Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie ErzieherInnen und LeiterInnen von Kindertageseinrichtungen im Aufnahmegespräch so kommunizieren können, dass sie eine positive Beziehung zu den Eltern aufbauen können. Zunächst werden die Beziehungen und die Beziehungsgestaltung im Rahmen des Kindergartenalltags näher beschrieben. Im Anschluss wird die Kommunikation in zwischenmenschlichen Beziehungen, vor allem hinsichtlich ihrer Komplexität, beschrieben. Das Modell des aktiven Zuhörens und Aspekte der Gewaltfreien Kommunikation werden erläutert.
Daraufhin gibt es eine Beschreibung des Aufnahmegespräches. Hier wird auch ein Beispiel für einen Ablauf eines Aufnahmegespräches beschrieben. Um die genannten Modelle des Aktiven Zuhörens und der Gewaltfreien Kommunikation praxisnah zu vermitteln, folgt auszugsweise ein beispielhaftes Aufnahmegespräch unter dem Aspekt der beziehungsstiftenden Kommunikation. Hier wird die GFK (Gewaltfreie Kommunikation) in einer abgewandelten Form angewandt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Beziehungen in der Elternarbeit
3. Kommunikation in zwischenmenschlichen Beziehungen
3.1 Modell des Aktiven Zuhörens
3.2 Aspekte des Models der gewaltfreien Kommunikation
4. Aufnahmegespräch
5. Beispielhaftes Aufnahmegespräch unter dem Aspekt der beziehungsstiftenden Kommunikation
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, wie Erzieherinnen und Einrichtungsleitungen in Kindertagesstätten durch gezielte, beziehungsstiftende Kommunikation während des Aufnahmegesprächs eine positive Erziehungspartnerschaft mit Eltern aufbauen können.
- Bedeutung der Erziehungspartnerschaft und Beziehungsgestaltung in der Elternarbeit.
- Kommunikationstheoretische Grundlagen und die Komplexität zwischenmenschlicher Nachrichtenübermittlung.
- Anwendung des Modells des Aktiven Zuhörens zur Signalisation von Zuwendung.
- Praktischer Einsatz der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) zur Vertrauensbildung.
- Analyse eines exemplarischen Aufnahmegesprächs zur Veranschaulichung der theoretischen Modelle.
Auszug aus dem Buch
3. Kommunikation in zwischenmenschlichen Beziehungen
Die Kommunikation zwischen Menschen ist ein durchaus komplexer und interessanter Vorgang, der viel Spielraum für Missverständnisse und Ungereimtheiten zulässt. Eine Nachricht enthält viele Botschaften zugleich und besteht aus verbalen und nonverbalen Anteilen. Die nonverbalen Anteile zeigen sich beispielsweise in der Stimme, der Betonung oder der Aussprache. Auch durch Mimik oder Gestik können Nachrichten gesendet werden. (vgl. Schulz von Thun 2001, S.33)
Kommunikation geschieht im Austausch von Botschaften zwischen einem „Sender“ und einem „Empfänger“. Diese können dabei „kongruente“ oder „inkongruente“ Anteile enthalten. „Kongruenz“ bedeutet in diesem Kontext, dass Botschaft und inneres Erleben des Senders übereinstimmen. Bei einer inkongruenten Nachricht stimmen diese Faktoren nicht überein. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn jemand sagt:“ Ich bin gar nicht sauer“, sein inneres Erleben und seine Mimik und Gestik dabei aber klar signalisiert, dass er sehr wohl verärgert ist. (ebenda S. 116f) Sobald der „Sender“ seine Nachricht gesendet hat beginnt der „Empfänger“ damit, diese Nachricht aufzunehmen und sie mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu dekodieren. Es ist nicht selten der Fall, dass gesendete und empfangende Nachricht voneinander abweicht. In diesem Fall hilft es, die empfangene Nachricht durch Rückmeldung bzw. Feedback zu kontrollieren. (ebenda S. 25)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung der Erziehungspartnerschaft dar und leitet die Forschungsfrage nach beziehungsstiftender Kommunikation im Aufnahmegespräch ein.
2. Beziehungen in der Elternarbeit: Das Kapitel erläutert den gesetzlichen Auftrag der Erziehungspartnerschaft und die Notwendigkeit, Eltern als Experten für ihr Kind in den Mittelpunkt der Zusammenarbeit zu stellen.
3. Kommunikation in zwischenmenschlichen Beziehungen: Hier werden die Grundlagen der menschlichen Kommunikation, inklusive der verschiedenen Ebenen der Nachrichtenübermittlung und der Bedeutung von Kongruenz, dargelegt.
3.1 Modell des Aktiven Zuhörens: Dieses Unterkapitel beschreibt das aktive Zuhören als Methode, um durch verbale und averbale Signale Offenheit und echtes Interesse am Gesprächspartner zu zeigen.
3.2 Aspekte des Models der gewaltfreien Kommunikation: Die vier Komponenten der GFK – Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte – werden als Werkzeuge für einen respektvollen und kontaktfördernden Ausdruck vorgestellt.
4. Aufnahmegespräch: Es wird die Struktur und Vorbereitung des Aufnahmegesprächs als wichtiges Instrument für den Start der Zusammenarbeit zwischen Fachkraft und Eltern beschrieben.
5. Beispielhaftes Aufnahmegespräch unter dem Aspekt der beziehungsstiftenden Kommunikation: Anhand eines gekürzten, exemplarischen Gesprächsprotokolls wird demonstriert, wie die zuvor vorgestellten theoretischen Modelle praxisnah angewendet werden können.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Wohlbefinden und Vertrauen durch bewusste Kommunikation, aktives Zuhören und GFK-Elemente maßgeblich beeinflusst und positiv gesteuert werden können.
Schlüsselwörter
Erziehungspartnerschaft, Aufnahmegespräch, Kindertagesstätte, Kommunikation, Aktives Zuhören, Gewaltfreie Kommunikation, GFK, Beziehungsgestaltung, Elternarbeit, Wohlbefinden, Feedback, Verbale Kommunikation, Nonverbale Kommunikation, Pädagogik, Vertrauensbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie Erzieherinnen durch eine beziehungsstiftende Kommunikation in Erstgesprächen (Aufnahmegesprächen) eine tragfähige und positive Zusammenarbeit mit Eltern aufbauen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die Erziehungspartnerschaft, Kommunikationstheorien, das Modell des Aktiven Zuhörens und die Anwendung der Gewaltfreien Kommunikation im Kita-Kontext.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Methoden aufzuzeigen, mit denen Fachkräfte durch gezielte Gesprächsführung eine positive Beziehung zu Eltern herstellen können, um das Wohlbefinden aller Beteiligten zu fördern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse relevanter Fachliteratur zu Kommunikation und Pädagogik sowie auf die exemplarische Analyse und Fallbeschreibung eines beispielhaften Aufnahmegesprächs.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen zur Beziehungsgestaltung und Kommunikation dargelegt, gefolgt von einer detaillierten Erläuterung des Aktiven Zuhörens und der GFK, bevor diese in einem Praxisszenario angewandt werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Erziehungspartnerschaft, Aufnahmegespräch, Aktives Zuhören, Gewaltfreie Kommunikation und die professionelle Rolle der Einrichtungsleitung.
Warum ist das Aufnahmegespräch für die Beziehung entscheidend?
Das Aufnahmegespräch ist oft der erste ausführliche Kontakt; hier wird der Grundstein für das gegenseitige Vertrauen und die zukünftige Erziehungspartnerschaft gelegt, weshalb die Beziehungsgestaltung hier besonders fokussiert werden sollte.
Wie wird GFK in der Arbeit angewendet?
Das Modell der GFK wird in einer modifizierten, praxisnahen Form eingesetzt, wobei die Leitung nicht nur eigene Gefühle, sondern auch die des Kindes (als Sprachrohr) thematisiert, um Verständnis bei den Eltern zu wecken.
- Arbeit zitieren
- Angela Hellmig (Autor:in), 2016, Beziehungsstiftende Kommunikation im Aufnahmegespräch einer Kindertagesstätte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/415423