Diese Arbeit soll dazu dienen die Beweggründe der protektionistischen Politik Donald Trumps nachvollziehen zu können und einen Überblick über aktuelle Handelskonflikte der USA zu verschaffen. Um zu einer Bewertung zu kommen wird auch die innenpolitische Perspektive der USA beleuchtet und ergründet wieso Trump überhaupt eine protektionistische Politik forcieren möchte. Hierfür werden Theorien aus der politischen Ökonomie sowie grundlegende Theorien der Handelspolitik erläutert. So reicht es nicht aus seine Vorhaben mit dem bloßen Argument abzukanzeln, dass es unrationell sei sich vom Freihandel abzuwenden.
Es ist absolut notwendig Trumps Handelspolitik nicht nur aus einer ökonomischen Dimension zu betrachten, sondern vorrangig aus einer politökonomischen. Nach der Erläuterung der notwendigen Theorien erfolgt eine Analyse über den Wahlkampf der USA im Jahr 2016 unter Berücksichtigung seiner protektionistischen Positionierung. Dabei wird auch auf die Wahlkampfslogans „America First“ und „Make America Great Again“ eingegangen. Es wird dargelegt, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen seinen protektionistischen Wahlversprechen und seinem Wahlsieg gibt. Außerdem wird erläutert wie Trump die Strategie eines „Demagogen“ aus Sicht der politischen Ökonomie anwendet. Darauf folgt eine Schilderung des aktuellen Kurses der US Regierung in Bezug auf die Handelspolitik. Hier wird sowohl auf den Aspekt der strategischen Handelspolitik eingegangen, als auch auf die Perspektiven der Spieltheorie. So wird das Agieren der USA mit China, Süd- und Nordkorea, Mexico, Kanada, Deutschland, Großbritannien und der Europäischen Union geschildert. Hierbei ist ein entscheidender Faktor, dass Trump nicht nur konkrete Maßnahmen im Umgang mit anderen Nationen nutzt, sondern auch die Instrumente der Ankündigung und Drohung um seine Verhandlungsposition zu verbessern. Abschließend wird kurz darauf eingegangen wie die Chancen für Trump stehen seine Handelsreform umzusetzen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Politische Ökonomie des Protektionismus
2.2 Spieltheorie: Liberalismus vs. Protektionismus
2.3 Neue politische Ökonomie – Der Demagoge
2.4 Strategische Handelspolitik
2.5 Die politische Dynamik ökonomischer Reformen
2.6 Resistance to Reform
3 Wahlkampf mit Protektionismus
3.1 Ausgangslage der USA vor der Wahl 2016
3.2 Kampagne und Slogans
3.3 Wahlergebnis
4 Derzeitiger Kurs der US Regierung unter Trump
4.1 Trumps Handelspolitik Agenda
4.2 TTP, China, Süd- und Nordkorea
4.3 NAFTA, Mexico und Kanada
4.4 TTIP, Europa, Deutschland und Großbritannien
4.5 Durchsetzung der Handelsreform
5 Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die Beweggründe der protektionistischen Handelspolitik von Donald Trump aus Sicht der neuen politischen Ökonomie, um einen Überblick über aktuelle Handelskonflikte der USA zu geben und die innenpolitischen Ursachen für Trumps handelspolitische Ausrichtung zu ergründen.
- Theorien der politischen Ökonomie und Handelspolitik
- Analyse des US-Wahlkampfs 2016 unter Berücksichtigung protektionistischer Positionen
- Die Rolle Trumps als "Demagoge" in der politischen Dynamik
- Spieltheoretische Betrachtung aktueller Handelskonflikte (z.B. NAFTA, TTP, TTIP)
- Strategien der Umsetzung von Handelsreformen und deren Auswirkungen
Auszug aus dem Buch
2.3 Neue politische Ökonomie – Der Demagoge
Im Folgenden werden die Charakteristiken des Demagogen aus Sicht der neuen politischen Ökonomie geschildert um im späteren Verlauf der Arbeit auf ähnliche Verhaltensweisen Donald Trumps hinzuweisen und Verknüpfungen zu den von ihm favorisierten Vorhaben des Protektionismus vorzunehmen. Hier soll noch einmal darauf hingewiesen werden, dass Donald Trump kein Demagoge nach Definition ist, sondern dass er lediglich ähnliche Verhaltensweisen zeigt, die zumindest ansatzweise erklären wieso er handelt wie er es tut. Um zu erklären was ein Demagoge aus Sicht der politischen Ökonomie ausmacht, ist es wichtig zunächst zu erläutern was es mit einem „Amtsinhaber“, sowie einem „Staatsmann“ auf sich hat. Die hier geschilderte Theorie von „Amtsinhaber, Staatsmann und Demagoge“ ist eine Verknüpfung aus psychologischen Ansätzen und Ansätzen aus der neuen politischen Ökonomie.
Guy Kirsch leitet dieses Thema in seinem Lehrbuch „Neue politische Ökonomie“ wie folgt ein: „Die Demokratie ist also nicht nur ein Wettbewerb um die Befriedigung konkurrierender Bedürfnisse, sondern auch ein Wettbewerb widerstreitender Neurosen. Der Konflikt in einer Demokratie dreht sich demnach nicht nur um die materiellen Ressourcen der Welt. Er hat vielmehr auch die Brennweite jener Optik zum Gegenstand, mit der diese Welt wahr- und angenommen wird. Anders formuliert: Die Demokratie kann zu einer Ausweitung der inneren Freiheit oder aber zu einer Ausweitung der inneren Unfreiheit beitragen; sie kann eine therapeutische Veranstaltung, ein neurotisches Arrangement oder ein freiheitszerstörender Prozess sein. Ob sie das eine oder andere ist, hängt davon ab, welche Art der Beziehung die Bürger untereinander als Wähler und Politiker eingehen und entwickeln.“ (Kirsch 2004, S. 300)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die protektionistische Politik Donald Trumps ein und erläutert die Notwendigkeit, diese aus einer politökonomischen Perspektive zu betrachten.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Ansätze der politischen Ökonomie des Protektionismus, der Spieltheorie, der neuen politischen Ökonomie sowie strategischer Handelspolitik.
3 Wahlkampf mit Protektionismus: Hier wird analysiert, wie Donald Trump das Thema Protektionismus im US-Wahlkampf 2016 nutzte, um auf die Wähler einzuwirken und seinen Wahlsieg zu erzielen.
4 Derzeitiger Kurs der US Regierung unter Trump: In diesem Teil werden die konkreten handelspolitischen Maßnahmen und Ankündigungen der Trump-Regierung gegenüber verschiedenen Partnernationen wie China, NAFTA-Staaten und der EU untersucht.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und bewertet die Auswirkungen der handelspolitischen Agenda Donald Trumps auf die internationale Handelsordnung.
Schlüsselwörter
Donald Trump, Handelspolitik, Protektionismus, neue politische Ökonomie, Freihandel, Spieltheorie, Wahlkampf 2016, Amerika First, Leistungsbilanzdefizit, Demagoge, Handelskonflikte, wirtschaftliche Reformen, Strategische Handelspolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Handelspolitik von Donald Trump unter dem Aspekt des Protektionismus und nutzt dazu theoretische Ansätze aus der neuen politischen Ökonomie.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themenfelder umfassen die politischen Hintergründe des Protektionismus, die Analyse des Wahlkampfs 2016 und die aktuelle Handelspraxis der US-Regierung unter Trump.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Beweggründe hinter der protektionistischen Agenda Trumps nachzuvollziehen und die aktuellen Handelskonflikte der USA theoretisch fundiert zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine politökonomische Analyse durchgeführt, ergänzt durch spieltheoretische Modelle und die Theorie der politischen Dynamik ökonomischer Reformen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung, der Wahlkampfstrategie Trumps und der praktischen Umsetzung seiner Politik gegenüber Handelspartnern wie China, Mexiko, Kanada und der EU.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Charakterisierende Begriffe sind unter anderem Protektionismus, Handelspolitik, Donald Trump, politische Ökonomie und Freihandelsabkommen.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen verschiedenen Politikertypen?
Basierend auf Guy Kirsch unterscheidet die Arbeit zwischen dem Amtsinhaber, dem Staatsmann und dem Demagogen, um Trumps spezifisches Politikverständnis zu verordnen.
Warum ist die Unterscheidung zwischen "Amtsinhaber" und "Demagoge" wichtig?
Diese Differenzierung ist entscheidend, um zu erklären, wie Trump Ängste und Neurosen der Wähler gezielt für seine politische Agenda nutzt, anstatt gesellschaftliche Probleme rational zu lösen.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der USA in aktuellen Handelskonflikten?
Die Arbeit zeigt auf, dass Trump Handelspolitik nicht nur ökonomisch, sondern als Machtinstrument einsetzt, um die Verhandlungsposition der USA gegenüber anderen Nationen zu verbessern.
Ist Trumps Politik aus Sicht der Arbeit demokratiegefährdend?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die protektionistische Handelsreform zwar die etablierten Handelsstrukturen destabilisieren kann, die Umsetzung selbst aber nicht zwangsläufig demokratiegefährdend sein muss.
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- Andreas Bergholz (Autor), 2017, Die Handelspolitik Donald Trumps. Protektionismus aus Sicht der neuen politischen Ökonomie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/415824