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Individualisierung und Lehrwerk

Title: Individualisierung und Lehrwerk

Elaboration , 2018 , 8 Pages

Autor:in: Prof. Dr. Sabine Utheß (Author)

Didactics - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
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Der Beitrag beschreibt, wie das Lehrwerk die Differenzierung im Fremdsprachenunterricht befördern kann. Er kennzeichnet die relevanten individuellen Unterschiede zwischen den Lernenden und leitet daraus Schlussfolgerungen für die Gestaltung von Lehrwerken ab. So sind die Differenzierungspotenzen eines Lehrbuches u. a. abhängig von seinem Komplettierungspotenzial, seinem Forderungspotenzial, seinem inhaltlichen Anregungspotenzial, seinem Tätigkeitspotenzial und seinem Kooperationspotenzial.

Auf dieser Basis werden praktische Konsequenzen hergeleitet und Gestaltungsvorschläge unterbreitet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Komplettierungspotential

2. Forderungspotential

3. Inhaltliches Anregungspotential des Lehrwerkes

4. Tätigkeitspotential

5. Kooperationspotential

6. Selbstständigkeitspotential

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Fremdsprachenlehrwerken hinsichtlich ihrer Fähigkeit, den Unterricht effektiv zu individualisieren und an die heterogenen Voraussetzungen der Lernenden anzupassen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, welche didaktischen Merkmale ein Lehrwerk aufweisen muss, um als Grundlage für einen schülerorientierten Unterricht zu dienen, der sowohl Differenzierung als auch Selbstständigkeit fördert.

  • Analyse des Individualisierungspotenzials von Lehrwerkstrukturen
  • Optimierung des Verhältnisses von Ziel-Stoff-Struktur und Übungsangebot
  • Bedeutung der Aufgaben- und Übungsgestaltung für die Schüleraktivität
  • Rolle von Kooperation und Selbstständigkeit im Lernprozess
  • Empirische Erkenntnisse zur Förderung unterschiedlicher Leistungsniveaus

Auszug aus dem Buch

1. Komplettierungspotential

Wir setzen beim Lehrwerk folgendes Funktionsverständnis voraus: Erstens muss das Lehrwerk die Grundlinien der Steigerung des Sprachtätigkeitsniveaus sowie der Grundprogression vorzeichnen, gewissermaßen die Ziel-Stoff-Struktur des Lehrprogrammes materialisieren und so die kontinuierliche Leistungsentwicklung fördern.

Zweitens muss das Lehrwerk in Gestalt von Übungen, Texten, Aufgaben usw. die materielle Grundlage für die Gestaltung des Lehr- und Lernprozesses liefern. Dabei ist u. E. davon auszugehen, dass ein Fremdsprachenlehrwerk keinesfalls lückenlos alle notwendigen oder gar hinreichenden Lehr- und Lernakte des unterrichtlichen Geschehens im Detail enthalten kann. Die detaillierten Übungsvorgaben des Lehrwerkes können niemals für jedes konkrete Bedingungsgefüge und für jeden einzelnen Lerner qualitativ und quantitativ genau angemessen sein. In der Regel ist es notwendig, dass die Lehrkraft den bedingungsadäquaten und individuellen Zuschnitt vornimmt, dass sie Übungen in einer gegebenen Übungsfolge variiert, austauscht, erweitert, ergänzt. Das konkrete unterrichtliche Geschehen ergibt sich in seiner Gesamtheit also – vereinfacht ausgedrückt – aus der Umsetzung der Übungen des Lehrwerkes plus Übungskomplettierung durch die Lehrerin oder den Lehrer.

Ein solches Verständnis war bei vielen der bisherigen Lehrwerke nicht gegeben. Vielmehr war der Unterricht nahezu lückenlos durch Übungs- und Aufgabenfolgen vorgegeben, was viele Lehrkräfte zu einem bloßem Abarbeiten verleitet und ihre Methodenbewusstheit unterdrückt hat. Wir sind also der Auffassung, dass bei der Anlage der Übungen und Aufgaben von vornherein genügend Freiräume für die Übungsergänzungen der Lehrerin/des Lehrers einzukalkulieren sind. Das heißt: Die Übungen einer Folge dürfen nicht übermäßig eng miteinander verkettet werden, etwa so, dass die Realisierung jeder Übung unbedingt die vollständige Durcharbeitung der jeweils vorangehenden Übung voraussetzt, indem inhaltlich oder sprachlich jeweils auf das Vorangehende Bezug genommen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Komplettierungspotential: Dieses Kapitel erläutert, dass Lehrwerke nicht lückenlos sein können und daher Freiräume für die individuelle Ergänzung und Anpassung der Übungen durch die Lehrkräfte bieten müssen.

2. Forderungspotential: Hier wird dargelegt, dass eine bloße Absenkung des Anforderungsniveaus nicht zum Optimum führt und dass stattdessen eine Anpassung der Übungsmenge für ein breiteres Leistungsspektrum notwendig ist.

3. Inhaltliches Anregungspotential des Lehrwerkes: Dieses Kapitel behandelt die Notwendigkeit, Inhalte so zu gestalten, dass sie unabhängig von individuellen Interessen und Sachwissen alle Schüler zur aktiven Kommunikation anregen.

4. Tätigkeitspotential: Hier wird gefordert, dass das Übungsangebot komplex und vielseitig sein muss, um verschiedenen Lerntypen und Lernstilen gerecht zu werden.

5. Kooperationspotential: Das Kapitel beschreibt, wie durch gezielte Aufgabenstellungen zur Partner- oder Gruppenarbeit die Sprechintensität erhöht und der individuelle Lernzuschnitt verbessert werden kann.

6. Selbstständigkeitspotential: Dieses Kapitel betont, wie klare Aufgabenstellungen und Rückkopplungsmöglichkeiten die Schüler befähigen, ihren eigenen Lernprozess selbstständig zu steuern und Wissenslücken zu schließen.

Schlüsselwörter

Individualisierung, Lehrwerk, Fremdsprachenunterricht, Binnendifferenzierung, Übungsorganisation, Schüleraktivität, Lernstile, Kooperationspotential, Selbstständigkeit, Anforderungsniveau, Sprachausbildung, methodischer Zuschnitt, Leistungsentwicklung, Aufgabenstruktur, Lernverfahren

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Fremdsprachenlehrwerke gestaltet sein müssen, um als Werkzeuge für einen individualisierten und schülerorientierten Unterricht zu fungieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen zählen die Anpassungsfähigkeit von Lehrwerkstrukturen, die Förderung von Schüleraktivität, die Berücksichtigung von Lernstilen sowie die Stärkung von Kooperation und Eigenverantwortung im Lernprozess.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Kriterien für ein hohes "Individualisierungspotential" von Lehrbüchern zu definieren, die Lehrkräfte dabei unterstützen, den Unterricht an die individuellen Besonderheiten der Lernenden anzupassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf langjährige empirische Untersuchungen zur Unterrichtspraxis sowie auf die Analyse didaktischer Prinzipien der Differenzierung im Fremdsprachenerwerb.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in sechs Potenziale: Komplettierung, Forderung, inhaltliche Anregung, Tätigkeit, Kooperation und Selbstständigkeit, die jeweils als Qualitätskriterien für Lehrwerke dienen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Individualisierung, Lehrwerk, Binnendifferenzierung und Schülerorientierung geprägt.

Warum reicht ein starrer Lehrwerksaufbau für den Unterricht nicht aus?

Laut der Autorin führt ein zu lineares und "lückenloses" Lehrwerk zu einer Unterdrückung der Methodenbewusstheit der Lehrkräfte und schränkt die Möglichkeit ein, auf die heterogenen Bedürfnisse einer Lerngruppe einzugehen.

Wie sollte laut der Arbeit das "Fundamentum-Additum-Modell" verstanden werden?

Die Autorin plädiert dafür, Fundamentum und Additum nicht primär inhaltlich zu trennen, sondern als Übungsangebot zu begreifen, bei dem das Additum besonders den Förderbedarf des mittleren und unteren Leistungsfeldes bedienen soll.

Welche Rolle spielt die "Sprechintensität" im Lehrwerk?

Die Autorin kritisiert, dass zu frontale Übungsformen die Sprechzeit des Einzelnen unter ein notwendiges Minimum drücken; Lehrwerke sollten daher gezielt Aufgaben für die paar- und gruppenweise Zusammenarbeit enthalten.

Was bedeutet das "Tätigkeitspotential" für unterschiedliche Lerntypen?

Ein komplexes und vielseitiges Übungsangebot ist notwendig, um durch das Prinzip der methodischen Kompensation verschiedene Lernstile (auditiv, visuell, analytisch etc.) zu bedienen und niemanden durch einseitige Übungsarten zu benachteiligen.

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Details

Title
Individualisierung und Lehrwerk
Author
Prof. Dr. Sabine Utheß (Author)
Publication Year
2018
Pages
8
Catalog Number
V414601
ISBN (eBook)
9783668656079
Language
German
Tags
Individualisierung Potenzen des Fremdsprachenlehrbuches Fundamentum und Additum individuelle Unterschiede zwischen Schülern im Fremdsprachenlernprozess Vorschläge für die Gestaltung von Fremsprachenlehrbüchern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Prof. Dr. Sabine Utheß (Author), 2018, Individualisierung und Lehrwerk, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414601
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