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Konzeptentwicklung für eine biographische Gruppenarbeit mit dementen Bewohnern in der stationären Altenhilfe

Title: Konzeptentwicklung für eine biographische Gruppenarbeit mit dementen Bewohnern in der stationären Altenhilfe

Diploma Thesis , 2003 , 106 Pages , Grade: 2

Autor:in: Verena Dukar (Author)

Nursing Science - Miscellaneous
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In der Altenarbeit bzw. Altenpflege, in der (professionellen) Begegnung mit alten Menschen, springt der Verlust von Geschichte häufig ins Auge. In Einrichtungen der Altenhilfe besteht stets die Gefahr, dass alte demente Menschen nicht nur ihr Hab und Gut auf ein Minimum reduzieren müssen, sondern auch Symbole ihres Lebens, vertraute Orientierungen und nach außen wirkende Repräsentanzen ihrer Biographie und ihrer Persönlichkeit verlieren.

Vor diesem Hintergrund wird die Bedeutung der Biographiearbeit als Arbeit mit der Vergangenheit in der Betreuung Demenzkranker deutlich. Bei der biographischen Arbeit wird der alte demente Mensch nicht losgelöst von persönlichen Lebensereignissen betrachtet, sondern als Individuum mit eigenen Erfahrungen, Handlungsmustern, Werten und Normen begriffen, die sich im Laufe des Lebens entwickelt haben - und immer noch entwickeln.

Denn auch beim dementen alten Menschen ist sein exklusives Erinnerungswissen noch lange lebendig, während der Bezug zur Gegenwart durch Nachlassen des Kurzzeitgedächtnisses schon früh verloren geht. Die Arbeit mit Erinnerungen unterstützt durch die Aktivierung des Langzeitgedächtnisses nicht nur vorhandene Fähigkeiten, sondern will dem Dementen neue Möglichkeiten eröffnen, sein Leben trotz Krankheit und Behinderung lebenswert zu gestalten.

Auf diese Weise kann sich nicht nur um ein vertieftes Verständnis der Situation von demenzerkrankten alten Menschen unter Einbeziehung ihrer Biographie, Lebenserfahrung und Zukunftserwartungen bemüht werden, sondern auch neue Möglichkeiten in der Begegnung und Alltagsgestaltung entdeckt werden.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es daher, ein theoretisches Konzept des biographischen Arbeiten für Demente zu entwickeln, das im Rahmen der stationären Altenhilfe in Form einer Gruppenarbeit verwirklicht werden kann. Herangezogen wurde bei der Konzeptentwicklung ein deduktiver Ansatz , der auf systematischen Textanalysen beruht.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rahmenbedingungen: Das Alten- und Pflegeheim als totale Institution ?

3. Biographische Gruppenarbeit mit Dementen

3.1 Definitionen

3.1.1 Demenz

3.1.2 Grundbegriffe der Gruppenarbeit

3.1.3 Biographisches Arbeiten

3.2 Theoretischer Hintergrund biographischen Arbeitens

3.2.1 Die Reminiszenz-Therapie nach Robert N. Butler

3.2.1.1 Entwicklung

3.2.1.2 Klassifizierung von Unterformen

3.2.1.3 Konzeptuelle Basis

3.3. Positive Wirkfaktoren der biographischen Gruppenarbeit

3.3.1 Auswertung der Studien

3.3.1.1 Affektive Wirkfaktoren

3.3.1.2 Kognitive Wirkfaktoren

3.3.1.3 Soziale Wirkfaktoren

3.3.1.4. Zusammenfassung

3.4 Aspekte der Kommunikations- und Beziehungsgestaltung

3.4.1 Führungsstile

3.4.2 Gruppenpädagogische Grundsätze

3.4.3 Die Kommunikation

3.4.3.1 Grundlagen

3.4.3.2 Klientenzentrierte Gesprächsführung nach C. Rogers

3.4.3.3 Integrative Validation nach N. Richard

3.4.3.4 Basale Stimulation nach A. Fröhlich

4. Konzeptentwicklung für eine biographische Gruppenarbeit mit Dementen

4.1 Zielsetzungen

4.2 Kriterien für die Aufnahme in die Gruppe

4.3 Zusammensetzung der Gruppe

4.3.1 Nach dem Krankheitsbild Demenz

4.3.2 Nach Geschlecht, Alter und Milieu

4.4 Rahmenbedingungen ( Setting )

4.4.1 Gruppengröße

4.4.2 Organisationsform

4.4.3 Zeitplanung

4.4.4 Raumplanung

4.4.5 Personalausstattung

4.5 Struktur einer Gruppenstunde

4.5.1 Vorbereitung

4.5.2 Durchführung

4.5.2.1 Arbeitsplatzvorbereitung

4.5.2.2 Sitzordnung

4.5.2.3 Programmablauf

4.5.2.4 Nachbereitung

4.5.2.5 Reflexion und Auswertung

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Das Ziel der Arbeit ist die Entwicklung eines theoretischen Konzepts für die biographische Gruppenarbeit mit dementen Bewohnern in der stationären Altenhilfe, um deren Lebensqualität zu fördern, das Selbstwertgefühl zu stärken und die Identität zu erhalten.

  • Bedeutung der Biographiearbeit in der Demenzbetreuung
  • Positive Wirkfaktoren (affektiv, kognitiv, sozial)
  • Kommunikations- und Beziehungsgestaltung
  • Methoden wie Reminiszenz-Therapie, Validation und Basale Stimulation
  • Praktische Rahmenbedingungen für Gruppenarbeit im Heim

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Die Reminiszenz-Therapie nach Robert N. Butler

Auf den Ausführungen des Psychiaters ROBERT N. BUTLER, von SKIBA ( 1997 ) als ein Pionier der „Erinnerungstheoretiker“ bezeichnet, beruhen viele der heute veröffentlichten Arbeiten, Theorien und weiterführenden Untersuchenden, die sich dem Thema „Sicherinnern“ annehmen, einschließlich der vorliegenden Arbeit.

Allerdings äußerte sich schon CHARLOTTE BÜHLER im Jahre 1933, dass die Rückschau auf das gelebte Leben zum normalen Alterungsprozess gehört ( nach COLEMAN 1986 ).

BUTLER entwickelte 1958 ein Therapieprogramm für Patienten mit psychiatrischen Störungen, das er 1960 modifizierte, nachdem er erkannte, dass biographische Informationen neben der medizinischen Anamnese von großer Wichtigkeit waren. Zudem bezieht er die Familie von diesem Zeitpunkt an in den therapeutischen Prozess mit ein.

1963 veröffentlichte BUTLER seinen bahnbrechenden Artikel: „The Life Review: An Interpretation of Reminiscence in the Aged“, in dem einige Thesen zum Umgang mit Erinnerungen im Alter, untermauert mit Fallbeispielen aus seiner eigenen psychiatrischen Praxis, dargestellt werden. Dieser Artikel führte zu einer völligen Neubewertung des Reminiszierens von einer negativen zu einer positiven Konnotation. Das „living in the past“ wird nicht mehr als pathologisches Zeichen von Senilität und Regression gewertet, sondern als ein sinnvoller und kreativer Prozess. Den Begriff des Lebensrückblickes ( „life review“ ) definierte BUTLER folgendermaßen:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Verlust der Geschichte in der stationären Altenpflege und stellt die biographische Arbeit als Mittel zur Erhaltung der Identität und Lebensqualität Dementer vor.

2. Rahmenbedingungen: Das Alten- und Pflegeheim als totale Institution ?: Dieses Kapitel analysiert das Heim als institutionellen Kontext und prüft, inwiefern moderne Einrichtungen Merkmale einer totalen Institution im Sinne von Goffman aufweisen.

3. Biographische Gruppenarbeit mit Dementen: Hier werden theoretische Grundlagen, Definitionen, die Bedeutung der Reminiszenz-Therapie und positive Wirkfaktoren der Arbeit mit Demenzkranken theoretisch fundiert.

4. Konzeptentwicklung für eine biographische Gruppenarbeit mit Dementen: In diesem Kapitel wird das praktische Konzept entwickelt, von Zielsetzungen und Aufnahmebedingungen über die Gruppenzusammensetzung bis hin zur detaillierten Struktur einer Gruppenstunde.

5. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit der weiteren Professionalisierung und Implementierung biographischer Ansätze in der stationären Altenhilfe.

Schlüsselwörter

Biographiearbeit, Demente Bewohner, stationäre Altenhilfe, Reminiszenz-Therapie, Lebensrückblick, Humanistische Psychologie, Gruppenarbeit, Kommunikation, Validation, Basale Stimulation, Pflegekonzept, Identität, Lebensqualität, Interventionsgerontologie, Gruppenpädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit widmet sich der Entwicklung eines theoretischen Konzepts für die biographische Gruppenarbeit mit dementen Bewohnern, um deren Lebensqualität in stationären Pflegeeinrichtungen nachhaltig zu verbessern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind der theoretische Hintergrund des biographischen Arbeitens, die Analyse positiver Wirkfaktoren, Aspekte der Kommunikation und Beziehungsgestaltung sowie die konkrete konzeptionelle Umsetzung einer Erinnerungsgruppe.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist, dem Pflegepersonal eine fundierte Grundlage und praktische Orientierungshilfe zu geben, um dementen Menschen durch biographische Gruppenarbeit eine würdevolle und professionelle Betreuung zu ermöglichen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin stützt sich auf einen deduktiven Ansatz, der auf systematischen Textanalysen aktueller Fachliteratur aus Medizin, Soziologie, Psychologie und Pflegewissenschaft beruht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (z. B. Butlers Reminiszenz-Therapie, Rogers klientenzentrierte Gesprächsführung) und die praktische Konzeptentwicklung für Gruppenstunden inklusive Rahmenbedingungen und personeller Ausstattung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie Biographiearbeit, Lebensrückblick (Life Review), Integrative Validation, Basale Stimulation, Ich-Integrität und die Einordnung des Pflegeheims als soziale Institution.

Welche Bedeutung hat das Konzept der „totalen Institution“ für die Arbeit?

Es dient als kritischer Rahmen, um die Gefahr der Institutionalisierung und Entindividualisierung im Heimalltag zu verstehen und Argumente für die Notwendigkeit einer aktivierenden biographischen Gruppenarbeit zu liefern.

Wie unterscheidet sich die Arbeit von herkömmlichen Betreuungsformen?

Im Gegensatz zu rein defizitorientierter Pflege stellt dieses Konzept die verbliebenen Ressourcen und die individuelle Lebensgeschichte des demenzkranken Menschen in den Mittelpunkt der sozialen Interaktion.

Warum ist die Wahl des richtigen Führungsstils in der Gruppenarbeit so wichtig?

Die Arbeit verdeutlicht, dass ein kooperativ-demokratischer Führungsstil die größte positive Wirkung auf die Atmosphäre, das Selbstvertrauen der Teilnehmer und den sozialen Zusammenhalt in der Gruppe ausübt.

Welche Rolle spielt die „Basale Stimulation“ in diesem Konzept?

Sie dient als elementare Form der Kontaktaufnahme, um auch bei stark dementen Personen, die verbal nur schwer erreichbar sind, Sinne zu aktivieren und eine emotionale Brücke zur Außenwelt zu schlagen.

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Details

Title
Konzeptentwicklung für eine biographische Gruppenarbeit mit dementen Bewohnern in der stationären Altenhilfe
College
Hamburg University of Applied Sciences
Grade
2
Author
Verena Dukar (Author)
Publication Year
2003
Pages
106
Catalog Number
V41439
ISBN (eBook)
9783638397018
ISBN (Book)
9783656525769
Language
German
Tags
Konzeptentwicklung Gruppenarbeit Bewohnern Altenhilfe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Verena Dukar (Author), 2003, Konzeptentwicklung für eine biographische Gruppenarbeit mit dementen Bewohnern in der stationären Altenhilfe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41439
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