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Yoga: eine religiöse Praxis im Wandel der Zeit. Ausgewählte Aspekte der Rezeptionsgeschichte

Title: Yoga: eine religiöse Praxis im Wandel der Zeit. Ausgewählte Aspekte der Rezeptionsgeschichte

Bachelor Thesis , 2015 , 38 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Elisabet Korda (Author)

Theology - Comparative Religion Studies
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit untersucht die Rezeption des Yoga und die verschiedenen Faktoren, die darauf Einfluss nahmen. Um zu begreifen, was Yoga ursprünglich gewesen ist, wird im ersten Teil auf die Geschichte eingegangen und die Entwicklung des Yoga in den verschiedenen Epochen und Schriftwerken dargestellt bis in die Epoche des Neo-Hinduismus. Die dafür verwendete Literatur umfasst sowohl das Werk Der Weg des Yoga – Handbuch für Übende und Lehrende vom Berufsverband deutscher Yogalehrer als auch Der Yoga von J.W. Hauer, da diese beiden Abhandlungen einen umfangreichen Überblick über die Geschichte des Yogas bieten.

Im Hauptteil erfolgt die Ausführung der Yoga-Rezeptionsgeschichte. Da diese auch ein Teil der Begegnungsgeschichte zwischen Indien und dem Westen ist, wird zunächst auch darauf eingegangen und die leitenden Ideen des Aufklärungszeitalters und der Romantik mit der Indien-Rezeption Europas in Verbindung gesetzt. Darauf folgend wird untersucht, wie und auf welcher Art und Weise Yoga zuerst in philosophischen, dann okkultistischen und schließlich in wissenschaftlichen Kreisen begriffen wurde. Dies gibt einerseits einen Einblick auf die Facettenvielfalt des Yoga, die sich unter diesen Einflüssen herausgebildet hat und lässt andererseits Rückschlüsse auf den damit verbundenen Wandel der Rezeption des Yoga zu. Dazu wurde hauptsächlich mit dem Buch Yoga auf dem Weg nach Westen: Beiträge zur Rezeptionsgeschichte von Karl Baier gearbeitet.

Als nächstes wird die Entstehung des „Modern Postural Yoga“ (MPY) behandelt und untersucht, welche Faktoren für die Popularisierung ausschlaggebend waren, da diese grundlegend für die heutige Auffassung von Yoga sind. Für diesen Abschnitt bilden die Werk A History of Modern Yoga von Elizabeth de Michelis und The Subtle Body – The Story of Yoga in America von Stefanie Syman die Grundlage. Abschließend wird eine Untersuchung des heutigen Yoga vorgenommen. Da dieses Unterfangen sehr vielschichtig und komplex ist, wird sich auf die Analyse des Bikram-Yoga beschränkt. Die Wahl fiel auf diese Yoga-Form, weil diese die innovativste ist und höchste Popularität genießt. Dabei werden die Entwicklung, der Inhalt und die Zielsetzung des Bikram-Yoga ermittelt, um diese drei Aspekte in einem zweiten Schritt in Bezug zur heutigen Gesellschaft zu setzen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte des Yoga

2.1 „Ur-Yoga“ und Entstehung

2.2 Yoga in den Upaniṣaden

2.3 Der volkstümliche Yoga in der epischen Zeit

2.4 Purāṇas und die Yoga-Upaniṣaden

2.5 Einflüsse des Tantrismus

2.6 Der Haṭha-Yoga

2.7 Yoga im Neo-Hinduismus

3. Rezeption des Yoga

3.1 Yoga im Zeitalter der Aufklärung und Romantik

3.2 Yoga und die deutsche Philosophie des 19. Jahrhunderts

3.3 Die Körperbezogenheit im Okkultismus und Esoterik

3.4 Ein wissenschaftlicher Ansatz

3.5 Modern Postural Yoga (MPY)

3.5.1 Entwicklung in den 50er Jahren bis Mitte der 70er Jahre

3.5.1.1 New Age

3.5.1.2 Iyengar-Yoga

3.5.1.3 Yoga als Schönheits-Trend in den USA

3.5.2 Yoga ab Mitte der 1970er Jahre bis zu den späten 1980ern.

3.5.3 Yoga ab den späten 1980ern

4. Yoga heute am Beispiel von Bikram-Yoga

4.1 Entwicklung des Bikram-Yoga

4.2 „Torture Chamber“

4.3 Neue Ziele

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Rezeptionsgeschichte des Yoga und analysiert die verschiedenen Faktoren, die von einer ursprünglich religiösen Praxis aus dem alten Indien zu einer profanen Sport- und Fitnessübung der modernen westlichen Gesellschaft führten.

  • Historische Entwicklung des Yoga von der vedischen Zeit bis zum Neo-Hinduismus.
  • Rezeption und philosophische Deutung des Yoga in Europa (Aufklärung, Romantik, Wissenschaft).
  • Aufstieg des „Modern Postural Yoga“ und dessen Institutionalisierung.
  • Analyse des Bikram-Yoga als Fallbeispiel für eine körper- und erfolgsorientierte moderne Yoga-Form.
  • Wechselwirkung zwischen Yoga-Praxis und westlichen gesellschaftlichen Bedürfnissen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Yoga im Zeitalter der Aufklärung und Romantik

Da die Kolonialmächte an Indien primär ein praktisches und finanzielles Interesse hegten, wurden erstrangig Rechtstexte von Verwaltungsbeamten und Richtern studiert. Erst später, gegen Ende des 18. Jahrhunderts, beschäftigten sich Gelehrte und Kulturinteressierte mit der Sanskritphilologie. Schließlich wurde es regelrecht zum Trend unter Intellektuellen und Künstlern in Europa sich mit der indischen Philosophie zu befassen.

Indien galt als „die von ursprünglicher Weisheit geprägte Idealkultur, die noch mit der Natur im Einklang steht“. Allerdings wird das glorifizierte Indienbild gegen den Ursprünglichkeits- und Exklusivitätsanspruch der christlichen Offenbarung ausgespielt und unterstützt somit, im Zeitalter der Aufklärung, die Polemik gegen das Christentum. Der Gesellschaft wurde klar, dass es weitaus ältere Religionen gibt, als die Offenbarung Christi und wollte basierend auf diesem Argument der Kirche die Legitimität entziehen.

Entgegen der rationalen Überzeugung entstand auch eine deistische Geistesströmung, die den Einheitsgedanken vertrat: Alle Religionen der Welt sind auf derselben, ursprünglichen Wahrheit begründet und hätten einen vernünftigen Ursprung, aber eine unvernünftige Entwicklung. Das enorme Alter der indischen Tradition stünde im Kontrast zu den modernen und „degenerierten“ Bräuchen des Hinduismus und würde die Verfinsterung des Göttlichen durch Aberglaube, Idolatrie und Ritualismus illustrieren. Die Degenerationsthese beschreibt den religiösen Verfall und idealisiert den „Urzustand“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie Yoga als religiöser Heilsweg zur heutigen profanen Sport- und Fitnessübung werden konnte.

2. Geschichte des Yoga: Dieser Teil beleuchtet die historische Genese des Yoga von der indo-iranischen Epoche bis zum Neo-Hinduismus als Basis für das Verständnis späterer Rezeptionsprozesse.

3. Rezeption des Yoga: Hier wird der Wandel der Wahrnehmung von der philosophischen Indien-Schwärmerei des 19. Jahrhunderts bis zur Popularisierung des modernen Yoga in den USA und Europa untersucht.

4. Yoga heute am Beispiel von Bikram-Yoga: Das Kapitel analysiert die Entwicklung, die spezifische Lehrmethode und die Zielsetzung von Bikram-Yoga als Fallbeispiel für einen kommerzialisierten Trendsport.

5. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Yoga als Überbegriff für eine Vielzahl von Praktiken durch extreme Anpassungsfähigkeit an westliche Bedürfnisse in die moderne Gesellschaft integriert wurde.

Schlüsselwörter

Yoga, Rezeptionsgeschichte, Bikram-Yoga, Modern Postural Yoga, Indische Philosophie, Religion, Fitness, Gesundheit, Säkularisierung, Esoterik, Neo-Hinduismus, Körperkult, Transformation, Kommerzialisierung, Selbstoptimierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Wandel des Yoga von einer ursprünglichen religiösen Praxis zu einem modernen, profanen Trendsport im westlichen Kontext.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den zentralen Themen zählen die historische Entwicklung des Yoga, die europäische Rezeptionsgeschichte (von der Romantik bis zur Moderne) sowie die heutige Formung des Yoga durch Fitness- und Schönheitsideale.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Faktoren und Einflüsse aufzuzeigen, die dazu geführt haben, dass der Yoga seine religiöse Ursprungskonnotation weitgehend verloren hat und heute vorwiegend als gesundheits- und körperorientierte Praxis wahrgenommen wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theologische Hausarbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse basiert, um die Rezeptionsgeschichte des Yoga systematisch zu erarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Geschichte des Yoga, eine ausführliche Analyse der verschiedenen Rezeptionsphasen (philosophisch, okkult, wissenschaftlich) und die detaillierte Untersuchung des Bikram-Yoga als Fallbeispiel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Yoga, Rezeptionsgeschichte, Bikram-Yoga, Modern Postural Yoga, Säkularisierung, Fitness, Gesundheit und Selbstoptimierung.

Wie bewerten die Philosophen des 19. Jahrhunderts den Yoga?

Die Bewertung fiel ambivalent aus; während beispielsweise Hegel die Meditation als „leere Sinnlosigkeit“ abtat, knüpfte Schelling später mit einer positiveren Interpretation des Karma-Yoga als „Innigkeit“ an.

Warum wurde Bikram-Yoga als spezielles Fallbeispiel gewählt?

Bikram-Yoga wurde aufgrund seiner hohen Popularität, der innovativen Besonderheit des heißen Übungsraums und der expliziten Ausrichtung auf sportlich-athletische Leistung als besonders repräsentativ für den heutigen Yoga-Trend ausgewählt.

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Details

Title
Yoga: eine religiöse Praxis im Wandel der Zeit. Ausgewählte Aspekte der Rezeptionsgeschichte
College
Ruhr-University of Bochum  (CERES)
Grade
1,7
Author
Elisabet Korda (Author)
Publication Year
2015
Pages
38
Catalog Number
V414454
ISBN (eBook)
9783668650947
ISBN (Book)
9783668650954
Language
German
Tags
Yoga Hinduismus Religionswissenschaft Bhakti Hatha MPY
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Elisabet Korda (Author), 2015, Yoga: eine religiöse Praxis im Wandel der Zeit. Ausgewählte Aspekte der Rezeptionsgeschichte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414454
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