbesitzer kaufen mit ihrem Einkommen Luxusgüter aus den Industrienationen, die sie importieren. Das nützt nur den Metropolen, aber unterbindet eine Industrialisierung in Kambodscha.“[7]

Verlauf

Machtergreifung

Kambodscha versank in Folge des Militärputsches in einem langjährigen Bürgerkrieg. Mithilfe der Unterstützung Chinas gelang es den Roten Khmer weite Teile des Landes unter ihre Kontrolle zu bringen. Am Ende blieb nur noch die Hauptstadt unter Regierungskontrolle. Trotz mehreren fehlgeschlagener Invasionsversuche gelang es den Roten Khmer unter anderem mit Hilfe von tausenden Kindersoldaten letztendlich auch Phnom Penh einzunehmen und den Krieg so für sich zu entscheiden. Bei der Einnahme der Stadt kam es zu Massakern an der zivilen Bevölkerung.[8]

Zwangsumsiedlungen

Schon wenige Tage nach Machtergreifung begann die erste Instanz des Massenmordes am eigenen Volk. Ziel der roten Khmer war es, die gesamte Stadtbevölkerung aufs Land umzusiedeln. Dies wurde mit regelrechten Todesmärschen realisiert, bei denen tausende Menschen, vorwiegend Alte und Schwache, starben.

Umerziehung

Die Menschen wurden zur Arbeitern umgewandelt und mussten sich an strenge Regelungen halten. Sie wurden ständig überwacht und hatten so gut wie kein Freizeit. Arbeitszeiten von bis zu 12 Stunden täglich waren die Regel.[9]

[...]


[1] https://en.wikipedia.org/wiki/Khmer_Rouge, Wikipedia, Abgerufen am 05.01.2017, 16:45 Uhr

[2] Pol Pot – Cambodian Dictator, International Inside, 2015

[3] http://geschichte-forum.forums.ag/t351-kambodscha-unter-pol-pot-der-alptraum-der-roten-khmer-massenmord-am-eigenen-volk , Abgerufen am 07.01.2017, 15:35 Uhr

[4] Chandler, David P. , Brother Number One: A Political Biography of Pol Pot, Chiang Mai, Thailand, 2000: Silkworm Books, S. 96-7. (via PDF)

[5] Taylor Owen, Ben Kiernan: Bombs over Cambodia, The Walrus (Canada), Okt. 2006, S. 62-69. (via PDF)

[6] Chandler, David P.: Brother Number One: A Political Biography of Pol Pot, Chiang Mai, Thailand, 2000; Silkworm Books S. 12–15 (via PDF)

[7] http://geschichte-forum.forums.ag/t351-kambodscha-unter-pol-pot-der-alptraum-der-roten-khmer-massenmord-am-eigenen-volk, Abgerufen am: 08.02.2017, 16:38

[8] Kellerhof, Sven Felix: Rote Khmer: Pol Pots Wahn forderte täglich 1400 Menschenleben, in: Die Welt (17.04.2015), via Online Portal

[9] Kranebitter, Andreas: Von Brillen und Schlangen: Der Diskurs über die Roten Khmer. Abgerufen am: 09.01.2017, 15:56

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Der Autogenozid der Roten Khmer
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
14
Katalognummer
V414319
ISBN (eBook)
9783668656994
ISBN (Buch)
9783668657007
Dateigröße
505 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rote Khmer, Kamboscha, Vietnam, Geschichte, Kalter Krieg
Arbeit zitieren
Mathis Jakobi (Autor), 2017, Der Autogenozid der Roten Khmer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414319

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